Fair Trade. Die Rose auf dem Weltmarkt


Hausarbeit, 2014

11 Seiten, Note: 2,8

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Faire Handel
2.1 Fairtrade Labelling Organisation (FLO)
2.2 Nachhaltige Entwicklung im Fairen Handel

3. Der Faire Handel am Beispiel der Rose

4. Umsetzung im Sachunterricht

5. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In der Ihnen vorliegenden Stundenpräsentationsausarbeitung „Fairtrade - Die Rose am Weltmarkt“ befasse ich mich im ersten Teil der Arbeit mit dem Thema Fairer Handel, werde kurz auf die Fairtrade Labelling Organisation (FLO) eingehen und anschließend die nachhaltige Entwicklung im Fairen Handel näher betrachten. Ziel meiner Ausarbeitung ist es im zweiten Teil ausführlich auf das Beispiel der Rose aus der vorangegangenen Stundenpräsentation einzugehen. Abschließend werde ich noch einen Bezug zum Sachunterricht herstellen und im Fazit kurz auf die nachhaltige Stadtentwicklung (Fairtown) eingehen.

2. Der Faire Handel

Die genaue Bedeutung des Fairen Handels erklärt die Definition, die durch die Fairen Handelsorganisationen bestimmt worden ist: „Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung." (Fairtrade 2009: 24.04.2014) Produkte aus fairem Handel gibt es seit vielen Jahren nicht nur in Weltläden. Mittlerweile sind fair gehandelte Produkte im Sortiment von rund 36.000 deutschen Supermärkten, Naturkostläden, Biomärkten, Kaufhäusern, Drogeriemärkten sowie im Versand- und Onlinehandel zu finden. (Vgl. BMZ 2010-2014: 24.04.2014) Auch in rund 18.000 gastronomischen Betrieben sind Produkte aus Fairem Handel erhältlich. (Vgl. ebd: 24.04.2014) In Deutschland werden diese Produkte durch die Fair-Handels-Organisation Fairtrade1 kontrolliert. Der Preis für die fair gehandelten Produkte wird gemeinsam festgelegt und liegt meist über dem Weltmarktniveau. Das zielt darauf ab, den Produzenten in Entwicklungsländern eine angemessene Entlohnung für ihre Arbeit zu gewährleisten und ihnen damit einen entsprechenden Lebensstandard zu ermöglichen. (Vgl. Hauff v. M./Claus K. 2012: 15) Zudem hat „die Globalisierung aber auch dazu beigetragen, das Bewusstsein der Konsumenten in den Industrieländern für die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Bedingungen vieler Menschen in Entwicklungsländern zu wecken. In diesem Zusammenhang soll beispielsweise das Fair-Trade-Siegel dem Konsumenten die Möglichkeit bieten, aktiv für eine gerechte Verteilung der Handelsgewinne beizutragen.“ (Hauff v. M./Claus K. 2012: 15) Der internationale Handel ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Im Jahr 2012 kauften die deutschen VerbraucherInnen Fairtrade-zertifizierte Produkte im Wert von einer halben Milliarden Euro, dies entspricht einer Steigerung um 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In 20 Jahren bedeutet dies ein Umsatz von 2,1 Milliarden Euro mit Fairtrade-Produkten. Kaffee ist nach wie vor das stärkste Fairtrade-Produkt, gefolgt von Blumen. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2012a: 24.04.2014) Händler und Produzenten, welche fair gehandelte Waren verkaufen wollen, müssen bestimmte Standards2 einhalten. Hiervon sind zwei Arten im Fairen Handel besonders wichtig. Dies sind die Standards der Fairtrade Labelling Organisation International (FLO) e.V. und die Standards der WFTO (World Fair Trade Organisation). (Vgl. GEPA 2013.: 24.04.2014) Produzenten und Händler werden nach diesen Standards zertifiziert und von FLO-Cert3 auf deren Einhaltung geprüft. (siehe 2.1 Fairtrade Labelling Organisation (FLO)) Importeure, die für Fairtrade arbeiten, sind vertraglich verpflichtet, die internationalen Fairtrade‐Standards einzuhalten. Die Importeure müssen Kontrollen von FLO‐CERT Inspekteuren zulassen. Eben diese zahlen eine Lizenzgebühr an TransFair Deutschland4.

