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Der Einfluss von Qigong auf das dynamische Gleichgewicht bei 10 – 11-jährigen Schülern

Titel: Der Einfluss von Qigong auf das dynamische Gleichgewicht bei 10 – 11-jährigen Schülern

Magisterarbeit , 2012 , 116 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ronny Steinbrück (Autor:in)

Sport - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Faszination für ostasiatische Trainingsinhalte und -methoden, wie auch für die ostasiatische Philosophie, begann in der Zeit meines Karate-Trainings während der Kindheit und frühen Jugend. Das Training begann nach der Begrüßung mit einem Ritual, bei dem sich kniend und mit geschlossenen
Augen, jeder nur auf sich selbst zu konzentrieren hatte. Das fiel mir als Kind sehr schwer und oft genug bin ich vom Trainer ermahnt worden, weil ich blinzelte und wissen wollte, was die anderen machten. Die regelmäßige Praxis und die persönliche Reifung während der Jahre im Karateverein führten allerdings dazu, dass die beabsichtigte Wirkung des Begrüßungsrituals irgendwann wie von alleine eintrat, ich mich also tatsächlich nur noch auf mich im Hier und Jetzt konzentrierte. Im Zuge meiner Auseinandersetzung mit Qigong und Meditation weiß ich heute, dass dieses kniende Schweigen zu Beginn des Trainings eine Form der Meditation darstellte. In den Augenblicken der Ruhe und frei von ablenkenden Reizen durch andere, war es uns möglich, uns in-uns selbst zu versenken, uns körperlich zu entspannen und dadurch konzentrierter und fokussierter mit dem Training zu beginnen. Es war eine Form der Sammlung des Qi, oder wie man es hierzulande umgangssprachlich nennt: der „Körperkräfte“. Denn, so meine Annahme, die Sammlung der körperlichen und geistigen Kräfte kann ein wichtiger Ausgangspunkt sein, um im Anschluss bestmögliche Leistungen erbringen zu können. Während des Trainings gab es diverse Gleichgewichtsübungen, bei denen auf einem Bein gestanden werden musste. Um das Gleichgewicht halten zu können, gab uns unser Trainer den Hinweis, dass wir uns auf einen beliebigen Punkt fokussieren sollten. Solange
dieser visuelle und damit auch mentale Fokus aufrechterhalten wurde, half es, das Gleichgewicht zu halten. Es stellt sich in dieser Magisterarbeit jedoch nicht die Frage nach einer Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit, im Sinne einer Schulung einer motorischen Fertigkeit, sondern die Sammlung von Aufmerksamkeit und die Steigerung der Konzentration bilden den inhaltlichen Kern der Pilotstudie in dieser empirischen Untersuchung. Um den Zustand verstärkter Fokussierung zu erreichen, wird die noch wenig etablierte Methode des Qigong bei Kindern angewendet. Diese ostasiatische Form der bewegten Meditation scheint dafür
geeignet, den Übenden in den beschriebenen psychischen und physischen Zustand zu versetzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Qigong

2.1 Begriffliche Herkunft und zeitliche Einordnung

2.2 Bedeutung der Wortbestandteile „Qi“ und „Gong“

2.3 Verschiedene Arten von Qigong

2.4 Anwendung von Qigong in Schule und Sport

2.5 Nicht-Notwendigkeit des religiösen Bezugs

2.6 Ausgewählte Studien zu Qigong und Meditation

2.6.1 Kontrolle der Aufmerksamkeit

2.6.2 Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Denkens gegen Störungen

