Was ist Legasthenie? Diese Frage wurde bereits unzählige Male von Forschern aus der Medizin, der Psychologie, der Soziologie und der Pädagogik unterschiedlich beantwortet und auch heute noch tauchen neue Antworten im Dschungel der Wissenschaft auf. Die AFS-Methode als weitgehend offene Methode trägt der Tatsache Rechnung, dass es nicht eine Legasthenie gibt, sondern verschiedenen „Legasthenien“. In diesem Buch wird die Abstimmung der Zauberpädagogik auf die AFS-Methode diskutiert. Dabei werden Fachkräften aus dem sprachtherapeutischen Bereich vielerlei praktische Anregungen gegeben.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Der Begriff Legasthenie
Zaubern als pädagogisches Hilfsmittel
AFS-Methode und Zauberpädagogik: konkrete Anwendung
Aufmerksamkeitstraining
Wahrnehmungstraining
Symptomtraining
Lesetraining
Schreibtraining
Einige Unterrichtsprotokolle als Beispiele
Zaubersprüche für Amelie
Im Sinne eines Nachwortes: Die Grenzen der Zauberei
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie die Zauberei als motivierendes pädagogisches Hilfsmittel in ein Legasthenietraining nach der AFS-Methode integriert werden kann, um Lernblockaden abzubauen und die Freude am Schriftspracherwerb zu fördern.
- Integration von Zauberkunst in das AFS-Legasthenietraining
- Einsatz von Zaubermetaphern zur Reflexion von Lernprozessen
- Förderung von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Symptomkontrolle
- Praxisbeispiele zur Gestaltung einer "Zauberschule"
- Stärkung des Selbstbewusstseins durch Erfolgserlebnisse
Auszug aus dem Buch
Zaubern als pädagogisches Hilfsmittel
Es sind verständlicherweise in aller Regel nicht diejenigen Kinder, welche ausgezeichnete schulische Leistungen erbringen, die in einem Lerntraining, einem Lerncoaching oder einer Legasthenietherapie erscheinen. Kerstin Trebess hat die Ausgangssituation bei einem Legasthenietraining treffend beschrieben:
„Zu dem Zeitpunkt, an dem das Kind in die Praxis eines Legasthenietrainers kommt, befindet es sich oft schon im Stadium der Resignation oder Verzweiflung und es „hasst“ nichts mehr als die Schule. Seine Motivation für die Schule und das Lernen überhaupt hat stark nachgelassen. Es macht sich selbst für seine schulischen Misserfolg verantwortlich. Die enttäuschten Hoffnungen und Erwartungen der Eltern führen oft zu gegenseitigen Schuldzuweisungen.“ (Kerstin Trebess 2009: 11)
Es macht in dieser Situation wenig Sinn, sofort an die schulische Vermittlungspraxis von Wissensinhalten anzuknüpfen. Vielmehr ist es hilfreich, das Gespräch mit den Eltern und dem Kind zu suchen, um Erwartungen zu erkennen, Konflikte anzusprechen und herauszufinden, ob und in welcher Form und Stärke die Motivation für das Erlernen der Kulturtechniken beim Betroffenen noch vorhanden ist. Erst danach können Art und Inhalt des Legasthenietrainings provisorisch festgelegt werden. Meiner Erfahrung nach hat es sich gerade in besonders hoffnungslos wirkenden Fällen als nützlich erwiesen, den eher unkonventionell wirkenden Weg der Zauberschulung vorzuschlagen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Die Autorin beschreibt, wie sie durch die Anregung eines Schülers dazu kam, die Zauberkunst als pädagogisches Hilfsmittel in ihr Legasthenietraining zu integrieren.
Der Begriff Legasthenie: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Diskurs um den Begriff Legasthenie und begründet die Entscheidung für ein pädagogisches statt eines rein pathologischen Verständnisses.
Zaubern als pädagogisches Hilfsmittel: Hier wird der therapeutische Wert der Zauberei dargelegt, insbesondere um Resignation bei den Schülern abzubauen und eine positive Lernatmosphäre zu schaffen.
AFS-Methode und Zauberpädagogik: konkrete Anwendung: Die Autorin verbindet die AFS-Prinzipien (Aufmerksamkeit, Funktionen, Symptom) systematisch mit praktischen Übungen aus der Welt des Zauberns.
Einige Unterrichtsprotokolle als Beispiele: Dieses Kapitel liefert praktische Einblicke in den Ablauf konkreter Trainingseinheiten anhand von Stundenrapporten.
Zaubersprüche für Amelie: Eine Sammlung von Versen, die während des Trainings als Lese- und Schreibimpulse eingesetzt wurden.
Im Sinne eines Nachwortes: Die Grenzen der Zauberei: Die Autorin reflektiert kritisch über die Grenzen ihres Ansatzes und betont, dass die Zauberei stets Mittel zum Zweck bleiben muss.
Schlüsselwörter
Legasthenie, AFS-Methode, Zauberpädagogik, Schriftspracherwerb, Lernmotivation, Aufmerksamkeitstraining, Wahrnehmungsförderung, Symptomtraining, Zaubermetaphern, Pädagogik, Lerncoaching, Selbstbewusstsein, Lesetraining, Schreibtraining, Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von Zauberkunst in ein Legasthenietraining, um bei betroffenen Kindern die Motivation und Freude am Erlernen von Lesen und Schreiben zu wecken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die AFS-Methode (Aufmerksamkeit, Funktionen, Symptom), die Anwendung von Zaubertricks im Unterricht und die Nutzung von Zaubermetaphern zur Bewältigung von Lernschwierigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung eines ganzheitlichen, pädagogischen Trainingsansatzes, der Lernblockaden löst und Schülern neue, positive Lernerfahrungen ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf dem pädagogischen Verständnis der AFS-Methode nach Dr. Astrid Kopp-Duller, ergänzt durch zauberpädagogische Ansätze aus der Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Übungen für die Bereiche Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Symptomkontrolle beschrieben, die spielerisch in eine "Zauberschule" eingebettet sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Verbindung von AFS-Methode, Legasthenie und Zauberpädagogik charakterisiert.
Eignen sich alle Kinder für dieses Training?
Nein, die Autorin betont, dass die Individualität des Kindes entscheidend ist und nicht alle Kinder auf zauberpädagogische Ansätze ansprechen; das Interesse des Kindes steht im Vordergrund.
Welche Rolle spielt die "Zaubermetapher" im Training?
Metaphern dienen dazu, den Fokus vom "Versagen" wegzulenken und Denkprozesse für Problemlösungen anzustoßen, ohne das Problem wörtlich und direkt als Defizit zu benennen.
Wie gehen Sie mit Eltern um, die der Zauberei skeptisch gegenüberstehen?
Die Autorin führt klärende Gespräche, um zu verdeutlichen, dass es sich um harmlose Tricks handelt, die dem Kind helfen, eine neue Sichtweise auf seine Fähigkeiten zu entwickeln.
- Citar trabajo
- lic.phil. Caroline Seeger-Herter (Autor), 2015, Zauberhaftes Legasthenietraining. Ein Wegweiser zum Erwerb der Kulturtechniken Lesen und Schreiben, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287544