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Das Phänomen Gespenst in der Literatur der Spätaufklärung und der Frühromantik

Title: Das Phänomen Gespenst in der Literatur der Spätaufklärung und der Frühromantik

Bachelor Thesis , 2014 , 59 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sophie Strohmeier (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das Gespenst ist ein Phänomen, das den Menschen zu allen Zeiten sowohl inner- als auch außerliterarisch beschäftigt hat und noch immer beschäftigt. Wichtige Aspekte dieser Beschäftigung mit dem Phänomen Gespenst liefern in vielerlei Hinsicht nicht nur die Für- oder Widersprecher seiner Existenz in der Realität, sondern auch die verschiedenen Ausprägungen dieses Diskurses in der Literatur. Der Stellenwert des Übersinnlichen im Leben der Menschen, die Gründe dafür und die Perspektiven darauf finden sich zu jeder Epoche in der Literatur seiner Zeit gespiegelt. Um ein literarisches Phänomen wie das Gespenst zu untersuchen, muss also auch immer die Wechselwirkung zwischen Fiktion und Wirklichkeit betrachtet werden. Auch wenn der Glaube, beziehungsweise Aberglaube an Gespenster sich in allen Epochen und Kulturen beobachten lässt, kann man unzweifelhaft feststellen, dass es immer wieder Zeiten gab, in denen der Diskurs des Gespenstes eine gewisse „Hochkonjunktur“ hatte.

Warum dies gerade auf die Zeit der Spätaufklärung und der Frühromantik, die hier ungefähr auf 1790- 1820 datiert wird, zutrifft und wie diese beiden auf den ersten Blick so verschiedenen Strömungen mit dem Gespenst in Realität und Literatur umgehen, soll in dieser Arbeit an einigen Schlaglichtern gezeigt werden. Während sich auch im zu untersuchenden Zeitraum am Thema der realen Existenz von Gespenstern sprichwörtlich die Geister scheiden, erfahren sie als literarisches Sujet eine weitaus subtilere Behandlung. Seit Ende des 18. Jahrhunderts kann man von einer Etablierung der Aufklärung im Leben der Menschen sprechen und damit sollte eigentlich auch die Auslöschung jeglichen Glaubens an das Übersinnliche einhergehen. Trotzdem erfährt gerade in dieser Zeit der Schauerroman oder im englischen der weitaus besser untersuchte „gothic novel“ in allen Schichten der Gesellschaft eine Popularität, die nicht unbedingt den Glauben als vielmehr ein gesteigertes Interesse am Übersinnlichen zu bestätigen scheint. Gleichzeitig ist die literarische Strömung der Frühromantik im Entstehen begriffen, die eine neue, den Idealen der Aufklärung entgegengesetzte Sicht auf Welt und Poesie verbreitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Interesse an dem Phänomen Gespenst in Literatur und Realität

2. Was ist ein Gespenst

2.1. Allgemeine Merkmale

2.2. Literarische Funktionen

3. Die Gespenstergeschichte um 1800

3.1. Gattungsentwicklung

3.2. Die Gespenstergeschichte in der Spätaufklärung

3.3. Die Gespenstergeschichte in der Frühromantik

4. Geisterseher und ihre Meinungen über das Gespenst

4.1. Friedrich Nicolai: „Beispiel einer Erscheinung mehrerer Phantasmen“

4.2. Ludwig Tieck

4.3. Johann Heinrich Jung: „Theorie der Geister-Kunde“

5. „Das Gespensterbuch“

5.1. Entstehung und Inhalt des Gespensterbuches

5.2. „Der Geist des Verstorbenen“

5.3. „Die Totenbraut“

6. Ergebnisse der Textuntersuchungen

7. Die Entwicklung des Gespenstes hin zum 21.Jahrhundert

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literarische Phänomen des Gespenstes in der Zeit der Spätaufklärung und der Frühromantik. Ziel ist es, die Funktionen und die symbolische Bedeutung des Gespenstes im Spannungsfeld zwischen aufklärerischer Rationalität und romantischer Sehnsucht nach dem Übersinnlichen zu analysieren und anhand ausgewählter Erzählungen zu vergleichen.

  • Die Gattungsgeschichte der Gespenstergeschichte um 1800.
  • Die Auseinandersetzung zeitgenössischer Denker mit dem Übersinnlichen.
  • Die Funktionalisierung des Gespenstes in der Schauerliteratur.
  • Die literarische Verarbeitung von Identität und Liebe nach dem Tod.

Auszug aus dem Buch

2.1. Allgemeine Merkmale

Das Gespenst definiert sich, darin sind sich alle Forscher einig, vor allem durch seine Entziehung jeglicher Definition. Es kann sozusagen als Inbegriff des Wandelbaren gelten, schon allein wenn man nur von der äußerlichen Gestalt ausgeht. Ein Gespenst kann von unsichtbar über transparent, schemenhaft bis hin zu körperlich äußerst stabil erscheinen und muss sich auf keine dieser Erscheinungen festlegen, sondern scheint nach Belieben die Form wechseln zu können. Auch die Gestalt die es annimmt, variiert von einem bloßen Schatten oder Lichtschein bis hin zu menschlicher oder tierischer Gestalt. Über sein Aussehen allein kommt man dem Wesen des Gespenstes also nicht unbedingt näher, es führt nur zu dem Schluss, dass es sich gerade durch Vielfältigkeit oder in gewissen Sinne auch durch Grenzüberschreitung zwischen körperlichen Zuständen auszeichnet.