2.6.3 Entspannung durch Meditation: Die Leistung von Sportschützen

2.6.4 Forschungsdefizite

3 Meditation

3.1 Meditation und die Veränderung der Aufmerksamkeitsleistung

3.2 Herkunft und Charakteristik der Meditation

3.3 Meditation und Atmung

3.4 Zusammenhang zur Untersuchung

4 Bedingungen optimaler Leistungsentfaltung

4.1 Das Konzept der Handlungsregulation nach Luo

4.2 Ergebnisse der Untersuchung Luos

4.3 Kritische Einschätzung

5 Csikszentmihalyis Konzept des Flow-Erlebnis

5.1 Komponenten des Flow

5.2 Parallele zum Qigong

5.3 Kritische Einschätzung

5.4 Fazit

6 Modelle der Bewegungswissenschaft

6.1 Paradigmen der Informationsverarbeitung

6.1.1 Open-Loop- und Closed-Loop-Kontrolle

6.1.2 Kritik an den Programmtheorien

6.1.3 Generalisierte motorische Programme

6.1.4 Äquilibriumspunkthypothese

6.1.5 Exkurs: Sensorische Mechanismen der Bewegungskontrolle

6.2 Systemdynamischer Ansatz

6.3 Zwischenstand

7 Gleichgewichtsfähigkeit

7.1 Definition der Gleichgewichtsfähigkeit

7.2 Formen der Gleichgewichtsfähigkeit

7.3 Organisation des Gleichgewichts

7.3.1 Die inneren Informationssysteme

7.3.2 Die äußeren Informationssysteme

7.3.3 Weitere Bestimmungsfaktoren der Gleichgewichtsfähigkeit

7.3.4 Verarbeitung der Sinnesreize

8 Problemstellung und Untersuchungshypothese

8.1 Problemstellung

8.2 Untersuchungshypothese

9 Methodik

9.1 Stichprobe

9.2 Untersuchungsaufbau

9.3 Untersuchungsdurchführung

9.3.1 Durchführung der Pre- und Post-Tests

9.3.2 Durchführung der Trainingsphase

9.3.2.1 Inhalt der Experimentalgruppe

9.3.2.2 Inhalt der Kontrollgruppe

9.4 Stichprobencharakteristik

9.5 Prüfverfahren

9.6 Statistisches Verfahren

10 Ergebnisse

10.1 Deskriptive Statistik

10.2 Analytische Statistik

10.3 Zusammenfassung

11 Diskussion

12 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit untersucht den Einfluss von Qigong als Methode zur Fokussierung und Entspannung auf das dynamische Gleichgewicht bei 10- bis 11-jährigen Schülern. Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob durch eine gezielte meditative Praxis vor einem motorischen Test (MFT-Balance-Board) eine Leistungsverbesserung durch reduzierte Reizverarbeitung und gesteigerte Aufmerksamkeit erzielt werden kann.

  • Wirkungsweise von Qigong auf Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Psychologische Konzepte der Handlungsregulation und des Flow-Erlebnisses
  • Grundlagen der motorischen Kontrolle und sensorischen Informationsverarbeitung
  • Empirische Pilotstudie mit 5. Klässlern an einem Gymnasium
  • Vergleich von Experimental- und Kontrollgruppe zur Kontrolle von Motivationseffekten

Auszug aus dem Buch

2.3 Verschiedene Arten von Qigong

Eine erste Übersicht zu einem differenzierten Verständnis von Qigong findet sich bei Bölts et al. (1993). Sie gliedern es grob in drei Arten, wobei an erster Stelle die Schulrichtungen angeführt werden. Diese unterteilen sich in:

a) konfuzianische Schule, welche im Kern eine politische Orientierung meint. Die Idee dahinter lautet: erst wenn der Mensch gelernt hat sich selbst zu beherrschen, ist er in der Lage eine Familie, oder auf einer nächst höheren Stufe, einen Staat zu führen,

b) die daoistische Schule vertritt eine kosmologische Sicht. Hierunter wird verstanden, dass durch die Meditation eine Einheit von Individuum und Universum erlangt wird,

c) die buddhistische Schule bietet eine religiöse Orientierung für das Qigong-Üben an, welche eine Befreiung von dem durch die Welt verursachtem Leiden durch Meditation anstrebt. Die Versenkung soll hier zu Weisheit und Erleuchtung führen,

d) die medizinische Schule, wobei Qigong zur (Wieder-) Herstellung des Gleichgewichts zwischen Yin und Yang führen soll,

e) die Schulrichtung der Kampfkunst durch Qigong soll zu einer besseren Beherrschung der inneren Kräfte führen, in deren Folge auch die Beherrschung der Körperkräfte angestrebt wird (Luo, 1996). Das populärste Beispiel hierfür sind die international tourenden Shaolin-Mönche, die mit Kung Fu bei ihren spektakulären Shows beeindrucken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Faszination für ostasiatische Methoden und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Qigong auf die Gleichgewichtsfähigkeit von Kindern.

2 Qigong: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über Qigong, erläutert die Bedeutung der Begriffe Qi und Gong sowie die verschiedenen Anwendungsbereiche in Schule und Sport.

3 Meditation: Hier wird der Zusammenhang zwischen Meditation, Aufmerksamkeit und physiologischen Prozessen wie der Atmung sowie deren Relevanz für sportliche Leistungsfähigkeit beleuchtet.

