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Wer ist Tristan? Eine Figurenanalyse aus dem Werk Gottfrieds von Straßburg

Titre: Wer ist Tristan? Eine Figurenanalyse aus dem Werk Gottfrieds von Straßburg

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 20 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Bachelor of Arts Cathrin Clemens (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Gottfrieds unvollendeter „Tristan“ umfasst 19.548 Verse und wäre damit wohl einer der längsten Romane des Mittelhochdeutschen, wenn er zu Ende geschrieben worden wäre. Das Hauptgewicht dieses Werkes liegt meist auf der Minnethematik, also der durch den Minnetrank hervorgebrachten, ehebrecherischen Liebe zwischen Tristan und Isolde. Dies ist nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Weiterbearbeitung des Stoffes, wie beispielsweise in der Wagner Oper oder der Tragödie von Hans Sachs, oft der Mittelpunkt aller Darstellungen und Überlegungen.

Doch bei genauerem Betrachten und Auswerten der Verse zeigt sich, dass knapp die Hälfte des Romans auf Ereignisse Bezug nimmt, welche nicht direkt im Zusammenhang mit der eigentlichen, direkt erlebten Tristanminne stehen. Daher kommt konsequenter Weise die Frage auf, ob diese zu Recht so häufig in den Vordergrund gerückt wird.

Es ist der Hauptprotagonist, Tristan, der durch den ersten Teil des Werkes führt und diesen bestimmt. Als Heimatloser und Fremder wird er bezeichnet und seine Bemühungen einen stabilen Fixpunkt im Leben zu finden beschrieben. Die Konfrontation mit der Existenzfrage ist schon aus anderen Artusromane, wie Parzival oder Iwein, bekannt. Aber die Antwort auf die Frage „Wer ist Tristan?“ ist eben nicht so leicht zu beantworten, da er nirgends wirklich angekommen zu sein scheint und dem Zufall ergeben hin und her treibt ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Daher möchte ich in meiner Hausarbeit dieser Frage näher nachgehen und versuchen eine Antwort darauf zu finden was diesen Helden so interessant und einzigartig macht.

Im Folgenden werde ich die Entwicklung der Titelfigur im Laufe der Romanhandlung darstellen. Letztlich wird sich daraus ergeben, dass das Phänomen Tristan aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet werden kann, weshalb ich drei Blickwinkel ausgesucht habe, die einen erneuten Anstoß zur Bewertungen der Figur geben sollen. Am Ende möchte ich in einem Fazit noch einmal alle Erkenntnisse zusammenfassen.
Es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten, die sich bereits mit dieser Thematik beschäftigt haben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wer ist Tristan?

2.1 Tristans Entwicklung im Laufe des Romans

2.1.1 Unvollkommenheit bei der Geburt

2.1.2 Jugend und der Weg zum höfischen Ritter

2.1.3 Moroldkampf und seine Folgen

2.1.4 Minnetrank und seine Folgen

2.1.5 Nach der Trennung

2.1.6 Zwischenbilanz

2.2 Ausgewählte Einzelaspekte

2.2.1 Tristan in seinen Rollen

2.2.2 Tristan und sein ihm inhärenter Dualismus

2.2.3 Tristan und die Gesellschaft

3. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätsentwicklung und die gesellschaftliche Positionierung der Hauptfigur Tristan in Gottfrieds unvollendetem Werk. Dabei wird analysiert, wie der Protagonist durch verschiedene Rollen, den inneren Dualismus sowie den permanenten Konflikt zwischen individuellen Wünschen und gesellschaftlichen Erwartungen als moderne, jedoch instabile Figur gezeichnet wird.

  • Die Entwicklung Tristans von der Geburt bis zur Identitätskrise.
  • Die Rolle der Selbstdarstellung und der Inszenierung von Identität.
  • Der Einfluss des Minnetranks auf das Handeln und die emotionale Welt des Helden.
  • Das Spannungsfeld zwischen individuellem Streben und gesellschaftlichem Status.
  • Die Bedeutung von musischen Fähigkeiten versus ritterlicher Gewalt.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Jugend und der Weg zum höfischen Ritter

Neben der Taufe ist es vor allem die umfassende Ausbildung, die Tristan den Weg in die Gesellschaft ebnet. Der junge Knabe erreicht einzigartige Fähigkeiten vor allem in Bezug auf Musik, Jagd und Sprachen. Das vorbildliche Wunderkind zieht Aufmerksamkeit auf sich, die negative Folgen mit sich führt: Tristan wird entführt und schließlich alleine an der Küste von Cornwall ausgesetzt. In seiner Angst wendet er sich an Gott und bittet: „und wîse mich doch noch dâ hin,/dâ ich bî liuten müge gesîn!“6. Deutlich wird dabei seine Angst vor Einsamkeit und sein Bedürfnis nach Interaktion.

