Grammatik im Fremdsprachenunterricht. Wie der Lehrende dem schlechten Ruf entgegenwirken kann


Hausarbeit, 2014
29 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grammatikalische Aspekte
2.1 Definition von Grammatik
2.2 Grammatik im Fremdsprachenunterricht
2.3 Probleme im Umgang mit Grammatik
2.4 Kriterien für guten Grammatikunterricht
2.5 Neuere Grammatikmethoden

3. Analyse ausgewählter Lehrwerke

4. Fazit

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der Stellenwert der Grammatik erfuhr in den letzten 150 Jahren verschiedene Höhen und Tiefen im Fremdsprachenunterricht. Sie wurde in der Grammatik- Übersetzungsmethode hoch gelobt und bildete einen der beiden Bestandteile dieser Lehre. Während der behavioristischen Methoden wurde die Wichtigkeit der Grammatik bereits reduziert. Bei den kommunikativen Ansätzen galt die Grammatik oft als verpönt und wurde als nicht unbedingt notwendig eingestuft. Erstaunlicherweise wurde sie entgegengesetzt zur Theorie noch relativ häufig in der Praxis aller Techniken verwendet. Nach Durchsicht der ausgewählten Literatur kann allerdings festgestellt werden, dass Grammatik neben der Kommunikationskompetenz, eine wichtige Komponente ist, um die mündliche und vor allem schriftliche Handlungsfähigkeit qualitativ zu sichern. Nun bleiben folgende zwei Fragen offen: Inwiefern kann diese Aussage belegt werden und wie kann Grammatik den Lernenden motivierend vermittelt werden, so dass sie langfristig(er) abgespeichert werden kann.

Im folgenden Abschnitt werden die relevanten Termini der Modularbeit erläutert. Der Begriff Grammatik wird im Unterkapitel 2.1 „Definition von Grammatik“ näher beschrieben, in diesem wird auch der Umfang der hier gemeinten Grammatikauffassung geklärt. Des Weiteren spielt der Terminus Fremdsprachenunterricht eine wichtige Rolle; damit sind in diesem Fall vor allem die modernen Fremdsprachen (Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Russisch) gemeint. Die konkreten Beispiele im 3. Kapitel beziehen sich nur auf die spanische Sprache. Die im Untertitel gewählte Bezeichnung schlechter Ruf wirkt auf den ersten Blick eventuell ein wenig plakativ und personifiziert. Dennoch ist es die Bezeichnung, die am besten passt, wenn man sich auf die rezipierten Literatur1 bezieht. Darüber hinaus kann diese Meinung auch als vorherrschend in Schulen sowie Universitäten bezeichnet werden. Diese Beurteilung entspricht hauptsächlich der Meinung von vielen Lernenden, weniger ist diese Einstellung von Lehrenden vertreten und spiegelt wohl nicht den Standpunkt der meisten Linguisten wider. Außerdem ist ein weiterer zentraler Begriff der Lehrende; dieser berücksichtigt in dieser Arbeit alle Fremdsprachenlehrer der modernen Sprachen an verschiedenen Institutionen und für unterschiedliche Alters- wie Qualifikationsstufen.

Wie bereits im letzten Absatz erwähnt, wird zuerst eine Definition von Grammatik gegeben werden, danach wird sich in dem Unterkapitel Grammatik im Fremdsprachenunterricht mit den folgenden Gesichtspunkten beschäftigt: die eventuelle Notwendigkeit von Grammatik sowie ihr Nutzen. Außerdem werden verschiedene Übungsarten vorgestellt. Im darauffolgenden Passus werden die Probleme im Umgang mit Grammatik dargestellt. Im vorletzten Kapitel werden Kriterien für guten Grammatikunterricht zusammengestellt, dabei werden ebenfalls Ideen für das effektive Notieren von Grammatikregeln erwähnt. Zuletzt werden im zweiten Kapitel neue Grammatikmethoden präsentiert. Im dritten Kapitel erfolgt dann eine kleine Lehrwerksanalyse zu zwei ausgesuchten grammatikalischen Themen.

Allgemein wurde das Thema Grammatik und ihre Bedeutung in der Forschung ausgiebig analysiert. Wie bereits im ersten Teil der Einleitung dargestellt, wurden zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Meinungen von Sprachwissenschaftlern und Didaktikern vertreten. Die drei Werke, auf die sich am meisten bezogen wird, sind: die Monografie „Sprachen lernen“ von Robert Kleinschroth und die Sammelwerke „Wieviel [sic!] Grammatik braucht der Mensch?“ sowie „Niemals zu früh und selten zu spät: Fremdsprachenunterricht in Schule und Erwachsenenbildung“.

