Diese Arbeit soll versuchen, das Europabild der AUNS (Aktion für eine unabhängige und
neutrale Schweiz)1 anhand einer Auswahl der vom Verein veröffentlichten Dokumente zu
skizzieren und zu analysieren. Als Quelle dieser Dokumente dient die Internet-Seite der
AUNS2 und das Vereinsblatt ‚Grauer Brief’. Da das Leitbild und die Ziele der AUNS relativ
klar und eindeutig sind, wiederholen sich die Themen und Argumentationen im ‚Grauen
Brief’ häufig. Daher beschränkt sich die Analyse auf einzelne Artikel verschiedener
Ausgaben, die repräsentativ sind für bestimmte Ausdrucksweisen und Argumentationsketten,
die immer wieder vorkommen. Die EWR-Abstimmung und die EU sind dabei Dauerthemen
und nehmen daher eine zentrale Stelle in dieser Arbeit ein. Es soll also eine Gesamtanalyse
der Publikationen entstehen, die weniger auf einzelne Ereignisse und deren Darstellung
eingeht, sondern vielmehr eine Synthese der Artikel wagt. Ausschlaggebend für diesen
Ansatz ist auch die Tatsache, dass der grösste Teil der Artikel von Christoph Blocher
abgefasst wurde, was zur Einheitlichkeit der Veröffentlichungen zusätzlich beiträgt.
Als Ergänzung zu den AUNS-Publikationen dienen daher auch andere publizierte Dokumente
Christoph Blochers, gerade wegen seiner einflussreichen Stellung bei der AUNS. Sie wurden
von seiner Homepage heruntergeladen3
1 Im Folgenden wird die Abkürzung AUNS anstelle des ganzen Namens verwendet. Dies widerspiegelt auch die
vom Verein verwendete Sprache , in welcher die Abkürung AUNS viel häufiger verwendet wird als der volle
Name.
2 <www.auns.ch>
3 <www.blocher.ch>
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
2. DIE ‚AKTION FÜR EINE UNABHÄNGIGE UND NEUTRALE SCHWEIZ’ (AUNS)
2.1. ALLGEMEIN
2.2. ZWECK UND POLITISCHE ZIELE
2.3 DER ‚GRAUE BRIEF’
3. DAS EUROPABILD DER AUNS
3.1. ALLGEMEIN
3.2. EUROPA ALS GEGENBILD ZUR SCHWEIZ
3.3. SYNTHESE
4. LITERATURLISTE
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert das Europabild der „Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz“ (AUNS), um zu untersuchen, wie die Organisation Europa als negativen Gegenpol zu schweizerischen Werten konstruiert, um damit ihre politische Ablehnung gegenüber europäischen Integrationsprozessen zu begründen.
- Darstellung der Ziele und der Organisationsstruktur der AUNS.
- Analyse des „Grauen Briefs“ als zentrales publizistisches Sprachrohr.
- Untersuchung des geographischen und politischen Dualismus zwischen Europa und der Schweiz.
- Identifikation der rhetorischen Strategien zur Abgrenzung von supranationalen Strukturen.
Auszug aus dem Buch
3.2. Europa als Gegenbild zur Schweiz
Die Zuschreibungen, welche die AUNS bezüglich Europa und der Schweiz vornimmt, wiederholen sich sehr häufig und ergeben ein klares Bild. Da diese Bilder für die Argumentationen der politischen Statements nötig sind, sind sie auch zahlreich in den Publikationen vorhanden.
Prägend, ja gar essentiell für die Schweiz sind laut der AUNS folgende Charakteristika: die Neutralität, die Volksrechte, der Föderalismus, die Souveränität, die Sicherheit und die Unabhängigkeit. Gerade diese Wahrzeichen gehen – so der Verein - durch einen Beitritt zum EWR, in die EG bzw. EU oder durch bilaterale Abkommen (je nach Zeitperiode der Publikation) mehrheitlich verloren. Schon 1992 heisst es im Bulletin der AUNS: „Mit dem Entscheid zugunsten eines EG-Beitritts legt der Bundesrat der Eidgenossenschaft ein offenes Bekenntnis zum Verzicht auf die Neutralität, zu einem entscheidenden Abbau der Volksrechte und des Föderalismus ab. Gleichzeitig will er die Souveränitätsrechte unseres Landes an übermächtige Brüsseler Zentralbehörden mit minimalem demokratischem Aufbau freiwillig abtreten.“
Auch 2003 ist diese Auffassung noch ähnlich: „Ein EU-Beitritt der Schweiz würde dem Schweizervolk schwere Belastungen und Nachteile aufbürden: - den Verlust an Freiheit, Unabhängigkeit und an Volksrechten; - die Preisgabe unserer integralen Neutralität; - die Preisgabe des Schweizer Frankens und unserer eigenständigen Notenbank; - eine Verdoppelung der Mehrwertsteuer auf mindestens 15%; - rund 2% höhere Schuld- und Hypothekarzinsen; - 20-25% höhere Wohnungsmieten; - jährliche Milliardenzahlungen an Brüssel;“
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, die Quellengrundlage (Internetseite der AUNS und „Grauer Brief“) sowie den methodischen Ansatz einer Gesamtanalyse der Publikationen.
2. DIE ‚AKTION FÜR EINE UNABHÄNGIGE UND NEUTRALE SCHWEIZ’ (AUNS): Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehungsgeschichte, den organisatorischen Aufbau sowie die zentralen politischen Statuten und Ziele der AUNS.
3. DAS EUROPABILD DER AUNS: Das Hauptkapitel analysiert die diskursive Konstruktion eines negativen, supranationalen Europas im Kontrast zur positiv gewerteten, neutralen Schweiz und synthetisiert die Ergebnisse.
4. LITERATURLISTE: Dieses Verzeichnis führt die verwendeten AUNS-Dokumente sowie die genutzten Internetquellen auf.
Schlüsselwörter
AUNS, Europabild, Schweiz, Neutralität, Souveränität, EWR, EU, Christoph Blocher, Grauer Brief, Supranationalität, direkte Demokratie, Föderalismus, Integrationspolitik, politische Kommunikation, Außenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Bild von Europa, wie es in den Publikationen der AUNS dargestellt wird, und wie dieses Bild zur politischen Argumentation gegen einen EU-Beitritt der Schweiz eingesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Konzepte der nationalen Souveränität, Neutralität, Volksrechte und der kritische Diskurs über supranationale Institutionen wie die EU oder den EWR.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die AUNS ein „Feindbild“ Europa konstruiert, um den Erhalt spezifisch schweizerischer Werte zu legitimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine inhaltsanalytische Synthese ausgewählter Publikationen und Dokumente der AUNS, um wiederkehrende Argumentationsmuster zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die spezifischen Zuschreibungen zur Schweiz und zu Europa sowie das Zusammenspiel dieser Bilder als Instrument der Meinungsbeeinflussung bei Volksabstimmungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind AUNS, Europabild, Neutralität, Souveränität und direkte Demokratie.
Welche Rolle spielt die Person Christoph Blocher für die Analysen?
Da der Großteil der analysierten Texte von Christoph Blocher stammt, prägen seine rhetorischen Stilmittel und politischen Auffassungen das in der Arbeit untersuchte Europabild maßgeblich.
Inwiefern hat das Ende des Kalten Krieges die Rhetorik der AUNS verändert?
Nach 1991 verschwand die stark antikommunistisch geprägte Argumentation, und der Fokus verlagerte sich vollständig auf die wirtschaftliche und politische Kritik an den supranationalen Institutionen Europas.
- Quote paper
- Jonas Morgenthaler (Author), 2003, Das Europabild der AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28777