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Mahatma Gandhi. Gewaltlose Revolution zur Unabhängigkeit Indiens 1947

Title: Mahatma Gandhi. Gewaltlose Revolution zur Unabhängigkeit Indiens 1947

Examination Thesis , 2014 , 69 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

History - Asia
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„Künftige Generationen werden es kaum glauben, dass einer wie er jemals in Fleisch und Blut auf dieser Erde gewandelt ist“, huldigte Albert Einstein Mohandas Karamchand Gandhi. Vom indischen Volk wurde er als Mahatma verehrt. Er war zweifelsohne eine der führenden Figuren des indischen Unabhängigkeitskampfes und wird häufig als Erlöser des indischen Volkes gesehen. Doch es waren nicht seine politischen Fähigkeiten oder Errungenschaften, die ihn zu dieser großen Persönlichkeiten machten. Er gab selbst zu, dass er auf diesem Gebiet nie über große Kenntnisse verfügte und musste dadurch immer wieder auch große Niederlagen einstecken. Vielmehr waren es seine reformerischen Methoden und seine große moralische Stärke, die ihn zu einer der bekanntesten Personen des 20. Jahrhunderts machten. Seine Methoden beruhten auf Gewaltlosigkeit, die für ihn kein politisches Mittel, sondern eine Lebenshaltung waren, durch die er aber trotzdem großen politischen Einfluss gewann.
In der folgenden Betrachtung soll zunächst ein kurzer biographischer Einstieg zur Person Gandhi mit anschließender Definition einiger Grundsätze seines Denkens und Handelns erfolgen, die er während seiner Zeit in Südafrika erprobte und die als Grundlage für den späteren Aufschwung der Unabhängigkeitsbewegung Indiens dienten. Diese soll ab dem Zeitpunkt von Gandhis Rückkehr nach Indien im Jahre 1915 bis zur Erlangung der Unabhängigkeit 1947 betrachtet werden. Als Orientierungspunkte dieser Darlegung sollen die verschiedenen Kampagnen Gandhis im Zuge der Freiheitsbewegung dienen, durch die er immer wieder Ratlosigkeit bei der britischen Besatzungsmacht auslöste und in denen er die erstaunliche Wirkung seiner Methoden zum Vorschein brachte. Doch neben der Fremdherrschaft, gab es für Gandhi noch weitaus mehr Missstände in Indien, die es zu beseitigen gab. Er setzte sich für die Einheit der verfeindet gegenüberstehenden Hindus und Muslime ein, für die Rechte der Unberührbaren und für die sozialen Nöte seines Volkes. Dabei soll die Frage geklärt werden, wie groß letztendlich der Anteil Gandhis für die Loslösung der langjährigen Kolonialherrschaft der Briten wirklich war und wie viel von dem, was Gandhi persönlich im Zuge dessen erreichen wollte, sich schließlich realisieren ließ. Über Allem stand für Gandhi die Idee der Gewaltlosigkeit, die eine Grundlage für sein sämtliches Denken und Handeln darstellte. Demzufolge versuchte er diese auch auf den Unabhängigkeitskampf zu übertragen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographischer Einstieg (1869 – 1893)

