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Arbeitslosigkeit und Arbeitspolitik in Köln 1918-1933

Titre: Arbeitslosigkeit und Arbeitspolitik in Köln 1918-1933

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 22 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Linda Molitor (Auteur)

Histoire - Divers
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Eine unausweichliche Folge der wirtschaftlichen Krise war die Arbeitslosigkeit, welche ihrerseits wiederum Folgen hatte. So stieg nicht nur die Anzahl der Arbeitslosen von 1929 bis 1930 von 2,8 auf 3,5 Millionen an, sondern auch die Zahl der NSDAP-Wähler. Bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 konnten die Nationalsozialisten einen Stimmenzuwachs von fast 16% verbuchen. In Zeiten der Not bauten immer weniger Deutsche auf die demokratische Regierung, ja, gaben ihr sogar die Schuld für ihr Elend und die wirtschaftliche Krisensituation. Je schlechter es den Deutschen ökonomisch ging, desto höher fielen die Wahlergebnisse der radikalen Parteien aus. Insofern ist die Betrachtung der sich entwickelnden und stetig steigenden Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik von großer Bedeutung, allerdings schwer zu erfassen. Einfacher und konkreter – und in mancher Hinsicht interessanter – ist es, diese Entwicklung an nur einer deutschen Stadt zu beobachten.

Hierzu bietet sich die Stadt Köln an – im Hochmittelalter die bevölkerungsreichste Stadt im Deutschen Reich, bedeutendes Handels- und Glaubenszentrum Westeuropas, bis ins 20. Jahrhundert die „stärkste Rheinfestung“ Preußens, im Ersten Weltkrieg „Versorgungszentrum der Westfront“. Nicht nur die geographisch günstige Lage am Rhein verhalf Köln in seiner Geschichte des Öfteren zu einer hervorgehobenen Stellung. Immer wieder ging man hier einen anderen, eigenen Weg, der von dem der Regierung abwich. Vor allem politisch betrachtet blieb die erzkatholische Stadt Köln auch in den wechselhaften Jahren der Weimarer Republik relativ stabil. Anders als bei der reichsweiten Betrachtung konnte die NSDAP hier er spät Stimmen gewinnen, bis 1933 ging traditionell Zentrumspartei als Wahlsieger aus den Kommunalwahlen hervor.

In diesem Zusammenhang ist vor allem Konrad Adenauer zu nennen, der Köln als Oberbürgermeister von 1917 bis ins Jahr der Machtergreifung durch viele Krisen führte. In den zwanziger Jahren „erscheint [er] […] als konservativer Modernisierer“. Vor allem des Kampfes gegen die Arbeitslosigkeit nahm er sich an. Für ihn, als sich selbst gegenüber sehr strengen und pflichtbewussten Menschen, heute würden wir ihn als Workaholic bezeichnen, war Arbeit nicht nur eine finanzielle Notwendigkeit, sondern eine „fundamentale Seinskategorie menschlicher Existenz“, unverzichtbar für den Erhalt menschlicher Moral.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Arbeitslosigkeit in Köln in der Weimarer Republik

3. Arbeitslosenunterstützung und öffentliches Wohlfahrtswesen

3.1 Die Erwerbslosenfürsorge

3.2 Die Arbeitslosen- und Krisenunterstützung

4. Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit

4.1 Notstandsarbeiten

4.2 Arbeitspolitische Maßnahmen in Köln

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Köln während der Weimarer Republik und untersucht dabei die Wirksamkeit der lokalen wirtschaftspolitischen Maßnahmen sowie deren Verknüpfung mit der Politik von Oberbürgermeister Konrad Adenauer.

  • Wirtschaftliche und soziale Lage Kölns nach dem Ersten Weltkrieg
  • Entwicklung und Organisation des kommunalen Wohlfahrtswesens
  • Staatliche Arbeitslosenversicherung und deren Auswirkungen auf die Kommune
  • Instrumente aktiver Arbeitsmarktpolitik wie Notstandsarbeiten
  • Rolle von Konrad Adenauer als konservativer Modernisierer in der Krisenzeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Arbeitspolitische Maßnahmen in Köln

Ganz nach Adenauers Auffassung wurde der Freiwillige Arbeitsdienst in Köln vor allem als „Erziehungsaufgabe“ konzipiert, um die Demoralisierung der Langzeitarbeitslosen und der erwerbslosen Jugend zu stoppen. „Die Beschäftigung im FAD begründet[e] kein Arbeitsverhältnis und kein öffentlich-rechtliches Beschäftigungsverhältnis“ - eine Ablehnung der Arbeit hatte also keine Kürzungen der Erwerbslosenunterstützung zur Folge.

1931 wurde der Freiwillige Arbeitsdienst in das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung integriert und war somit nicht mehr nur Angelegenheit der Kommune. Die ersten reichsweiten Maßnahmen richteten sich ausschließlich an Menschen, die Arbeitslosen- oder Krisenunterstützung erhielten. „Dadurch wurde das ursprüngliche Ziel, Jugendliche und Langzeitarbeitslose anzusprechen, nicht erreicht, weil diese im weiteren Verlauf der Wirtschaftskrise von den Leistungen der Arbeitslosenunterstützung ausgeschlossen, auf die Unterhaltszahlungen der Familie verwiesen oder von der kommunalen Wohlfahrtsfürsorge versorgt wurden“.

