Die Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche mit Gleichaltrigen gemeinsam unterrichtet werden und dabei oft die Möglichkeit erhalten, gemeinsam zu arbeiten. Kooperation spielt deshalb eine wichtige Rolle im Schulalltag. (...) Vor allem die Einhaltung von Regeln und das Übernehmen von Verantwortung für einen selbst und für andere sind dabei besonders wichtig, um eine gemeinsame Arbeit organisieren zu können und alle am Lernen zu beteiligen. Das Ziel Kooperativen Lernens besteht somit darin, möglichst alle Lernenden in den Unterricht zu integrieren und aus ihnen ein Team zu formen, welches gut zusammenarbeitet, unabhängig von der Zusammensetzung. Die Förderung sozialer Kompetenzen spielt in der Schule daher eine übergeordnete Rolle, denn vor allem Teamfähigkeit ist nicht nur für die weitere Schullaufbahn, sondern auch für die spätere Berufswelt der Heranwachsenden sehr wichtig. Besonders in der Pubertät treten jedoch häufiger Konflikte unter den Jugendlichen auf, welche eine Kooperation oft schwierig gestalten können. Auch in der Lerngruppe, auf die ich mich in der folgenden Arbeit beziehen werde, treten immer wieder Konflikte auf, die sich negativ auf die Zusammenarbeit im Unterricht auswirken. Vor allem die Teamfähigkeit ist bei vielen Schülern noch nicht ausreichend entwickelt.
Um die Einstellung der Lerngruppe zur Gruppenarbeit und eine mögliche Entwicklung betrachten zu können, soll daher vor und nach der Unterrichtseinheit eine Selbsteinschätzung durch die Lernenden vorgenommen werden. Im Anschluss an verschiedene Unterrichtsmethoden und Sozialformen finden außerdem mündliche und schriftliche Zwischenreflexionen statt. Bei der Durchführung des Förderkonzeptes ist dabei besonders interessant, wie die Lernenden in festgelegten oder ausgelosten Gruppen kooperieren und ihre Zusammenarbeit im Anschluss reflektieren.
In der folgenden Arbeit soll zunächst die Problemstellung mithilfe der Ausgangslage und das daraus resultierende Ziel des folgenden Förderkonzeptes dargelegt werden. Daraufhin wird Kooperatives Lernen im Allgemeinen definiert. Auf dieser Grundlage sollen wichtige Grundprinzipien, Möglichkeiten der Gruppeneinteilung und allgemeine Vorteile dieser Lernform analysiert werden, um im Anschluss das entsprechende Förderkonzept vorstellen zu können. Dabei folgt nach einem allgemeinen Überblick über das Konzept die Präsentation und Reflexion der Durchführung. Den Abschluss bilden die Auswertung und ein daraus abgeleiteter Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung
2.1 Ausgangslage
2.2 Ziel des Förderkonzeptes
3. Kooperatives Lernen
3.1 Definition
3.2 Wichtige Grundprinzipien
3.3 Gruppeneinteilung
3.4 Vorteile des Kooperativen Lernens
4. Das Förderkonzept
4.1 Überblick
4.2 Durchführung
5. Auswertung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, ein Förderkonzept für eine siebte Klasse an einer integrierten Gesamtschule zu entwickeln, um die Zusammenarbeit innerhalb der Lerngruppe zu stärken, die soziale Kompetenz der Schüler zu fördern und die Wirksamkeit kooperativen Lernens durch gezielte Methoden praxisnah aufzuzeigen.
- Förderung der Kooperationsfähigkeit und Teamfähigkeit bei Jugendlichen
- Einsatz und Evaluation kooperativer Lernformen (z.B. Placemat-Methode, Partnerpuzzle, Rollenspiele)
- Analyse von Gruppenprozessen und Konfliktlösungsstrategien im Unterricht
- Stärkung der Eigenverantwortung und Reflexionsfähigkeit der Lernenden
- Praktische Umsetzung im Deutschunterricht am Beispiel des Romans „Duplik Jonas 7“
Auszug aus dem Buch
4.2 Durchführung
Im Folgenden sollen nun einzelne Unterrichtsstunden der Unterrichtseinheit hervorgehoben werden, welche sich vor allem auf das Kooperative Lernen beziehen und somit Teil des Förderkonzeptes sind.