3 Südafrika – Ursprung von Satyagraha (1893 – 1915)

4 Aufstieg in Indien (1915 - 1919)

4.1 Ausgangslage in Indien nach Gandhis Rückkehr

4.2 Der Satyagraha-Ashram als Bewährungsprobe

4.3 Ende des Beobachtungsjahres – Einsatz für Bauern und Arbeiter

5 Aufbruch zum Widerstand (1919 – 1922)

5.1 Ziviler Ungehorsam als Reaktion auf die Rowlett Acts

5.2 Kampagne der Nichtzusammenarbeit

6 Die Botschaft des Spinnrades (1922 – 1928)

7 Im Einsatz für die symbolische Revolution (1928 – 1933)

7.1 Steuerverweigerungskampagne in Bardoli

7.2 Der Salzmarsch

7.3 Der Pakt mit dem Vizekönig

8 Im Dorf liegt die Kraft (1934 – 1939)

9 Die letzten Etappen bis zur Unabhängigkeit (1939 -1947)

9.1 Kampagne des Individuellen Satyagraha

9.2 „Quit India!“

9.3 Freude und Leid – Mit „geteilter“ Meinung in die Freiheit

10 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Gandhis Leben und sein Wirken als Schlüsselfigur der indischen Unabhängigkeitsbewegung von 1915 bis 1947. Dabei wird untersucht, inwiefern seine Methoden der Gewaltlosigkeit und sein Konzept des Satyagraha den britischen Kolonialismus erschütterten und welche sozialen Reformansätze er in Indien verfolgte.

  • Biographische Einflüsse und die Entwicklung des Satyagraha-Konzepts
  • Die Rolle der verschiedenen Kampagnen des zivilen Ungehorsams
  • Die Bedeutung von Handarbeit und Selbstversorgung (Spinnrad, Khadi)
  • Herausforderungen der nationalen Einheit (Hindu-Muslim-Verhältnis)
  • Analytische Betrachtung der politischen Wirksamkeit Gandhis

Auszug aus dem Buch

4.2 Der Satyagraha-Ashram als Bewährungsprobe

Während des politischen Stillstands in der Anfangszeit, galt es erst einmal eine Unterbringung für Gandhis Familie und Gefolgsleute der Phönix-Farm zu finden. Dort blieb von Gandhis Familie lediglich sein zweiter Sohn Manilal Gandhi zurück und gab weiterhin die Zeitung Indian Opinion heraus. Um die nach Indien eingekehrte Gefolgschaft kümmerte sich zunächst Gandhis Schüler und Vertrauter aus Südafrika Charles Freer Andrews, da Gandhi derweil selbst aufgrund des Kriegseinbruches in England festsaß und keinen geeigneten Ashram in Indien kannte. Andrews brachte den Phönix-Trupp in einer von Rabindranath Tagore geleiteten ländlichen Modelluniversität in Shantiniketan unter, die ihnen ein vergleichbares Zusammenleben zur Phönix-Farm gewährleisten sollte.

Da die Unterbringung bei Tagore lediglich eine Übergangslösung sein sollte, begründete Gandhi im Mai 1915 als eigenes Zuhause für sich und sein Gefolge in Kochrat den Satyagraha-Ashram. Kochrat lag nahe der Stadt Ahmedabad in Gandhis Heimat Gujarat, wodurch er auf finanzielle Unterstützung ansässiger befreundeter Kaufleute bauen konnte. Nachdem die von Gokhale versprochene finanzielle Unterstützung für den Ashram nach dessen Tod hinfällig wurde, war dies auch von Nöten. Der auf satyagraha beruhende Name, sollte gleichzeitig das Ziel der Bewohner zum Ausdruck bringen und Indien auf das Verfahren Aufmerksam machen. Gandhi sah den Satyagraha-Ashram als heiligen Ort der Gemeinschaft an und wollte so auch in Indien umsetzen, was er bereits auf der Phönix-Farm praktiziert hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Person Gandhi ein, definiert zentrale Begriffe seines Wirkens und stellt die Forschungsfrage nach seinem Anteil an der indischen Unabhängigkeit.

2 Biographischer Einstieg (1869 – 1893): Dieses Kapitel beleuchtet Gandhis Herkunft, seine religiösen Prägungen durch den Vaishnavismus und Janismus sowie seine prägenden Studienjahre in London.

3 Südafrika – Ursprung von Satyagraha (1893 – 1915): Es beschreibt die Entstehung von Satyagraha als Widerstandsmethode gegen Rassendiskriminierung in Südafrika und die dortigen ersten Erfahrungen als politischer Kämpfer.

4 Aufstieg in Indien (1915 - 1919): Dieses Kapitel widmet sich der Rückkehr Gandhis nach Indien, seiner Orientierungsphase und der Gründung des Satyagraha-Ashrams als spirituelles und politisches Zentrum.

