In dieser Hausarbeit im Rahmen der Veranstaltung „Einführung in die Kulturgeschichte europäischer Polytheismen“ möchte ich einen Überblick über die germanische Religion an Hand der in der Bibliographie angegebenen Texte geben. Im ersten Abschnitt werde ich einen Abriss über die „Götter und Göttinnen“ in der Religion der Germanen geben. Es soll dabei zunächst die Etymologie einiger Begriffe, dann die Relation zwischen Mensch und Götter dargestellt werden. Im zweiten Teil möchte ich die „Riten und Kulte“ behandeln, indem ich aufzeige, welche Motive die Menschen hatten, den Göttern Opfer zu weihen und kurz auf die Feste der Germanen eingehe.
Im letzten Abschnitt dieser Arbeit möchte ich überblicksmäßig die einzelnen Epochen und Fundstücke der Kultstätte Oberdorla vorstellen und an Hand dessen Veränderungen zwischen den Zeitpunkten deutlich machen. Zum Abschluss habe ich im Anhang einige Abbildungen angefügt, um zumindest zwei der beschriebenen Gottheiten (Thor und Odin) und einen Priester des Odin-Kultes darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A Götter und Göttinnen
I. Germanische Gottesbezeichnungen
II. Wirkungsweisen und Eigenschaften der Götter
III. Zum Verhältnis von Gott und Mensch
B Riten und Kulte
I. Opfer und Opferriten
II. Vorzeichendeutung und Weissagung
III. Jahreszeitliche Feste
C Die Sakralanlagen der Kultstätte Oberdorla
I. Die Sakralanlagen nach chronologischen Befunden
1. Opferperiode I - Die späthallstatt- und frühlatènezeitlichen Kultstätten
2. Opferperiode II - Die mittel- und spätlathènezeitlichen Kultstätten
3. Opferperiode III - Kultstätten der spätesten Latène- und frühen Römischen Kaiserzeit (Großromstedter Horizont)
4. Opferperiode IV - Heiligtümer der ausgehenden frühen und mittleren Römischen Kaiserzeit am Kultsee
5. Opferperiode V - Späte Römische Kaiserzeit
6. Opferperioden VI und VII - Frühe und späte Völkerwanderungszeit
II. Die Opferquellen und ihre Umgebung
1. Holzanlagen, Feuerstellen
2. Das Schiffssignum beim Quellbezirk
Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die germanische Religion mit einem besonderen Fokus auf die archäologischen Befunde der Kultstätte Oberdorla, um die rituellen Praktiken und das Gottesbild der Germanen zu beleuchten.
- Etymologie und Funktion germanischer Gottesbezeichnungen
- Die Rolle der Götter als Garanten für Fruchtbarkeit und Wetter
- Riten, Opferpraktiken und Weissagungsrituale
- Chronologische Entwicklung der Sakralanlagen in Oberdorla
- Kulturelle Einflüsse und die Transformation germanischer Kulthandlungen
Auszug aus dem Buch
I. Germanische Gottesbezeichnungen
Die germanische Götterbezeichnung lässt sich durch die indogermanischen und indoeuropäischen Sprachfamilien ableiten. So z.B. wurde zur Bezeichnung eines Gottes das Wort teiwaz benutzt. Davon abgeleitet bedeutet in der altnordischen Sprache das Wort týr die Bezeichnung eines Gottes. Mit dem Plural dieses Wortes, tívar, wurden durch die Skalden (keltische Dichter und Sänger) die drei Götter Odin, Hœnir und Loki bezeichnet. Des weiteren gibt es durch die altnordische Überlieferung bond („Bande“), welches die Götter in vor allem kultischen und rituellen Zusammenhängen bezeichnet und hopt („Fesseln“), welches auf der Ebene des Mythos verwendet wird. Das ebenfalls altnordische Wort regin gilt als eine weitere Bezeichnung für eine gemeinsame Götterbezeichnung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert den Aufbau der Hausarbeit und gibt einen Überblick über die behandelten Themenbereiche sowie die methodische Grundlage basierend auf existierender Fachliteratur.
A Götter und Göttinnen: Dieses Kapitel behandelt die sprachliche Herleitung der Gottesnamen und analysiert das Wirken der Gottheiten als Fruchtbarkeits- und Wetterbringer sowie das veränderte Verhältnis zwischen Menschen und Göttern unter christlichem Einfluss.
B Riten und Kulte: Es werden die verschiedenen Formen von Opfergaben, Weissagungsmethoden und jahreszeitliche Festlichkeiten untersucht, wobei die Problematik der Interpretation archäologischer Funde durch spätere christliche Quellen hervorgehoben wird.
C Die Sakralanlagen der Kultstätte Oberdorla: Hier erfolgt eine detaillierte chronologische Untersuchung der archäologischen Funde in Oberdorla von der Hallstattzeit bis zur Völkerwanderungszeit, ergänzt durch eine Analyse der Opferquellen.
Schlussbetrachtungen: Der Autor resümiert die Kontinuitäten zwischen vorchristlichen Traditionen und heutigen Festen sowie die räumliche Verschiebung der Kultstätten über die Jahrhunderte.
Schlüsselwörter
Germanen, Religion, Polytheismus, Kultstätte Oberdorla, Opferriten, Menschenopfer, Archäologie, Mythologie, Odin, Thor, Fruchtbarkeit, Christianisierung, Wettergötter, Sakralanlagen, Völkerwanderungszeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen religionswissenschaftlichen Überblick über die germanische Religion und verknüpft diese theoretischen Aspekte mit den spezifischen archäologischen Befunden der Kultstätte Oberdorla.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Etymologie der Götternamen, die Funktion der Gottheiten im bäuerlichen und kriegerischen Kontext sowie die detaillierte Beschreibung ritueller Opferhandlungen und Sakralbauten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Kombination von religionsgeschichtlicher Theorie und archäologischer Evidenz die religiöse Praxis der Germanen sowie deren Wandel im Zeitverlauf nachzuvollziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse verwendet, bei der religiöse Vorstellungen anhand von philologischen und archäologischen Quellen (Bodenfunde) interpretiert und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung germanischer Gottheiten, die detaillierte Betrachtung von Kult- und Ritenformen sowie eine chronologische Auswertung der Ausgrabungen in der Kultstätte Oberdorla.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Germanen, Polytheismus, Oberdorla, Opferriten, Sakralanlagen und Mythologie definiert.
Welche Bedeutung hatten die Menschenopfer in Oberdorla?
Die Menschenopfer, etwa das Zerstückelungsopfer eines Mädchens, werden als kultische Handlungen interpretiert, bei denen dem Heiligtum oder der Gottheit durch das Opfer neuer Kraftzufluss gewährt werden sollte.
Wie hat sich die Nutzung der Kultstätte in Oberdorla im Laufe der Zeit verändert?
Die Nutzung verlagerte sich räumlich: Während frühe Kultstätten im Süden und Südosten lagen, konzentrierten sich die rituellen Handlungen in späteren Perioden zunehmend auf den Westen der Anlage.
- Citation du texte
- Daniel Dietrich (Auteur), 2004, Polytheismus in Thüringen. Die Kultstätte Oberdorla, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287334