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Syntax und Semantik. Konstruktionsvarianz bei Gefühlsverben

Title: Syntax und Semantik. Konstruktionsvarianz bei Gefühlsverben

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Ksenia Kosareva (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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Der Zusammenhang zwischen Semantik und Syntax steht heutzutage im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion. Mehrere Theorien nehmen sich zum Ziel, Probleme der Syntax-Semantik-Schnittstelle zu untersuchen. Eine der interessantesten Fragen ist die der Zuordnung von thematischen Rollen zu syntaktischen Funktionen im Satz.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Problemfall, der das 1:1-Verhältnis zwischen Syntax und Semantik in Frage stellt und zwar: Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben.
Unter psychologischen Verben (psychische Verben, psych-Verbs) im engeren Sinne versteht man Gefühlsverben wie ängstigen, fürchten, bewundern, lieben, hassen, anhimmeln, gefallen, mögen. Diese Verben bezeichnen Emotionen, Gefühle, psychische Zustände
Aus der Bedeutung psychologischer Verben folgern 2 Argumente: Experiencer (Wahrnehmer) und Stimulus (Reiz, Auslöser)

(1) a) Maria fürchtet Hans.
b) Hans ängstigt Maria.

In Bezug auf Ereignisstruktur zeichnen sich psychologische Verben dadurch aus, dass sie eine Konstruktionsvarianz aufweisen. Wenn man Beispielsätze 1a und 1b vergleicht, stellt man fest, dass zwei partiell synonymische Verben unterschiedliche Realisierungsmöglichkeiten haben. Im Satz 1a tritt Experiencer als Satzsubjekt auf, im Satz 1b wird Experiencer in der Objektposition realisiert.
In dieser Hinsicht sind psychologische Verben ein Problem für Argumentselektion.
Aufgrund der Unterschiede in der Argumentrealisierung unterscheidet man 2 Klassen der psychologischen Verben:

• fürchten-Verben, Experiencer-Subjekt- oder Experiencer-Stimulus-Verben (weiter E-S-Verben): lieben, mögen, hassen, bewundern, fürchten, verabscheuen.
• ängstigen-Verben, Experiencer-Objekt- oder Stimulus-Experiencer-Verben (weiter S-E-Verben): ängstigen, überraschen, langweilen, nerven, ermüden, aufregen.

Es stellt sich die Frage, warum diese Verben, die auf den ersten Blick gleiche Situationen bezeichnen und gleiche Argumente implizieren, verschiedene syntaktische Realisierungsmuster haben.
Diese Frage wird in den Aufsätzen von Dowty, Grimshaw, Van Voorst, Marin/McNally behandelt. Diese Ansätze bilden die wissenschaftliche Grundlage dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Psychologische Verben in der wissenschaftlichen Diskussion

3. Kritik an Aufsatz von Van Voorst (1992)

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das linguistische Problem der Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben, bei denen semantisch ähnliche Argumente in unterschiedlichen syntaktischen Mustern realisiert werden. Ziel ist es, zu klären, ob diese Verben unterschiedliche Ereignisstrukturen aufweisen und inwieweit etablierte linguistische Diagnostiken zur Aktionsart-Klassifikation auf diese Verbklasse anwendbar sind, wobei insbesondere die Theorie von Van Voorst kritisch hinterfragt wird.

  • Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben
  • Syntax-Semantik-Schnittstelle und Argumentrealisierung
  • Kritische Analyse ereignisstruktureller Diagnostiken
  • Klassifikation psychologischer Verben (Experiencer-Subjekt vs. Experiencer-Objekt)
  • Aspektualität und Aktionsarten in der Verbsemantik

Auszug aus dem Buch

3. Kritik an Aufsatz von Van Voorst (1992)

In seinem Aufsatz von 1992 diskutiert Jan Van Voorst die Aspektualität bei psychologischen Verben. Wie andere Aufsätze nimmt er als Ausgangspunkt das Problem der Konstruktionsvarianz bei fear- und frighten-Verben.

Der wesentliche Unterschied zu anderen in Kapitel 2 vorgestellten Studien besteht darin, dass laut Van Voorst die Varianz in der Argumentrealisierung weder auf thematische Rollen noch auf aspektuelle Besonderheiten dieser Verben zurückzuführen sei. Van Voorst (1992:66). Thematische Rollen behandelt er nach Dowty und Starosta als nicht-linguistische Einheiten, deswegen liefern thematische Rollen keine linguistische Motivation dieser Distinktion. In Bezug auf Ereignisstruktur schreibt er, dass Beispiele unter 1a und 1b keine aspektuellen Unterschiede aufweisen.

