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Risikomanagement und Marktrisiko für Versicherungsunternehmen

Title: Risikomanagement und Marktrisiko für Versicherungsunternehmen

Bachelor Thesis , 2014 , 107 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Manuel Rommel (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Die Arbeit stellt das Risikomanagement sowie die Einflussnahme des Marktrisikos in Versicherungsunternehmen theoretisch dar und analysiert es dabei kritisch. Sie widmet sich der offensichtlichen Notwendigkeit von Risikomanagement für Versicherungsunternehmen, der spezifischen Handhabung sowie dessen besonderer Beeinflussung durch das Marktrisiko, das in der heutigen Zeit von außergewöhnlicher Brisanz ist.

In Zeiten der Finanzkrise ist kaum ein Thema aktueller und akuter als das Risikomanagement. Seit jeher ist das Risikomanagement ein wichtiges Teilstück der Unternehmenssteuerung, insbesondere in der Versicherungsbranche. Dies ist nicht nur aufgrund der wichtigen Funktion, die Finanzstärke von Versicherern zu bewahren, um den Forderungen der Kunden nachkommen zu können und für Aktionäre einen erkennbaren und stetigen Wert zu schaffen, der Fall, sondern auch, da gerade eine schwierige Wirtschaftslage vorzufinden ist.

Zu Beginn dieses Jahrtausends wurden der Versicherungswirtschaft diverse beispiellose Belastungen zuteil. Der Terroranschlag am 11. September 2001 zeigte, wie problematisch eine bedarfsgerechte und sinnvolle, versicherungstechnische Prämienkalkulation ist. Auch die sogenannte Jahrhundertflut in Ostdeutschland oder diverse Naturkatastrophen führten zu starken Belastungen. Diese Vorkommnisse spiegelten sich vor allem auf der Passivseite der Bilanz wieder, wohingegen sich die Entwicklungen an den Aktienmärkten folgenschwer auf der Aktivseite der Versicherungsbilanz auswirkten.

Der Assekuranz wurde dadurch auf unangenehme Art und Weise bewusst, dass sie ein Spielball der hochvolatilen Finanzmärkte geworden ist. Bedingt durch die heutige Finanz-, Wirtschafts- und Staatskrise ist die Lage der Assekuranz auf dem schwierigen Finanzmarkt noch beschwerlicher geworden. Insbesondere die Solvabilität vieler Versicherer ist durch die eben dargestellten Vorkommnisse gefährdet. Die Insolvenz eines Versicherungsunternehmens würde die Glaubhaftigkeit und Stabilität der gesamten Branche in Frage stellen. Aus diesem Grund muss es das Ziel eines jeden Versicherungsunternehmens sein, die ständige Solvenz zu garantieren. Die nationalen und internationalen Gesetzgeber haben diese Probleme erkannt und deshalb Gesetze und Normen erlassen, die den Umgang mit Risiken regulieren sollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2. Wissenschaftstheoretische Grundlagen des Risikomanagements

