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Don Juan. Künstlertum und Musikästhetik in E. T. A. Hoffmanns Erzählungen

Titre: Don Juan. Künstlertum und Musikästhetik in E. T. A. Hoffmanns Erzählungen

Thèse de Bachelor , 2014 , 52 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Philip Unterreiner (Auteur)

Didactique de l'Allemand - Littérature, Œuvres
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In einer chinesischen Erzählung versammelt ein alter Maler seine Freunde, um ihnen sein letztes Bild zu zeigen. Ein Park ist darauf abgebildet, durch den sich ein Weg vorbei an Bäumen und Bächen schlängelt, bis zur kleinen roten Tür eines Palastes. Die Freunde betrachten das Bild, doch als sie sich umwenden, ist der Maler verschwunden. Sie blicken ins Bild. Dort geht er den Weg entlang, kommt bis zur Tür und öffnet sie. Dann dreht er sich noch einmal um, winkt und verschwindet im Bild, die Tür hinter sich schließend.
Dieses Verschwinden des Malers kann als Rückkehr gesehen werden, die durch eine Sehnsucht nach Einheit motiviert ist. Verloren wurde diese ursprüngliche Einheit mit der Erlangung des Bewusstseins. Ein >Selbst< kann es nur geben, wenn die Unterscheidung von der Welt vollzogen ist, wenn Sein und Bewusstsein auseinanderklaffen.
Die Erlangung von Bewusstsein ist dabei ambivalent, da sowohl Trennung, als auch Freiheit die Folge sind. Die biblische Geschichte von der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies durch das Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis handelt von dieser Trennung und dem Freiheitsgewinn als Unterscheidung zwischen gut und böse. Von der verlorenen Einheit handelt auch Heinrich von Kleists Essay Über das Marionettentheater (1810). Ein Schauspieler erkennt hier, dass er seine Kunst im Vergleich zu einer Marionette nur unvollkommen beherrscht. Der Gliedermann besitzt nämlich einen Schwerpunkt, von dem alle organischen Bewegungen ausgehen. Diesen Schwerpunkt, an dem also die Seele sitzen müsste, hat der Mensch längst verloren. Es bleibt also für ihn nur noch die Möglichkeit, durch Technik die ursprüngliche Perfektion zu erreichen. Es muss die Reise um die Welt angetreten werden, um zu sehen, ob das Paradies von der anderen Seite offen steht. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Körper-Geist Dualismus und Künstlertum im Werk E. T. A. Hoffmanns

Biographischer Hintergrund

Das serapiontische Prinzip und die Duplizität allen Seins

Wahres Künstlertum am Beispiel des Ritter Gluck

E. T. A. Hoffmanns Ästhetik des Erhabenen

Das „Geisterreich“ der Musik

Die Entstehung der romantischen Musikästhetik

Die Metaphysik der Instrumentalmusik

Instrumentalmusik und Oper

Der Komponist Hoffmann

Don Juan als literarischer Topos

E. T. A. Hoffmanns Don Juan

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Verschränkung von Künstlertum, Musikästhetik und der gelebten Realität in den Erzählungen von E. T. A. Hoffmann. Dabei steht insbesondere die Analyse des sogenannten „serapiontischen Prinzips“ sowie die dialektische Spannung zwischen der Welt der Phantasie und der bürgerlichen Alltagswelt im Vordergrund.

  • Körper-Geist-Dualismus als zentrale Struktur in Hoffmanns Werk
  • Die Bedeutung der Musik als „Metaphysik des Unaussprechlichen“
  • Das Spannungsfeld zwischen Künstler und Philister
  • Die mythische Umdeutung des Don-Juan-Stoffes
  • Die Rolle der Musikästhetik für die literarische Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

Wahres Künstlertum am Beispiel des Ritter Gluck

Um das Verhältnis von innerer Schau und Werk, um das wahre Künstlertum, geht es auch in Hoffmanns Erzählung Ritter Gluck. Der Ich-Erzähler hört der Musik eines mittelmäßigen Orchesters zu und äußert sich negativ darüber. Da mokiert sich am Nebentisch ein Fremder, „schon wieder ein Oktavenjäger“. Es ist Ritter Gluck, der wie Kreisler zum Typus der Sonderlinge in Hoffmanns Werk gehört. Mit seiner Antwort kritisiert der Sonderling das starre Beharren auf Tonsatzregeln, die der Erzähler als Maß für die Beurteilung von Musik anwendet. Als das nächste Stück erklingt, gibt Gluck ein Beispiel, wie Musik eigentlich zu rezipieren sei. Der Rezeption des Erzählers, die mehr eine analytisch-theoretische ist, setzt Gluck nun eine völlige Hingabe der eigenen Person ans Werk entgegen. Als das Unterhaltungsorchester die Ouvertüre der >Iphigenie in Aulis< intoniert, verändert sich das Wesen des Sonderlings. „[...] die Augen erglänzen, ein tiefer, innerer Schmerz löst sich auf in Wollust, die alle Fibern ergreift und krampfhaft erschüttert – tief aus der Brust zieht er den Atem, Tropfen stehen auf der Stirn; [...] So belebte er das Skelett, welches jene paar Violinen von der Ouvertüre gaben, mit Fleisch und Farben.“ Gluck zeigt damit, dass das Werk als solches erst vollkommen wird, wenn der Rezipient seine Person an die Musik entäußert. Eine Wechselwirkung entsteht, wenn das klassische Sender-Empfänger-Modell statt einer linearen, eine zyklische Form annimmt. Interpret und Rezipient richten sich dabei nach dem Werk aus, das als verbindendes Medium fungiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der Zerrissenheit und die Sehnsucht nach ursprünglicher Einheit als zentrale Motive der Romantik.

