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Jacques Offenbach im Werk Richard Wagners

Vom Wanderzirkus der “Männerlist” über “La Descente de la Courtille” zur “Kapitulation”

Titre: Jacques Offenbach im Werk Richard Wagners

Travail de Recherche , 2013 , 10 Pages

Autor:in: Prof. Dr. Peter P. Pachl (Auteur)

Musicologie - Divers
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Besonders deutlich wird Wagners offene Anerkennung der kompositorischen Qualität Jacques Offenbachs in einem – allerdings bislang nicht im Original, sondern nur auf Französisch veröffentlichten – Brief Wagners an Felix Mottl in Karlsruhe. Wagner schreibt am 1. Mai 1882:

„Betrachten Sie Offenbach. Er versteht es ebensogut wie der göttliche Mozart. Mein Freund, das ist eben das Geheimnis der Franzosen. Ich bin ihnen in vielen Dingen nicht wohlgesonnen. Aber dennoch muss man diese in die Augen springende Wahrheit zugeben: Offenbach hätte ein zweiter Mozart werden können. Ich glaube, Auber wäre dazu weniger in der Lage gewesen."
Oft zitiert wird hingegen Wagners fataler Ausspruch angesichts des Ringtheaterbrandes in Wien, wie ihn Cosima Wagner in ihrem Tagebuch im Dezember 1881 festgehalten hat:

„Es klingt hart und geht fast über die Natur hinaus, aber die Menschen sind zu schlecht, um daß es einem nahegehen kann, wenn Massen untergehen. Wie gesagt, wenn in Kohlengruben Menschen verschüttet werden, da kommt mich das Entsetzen an über eine Gesellschaft, die sich mit solcher Hülfe Heizung verschafft; und ob so oder so viele, die einer Offenbach'schen Operette beiwohnen, aus dieser Gesellschaft dabei umkommen, wobei sich auch nicht ein Zug von moralischer Größe zeigt, das läßt mich gleichgültig.“

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vom Wanderzirkus der “Männerlist” über “La Descente de la Courtille” zur “Kapitulation”

Wagner und Offenbach

Diverse Uraufführungen von WWV 48

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielschichtige Beziehung zwischen Richard Wagner und Jacques Offenbach, beleuchtet ihre künstlerische Rivalität sowie ihre gegenseitige kompositorische Wahrnehmung und analysiert die Entstehungsgeschichte und Rezeption von Wagners unvollendeter Komischer Oper "Männerlist größer als Frauenlist oder Die glückliche Bärenfamilie".

  • Künstlerische Wechselwirkungen zwischen Richard Wagner und Jacques Offenbach
  • Analyse der Oper "Männerlist größer als Frauenlist" im Kontext von Wagners musikdramatischem Schaffen
  • Dokumentation der Uraufführungsgeschichte und Rekonstruktionsansätze des unvollendeten Jugendwerks
  • Parallelen und Differenzen zwischen Wagners Opernfragment und den literarischen Märchenvorlagen
  • Die Bedeutung des "Wanderzirkus"-Motivs in Wagners Schriften und musikalischen Skizzen

Auszug aus dem Buch

Vom Wanderzirkus der “Männerlist” über “La Descente de la Courtille” zur “Kapitulation”

Wagner und Offenbach hatten auf ihre Weise der Großen Oper Meyerbeers den Kampf erklärt, Wagner zunächst primär in der Theorie, als Schriftsteller, Offenbach hingegen praktisch in dem Kleintheater „Bouffes parisiens“, in welchem er – wie später Wagner in seinem Festspielhaus – bevorzugt seine eigenen Werke zur Aufführung brachte.

Historisch kompositorisch verbunden sind beide Komponisten durch die Pariser Erstaufführung des „Tannhäuser“ im Jahre 1861, auf dessen Premierenzettel als „Lever de rideau“ Offenbachs Ballett „Le Papillon“ angekündigt wurde. Und dass die Venus des „Tannhäuser“ durchaus Verwandtschaft besitzt zu Offenbachs Venus in der Operette „Orphée aux Enfers“, wird deutlich, wenn die in französischer Sprache komponierte Venus von Wagners Pariser Fassung tatsächlich in ihrer originalen französischen Gesangslinie erklingt.