Anette Sosna attestiert dem jungen Helden eine aktive Suche nach Anerkennung, die er durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten provoziert. Und dies gelingt ihm auch immer wieder: zuerst bei den Pilgern, die kurz nach dem Hilferuf an Gott erscheinen, daraufhin bei der Jagdgesellschaft, auf die er trifft und später auch an Markes Hof, zu dem er gebracht wird. Jedes Mal erfindet Tristan eine Lebensgeschichte und passt sich seinem Gegenüber an. Trat er vor den Pilger noch bescheiden auf, legt er vor der Jagdgesellschaft große Selbstsicherheit an den Tag, wenn er sich beim Entbästen des Hirsches über deren Kenntnisse hinwegsetzt. Dies zeigt, dass Tristan reflektiert und bewusst handelt um sich in die jeweilige Gesellschaft zu integrieren. Dies gelingt ihm, laut Sosna, durch Selbstdarstellung, welche ihm Ansehen verschafft. Besonders deutlich wird diese Selbstdarstellung bzw. Inszenierung seiner eigenen Person noch einmal beim Einzug an Markes Hof und bei dem Aufeinandertreffen mit dem walisischen Harfner, den Tristan bei weitem überbieten kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Bedeutung des Tristan-Stoffes und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der Identität und den Motiven des Protagonisten ein.

2. Wer ist Tristan?: Dieses Kapitel bildet den analytischen Kern, der Tristans Lebensweg, seine Rollenfindung sowie seinen inneren und äußeren Konflikt detailliert beleuchtet.

3. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert, dass Tristan an seinen Identitätskrisen und der Unvereinbarkeit von persönlichem Begehren und gesellschaftlichen Zwängen scheitert.

Schlüsselwörter

Gottfried von Straßburg, Tristan, Identität, Figurenanalyse, Mittelalter, Minne, Minnetrank, Rollenfindung, Dualismus, Individualität, gesellschaftliche Konventionen, Selbstinszenierung, höfischer Roman, Scheitern, Existenzfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Identitätsbildung und psychologische Entwicklung der Titelfigur Tristan in Gottfrieds Roman, wobei der Fokus auf seinem Umgang mit gesellschaftlichen Rollenerwartungen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Instabilität der Figur, der Einfluss des Minnetranks auf das Handeln sowie der permanente Konflikt zwischen individuellem Wunsch und ritterlicher Ehre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gründe für Tristans Heimatlosigkeit und seine stetige Suche nach einem stabilen Fixpunkt im Leben zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine figurenorientierte Analyse, die sich primär auf fachwissenschaftliche Literatur (u.a. von Sosna, Gerok-Reiter und Gottzmann) stützt.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Betrachtung der Lebensstationen Tristans sowie eine thematische Analyse zu Identität, Rollenspielen und gesellschaftlicher Einbettung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Identität, Rolleninszenierung, Dualismus, Minne, gesellschaftliche Isolation und die moderne Individualität des Helden.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Musik in Tristans Leben?

Die Autorin stellt heraus, dass Tristan seine musikalischen Fähigkeiten nutzt, um sich erfolgreich in Gesellschaften zu integrieren, wobei er sich mit der Harfe wohler fühlt als mit dem ritterlichen Schwert.

Warum wird Tristan in der Arbeit als "moderne" Figur bezeichnet?

Tristan wird als modern eingestuft, weil er ein Bewusstsein für sein Ich entwickelt, das ihn von den klassischen Helden der Artusromane abhebt und ihn in eine existenzielle Krise führt.

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Résumé des informations

Titre
Wer ist Tristan? Eine Figurenanalyse aus dem Werk Gottfrieds von Straßburg
Université
University of Augsburg
Note
1,7
Auteur
Bachelor of Arts Cathrin Clemens (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
20
N° de catalogue
V287210
ISBN (ebook)
9783656875222
ISBN (Livre)
9783656875239
Langue
allemand
mots-clé
Tristan Gottfried von Straßburg Figurenanalyse Charakterisierung
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Citation du texte
Bachelor of Arts Cathrin Clemens (Auteur), 2013, Wer ist Tristan? Eine Figurenanalyse aus dem Werk Gottfrieds von Straßburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287210
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Extrait de  20  pages
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