Ich habe mich dazu entschieden, die Unterrichtseinheit mit der Placemat-Methode (Platzdeckchen-Methode), also einer strukturierten Variante der bereits vorgestellten Think-Pair-Share-Methode, zu beginnen. Hierzu werden DIN-A-3-Papierbögen in fünf verschiedene Felder aufgeteilt, wobei vier Felder für die einzelnen Gruppenmitglieder und ein Feld für das gemeinsame Ergebnis vorgesehen sind. Die Gruppenmitglieder notieren in der ersten Phase einzeln ihre Gedanken auf ihrem Feld des Papierbogens. Im Anschluss liest jeder die Gedanken der anderen, indem das Blatt gedreht wird. Daraufhin findet ein gemeinsamer Austausch statt, bei dem das Gruppenergebnis im mittleren Feld eingetragen und zum Schluss der Klasse präsentiert wird.
In dieser Stunde sollten die Lernenden eigene Vermutungen zum Inhalt des Romans mithilfe des Titels und Buchcovers sammeln und sich darüber austauschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Kooperationsförderung im Schulalltag und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
2. Problemstellung: Dieses Kapitel analysiert die Ausgangslage einer siebten Klasse mit ihren spezifischen sozialen Konflikten und Leistungsunterschieden und leitet daraus das Ziel des Förderkonzepts ab.
3. Kooperatives Lernen: Hier werden der theoretische Rahmen, grundlegende Prinzipien, Möglichkeiten der Gruppeneinteilung sowie die Vorteile kooperativer Lernformen dargelegt.
4. Das Förderkonzept: Das Kapitel bietet einen Überblick über die geplante Unterrichtseinheit und beschreibt detailliert die Durchführung verschiedener Methoden wie das Partnerpuzzle oder Gruppenarbeit.
5. Auswertung: Diese Sektion wertet die Ergebnisse der vor und nach der Unterrichtseinheit durchgeführten Fragebögen aus und vergleicht sie mit den Beobachtungen der Lehrkraft.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Wirksamkeit des Konzepts zusammen und diskutiert Möglichkeiten für eine langfristige Etablierung kooperativer Lernformen im Schulalltag.
Schlüsselwörter
Kooperatives Lernen, soziale Kompetenz, Gruppenarbeit, Förderkonzept, Teamfähigkeit, Partnerpuzzle, Placemat-Methode, Rollenspiel, Unterrichtsentwicklung, Konfliktlösung, Reflexion, Schulentwicklung, Interaktion, Schüleraktivierung, Sozialform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung eines Förderkonzepts zur Verbesserung der Kooperationsfähigkeit und sozialen Interaktion in einer siebten Klasse einer integrierten Gesamtschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Facharbeit?
Zentrale Themen sind die Einführung kooperativer Lernformen, die Förderung von Teamfähigkeit durch gezielte Gruppenarbeit und die Reflexion von Lernprozessen im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel des Konzepts?
Das Hauptziel liegt darin, die Zusammenarbeit innerhalb der Lerngruppe zu stärken, die Wirksamkeit kooperativen Arbeitens aufzuzeigen und die Schüler zu befähigen, Verantwortung für den gemeinsamen Lernprozess zu übernehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin verwendet einen Mix aus begleitenden Unterrichtsbeobachtungen, mündlichen Reflexionsphasen sowie schriftlichen Selbsteinschätzungen der Schüler mittels Fragebögen vor und nach der Durchführung der Unterrichtseinheit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Definition des kooperativen Lernens, die detaillierte Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit mit dem Roman „Duplik Jonas 7“ sowie die anschließende Auswertung der gewonnenen Daten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kooperatives Lernen, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Gruppenarbeit und Reflexion definieren.
Wie wirken sich die verwendeten Methoden auf ruhigere Schüler aus?
Die Autorin beobachtete, dass auch eher zurückhaltende Schüler durch die Struktur der kooperativen Methoden wie das Partnerpuzzle aktiver am Unterrichtsgeschehen teilnehmen konnten und sich besser in die Kleingruppen einbrachten.
Welche Rolle spielen Konflikte bei der Durchführung des Konzepts?
Konflikte wurden im Rahmen der Gruppenarbeiten als unvermeidlich, aber konstruktiv betrachtet, da sie den Schülern Möglichkeiten boten, soziale Kompetenzen wie Kompromissbereitschaft und Verantwortung im direkten Austausch zu trainieren.
- Quote paper
- Jennifer Raab (Author), 2014, Gemeinsam Verantwortung übernehmen. Ein Konzept zur Förderung der Kooperation in einer 7. Klasse an einer integrierten Gesamtschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287703