Im Folgenden wird der Einfachheit und Lesbarkeit halber nur ein Genus für Personenbezeichnung verwendet. Selbstverständlich ist das andere immer mit eingeschlossen.

2. Grammatikalische Aspekte

2.1 Definition von Grammatik

Das Wort Grammatik stammt von der griechischen Vokabel „grámma“ ab und bedeutet so viel wie Buchstabe oder Geschriebenes. Des Weiteren wird Grammatik als Sprachlehre und Teildisziplin der Sprachwissenschaft im Brockhaus bezeichnet.2 Ebenfalls wird sich mit den Gesetzmäßigkeiten einer Sprache beschäftigt. Somit scheint die grobe Definition erst einmal sehr eindeutig, schauen wir uns nun für die detailliertere Begriffsbestimmung die Erklärungsansätze von Gerhard Helbig an: Er beschreibt in seinem Aufsatz, dass Grammatik grundlegend in drei Kategorien untergliedert werden kann: erstens das „innenwohnende Regelsystem“ einer Sprache, zweitens das Werk dieser Regeln, das durch die Linguistik geschaffen wurde und drittens die eigene Grammatik, die jeder Sprecher innehat. Das bedeutet nach meiner Auffassung folgendes: Teil eins bezeichnet die Normen der Langage, die sich während der Sprachentwicklung gebildet haben, der Mittelteil bezieht sich auf die schriftlichen Grammatiken (Lerngrammatik, Kurzgrammatik) und der letzte Teil meint die Grammatikkenntnisse, über die jemand verfügt, um die Sprache zu sprechen. Darüber hinaus fasst Helbig im weiteren Sinne folgende Disziplinen als grammatisch relevant zusammen: Syntax, Morphologie, Semantik, Phonetik und Lexikon. Er selbst betrachtet die beiden erstgenannten Teilgebiete als die wichtigsten.3 Daraus wird ersichtlich, dass Grammatik ein großes Regelwissen beinhaltet und verschiedene linguistische Disziplinen miteinander vereint.

Zu klären ist nun noch, welche Konkretisierung von Grammatik für den weiteren Verlauf dieser Arbeit bedeutend ist. Auf den kommenden Seiten werden Grammatikbücher kein Thema sein, sondern das Regelsystem an sich. Im letzten Teil des zweiten Kapitels wird der Fokus auf die sinnvolle Vermittlung von Grammatik gelegt. Auch im dritten Kapitel wird sich die Analyse nur auf die integrierten Grammatikelemente der einzelnen Lehrbücher beziehen.

2.2 Grammatik im Fremdsprachenunterricht

In diesem Kapitel werden wir versuchen, einige Fragen zu beantworten, darunter fallen beispielsweise: die Notwendigkeit von Grammatik im Fremdsprachenunterricht oder die fakultative Verwendung derselben. Eine weitere interessante Frage ist, wie viel Grammatik braucht der Lernende, des Weiteren wird der Nutzen von Grammatikübungen erläutert. Schließlich werden in diesem Abschnitt noch die verschiedenen Übungsarten dargelegt.

Zunächst widmen wir uns der ersten Frage nach der eventuellen Notwendigkeit der Sprachlehre im Unterricht. Auf der einen Seite finden wir eindeutige Aussagen in der Fachliteratur, wie zum Beispiel Grammatik ist unentbehrlich, keine Sprache funktioniert ohne Grammatik oder ohne sie funktioniert es nicht.4 Auf der anderen Seite werden folgende Kontra-Argumente gebracht: der Mutterspracherwerb im Kleinkindalter erfolgt (ungesteuert) ohne konkreten Grammatikunterricht. Genauso wie Austauschstudenten, Schüler im Ausland oder Auswanderer, die (neue) Sprache einfach im direkten Sprachgebrauch erlernen.5 Das bedeutet, dass eine Sprache durchaus gelernt werden kann, ohne sich bewusst mit ihren Regeln zu beschäftigen. Der Lernende befasst sich zwar ebenfalls intensiv mit der Sprache, indem er unter anderen Gespräche, Radio- und Fernsehsendungen oder auch Texte rezipiert. Außerdem produziert er dann selber verhältnismäßig schnell diese Sprache. Dennoch schlägt er wahrscheinlich selten bis nie in Grammatiken nach, er lässt sich eher noch die Regularien von Muttersprachlern oder Experten erklären. Dies entspricht meiner Meinung nach wohl auch der Aussage von verschiedenen „Forschern und Theoretikern“ wie Michael Sharewood Smith, Andrew Pawley oder Nick Ellis, dass grammatische Kompetenz nicht erworben werden kann, dadurch das Regeln auswendig gelernt werden, sondern indem die Speicherung von Syntagmen erfolgt.6 Durch das bewusste und unbewusste Aufnehmen von bestimmten Wortgruppen können diese abgespeichert werden und dann in den passenden Gesprächssituationen abgerufen und eigenständig produziert werden.

