Mit qualitativ hochwertigen Prozessen können Reibungsverluste minimiert und Kostenvorteile generiert werden. Diese können in Form von Preissenkungen an den Kunden weitergegeben werden, was letztlich einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Insbesondere bei homogenen Gütern, kann eine herausragende Qualität zum Alleinstellungsmerkmal werden, wodurch ein größerer Marktanteil realisiert werden kann. Vor diesem Hintergrund ist das Qualitätsmanagement eine zentrale Führungsaufgabe und essenzieller Bestandteil eines nachhaltigen Managements.
Doch obwohl sich wahrscheinlich die meisten Entscheidungsträger im Unternehmen der Wirkung von Qualität bewusst sind, ereignen sich immer wieder Qualitätsfehler. Im Bauwesen beispielsweise rangiert die Höhe der Fehlerkosten zwischen einer Spanne von zwei bis zwölf Prozent des Baumsatzes. Doch Qualitätsfehler bedeuten nicht nur monetäre Nachteile, insbesondere die daraus resultierenden Image- und Reputationsschäden werfen noch Jahre später ihren Schatten auf den Unternehmenserfolg.
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich diese Arbeit ausführlich mit der Frage, wie Qualität im Unternehmen gelebt werden kann, damit Fehler vermieden und die Chancen aus dem Erkennen von guter und schlechter Qualität bestmöglich genutzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Qualitätsmanagement und Unternehmenserfolg
1.2 Gang der Untersuchung
2. Abgrenzung: Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagement-System
2.1 Der Qualitätsbegriff
2.2 Das Qualitätsmanagement
2.2.1 Die Qualitätskontrolle (bis 1950)
2.2.2 Die Qualitätssicherung (1960 bis 1980)
2.2.3 Das Qualitätsmanagement (1980 bis 1990)
2.2.4 Total Quality Management (1990 bis heute)
2.3 Das Qualitätsmanagement-System
2.3.1 Aktuelle Qualitätsmanagementsysteme
2.3.2 Das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9000 ff.
2.3.3 Kosten und Nutzen von QMS
3. Die Rolle der obersten Leitung im QM
4. Chancen guter und schlechter Qualität
5. Zusammenfassung / Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Studienarbeit untersucht den Einfluss eines systematischen Qualitätsmanagements (QM) auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in der Bauwirtschaft. Angesichts steigender Komplexität und hoher Fehlerkosten beleuchtet die Arbeit, wie durch eine gezielte Einbindung der obersten Leitung sowie die Implementierung prozessorientierter Qualitätsmanagementsysteme (QMS) Fehler vermieden und Wettbewerbsvorteile erzielt werden können.
- Grundlagen und Abgrenzung von Qualität, QM und QMS.
- Historische Entwicklung von Qualitätskonzepten bis hin zum Total Quality Management (TQM).
- Analyse der spezifischen Rolle der obersten Führungsebene bei der Qualitätssicherung in Bauprojekten.
- Bewertung von Chancen und Risiken bei unterschiedlichen Qualitätsniveaus in der Bauausführung.
- Diskussion von Kosten-Nutzen-Aspekten bei der Einführung eines Qualitätsmanagementsystems.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die Qualitätskontrolle (bis 1950)
Mit Einführung der Arbeitsteilung, welche die handwerkliche Produktion im klassischen Sinne ablöste, stieg die Quote fehlerhafter Produkte. Der Grund hierfür lag in der Trennung zwischen Kopf- und Handarbeit. Die relativ monotonen Arbeiten führten zu einer Ermüdung, was wiederum dazu führte, dass Fehler passierten. Dieser Entwicklung wurde entgegengewirkt indem am Ende des Produktionsprozesses ein Qualitätsprüfer die Funktionstüchtigkeit aller Produkte prüfte (Endkontrolle). Der Aufwand für diese Vorgehensweise war enorm und Qualität war entsprechend teuer (vgl. REFA 2002, S. 673).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung analysiert den steigenden Wettbewerbsdruck in der Bauwirtschaft und begründet die Notwendigkeit von Qualitätsmanagement als zentrale Führungsaufgabe.
2. Abgrenzung: Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagement-System: Dieses Kapitel definiert grundlegende Fachbegriffe und zeichnet die historische Entwicklung vom Kontrollwesen hin zum modernen Qualitätsmanagement nach.
3. Die Rolle der obersten Leitung im QM: Der Abschnitt erläutert die spezifische Verantwortung der Führungsebene in der Bauwirtschaft und führt das Konzept der Qualitätsregelkreise zur Prozessverbesserung ein.
4. Chancen guter und schlechter Qualität: Hier werden die wirtschaftlichen Konsequenzen von Qualitätsfehlern den strategischen Vorteilen eines professionellen Qualitätsmanagements gegenübergestellt.
5. Zusammenfassung / Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und prognostiziert eine zunehmende Professionalisierung des Qualitätsmanagements im Bausektor.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Bauwirtschaft, Prozessqualität, DIN EN ISO 9000, Fehlerkosten, Total Quality Management, Prozessorientierung, Qualitätsregelkreise, Unternehmensführung, Wettbewerbsfähigkeit, Qualitätssicherung, Bauprojekte, Wertschöpfungsprozess, Kundenanforderungen, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Qualitätsmanagement (QM) Unternehmen in der Bauwirtschaft dabei unterstützen kann, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Fehlervermeidung und Prozessoptimierung zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Themenfelder umfassen die Definition von Qualität, die historische Entwicklung der QM-Systeme, die Rolle der Führungskräfte bei der Umsetzung und die ökonomische Bewertung von Qualitätsaspekten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein systematisches Qualitätsmanagement eingeführt werden kann, um in einem komplexen Umfeld wie der Bauwirtschaft nachhaltig Qualität zu erzeugen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Qualitätsmanagement-Normen sowie theoretischer Modelle aus der Betriebswirtschaftslehre.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Begriffe, die Analyse der Führungsverantwortung in Bauprojekten und eine Chancen-Risiken-Abwägung bei verschiedenen Qualitätsniveaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Qualitätsmanagement, Bauwirtschaft, Prozessorientierung, ISO 9000 ff., Fehlervermeidung und Führungskultur.
Welche Rolle spielen Qualitätsregelkreise in der Arbeit?
Qualitätsregelkreise werden als Werkzeuge beschrieben, um Fehler zeitnah zu entdecken und durch Eigenverantwortung der Mitarbeiter direkt an der Quelle zu beheben.
Warum wird die ISO 9000 Familie für das Bauwesen kritisch betrachtet?
Die Arbeit stellt dar, dass die ISO-Normen teilweise als zu abstrakt für die konkrete Anwendung auf Baustellen empfunden werden und die manuelle Qualitätssicherung bei Bauprozessen nicht ausreichend abdecken.
- Quote paper
- Tanja Hörmann (Author), 2012, Der Einfluss des Qualitätsmanagements auf die Wettbewerbsfähigkeit der Bauwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287548