2.1 Etymologie des Risikoausdrucks und die Risikoarten

2.1.1 Darstellung und Abgrenzung der Risikobezeichnungen

2.1.2 Systematisierung von Risiken durch Risikomerkmale

2.2 Risikotheoretische Grundlagen und Verfahren

2.2.1 Statistische Grundsätze in der Risikotheorie

2.2.2 Spezifizierung von Finanzderivaten und deren Funktion

2.3 Gesetzliche Grundlagen des Risikomanagements

2.3.1 Die allgemeinen gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Risikomanagement in Unternehmen

2.3.2 Versicherungsspezifische Regelungen des Risikomanagements

3. Das Marktrisiko im Rahmen des Risikomanagements

3.1 Grundlegende Eigenschaften des Marktrisikos

3.1.1 Die verschiedenen Einzelrisiken des Marktrisikos

3.1.2 Abgrenzung des Marktrisikos zum Kreditrisiko

3.2 Das Marktrisiko im Solvency II System

3.2.1 Auswirkungen von Solvency II auf das Marktrisiko

3.2.2 Berechnungsmethoden der Marktrisiken

3.3 Quantifizierung und Management von Marktrisiken

3.3.1 Arten der Risikomessung als Methode der Quantifizierung des Marktrisikos

3.3.2 Ausgewählte Möglichkeiten des Managements von Kapitalanlagerisiken

4. Das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen

4.1 Asset-Liability-Management als Faktor des Risikomanagements

4.1.1 Das Asset-Liability-Management und dessen Notwendigkeit

4.1.2 Rahmenbedingungen und Prozess des Asset-Liability-Managements

4.2 Risikomodelle und Finanzrisikomanagement in der Versicherungswirtschaft

4.2.1 Die verschiedenen Arten der Finanzrisiken und das Management ausgewählter Finanzrisiken

4.2.2 Die grundlegenden Aspekte und Anforderungen an Risikomodelle innerhalb der Versicherungswirtschaft

4.3 Strategien, Ziele und Mittel des Risikomanagements in Versicherungsunternehmen

4.3.1 Der Risikomanagementprozess, seine Strategien und Ziele in Versicherungsunternehmen

4.3.2 Kritische Analyse des Risikomanagements in Versicherungsunternehmen

5. Ergebnisse

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit analysiert das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen kritisch, unter besonderer Berücksichtigung des Marktrisikos. Das Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements darzustellen und aufzuzeigen, welche Potenziale und Grenzen durch die Implementierung moderner Risikomanagement-Systeme für Versicherer entstehen.

  • Grundlagen und Systematisierung von Risiken im Versicherungswesen
  • Analyse des Marktrisikos und dessen Bedeutung unter Solvency II
  • Methoden der Risikoquantifizierung und Risikomessung (VaR, CVaR, Duration)
  • Asset-Liability-Management als zentrales Instrument der Risikosteuerung
  • Kritische Reflexion der Strategien und Prozesse des Risikomanagements

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Systematisierung von Risiken durch Risikomerkmale

Um diese Ziele für das Risikomanagement konkret darstellen zu können, müssen die Risiken jedoch nach verschiedenen Kriterien systematisiert werden, um die Risikoart feststellen zu können. Die einzelnen Systematisierungsansätze überschneiden sich teilweise.

Je nach Symmetrie des Risikoprofils werden zunächst symmetrische und asymmetrische Risiken unterschieden. Bei symmetrischen Risiken steht der Gefahr eines Verlusts eine Chance gegenüber, wohingegen bei asymmetrische Risiken nur einseitige Abweichungen vom Plan enthalten sind: Entweder positive oder negative Abweichungen. Aus diesem Grund werden asymmetrische Risiken auch als „reine Risiken“ und symmetrische Risiken als „spekulative Risiken“ bezeichnet. Das Risiko am Aktienmarkt kann als symmetrisches Risiko betrachtet werden, da sowohl die Gefahr von Verlusten, als auch die Chancen auf Gewinne vorhanden sind. Das Ausbrennen der unternehmenseigenen Serverfarm ist hingegen ein asymmetrisches Risiko.

Betrachtet man die gefährdeten bzw. relevanten Unternehmensziele lassen sich die Risiken in Erfolgs-, Liquiditäts-, Wert- und Sachrisiken unterteilen. Erfolgsrisiken eines Unternehmens betreffen die finanziellen Ergebnisziele, wie z.B. den Jahresüberschuss. Als Liquiditätsrisiken werden die Risiken bezeichnet die Zahlungsmittel nicht mehr beschaffen zu können, also einen Zustand der Illiquidität zu erreichen. Diese Risiken betreffen zum Beispiel den Cashflow. Wertrisiken beschreiben die Risiken, die zu einer Beeinträchtigung des Werts des Unternehmens führen. Da sich Erfolgs-, Liquiditäts- und Wertrisiken auf den Finanzbereich eines Unternehmens beziehen, werden sie als finanzielle Risiken zusammengefasst. Sachzielrisiken beziehen sich auf nicht-finanzielle Ziele, wie z.B. die Kundenzufriedenheit, die Dienstleistungen oder das Unternehmensimage, und führen oftmals zu Erfolgs-, Liquiditäts- und Wertrisiken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Bedeutung des Risikomanagements angesichts der Finanzkrise und definiert das Ziel der Arbeit, Risikomanagement theoretisch darzustellen und kritisch zu hinterfragen.