Die Grundidee seines Aufsatzes ist folgende: „Constructions with psychological verbs are achievements. They do not imply a process leading up to a culmination point; they take place; and the individuation of their direct object does not influence their aspect. States do not take place. Accomplishments express a process leading up to a culmination point. With activities and accomplishments, a change in the individuation of the direct object leads to a change in aspectual class.” Van Voorst (1992: 90)

Was ins Auge sticht, ist, dass Van Voorst bei seiner Argumentation zum Ausschlussverfahren greift. Nach Van Voorst sind psychologische Verben Achievements, weil sie keine Gemeinsamkeiten mit anderen Verbklassen zeigen. Es stellt sich die Frage, ob sich diese Methode auch für linguistische Zwecke gut eignet. In seinem Aufsatz versucht Van Voorts anhand von prominenten Ereignisdiagnostiken (Dowty 1979) zu beweisen, dass sich psychologische Verben anders verhalten als Accomplishments-, Vorgangs- und Zustandsverben und als Klasse homogen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Problem der Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der syntaktischen Realisierung von Experiencer- und Stimulus-Argumenten.

2. Psychologische Verben in der wissenschaftlichen Diskussion: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über einflussreiche linguistische Ansätze (Dowty, Grimshaw, Marin/McNally) zur Ereignisstruktur und Argumentselektion psychologischer Verben.

3. Kritik an Aufsatz von Van Voorst (1992): Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Theorie von Van Voorst, wobei insbesondere die Anwendbarkeit seiner ereignisstrukturellen Diagnostiken auf deutsche Sprachbeispiele geprüft wird.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse der untersuchten Studien und bekräftigt die Heterogenität psychologischer Verben hinsichtlich ihrer Aktionsarten.

Schlüsselwörter

Psychologische Verben, Konstruktionsvarianz, Ereignisstruktur, Argumentselektion, Syntax-Semantik-Schnittstelle, Aktionsart, Experiencer, Stimulus, Verbsemantik, Aspektualität, Accomplishments, Achievements, Zustände, linguistische Diagnostiken, Inchoativität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Problematik der Konstruktionsvarianz bei psychologischen Verben, also der Frage, warum semantisch ähnliche Verben unterschiedliche syntaktische Strukturen aufweisen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Syntax-Semantik-Schnittstelle, die Theorie der Ereignisstruktur sowie die Klassifikation von Verben anhand von Aktionsarten (wie Zustände, Achievements und Accomplishments).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob sich psychologische Verben wie fear-Verben und frighten-Verben in ihrer Ereignisstruktur tatsächlich unterscheiden, und die Theorie von Van Voorst diesbezüglich kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse bestehender linguistischer Theorien sowie einen empirischen Vergleich durch die Anwendung von Ereignisdiagnostiken (wie Zeitrahmenadverbialen oder Passivtests) auf deutsche Beispielsätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung führender wissenschaftlicher Ansätze zu psychologischen Verben und eine detaillierte kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit von Jan Van Voorst inklusive einer Überprüfung seiner Thesen anhand des Deutschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Konstruktionsvarianz, psychologische Verben, Ereignisstruktur, Argumentselektion und Aspektualität.

Warum sind psychologische Verben problematisch für die linguistische Theorie?

Sie sind problematisch, weil sie ein 1:1-Verhältnis zwischen semantischen Rollen (wie Experiencer/Stimulus) und syntaktischen Positionen verletzen, da sie unterschiedliche Realisierungsmuster zeigen, obwohl sie ähnliche Situationen beschreiben.

Welche Erkenntnis liefert die Anwendung von Tests auf das Deutsche?

Die Untersuchung zeigt, dass die These von Van Voorst, psychologische Verben seien eine homogene Klasse von Achievements, anhand deutscher Daten nicht haltbar ist; vielmehr zeigen sich Unterschiede zwischen E-S- und S-E-Verben.

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Details

Title
Syntax und Semantik. Konstruktionsvarianz bei Gefühlsverben
College
University of Tubingen
Course
HS/OS Verbsemantik
Grade
1,3
Author
M.A. Ksenia Kosareva (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V287796
ISBN (eBook)
9783656883173
ISBN (Book)
9783656883180
Language
German
Tags
Ereignisstruktur Psychologische Verben Thematische Rollen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Ksenia Kosareva (Author), 2012, Syntax und Semantik. Konstruktionsvarianz bei Gefühlsverben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287796
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