„Der Sozialkundeunterricht als Teil der politischen Bildung hat die Aufgabe, eine
eigenständige Auseinandersetzung der Lernenden mit der Politik zu fördern.“1 Dies setzt
voraus, dass den Schülern politische Handlungsfähigkeit – im folgenden auch
Handlungsorientierung – im Unterricht vermittelt wird. Als weitere Aufgabe erwähnen die
oben zitierten Rahmenrichtlinien „die Entwicklung von Methodenkompetenzen bei den
Schülerinnen und Schülern.“2
Ausgehend von Begriffsklärungen der beiden oben genannten Termini
Handlungsorientierung und Methodenkompetenz, soll im Rahmen der Hausarbeit der
Frage nachgegangen werden, ob sich diese beiden didaktischen Prinzipien miteinander
verbinden lassen und so während des Einsatzes einer Methode vermitteln lassen.
Dieses soll am Beispiel der Fallanalyse untersucht werden. Die Auswahl des Autors fiel
aus folgenden Gründen auf diese Methode der politischen Bildung. Einerseits war die
Fallstudie die methodische Form, die in meiner Schulzeit vorrangig angewandt wurde,
andererseits ist sie mir ebenfalls im Laufe meines bisherigen Studiums wieder begegnet.
Denn mit Gotthard Breit lehrte bis vor kurzem ein Vertreter dieser Methode an der
Universität Magdeburg.
Diese Arbeit erfährt eine inhaltliche Zweiteilung. Im ersten Teil werden theoretische
Grundlagen gescha ffen, die im zweiten Teil auf die praktische Ebene übertragen werden
sollen.
Für den ersten Abschnitt dürften folgende Fragen interessant werden:
1. Welche theoretischen Grundlagen besitzen die beiden didaktischen Konzepte?
2. Wie werden diese im Unterricht vermittelt?
3. Welche Gefahren/Risiken bzw. Vorteile/Chancen bieten die Konzepte der
Handlungsorientierung und der Methodenkompetenz?
In der zweiten Phase dürfte es von Bedeutung sein, zu untersuchen, wie die Fallanalyse im
Unterricht eingesetzt wird. Weiterhin spielen die Einzelschritte eine wichtige Rolle und
abschließend die zentrale Frage der Arbeit: Inwieweit trägt diese Methode zur
Entwicklung von Handlungsorientierung und Methodenkompetenz der Lernenden bei?
Die Literaturgrundlage ist ordentlich. Besonders mit dem Thema Handlungsorientierung
haben sich eine Menge Autoren beschäftigt.
1 Kultusministerium Sachsen-Anhalt (1999),S.6.
2 Ebd.
Gliederung
1. Einleitung
2. Handlungsorientierung
2.1. Begriffsklärung
2.2. Vorteile von Handlungsorientierung
2.3. Gefahren und Grenzen der Handlungsorientierung
3. Methodenkompetenz
3.1. Theoretische Grundlagen
3.2. Vermittlung von Methodenkompetenz
4. Fallanalyse
4.1. Grundlagen, Einflüsse, Merkmale
4.2. Unterrichtseinsatz
4.3. Auswirkungen eines Einsatzes der Fallanalyse auf Handlungsorientierung und Methodenkompetenz
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, ob die didaktischen Prinzipien der Handlungsorientierung und der Methodenkompetenz im politischen Unterricht sinnvoll miteinander verbunden und durch den Einsatz der Fallanalyse effektiv vermittelt werden können.
- Grundlagen und Definitionen von Handlungsorientierung und Methodenkompetenz
- Analyse der Vorteile sowie der Grenzen beider Konzepte im Unterricht
- Theoretische Verankerung und methodische Umsetzung der Fallanalyse
- Untersuchung des Beitrags der Fallanalyse zur Förderung der politischen Handlungsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
4.1. Grundlagen, Einflüsse, Merkmale
Der gedankliche Ausgangspunkt der Fallanalyse wird von Gotthard Breit folgendermaßen formuliert: „Die meisten Auswirkungen von Politik bekommen die Menschen in ihrem persönlichen Leben unmittelbar zu spüren.“
Allerdings muss derselbe Autor feststellen, dass bei Jugendlichen das Interesse an Politik nur mäßig ausgebildet ist. Ein weiteres Problem sieht Breit darin, dass durch Fremdworte und Fachbegriffe nicht nur bei Schülern Zugangsschwierigkeiten auftreten. Kurz gesagt ist Politik ein zu abstraktes Gebiet, das weit von ihnen entfernt ist und auf das sie kaum Einfluss nehmen können.