Auch anlässlich der Erstaufführung der Pariser Erweiterung dieser Oper in deutscher Sprache, in der Wiener Hofoper, wurde für Dritte dieser Bezug zu Offenbach deutlich. Cosima Wagner vertraute am 22. November 1875 ihrem Tagebuch an: „Er [Richard] kehrt nachmittags sehr verstimmt heim, der Kostümier hatte ihm gesagt: Fürstin Hohenlohe habe geschickt, um zu fragen, ob das Kostüm der Venus nicht à la Offenbach sein würde; er bittet mich, der Fürstin darüber zu schreiben, was ich auch tue. Um halb sieben Aufführung des Tannhäuser, über alle Erwartung gut; nichts ist, wie R. es wirklich gedacht, doch herrscht in allem sehr viel Leben. R. muß sich des öfteren von der Loge aus bedanken, am Schluß erscheint [er] auf der Bühne mit den Sängern, eine für mich peinlichste Empfindung.“

Zusammenfassung der Kapitel

Vom Wanderzirkus der “Männerlist” über “La Descente de la Courtille” zur “Kapitulation”: Dieses Kapitel analysiert die ambivalente künstlerische Beziehung zwischen Richard Wagner und Jacques Offenbach anhand von Korrespondenzen, Tagebuchaufzeichnungen und der satirischen Rezeption in Wagners Werk.

Wagner und Offenbach: Der Abschnitt vertieft die inhaltlichen Verknüpfungen zwischen den beiden Komponisten, insbesondere durch die Pariser Aufführungen und Wagners spezifische Persiflage auf den Offenbach’schen Stil.

Diverse Uraufführungen von WWV 48: Hier wird die komplexe Geschichte der verspäteten Uraufführungen des Jugendwerks "Männerlist größer als Frauenlist" nachgezeichnet und die verschiedenen Ansätze zur musikalischen Komplettierung der überlieferten Skizzen diskutiert.

Schlüsselwörter

Richard Wagner, Jacques Offenbach, Männerlist größer als Frauenlist, Musikdramatik, Komische Oper, Operette, Pariser Oper, Tannhäuser, Musikalische Skizzen, Rezeptionsgeschichte, Hans Richter, Cosima Wagner, Jugendwerke, Wagner-Spektakulum, Musiktheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation beleuchtet die komplexe Verbindung zwischen Richard Wagner und Jacques Offenbach, sowohl auf persönlicher als auch auf kompositorischer Ebene, und analysiert die Entstehung sowie die moderne Aufführungspraxis von Wagners Opernfragment "Männerlist größer als Frauenlist".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rivalität der beiden Komponisten, Wagners Auseinandersetzung mit dem französischen Geschmack, die wissenschaftliche Rekonstruktion unvollendeter Partituren und die Bedeutung von Wagners frühen autobiografischen Werken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die oft verkannte Nähe Wagners zu Offenbach aufzuzeigen und die textlichen sowie musikalischen Zusammenhänge von Wagners selten behandeltem Jugendwerk im Kontext seines späteren Gesamtwerks darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine historisch-kritische Analyse von Primärquellen, darunter Tagebuchaufzeichnungen von Cosima Wagner, Korrespondenzen, zeitgenössische Libretti und die musikwissenschaftliche Auswertung von Wagners Kompositionsskizzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse des Librettos von "Männerlist größer als Frauenlist", vergleicht es mit der zugrundeliegenden Märchenvorlage aus "Tausendundeine Nacht" und dokumentiert chronologisch die verschiedenen Aufführungsansätze von 1980 bis 2013.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Richard Wagner, Jacques Offenbach, Musikdramatik, Komische Oper, Werkverzeichnis, Musikskizzen und Rezeptionsgeschichte treffend zusammenfassen.

Inwiefern beeinflussten Märchenvorlagen Wagners Schaffen?

Wagner adaptierte Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht", um sie für seine dramatischen Zwecke zu transformieren, wobei er Motive wie die Suche nach dem verlorenen Vater und die Thematisierung sozialer Herkunft in seine frühen Opernmodelle integrierte.

Warum gilt "Männerlist größer als Frauenlist" als "autobiografisch gefärbt"?

Das Werk spiegelt nicht nur Wagners damalige Lebensumstände und familiäre Bezüge wider, sondern nutzt auch spezifische onomapoetische Namen und Anspielungen auf das familiäre Umfeld des Komponisten, was das Stück als ein privates, experimentelles Jugendwerk kennzeichnet.

Welche Rolle spielt die "Rote Brieftasche" für das Verständnis des Werks?

Die "Rote Brieftasche" dient als wichtiges historisches Dokument, da sie Wagner-Aufzeichnungen enthält, die Aufschluss über die Entstehungszeit und das Libretto der "Männerlist" geben und so Irrtümer in späteren autobiografischen Darstellungen korrigieren helfen.

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Résumé des informations

Titre
Jacques Offenbach im Werk Richard Wagners
Sous-titre
Vom Wanderzirkus der “Männerlist” über “La Descente de la Courtille” zur “Kapitulation”
Auteur
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
10
N° de catalogue
V287761
ISBN (ebook)
9783656882992
ISBN (Livre)
9783656883005
Langue
allemand
mots-clé
jacques offenbach werk richard wagners wanderzirkus männerlist” descente courtille” kapitulation”
Sécurité des produits
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Citation du texte
Prof. Dr. Peter P. Pachl (Auteur), 2013, Jacques Offenbach im Werk Richard Wagners, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287761
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