Die Frage was genau ein Gespenst ist, scheint sich ebenso wie seine äußere Erscheinung einer genauen Definition zu verwehren. Wie bereits erwähnt spielt die Beschäftigung mit übersinnlichen Phänomenen in allen Kulturen und zu allen Zeiten eine Rolle im Leben der Menschen. Abgesehen von äußerer Erscheinung erhält das Gespenst hier noch ein weiteres wichtiges Merkmal: Die Verbindung mit dem Tod. In vielen Kulturen zeichnet sich das Gespenst vor allem dadurch aus, dass es der weiterlebende Teil eines verstorbenen Lebewesens ist. Das unterscheidet es auch vom sehr ähnlichen und oft synonym gebrauchten Wort „Geist“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Interesse an dem Phänomen Gespenst in Literatur und Realität: Einleitung in die Bedeutung des Gespenstes als literarisches Motiv und Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Fiktion und Realität um 1800.

2. Was ist ein Gespenst: Definition des Gespenstbegriffs durch Merkmale der Volksüberlieferung und Literatur sowie Abgrenzung zum Geist.

3. Die Gespenstergeschichte um 1800: Analyse der Gattungsgeschichte und der Bedeutung der Gespenstergeschichte in den Strömungen der Spätaufklärung und Frühromantik.

4. Geisterseher und ihre Meinungen über das Gespenst: Untersuchung der persönlichen Positionen von Friedrich Nicolai, Ludwig Tieck und Johann Heinrich Jung zum Thema Gespenster.

5. „Das Gespensterbuch“: Detaillierte Betrachtung der Entstehung und der inhaltlichen Funktionalisierung von Gespenstergeschichten im Werk von Apel und Laun anhand zweier Textbeispiele.

6. Ergebnisse der Textuntersuchungen: Zusammenführende Analyse der untersuchten Erzählungen und ihrer Bedeutung für die Literatur um 1800.

7. Die Entwicklung des Gespenstes hin zum 21.Jahrhundert: Ausblick auf die Transformation des Gespenstes in der modernen Literatur und die Fortdauer der Faszination für das Übersinnliche.

Schlüsselwörter

Gespenst, Spätaufklärung, Frühromantik, Schauerroman, Gespenstergeschichte, Übersinnliches, Literaturgeschichte, Volksglaube, Vernunft, Phantastik, Friedrich Nicolai, Ludwig Tieck, Johann Heinrich Jung, Literaturanalyse, Gothic Novel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung und Funktion des Phänomens Gespenst in der Zeit zwischen 1790 und 1820.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die Abgrenzung von Aufklärung und Romantik, die Gattungsgeschichte der Gespenstergeschichte sowie der zeitgenössische Diskurs über Geisterseherei.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, warum das Gespenst als literarisches Medium in der Zeit um 1800 eine solche Popularität erlangte und wie die beiden gegensätzlichen Strömungen (Aufklärung und Romantik) damit umgingen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Analyse von Primärtexten und der historischen Kontextualisierung in der Ideengeschichte der Epoche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Analyse spezifischer Autorenmeinungen sowie der detaillierten Untersuchung von Erzählungen aus dem „Gespensterbuch“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Gespensterglaube, Vernunft, Schauerliteratur, Übersinnliches und die Verführung durch Kommunikation.

Warum spielt die Unterscheidung von "Ich-Themen" und "Du-Themen" eine Rolle?

Nach Todorov hilft diese Einteilung zu verstehen, ob das Übernatürliche die innere Wahrnehmung einer Figur (Ich) oder die zwischenmenschliche Norm (Du) bedroht.

Wie unterscheidet sich die Sicht von Friedrich Nicolai von der von Johann Heinrich Jung?

Während Nicolai Gespenster rein rational als psychische Phänomene und Fehlfunktionen des Körpers ablehnt, sieht Jung in ihnen reale, gottgegebene Botschafter aus einer anderen Welt.

Welche Rolle spielt die "Totenbraut" für die Argumentation des Autors?

Die Totenbraut dient als Beispiel für eine negative Konnotation des Gespenstes, die als Racheinstanz die moralische Ordnung innerhalb der Erzählung radikal wiederherstellt.

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Details

Title
Das Phänomen Gespenst in der Literatur der Spätaufklärung und der Frühromantik
College
LMU Munich
Grade
1,7
Author
Sophie Strohmeier (Author)
Publication Year
2014
Pages
59
Catalog Number
V287834
ISBN (eBook)
9783656880622
ISBN (Book)
9783656880639
Language
German
Tags
Gespenst Gespensterbuch Frühromantik Spätaufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Strohmeier (Author), 2014, Das Phänomen Gespenst in der Literatur der Spätaufklärung und der Frühromantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/287834
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