2.1 Fairtrade Labelling Organisation (FLO)

Die Fairtrade Labelling Organisation schloss sich 1997 aus 14 Labelling Initiativen zusammen. „FLO entwickelt heute die Standards des fairen Handels und begleitet Produzentenkooperativen, Kleinbauern- und Hired-Labour-Organisationen in Entwicklungsländern darin, die Anforderungen des fairen Handels zu erfüllen.“ (Fairtrade-Zertifizierungssystem 2011: 24.04.2014) „Mitglieder von FLO sind 19 Fairtrade-Siegelinitiativen, zwei assoziierte Mitglieder in Mexiko und Südafrika sowie die drei Produzenten-Netzwerke CLAC (Coordinadora Latinoamericana y del Caribe de Comercio Justo), AFN (African Fairtrade Network) und NAP (Network of Asian Producers), die die Fairtrade-Produzentengruppen in Lateinamerika, Afrika und Asien repräsentieren.“ (ebd: 24.04.2014) Ziele der Organisation sind die Integrität von Fairtrade als Marke zu garantieren, den Prozess der Zertifizierung zu sichern, die Armutsbekämpfung sowie die Unterstützung nachhaltiger Entwicklung zu gewährleisten. (Vgl. Richtlinien 2012: 24.04.2014)

2.2 Nachhaltige Entwicklung im Fairen Handel

Nachhaltigkeit bezeichnet eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (Lexikon der Nachhaltigkeit 2013: 24.04.2014) Der Begriff wurde erstmals in der Forstwirtschaft 1713 von Carl von Carlowitz verwendet. Er sagte in seiner Schrift „Sylvicultura oeconomica“, dass nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch Aufforstung nachwachsen konnte. (Vgl. Hauff v. M./Claus K. 2012: 56)

Heute bezieht sich der Begriff der Nachhaltigkeit auf „die Dreidimensionalität, wonach die ökologische, die ökonomische und die soziale Dimension gleichrangig zusammengeführt werden und die Realisierung der intra- und intergenerationellen Gerechtigkeit.“ (ebd: 53) Es ist die Verantwortung für bereits existierende Generationen und die Verantwortung für zukünftige Generationen. Die intragenerationelle Gerechtigkeit fordert die Auflösung der Diskrepanz zwischen dem Luxus in den Industrieregionen und der Armut in der „Dritten Welt“. (Vgl. ebd: 62) Die intergenerationelle Gerechtigkeit meint, dass bei der Befriedigung der Bedürfnisse der Gegenwart darauf geachtet werden sollte, dass auch den künftigen Generationen die Möglichkeit zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse bleibt. (Vgl. ebd: 62) „Die beiden Formen der Gerechtigkeit gehen in alle drei Dimensionen mit ein und sind somit als Querschnittanforderung nachhaltiger Entwicklung zu verstehen.“ (ebd: 62)

Auf den Plantagen geht es Fairtrade darum, durch die Standards soziale Rechte und Sicherheit am Arbeitsplatz der Beschäftigten zu fördern. Einige der wichtigsten Kriterien sind: die sozialen Rechte der ArbeiterInnen zu stärken, sich für bessere Arbeitsbedingungen der ProduzentInnen, für die Versammlungsfreiheit, das Diskriminierungsverbot und gegen die illegale Kinderarbeit einzusetzen. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2011: 24.04.2014)

Zudem muss die Verwaltung der Fairtrade-Prämie5, die die Produzentenkooperativen zusätzlich zu den garantierten Mindestpreisen bekommen, sichergestellt werden. Sie wird für soziale Projekte eingesetzt und ermöglicht die Kosten für eine Krankenversicherung und mögliche Weiterbildungen. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2013: 30.04.2014) Die Fairtrade-Prämie dient der Lebensverbesserung der ArbeiterInnen.