Das änderte sich 1931, als per Gesetz „eine neue Möglichkeit der Beschäftigung erwerbsloser Jugendlicher“ unter 21 Jahren eingeführt wurde. „Sie sollten nach Ausschluß aus der öffentlichen Unterstützung gegen ein kleines Entgelt eine zeitlich begrenzte Arbeit im Freiwilligen Arbeitsdienst erhalten“. Unter der Kanzlerschaft Papens wurde im Juli 1932 das Höchstalter sogar auf 25 Jahre erhöht. Die Teilnahme am Freiwilligen Arbeitsdienst konnte außerdem zu einer Verlängerung der Arbeitslosen- und Krisenunterstützung führen. Da sich die Höhe dieser Zahlungen nach immer weiteren Kürzungen bis 1932 allerdings kaum noch von den öffentlichen Wohlfahrtsunterstützungen unterschied, war der Arbeitsdienst auf dem Höhepunkt der wirtschaftlichen Krise für die Erwerbslosen kaum noch attraktiv.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die krisenhafte wirtschaftliche und politische Situation der Weimarer Republik ein und begründet die Wahl Kölns als repräsentatives Fallbeispiel für die Untersuchung der Arbeitslosigkeit.

2. Arbeitslosigkeit in Köln in der Weimarer Republik: Es wird die wirtschaftspolitische Ausgangslage in Köln nach 1918 detailliert, wobei besonders die sozialen Folgen der Inflation und der Weltwirtschaftskrise auf den städtischen Arbeitsmarkt beleuchtet werden.

3. Arbeitslosenunterstützung und öffentliches Wohlfahrtswesen: Das Kapitel analysiert den Aufbau der kommunalen Fürsorge sowie die Einführung der staatlichen Arbeitslosenversicherung und deren Überforderung durch die Massenarbeitslosigkeit.

3.1 Die Erwerbslosenfürsorge: Dieser Unterabschnitt beschreibt die rechtlichen Rahmenbedingungen der kommunalen Unterstützung und die Probleme bei der Finanzierung durch das Drei-Säulen-System aus Reich, Ländern und Kommunen.

3.2 Die Arbeitslosen- und Krisenunterstützung: Hier wird die Funktionsweise und das Drei-Stufen-System der 1927 eingeführten staatlichen Arbeitslosenversicherung inklusive ihrer Schwachstellen in der Krisenzeit erläutert.

4. Wirtschaftspolitische Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit: Dieser Teil widmet sich den aktiven Maßnahmen der Kölner Stadtverwaltung unter Konrad Adenauer zur Entlastung des Arbeitsmarktes.

4.1 Notstandsarbeiten: Hier werden die durch die Stadt Köln initiierten Beschäftigungsprojekte wie der Bau von Sportstätten und Infrastruktur zur kurzfristigen Arbeitsmarktentspannung beschrieben.

4.2 Arbeitspolitische Maßnahmen in Köln: Dieser Abschnitt fokussiert auf den Freiwilligen Arbeitsdienst sowie die Ansiedlungspolitik von Großunternehmen als Strategie gegen die Krise.

5. Fazit: Das Kapitel resümiert die wirtschaftlichen Verläufe, bewertet Adenauers Handlungsspielraum und unterstreicht die Vorbildfunktion Kölns bei der Bewältigung der Krisenfolgen.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Köln, Arbeitslosigkeit, Konrad Adenauer, Wohlfahrtswesen, Notstandsarbeiten, Weltwirtschaftskrise, Erwerbslosenfürsorge, Freiwilliger Arbeitsdienst, Wirtschaftsgeschichte, Kommunalpolitik, Inflation, Beschäftigungspolitik, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der wirtschaftlichen Lage und der Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der Stadt Köln während der Zeit der Weimarer Republik (1918-1933).

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die kommunale Arbeitsmarktpolitik, das Wohlfahrtswesen, die Auswirkungen der Inflation und Weltwirtschaftskrise sowie die spezifische Rolle Konrad Adenauers als Oberbürgermeister.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Arbeitslosigkeit an einem konkreten Beispiel (Köln) aufzuzeigen und zu untersuchen, wie lokale politische Maßnahmen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Krisen beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und statistischen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung und Verwaltungspolitik in Köln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die sozioökonomische Lage nach dem Ersten Weltkrieg, die Organisation der Arbeitslosenunterstützung, staatliche Versicherungsmodelle sowie konkrete Notstandsarbeiten und die Ansiedlungspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Weimarer Republik, Köln, Arbeitslosigkeit, Konrad Adenauer und kommunale Wohlfahrt.

Welchen Einfluss hatte Konrad Adenauer auf die Kölner Arbeitsmarktpolitik?

Adenauer verfolgte eine pragmatische Investitionspolitik, indem er durch Großprojekte und die Ansiedlung von Industrieunternehmen versuchte, die Steuerkraft zu stärken und Beschäftigung zu schaffen.

Wie unterschied sich die Situation in Köln vom Reichsdurchschnitt?

Obwohl Köln ähnliche Krisenphänomene erlebte wie das gesamte Reich, gelang es der Stadt durch ihre wirtschaftliche Vielseitigkeit und Adenauers gezielte Ansiedlungspolitik, im Vergleich zu anderen Großstädten oft besser abzuschneiden.

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Résumé des informations

Titre
Arbeitslosigkeit und Arbeitspolitik in Köln 1918-1933
Université
University of Bonn
Note
2,7
Auteur
Linda Molitor (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
22
N° de catalogue
V287798
ISBN (ebook)
9783668630710
ISBN (Livre)
9783668630727
Langue
allemand
mots-clé
Köln Adenauer Notstandsarbeiten Weimarer Republik Wirtschaftskrise Arbeitslosigkeit Konrad Adenauer Krise
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Linda Molitor (Auteur), 2014, Arbeitslosigkeit und Arbeitspolitik in Köln 1918-1933, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287798
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Extrait de  22  pages
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