Widmen wir uns wieder konkreter der Ausgangsfrage und führen weitere Gegenargumente auf, warum Grammatik eventuell nicht von Nöten sein muss. Zum einen muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass jemand der Grammatik kennt, sie nicht unbedingt können muss und andersherum genauso.7 Hiermit ist gemeint, dass ein Schüler Grammatik in Übungen immer korrekt beherrscht, allerdings in der Produktion dann nicht weiß, wie die korrekten Formen lauten. Im Gegensatz dazu, gibt es auch viele Sprecher, die intuitiv fehlerfrei sprechen, sozusagen über das sogenannte Sprachgefühl verfügen. Trotzdem kann es sein, dass dieser Sprecher Mitschülern, Lehrern etc. nicht erklären könnte, warum er beispielsweise diese Zeit- oder Modalform benutzt hat.

Trotz dieser recht schlüssigen Argumentation treten nun schon wieder Argumente für die Notwenigkeit von Grammatik im Fremdsprachenunterricht auf, diese widerlegen beziehungsweise entkräften die eben hervorgebrachten Darstellungen teilweise. Zum einen verfügt die Klasse im Fremdsprachenunterricht nicht über genügend Zeit, um die Syntagmen anhand vielfacher Beispiele unterbewusst und ohne Grammatik abzuspeichern. Zum anderen kann Grammatik nicht einfach aus anderen Übungen ausgeschlossen werden.8 In jedem Training zur Optimierung der Kommunikationsfähigkeit steckt auch immer ein grammatischer Anteil. Daher wird hier das folgende Fazit gezogen, dass für Grammatik auf jeden Fall eine begründete Notwendigkeit im Fremdsprachenunterricht besteht. Das beantwortet allerdings noch nicht die Frage, inwiefern (bewusst oder unbewusst) diese vermittelt werden soll. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Lernen einer Sprache ein komplexes System darstellt, dass nicht einfach auf einen Bestandteil verzichten kann. Somit ist Grammatik auch eine unersetzliche Komponente des Lernens.

Die Frage „Wie viel Grammatik braucht der Mensch beziehungsweise der Lernende?“ wurde bereits des Öfteren zu beantworten probiert, unter anderen in dem gleichnamigen Buch. Leider gibt es keine eindeutige Antwort, wie zwei Stunden wöchentlich für den guten Lerner oder eineinhalb Stunden für den visuellen Lerntypen. Gerhard Helbig stellt in seinem Aufsatz dar, dass die Quantität von verschiedenen Faktoren abhängt. Als erstes ist es wichtig, was der Sprecher möchte. Geht es ihm um die rezeptive oder produktive Sprachkompetenz? Laut Helbig benötigt der passive Part mehr grammatikalische Kompetenz als der aktive. Das heißt, dass der Lernende für das Verstehen mehr Wissen benötigt, als wenn er selbstständig in simplen Satzmustern spricht. Hinzu kommt, ob es um das Lernen der Muttersprache oder einer Fremdsprache geht, jene benötigt mehr grammatischen Input. Da wir uns in dieser Arbeit allerdings nur mit dem Fremdsprachenunterricht beschäftigen, wird darauf nicht weiter eingegangen. Letztendlich spielt es ebenfalls noch eine Rolle, ob es um den Lernenden oder den Lehrenden geht. Als Lehrer muss man die Grammatik der Fremdsprache sowie der Muttersprache sehr gut kennen und können.9 Aufgrund dessen kann geschlussfolgert werden, dass keine Normwerte vorliegen und es individuell vom Menschen abhängig ist.

Betrachten wir nun den Nutzen von Grammatikübungen in der Fremdsprache. Hier sollen drei wesentliche Vorteile genannt werden. Bisher wurde mehrmals erwähnt, dass korrekte Strukturen automatisiert werden müssen. Das gelingt am einfachsten mithilfe von regelmäßiger Übung, ganz getreu der Redewendung „Übung macht den Meister.“ Umso mehr Zeit in wiederholende Arbeit investiert wird, desto besser werden die Übungsinhalte verinnerlicht.10 Zusätzlich dazu ist es enorm bedeutend, dass Fehler gemacht werden, um hinterher aus diesen zu lernen.11 Das bedeutet, dass das Erkennen von fehlerhaften Strukturen dazu führen kann, dass der Lernende die Fehler beim nächsten Mal schneller bemerkt oder er sie sogar vermeiden kann. Ein weiterer entscheidender Vorteil von Grammatikübungen ist, dass viele Sprachlerner erst die einzelnen grammatischen Phänomene verstehen müssen, um sie dann autark verwenden zu können. Dies kann entweder deduktiv oder induktiv, anhand von Übungen geschehen, das hängt jeweils von dem Lerntypen ab.12 Es ergibt sich aus dem vorherigen Absatz folgende Schlussfolgerung: grammatische Übungen sind ein effektives Element im Fremdsprachenunterricht, um sich die korrekten Gefüge einzuprägen und zu verstehen.