4 Bedingungen optimaler Leistungsentfaltung: Das Kapitel stellt das Konzept der Handlungsregulation nach Luo vor, das den Einfluss von Qigong auf den psycho-physischen Zustand theoretisch begründet.

5 Csikszentmihalyis Konzept des Flow-Erlebnis: Der Autor diskutiert das Modell des Flows und zieht Parallelen zum Qigong als Methode, um Körper und Geist in einen einheitlichen Leistungszustand zu bringen.

6 Modelle der Bewegungswissenschaft: Es erfolgt eine Gegenüberstellung von klassischen informationsverarbeitenden Modellen und dem modernen systemdynamischen Ansatz zur Erklärung motorischer Kontrolle.

7 Gleichgewichtsfähigkeit: Definition und Systematisierung der Gleichgewichtsfähigkeit sowie die Bedeutung sensorischer Analysatoren und zentralnervöser Verarbeitung stehen hier im Fokus.

8 Problemstellung und Untersuchungshypothese: Der Autor operationalisiert die Forschungsfrage und stellt die Null- sowie Alternativhypothese für die empirische Untersuchung auf.

9 Methodik: Beschreibung des Studiendesigns, der Stichprobe, des MFT-Balance-Boards als Testinstrument sowie der Durchführung des Trainings (Qigong vs. Parkour).

10 Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven und analytischen Statistik zur Untersuchung der Stabilitätsindizes beider Gruppen.

11 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, Interpretation der Effektstärken und Reflexion über die methodischen Limitationen der Studie.

12 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Synthese der Ergebnisse sowie Empfehlungen für zukünftige interdisziplinäre Forschungsansätze in der Sportwissenschaft.

Schlüsselwörter

Qigong, Meditation, Gleichgewichtsfähigkeit, motorische Kontrolle, Handlungsregulation, Flow-Erlebnis, MFT-Balance-Board, Schüler, sportliche Leistung, Konzentrationssteigerung, Systemdynamik, Psychophysiologie, Bewegungslehre, empirische Untersuchung, Aufmerksamkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Qigong-Übungen auf das dynamische Gleichgewicht bei 10- bis 11-jährigen Schülern einer 5. Klasse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Bewegungswissenschaft (motorische Kontrolle) mit psychologischen Theorien zur Handlungsregulation und zum Flow-Erleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geprüft werden, ob Schüler durch gezieltes Qigong-Training vor einem Balance-Test eine bessere Konzentration und somit einen verbesserten Stabilitätsindex erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine univariat und zweistufig angelegte einfaktorielle Studie, bei der eine Experimental- und eine Kontrollgruppe mittels t-Test für abhängige Stichproben verglichen wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Qigong, Meditation, Flow und Bewegungskontrolle sowie in die detaillierte Beschreibung und Auswertung einer empirischen Pilotstudie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Qigong, Gleichgewichtsfähigkeit, motorische Kontrolle, Flow-Erlebnis, Aufmerksamkeit und Handlungsregulation.

Warum wurde Le Parkour für die Kontrollgruppe gewählt?

Um die Drittvariable "Motivation" zu kontrollieren und den Kindern der Kontrollgruppe ebenfalls ein attraktives, den Lehrplan ergänzendes Training anzubieten, ohne den fokussierten Entspannungseffekt des Qigong zu imitieren.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung?

Es konnte keine statistisch signifikante Verbesserung der Treatmentgruppe nachgewiesen werden, jedoch zeigte die Effektstärkenanalyse (d=0.57) einen großen praktischen Effekt, der einen Trend zur Signifikanz aufzeigt.

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss von Qigong auf das dynamische Gleichgewicht bei 10 – 11-jährigen Schülern
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Sportwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Ronny Steinbrück (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
116
Katalognummer
V288098
ISBN (eBook)
9783656883371
ISBN (Buch)
9783656883388
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Qigong Gleichgewicht Flow Fokussierung Kinder Gymnasium Schule 10-jährige Ostasiatisch Meditation Bewegungswissenschaft Sportwissenschaft alternative Trainingsmethode Informationsverarbeitung Leistungssteigerung MFT Balance Board Entspannung China Qi Atmung Wolfgang I. Schöllhorn Perikles Simon Gong Aufmerksamkeit Handlungsregulation Csikszentmihalyi Bewegungskontrolle Gleichgewichtsfähigkeit Informationssystem Stichprobe Treatment
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ronny Steinbrück (Autor:in), 2012, Der Einfluss von Qigong auf das dynamische Gleichgewicht bei 10 – 11-jährigen Schülern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288098
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  116  Seiten
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