Körper-Geist Dualismus und Künstlertum im Werk E. T. A. Hoffmanns: Analyse der expliziten Körperfeindlichkeit und der platonischen Dualität in Hoffmanns Erzählfiguren.

Biographischer Hintergrund: Untersuchung der Lebensumstände Hoffmanns und deren dialektische Spiegelung in seiner literarischen Produktion.

Das serapiontische Prinzip und die Duplizität allen Seins: Erläuterung des Kernprinzips Hoffmanns, das die Anerkennung des Dualismus von Innen- und Außenwelt zur Voraussetzung künstlerischen Schaffens macht.

Wahres Künstlertum am Beispiel des Ritter Gluck: Untersuchung des Verhältnisses von innerer Schau, Werk und der notwendigen Entäußerung des Rezipienten.

E. T. A. Hoffmanns Ästhetik des Erhabenen: Darstellung der Musikauffassung Hoffmanns als Erbe der Odentheorie und Ausprägung einer reflektierten Empfindung.

Das „Geisterreich“ der Musik: Analyse des Begriffs der unendlichen Sehnsucht und der Rolle der Musik als Sprache des Transzendenten.

Die Entstehung der romantischen Musikästhetik: Betrachtung des Bruchs mit der pythagoräisch-platonischen Musiktradition und der Emanzipation der Musik.

Die Metaphysik der Instrumentalmusik: Begründung der Instrumentalmusik als autonomer, romantischer Kunstform schlechthin.

Instrumentalmusik und Oper: Reflexion über die Rolle von Sprache und Musik sowie das Verhältnis der beiden Gattungen zueinander.

Der Komponist Hoffmann: Auseinandersetzung mit Hoffmanns eigenem musikalischem Stil und seinem ästhetischen Anspruch.

Don Juan als literarischer Topos: Historischer Überblick über die Entwicklung des Don-Juan-Stoffes vor Hoffmanns Bearbeitung.

E. T. A. Hoffmanns Don Juan: Analyse der radikalen Umdeutung der Mozartschen Oper durch Hoffmann zur faustischen Suche nach dem Absoluten.

Schlüsselwörter

E. T. A. Hoffmann, Musikästhetik, Romantik, Serapiontisches Prinzip, Instrumentalmusik, Duplizität, Zerrissenheit, Don Juan, Künstler, Philister, Unendliche Sehnsucht, Subjektivität, Metaphysik, Ideal, Identifikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische und musiktheoretische Werk von E. T. A. Hoffmann unter dem Fokus seiner ästhetischen Prinzipien und seiner Lebensphilosophie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Körper-Geist-Dualismus, das serapiontische Prinzip, die Sonderstellung der Instrumentalmusik und die spezifisch romantische Auffassung von Erhabenheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die innere Struktur von Hoffmanns Ästhetik aufzuzeigen, insbesondere wie er die Zerrissenheit des modernen Menschen in der Kunst zu verarbeiten sucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt einen strukturalistischen Ansatz zur Gegenüberstellung von Werk und Biographie, um analoge Strukturen statt bloßer inhaltlicher Analogien zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert zentrale Novellen wie „Ritter Gluck“, „Der Sandmann“ und „Don Juan“ sowie Hoffmanns musiktheoretische Schriften zur Symphonie und Oper.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Duplizität, romantische Musikästhetik, Transzendenz, Künstlertum und Idealismus definieren.

Inwiefern spielt der „Don Juan“-Stoff eine besondere Rolle bei Hoffmann?

Hoffmann transformiert Don Juan von einem bloßen Libertin zu einem metaphysischen Sucher, der in der unendlichen Sehnsucht nach dem Absoluten gefangen ist.

Wie bewertet der Autor Hoffmanns eigenes Wirken als Musiker und Dichter?

Der Autor zeigt, dass Hoffmann als Musiker nach Versöhnung in der Kunst strebte, während er als Literat die Zerrissenheit seiner Existenz offen thematisierte.

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Résumé des informations

Titre
Don Juan. Künstlertum und Musikästhetik in E. T. A. Hoffmanns Erzählungen
Note
1,0
Auteur
Philip Unterreiner (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
52
N° de catalogue
V287733
ISBN (ebook)
9783656883500
ISBN (Livre)
9783656883517
Langue
allemand
mots-clé
juan künstlertum musikästhetik hoffmanns erzählungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Philip Unterreiner (Auteur), 2014, Don Juan. Künstlertum und Musikästhetik in E. T. A. Hoffmanns Erzählungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287733
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