Da wir uns auf den kommenden Seiten viel mit Grammatikunterricht und Übungen dazu beschäftigen werden, werden in dem nächsten Abschnitt die verschiedenen Übungstypen und einige wichtige Aspekte darüber vorgestellt. Zuerst einmal gilt es, den regulären Ablauf von neuen grammatikalischen Inhalten aufzuzeigen. Als erstes soll die neue grammatikalische Einheit im Kontext den Lernenden näher gebracht werden. Dafür kann entweder authentisches oder didaktisch-vorbereitetes Material verwendet werden. Danach sollen sich die Lernenden induktiv, deduktiv oder entdeckend die Regeln erarbeiten. Hinterher soll in Transferübungen die ähnliche Struktur, die bereits im vorgegebenen Text dargestellt wurde, angewandt werden. Im darauffolgenden Übungsteil soll das neue Wissen mit Vorwissen verknüpft und eingeübt werden. Das ist folgendermaßen gemeint, beziehen wir uns hier wieder auf den Spanisch-Unterricht: Das neue Element war beispielsweise der Imperfecto und nun soll dieser mit dem Vorwissen, beispielsweise Perfecto simple und/ oder Perfecto compuesto in einer Anwendungsaufgabe kombiniert werden. Durch die unterschiedlichen Schritte des Prozesses soll es idealerweise zur Automatisierung des neuen Stoffes kommen.13

Laut Wißner-Kurzawa kommen fünf Übungstypen vor. Dazu zählen die Zuordnungs-, Transformations-, Substitutions-, Komplementations- und Formationsaufgaben. Bei der Zuordnung stehen dabei auf zwei Seiten verschiedene Elemente, aus jeweils zwei von diesen kann ein Paar gebildet werden. In Transformationsaufgaben werden Strukturen umgewandelt, beispielsweise vom Aktiv in den Passiv oder von der Er-Perspektive in die Ich-Perspektive. Beim Substituieren sollen die Lerner beispielshalber Sätze aus einer vorgegebenen Tabelle fertigen. Die Komplementation umschließt vor allem Lückentexte und bei der Formation sollen Sätze aufgrund eines Bild-, Wort- oder Satzimpulses geschrieben werden. Dabei wird noch unterschieden in stark gesteuert (Substitutionsübungen) bis relativ ungesteuert (Formationsaufgaben). Insgesamt soll jeder Aufgabentypus all diese Kriterien beinhalten: Kreativität zulassen, Eindeutigkeit sowie Progression vorweisen und der Erfahrungswelt der Lernenden entsprechen.14

2.3 Probleme im Umgang mit Grammatik

Im letzten Kapitel wurde unter anderem der reguläre Ablauf von neu eingeführten Grammatikregularien wiedergegeben, soweit klang dies auch erst einmal plausibel. Dennoch tauchen immer wieder Probleme im Grammatikunterricht auf, diese sollen in dem kommenden Unterkapitel behandelt werden. Dazu zu Beginn ein Zitat von Ursula Röllich-Faber:

Grammatik im herkömmlichen Sinn bedeutet: Einführen der Struktur, Erklären der Regel, Anwenden der Struktur in grammatikalisch einwandfreien, kommunikativ oft sinnlosen Zusammenhängen.15