Dem Politikunterricht muss es nun darauf ankommen, diesen Missstand zu beseitigen. Die Schüler sollen das breite Feld Politik in ihrem Alltag entdecken, also „die Brücke zur Alltagswelt“ schlagen.
Dies funktioniert am besten, indem der Lehrende ihnen einen „in der Praxis vorgefundenen Fall“ präsentiert. Für diese Methode besteht die Grundannahme der handlungsorientierten Didaktik. Also sei „das Lernen auf die Bewältigung konkreter Lebens- und Handlungssituationen auszurichten.“ Dazu ist das Alltagswissen der Lernenden ausreichend und es bedarf kaum einer Wissenschaftsorientierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Einführung in die Fragestellung zur Verbindung von Handlungsorientierung und Methodenkompetenz durch die Fallanalyse.
2. Handlungsorientierung: Definition des Begriffs sowie kritische Auseinandersetzung mit den Vorteilen, Gefahren und praktischen Umsetzungsgrenzen.
3. Methodenkompetenz: Theoretische Herleitung des Kompetenzbegriffs und Erläuterung der pädagogischen Notwendigkeit einer bewussten Methodenvermittlung.
4. Fallanalyse: Untersuchung der Grundlagen und der didaktischen Struktur der Fallanalyse als Instrument zur Verknüpfung von Unterrichtsinhalten mit der Lebenswelt der Schüler.
5. Fazit: Zusammenfassende Antwort auf die zentrale Forschungsfrage und Reflexion der Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung im Politikunterricht.
Schlüsselwörter
Handlungsorientierung, Methodenkompetenz, Fallanalyse, Politische Bildung, Sozialkundeunterricht, Politische Handlungsfähigkeit, Fallstudie, Didaktische Prinzipien, Schülerzentrierung, Alltagswelt, Methodenboom, Pädagogik, Lernziel, Entscheidungsfindung, Politische Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung der beiden didaktischen Konzepte "Handlungsorientierung" und "Methodenkompetenz" innerhalb des Politikunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Mittelpunkt stehen die theoretischen Grundlagen beider Konzepte sowie die praktische Anwendung und kritische Reflexion der Methode "Fallanalyse" als Vehikel für den politischen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich Handlungsorientierung und Methodenkompetenz durch den gezielten Einsatz von Fallanalysen effektiv und sinnvoll im Unterricht vermitteln lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Hausarbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der systematisierenden Aufarbeitung bestehender didaktischer Theorien basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe Handlungsorientierung und Methodenkompetenz sowie eine detaillierte Analyse der Fallmethode, ihrer Merkmale und ihres konkreten Nutzens für den Lernprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Handlungsorientierung, Methodenkompetenz, Fallanalyse, Politische Bildung und Sozialkundeunterricht.
Welche spezifische Rolle spielt der Lehrer bei der Anwendung der Fallanalyse?
Der Lehrer fungiert weniger als Wissensvermittler, sondern eher als Berater, der geeignete Lernhilfen bereitstellt und den Lernprozess so strukturiert, dass die Schüler zu eigenständigen Lösungsfindungen gelangen.
Warum ist die "soziale Perspektivenübernahme" für die Fallanalyse so bedeutend?
Sie ermöglicht es den Schülern, sich in die Akteure des Falls hineinzuversetzen, was zu einer persönlichen Betroffenheit führt und den Transfer von abstrakten politischen Themen in eine für Lernende greifbare Ebene fördert.
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- Marko Schulz (Author), 2004, Handlungsorientierung und Methodenkompetenz im politischen Unterricht am Beispiel der Fallanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28726