5 Aufbruch zum Widerstand (1919 – 1922): Es analysiert die Reaktion auf die Rowlatt Acts und den Start der Kampagne der Nichtzusammenarbeit als landesweite Protestbewegung.

6 Die Botschaft des Spinnrades (1922 – 1928): Hier steht Gandhis Zeit nach der Haft, seine Hinwendung zum Spinnrad als Symbol der Autarkie und sein Engagement für soziale Reformen im Vordergrund.

7 Im Einsatz für die symbolische Revolution (1928 – 1933): Dieses Kapitel befasst sich mit der Steuerverweigerung in Bardoli und dem legendären Salzmarsch als Höhepunkt der symbolischen Konfrontation mit der Kolonialmacht.

8 Im Dorf liegt die Kraft (1934 – 1939): Es beleuchtet Gandhis Rückzug aus der aktiven Politik, seine Konzentration auf die ländliche Entwicklung und die Gründung der All India Village Industries Association.

9 Die letzten Etappen bis zur Unabhängigkeit (1939 -1947): Dieses abschließende Kapitel beschreibt den Weg durch den Zweiten Weltkrieg, die „Quit India“-Resolution und die tragischen Umstände der Teilung Indiens bis zur Ermordung Gandhis.

10 Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet Gandhis Anteil an der Unabhängigkeit und reflektiert über das Erbe seiner Ideale von Gewaltlosigkeit in einer politisch gespaltenen Nation.

Schlüsselwörter

Mahatma Gandhi, Satyagraha, Gewaltlosigkeit, Indische Unabhängigkeit, Nichtzusammenarbeit, Salzmarsch, Ashram, Britische Kolonialherrschaft, Swaraj, Hindu-Muslim-Einheit, Unberührbarkeit, Widerstand, Sozialreform, Politik, Indischer Nationalkongress.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine historische Analyse des Wirkens von Mohandas Karamchand Gandhi zwischen 1915 und 1947 und untersucht seine Rolle bei der Befreiung Indiens von der britischen Kolonialherrschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Satyagraha, die verschiedenen politischen Kampagnen des gewaltlosen Widerstands, soziale Reformbewegungen und die Bemühungen um nationale Einheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, welchen tatsächlichen Anteil Gandhi an der Loslösung Indiens vom Britischen Weltreich hatte und wie er seine Ideale in politisches Handeln umsetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen biographisch-analytischen Ansatz unter Auswertung zeitgenössischer Quellen, Schriften Gandhis sowie relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Etappen, von Gandhis Rückkehr nach Indien über seine großen Kampagnen bis hin zur Teilung Indiens und seinem Lebensende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gewaltlosigkeit, Satyagraha, ziviler Ungehorsam, nationale Befreiung, Indien, Kolonialismus und soziale Gerechtigkeit sind die prägenden Begriffe.

Wie reagierte Gandhi auf die Rowlatt Acts?

Gandhi sah in den Notstandsgesetzen einen Vertrauensbruch der Briten und organisierte als Reaktion die erste landesweite Satyagraha-Kampagne mit hartals.

Welche Bedeutung hatte das Spinnrad für Gandhi?

Das Spinnrad war für Gandhi mehr als ein Werkzeug; es symbolisierte die ökonomische Selbstständigkeit Indiens (Swadeshi) und die Solidarität mit der armen Landbevölkerung.

Warum lehnte Gandhi die politische Teilung Indiens ab?

Er sah in der Teilung eine „Vivisektion Indiens“ und einen Verrat an seinem Ideal eines geeinten Indiens, in dem alle ethnischen und religiösen Gruppen zusammenleben.

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Details

Title
Mahatma Gandhi. Gewaltlose Revolution zur Unabhängigkeit Indiens 1947
College
University of Rostock  (Historisches Institut)
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2014
Pages
69
Catalog Number
V287687
ISBN (eBook)
9783656880462
ISBN (Book)
9783656880479
Language
German
Tags
Indien Unabhängigkeit Gandhi Revolution Gewaltlosigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2014, Mahatma Gandhi. Gewaltlose Revolution zur Unabhängigkeit Indiens 1947, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287687
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