2. Wissenschaftstheoretische Grundlagen des Risikomanagements: Dieses Kapitel behandelt die Begriffsdefinition von Risiko, die Systematisierung nach Risikomerkmalen sowie die statistischen und gesetzlichen Grundlagen, die das Risikomanagement prägen.

3. Das Marktrisiko im Rahmen des Risikomanagements: Der Abschnitt konzentriert sich auf die Definition und Quantifizierung des Marktrisikos, dessen Abgrenzung vom Kreditrisiko sowie dessen spezifische Berücksichtigung innerhalb der Solvency-II-Systematik.

4. Das Risikomanagement in Versicherungsunternehmen: Hier wird das Asset-Liability-Management sowie die Anwendung von Risikomodellen in der Versicherungswirtschaft diskutiert, ergänzt durch eine kritische Analyse der bestehenden Strategien.

5. Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zur Relevanz des Risikomanagements zusammen und bewertet die Chancen und Grenzen für Versicherungsunternehmen.

Schlüsselwörter

Risikomanagement, Marktrisiko, Solvency II, Versicherungsunternehmen, Asset-Liability-Management, Value at Risk, Finanzderivate, Risikomodelle, Stresstest, Risikokapital, Eigenkapital, Finanzrisiken, Unternehmenssteuerung, Risikotransparenz, Risikoquantifizierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Risikomanagement in der Versicherungsbranche und analysiert, wie Marktrisiken, insbesondere unter den strengen Anforderungen von Solvency II, effektiv gesteuert werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die mathematisch-statistischen Grundlagen des Risikos, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Handhabung von Finanzderivaten sowie das Asset-Liability-Management.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Risikomanagement in Versicherern theoretisch aufzuarbeiten und kritisch zu analysieren, um Potenziale und Grenzen der derzeitigen Risikosteuerungs-Methoden aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse mit deduktivem Aufbau, die durch die Auswertung von Fachliteratur sowie Expertengespräche mit Branchenvertretern ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: Grundlagen des Risikomanagements, detaillierte Marktrisikoanalyse und die Anwendung von Risikomanagement-Prozessen in der Versicherungswirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Risikomanagement, Solvency II, Marktrisiko, Value at Risk und Asset-Liability-Management charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Solvency I von Solvency II im Hinblick auf das Marktrisiko?

Unter Solvency I war das Marktrisiko für die Solvabilitätsberechnung weitgehend irrelevant. Solvency II führt hingegen eine marktwertbasierte "atmende" Bilanz ein, die das Marktrisiko zu einer bestimmenden Größe macht.

Welche Rolle spielen Expertengespräche in der Untersuchung?

Die Expertengespräche dienen dazu, die theoretischen Konzepte durch die praktische Sichtweise von Risikomanagement-Verantwortlichen und Professoren zu validieren und auf ihre Anwendbarkeit im realen Unternehmenskontext zu prüfen.

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Details

Title
Risikomanagement und Marktrisiko für Versicherungsunternehmen
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,8
Author
Manuel Rommel (Author)
Publication Year
2014
Pages
107
Catalog Number
V287062
ISBN (eBook)
9783668569478
ISBN (Book)
9783668569485
Language
German
Tags
BWL Versicherung Risikomanagement Versicherungsunternehmen Marktrisiko Marktrisiken Risiko Management Versicherer Bachelorarbeit Kritisch Analyse Finanzen Aktien Fonds
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Rommel (Author), 2014, Risikomanagement und Marktrisiko für Versicherungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287062
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