Die ökonomische Dimension nachhaltiger Entwicklung setzt sich für stabile Mindestpreise und das Mindesteinkommen der ProduzentInnen ein. Der Fairtrade-Preis der FLO setzt sich aus dem COSP (Cost of sustainable production), welche die Produktionskosten beinhalten, aus dem DFC (Direct Fair Trade Costs), zum Ausgleich der Zertifizierungskosten, dem MD (Market Differential), dem OD (Organic Differential) und dem FIP (Fair Trade Investment Premium), der sich an den Produktionskosten orientiert, zusammen. (Vgl. Hauff v. M./Claus K. 2012: 121ff) Die Zusammensetzung der genannten Punkte ermöglicht es, einen Mindestpreis unter Berücksichtigung der Zertifizierungskosten, der Produktionskosten, des Fairtrade-Standards und der Lebenserhaltungskosten für das jeweilige Produkt festzusetzen. Hierfür ist es von Bedeutung, die Preisentwicklungen auf den Finanzmärkten zu beobachten, da die Produzenten einen Preis für ihre Rohstoffe bekommen sollen, der ihnen hilft, die Kosten einer nachhaltigen Produktion zu decken. Für eine sichere Planung der ProduzentInnen werden langfristige Handelsbeziehungen zur Absicherung der Zukunft geschlossen. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2011: 24.04.2014) Wenn es nötig ist, dann kann den ProduzentInnen durch die Fairtrade-Standards eine Vorfinanzierung ermöglicht werden. (Vgl. ebd.: 24.04.2014)

„Zu Beginn des Fairen Handels spielten ökologische Kriterien eine untergeordnete Rolle. Der Schwerpunkt lag auf der Verbesserung der ökonomischen und sozialen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten vor Ort. Heute misst Fairtrade im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung umweltverträglichen Produktionsweisen und ökologischem Anbau eine wichtige Bedeutung zu.“ (Fairtrade Deutschland 2014: 30.04.2014) Die ökologische Dimension nachhaltiger Entwicklung setzt sich mit einer Liste verbotener Substanzen gegen den Einsatz von Chemikalien und gentechnisch veränderten Saatgut ein. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2011: 24.04.2014) Es wird laufend daran gearbeitet, die Beziehung zur Umwelt zwischen Produktion und Handel zu verbessern, durch einen umweltschonenderen Anbau und die Förderung des Bioanbaus, (Vgl. Grundsatz-Charta 2009: 30.04.2014) beispielsweise durch höhere Fairtrade-Mindestpreise für Bio-Produkte. Zudem spielt auch der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, durch die Unterstützung von Kleinbauern und der Schutz der Wasserressourcen eine wichtige Rolle.

3. Der Faire Handel am Beispiel der Rose

An bestimmten Tagen im Jahr - Muttertag, Valentinstag und zur Weihnachtszeit -erreicht die Nachfrage nach Blumen in Deutschland ihren Höhepunkt. Der Blumenfachhandel erzielt ein Viertel seines gesamten Jahresumsatzes. (Vgl. Fairtrade Deutschland 2012: 30.04.2014) Die meist gekaufte Blume ist die Rose. „Acht Millionen Rosen werden allein zu Muttertag verschenkt.“ (Vgl. ebd.: 30.04.2014) Im Mittel werden jährlich weltweit etwa 31 Mrd. Euro (GTZ 2004: 24.04.2014) für Schnittblumen ausgegeben.

[...]


1 Fairtrade bezieht sich auf die Produktzertifizierung durch die Fairtrade Labelling Organisation (FLO)

2 Richtlinien

3 FLO-CERT ist das unabhängige Zertifizierungsunternehmen von der Fairtrade Labelling Organisation

4 TransFair ist ein Verein zur Förderung des fairen Handels

5 Ein von der FLO festgelegter Preis für fair-gehandelte Produkte, festgelegt in den Standards

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Fair Trade. Die Rose auf dem Weltmarkt
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
2,8
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V287084
ISBN (eBook)
9783656908210
ISBN (Buch)
9783656908227
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fair, trade, rose, weltmarkt
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, Fair Trade. Die Rose auf dem Weltmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287084

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