Daraus lässt sich ableiten, dass diese Methode oft langweilig für die Schüler sein kann, sie sie nicht erreicht und dass ihnen das so beigebrachte Wissen wenig in realen Sprachsituationen nützt. Des Weiteren kommt noch das Problem hinzu, dass Grammatiken, auch in Lehrbüchern, oft von Linguisten und/ oder Professoren geschrieben worden sind. Dies kann zu Verständnisschwierigkeiten führen, da die Lernenden die wissenschaftliche Sprache recht häufig nicht verstehen können.16 Für jemanden, der damit täglich agiert, sind Fremdwörter des jeweiligen Fachbereiches üblich und fallen demjenigen auch nicht weiter auf. Für Lernende aus den unterschiedlichsten Bereichen erschwert die für sie komplizierte Sprache meist das Verständnis und behindert demnach auch den Lernprozess. Als letzter Kritikpunkt soll nun die folgende Problematik aufgeführt werden: Die Demotivation der Lernenden, die aufgrund von hoher Fehlerquote bei Grammatikübungen entstehen kann und die daraus resultierenden Folgen.17 Dafür dient folgendes Beispiel: Ein Schüler lernt unglaublich viel und trotzdessen gelingt ihm das Lösen der Aufgaben beziehungsweise des Tests nicht. Dies führt dann dazu, dass er die Lust am Lernen verliert, da es ihm offensichtlich nicht zum gewünschten Lernerfolg führt. Hieraus kann sich dann auch noch ergeben, dass die Lerngruppe unkonzentriert ist, im Unterricht stört und vor allem keine Syntagmen im Langzeitgedächtnis speichern kann, da die Inhalte nicht interessant oder relevant waren.

Unter dem Strich gesagt, kann monotoner Grammatikunterricht mit den immer wiederkehrenden gleichen Strukturen nur ein unerwünschtes Ergebnis erzielen. Das heißt in diesem Fall, dass die Lernenden die Grammatik weder verstehen, noch automatisieren und schon gar nicht anwenden können.

2.4 Kriterien für guten Grammatikunterricht

Gerade haben wir betrachtet, welche Probleme den Grammatikunterricht belasten. Jetzt werden die Lösungsvorschläge dafür und weitere Kriterien für guten Grammatikunterricht dargelegt. Im nun folgenden Kapitel werden drei Themen abgedeckt: erstens das effektive Notieren von Regeln, zweitens die Möglichkeiten, die dem Lehrenden zur Verfügung stehen, um guten Unterricht zu gestalten und drittens Tipps, die er dem Lernenden mitgeben kann.

Die vier Hinweise für das effektive Notieren von grammatikalischen Regeln lauten:

Sie werden immer in prägnanten, leicht verständlichen Sätzen notiert.

Des Weiteren können Merksätze beziehungsweise Eselsbrücken den Lernenden helfen die Regel sich leichter zu merken und länger zu behalten. Als Buchtipp dafür gilt zum Beispiel das Werk von Robert Kleinschroth: „Joke your Way through English Grammar“.

Außerdem sollten Regeln immer an Beispiele gekoppelt sein.

Darüber hinaus hilft die Verbildlichung von Merksätzen, um sie sich besser einprägen zu können. Dies kann mithilfe von Symbolen geschehen, zum Beispiel mit Smileys oder einem Zeitstrahl für die unterschiedlichen Zeitformen.18

[...]


1 Vgl. Literaturverzeichnis S. 27f.

2 Vgl. Brockhaus, Bd. 8, S. 2681.

3 Vgl. Helbig: Grammatik, S. 20f.

4 Vgl. Röllich-Faber: Creative Writing, S. 194; Lado: Sprachunterricht, S. 127; Helbig: Grammatik, S. 21.

5 Vgl. Weydt: Lerner, S. 119f.

6 Vgl. Tschirner: Kompetenz, S. 112.

7 Vgl. Kleinschroth: Sprachen, S. 127.

8 Vgl. Jung: Fremdsprachenunterricht, S. 108.

9 Vgl. Helbig: Grammatik, S. 25-28.

10 Vgl. Kleinschroth: Sprachen, S. 142; Gnutzmann: Grammatikunterricht, S. 177f.

11 Vgl. Sarter: Fremdsprachendidaktik, S. 80.

12 Vgl. Jung: Fremdsprachenunterricht, S. 113.

13 Vgl. Wißner-Kurzawa: Grammatikübungen, S. 232f.

14 Vgl. Wißner-Kurzawa: Grammatikübungen, S. 233-235.

15 Vgl. Röllich-Faber: Creative Writing, S. 194.

16 Vgl. Kleinschroth: Sprachen, S. 130f.

17 Vgl. ebd., S. 135; Vgl. Röllich-Faber: Creative Writing, S. 194.

18 Vgl. Kleinschroth: Sprachen, S. 132-170.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Grammatik im Fremdsprachenunterricht. Wie der Lehrende dem schlechten Ruf entgegenwirken kann
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V288080
ISBN (eBook)
9783656882800
ISBN (Buch)
9783656882817
Dateigröße
1496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grammatik, fremdsprachenunterricht, lehrende
Arbeit zitieren
Marlen Jungbluth (Autor), 2014, Grammatik im Fremdsprachenunterricht. Wie der Lehrende dem schlechten Ruf entgegenwirken kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288080

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