Ausgehend von Tristans „Hör' ich das Licht?" und mit Richard Wagners Farb-Licht- und Raum-Zeit-Dramaturgie als Zentrum, spannt Eckart Kröplin den Bogen seiner Untersuchungen der Synästhesien von Licht und Musik, Farbe und Ton, Poesie und Klang, Töne-Sehen und Farben-Hören in den Künsten Musik(theater), Malerei und Dichtung von Hölderlin bis zu Schönberg, Kandinsky, Hesse, Joyce und Mann.
Synästhesie als künstlerische Innovation und als sozialrevolutionäre Provokation, von den Frühromantikern entworfen, wirkt – intensiviert durch Wagner – bis ins 21. Jahrhundert fort.
Kröplins umfangreiche Arbeit zieht kaum oder noch gar nicht ausgewertete Dokumente heran und erweist sich als ein gut lesbares Meisterwerk interdisziplinärer Kunstbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
Der blaue Band
Der rote Band
Der grüne Band, Teil 1
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die synästhetische Dimension in Richard Wagners Werk sowie dessen tiefgreifenden Einfluss auf die Kunstentwicklung von der Romantik bis zur Moderne, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Musik, Malerei und Dichtung im Zentrum der Analyse stehen.
- Analyse von Wagners Farb-, Licht- und Raum-Zeit-Dramaturgie als Ausgangspunkt.
- Untersuchung der Synästhesie als künstlerische Innovation und sozialrevolutionäre Provokation.
- Beleuchtung der Wagner-Rezeption bei Komponisten wie Mahler, Schönberg, Strauss und Siegfried Wagner.
- Reflektion der literarischen Wagner-Nachfolge bei Autoren wie Hesse, Proust, Joyce und Thomas Mann.
- Darstellung der interdisziplinären Verflechtungen zwischen Musik, bildender Kunst und Philosophie.
Auszug aus dem Buch
Der Antagonismus Tag-Nacht
Der Antagonismus Tag-Nacht, der in Tristans Fragestellung „Wie, hör’ ich das Licht“, gipfelt, welche auch auf dem Schutzumschlag der Kröplin-Edition zitiert ist, weist zurück auf Friedrich Hölderlin, dem der erste Teil der Untersuchung Kröplins gilt, verbunden mit dem „elektrischen Taumel“ (Brentano) der Französischen Revolution. Unterkapitel des ersten Großkapitels widmen sich u. a. Wilhelm Heinses Die glückseligen Inseln, die den jungen Wagner stark beeinflusst haben. In Ardinghello, wie in Briefen und Tagebüchern Heinses, stieß Kröplin auf dessen synästhetisierendes „Natur-Bild-Musik-Verständnis“.
Schiller ist ein eigenes Unterkapitel gewidmet und im abschließenden Unterkapitel verweist Kröplin auf musikalische Strukturen in Hölderlins „Hyperion“.
Zusammenfassung der Kapitel
Der blaue Band: Dieser Teil widmet sich den Vorläufern und den romantischen Grundlagen der Wagner’schen Synästhesie unter Einbeziehung von Philosophen und Dichtern wie Hölderlin, Heinse und E.T.A. Hoffmann.
Der rote Band: Der Hauptteil analysiert Wagners musikdramatische Revolution, seine Weber-Rezeption sowie die philosophischen Bezüge zu Schopenhauer und Nietzsche.
Der grüne Band, Teil 1: Dieser Abschnitt untersucht die Weiterentwicklung der Wagner’schen Impulse in der Moderne bei Komponisten wie Mahler, Strauss, Siegfried Wagner sowie in der literarischen Welt und der sowjetischen Filmkunst.
Schlüsselwörter
Synästhesie, Richard Wagner, Musikdrama, Gesamtkunstwerk, Romantik, Moderne, Farb-Licht-Dramaturgie, Musik und Malerei, Wagner-Rezeption, Literaturgeschichte, Philosophie, Ästhetik, Musiktheorie, Zeitbezug, Interdisziplinarität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Synästhesie in Richard Wagners Werk und dessen weitverzweigte Einflüsse auf die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen Musik, bildender Kunst (Malerei) und Literatur sowie die philosophische Fundierung synästhetischer Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die umfassende Dokumentation und Analyse, wie Wagner die „Synästhesie der Künste“ etablierte und wie dieser Ansatz als ästhetische sowie sozialrevolutionäre Kraft fortwirkte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine interdisziplinäre kulturwissenschaftliche Analyse, die Primär- und Sekundärquellen akribisch auswertet und Bezüge zwischen Musikgeschichte, Literatur und Bildender Kunst herstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bände, die von den romantischen Wurzeln über Wagners eigene Revolution bis hin zu den vielfältigen künstlerischen Resonanzen in der Moderne und dem sowjetischen Kontext reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Synästhesie, Wagner-Rezeption, Gesamtkunstwerk, Musik und Malerei, sowie ästhetische Moderne sind die prägenden Begriffe.
Wie positioniert der Autor Siegfried Wagner innerhalb dieser Untersuchung?
Der Autor rehabilitiert Siegfried Wagner als eigenständigen Komponisten, der synästhetische Entwicklungen der Moderne wie Impressionismus und Expressionismus in seiner Partiturästhetik vorweggenommen hat.
Welche Rolle spielt die sowjetische Filmkunst im Kontext der Wagner-Rezeption?
Besonders Sergej Eisensteins Arbeiten werden als moderne Umsetzung synästhetischer Prinzipien von Musik und Bildmontage interpretiert, die in direkter Tradition zu Wagners Theaterverständnis stehen.
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- Prof. Dr. Peter P. Pachl (Author), 2015, Wagner als Lichtgestalt. Eine Rezension zu Eckart Kröplins Buch "Richard Wagner – Musik aus Licht", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287758