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Die Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders - Versuch einer Typologie mit besonderer Berücksichtigung der sprachlichen und ästhetischen Reflexion

Title: Die Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders - Versuch einer Typologie mit besonderer Berücksichtigung der sprachlichen und ästhetischen Reflexion

Seminar Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Erik Fischer (Author)

History - Basics
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Die Herdersche Geschichtsphilosophie ist sehr komplex. Eine ausführliche Darstellung dieser, würde den Rahmen der Arbeit sprengen. Aus diesem Grund wird sich die Arbeit lediglich mit einem Aspekt näher auseinandersetzen: Mit seinem Verhältnis zur Sprache und Ästhetik als Ausdrucksmittel einer Geschichtsphilosophie. Vorangestellt wird diesen Kapiteln ein allgemein gehaltener Überblick über die Ausformung der Geschichtswissenschaft, und speziell der Geschichtsphilosophie im 18. Jahrhundert, wobei jedoch auf eine detaillierte, historisiernde Ausführung verzichtet wird. Dem schließt sich der Versuch an, die Grundideen der Herderschen Geschichtsphilosophie in einer Typologie darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ziel, Inhalt und Grundlagen der Arbeit

2. Die Geschichtswissenschaft in der Aufklärung: Entwicklung einer philosophischen Betrachtung von „Geschichte“

3. Herders Geschichtsphilosophie - Versuch einer Typologie

3.1 „Gesetze“ in der Geschichte

3.2 Der Ursprungs- und Entwicklungsgedanke

3.3 Philosophische Erkenntnis der Geschichte

3.4 Die Bestimmung der Gegenwart und Zukunft

3.5 Geschichtlichkeit und menschliche Natur

4. Sprachliche und ästhetische Reflexion in der Geschichtsphilosophie Herders

5. Zusammenfassung und Ausblick. Herder als „Gründervater des Historismus“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit setzt sich mit der Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf der Verbindung von historischen, sprachlichen und ästhetischen Reflexionen liegt. Ziel ist es, Herders komplexes Denken in einer Typologie zu strukturieren und seine Rolle sowie die Bedeutung seines Konzepts im Kontext des Historismus kritisch zu hinterfragen.

  • Die philosophische Fundierung von Geschichtsschreibung im 18. Jahrhundert.
  • Die methodische und inhaltliche Typologie von Herders Geschichtsphilosophie.
  • Das Konzept der "Poetisierung der Geschichte" als zentrale Erkenntnisform.
  • Die paradoxe Einheit von Kontinuität und Diskontinuität im Geschichtsverständnis.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Herder als vermeintlichem "Gründervater des Historismus".

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Ursprungs- und Entwicklungsgedanke

Im Mittelpunkt steht dabei für ihn die Suche nach einem „gesetzlichen“, zuweilen auch „genetischen“ Zusammenhang der Geschichte. Diesen glaubt Herder im Ursprung alles Geschichtlichen und somit Menschlichen gefunden zu haben, der sich für ihn im biblischen Schöpfungsbericht manifestiert. In der Genesis glaubt er „die Struktur eines Geist-Zeichen von historiologischer Signifikanz entdeckt zu haben.“ Dieses „Geist-Zeichen“ ist für ihn die sogenannte Schöpfungshieroglyphe.

Der Sinn dieser Schöpfungshieroglyphe ist der, dass „Herder [...] davon überzeugen [will], daß sich in der hieroglyphischen Dialektik der ontische Vorgang des Erscheines von Welt überhaupt reflektiert.“ Aus dem so gewonnenen Schema machte er nun seine geschichtsphilosophischen Ableitungen, indem er das Modell mit sozialen Komponenten semantisch variierte.

Von diesem einem Ursprung aus hat sich nun das gesamte Menschengeschlecht in einem Prozess zunehmender Differenzierung entwickelt. Das von Herder eingeführte Baum-Gleichnis soll dabei die Kontinuität im Prozess dieser zunehmenden „Zerstreuung der ursprünglichen Einheit“ darstellen und somit ein „Ganzes in der Vielfalt“. Im selben Kontext sind auch die Lebensalter-Analogie und die Strom-Metapher einzuordnen. Auf der anderen Seite betont jedoch Herder auch immer wieder ein Moment der Diskontinuität in der Geschichte, die für ihn besteht, in der „uneingeschränkt positiv bewerteten Konstituierung von Individualität in der Geschichte, in der Gestalt eines Einzelnen oder einer Nation.“ Das Ziel der Geschichte liegt für Herder dann darin, in dem ursprünglichen Zustand der Einheit zurückzukehren, der dann allerdings nur vorübergehend wäre, „denn Herder entdeckt in der Ruhe der vollendeten Individualität zugleich die Unruhe der noch nicht realisierten menschlichen Möglichkeiten.“ Geschichte besteht für Herder also in einer paradoxen Einheit von Kontinuität und Diskontinuität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ziel, Inhalt und Grundlagen der Arbeit: Einführung in die Problemstellung und die methodischen Schwierigkeiten einer ganzheitlichen Interpretation von Herders vielfältigen geschichtsphilosophischen Schriften.

2. Die Geschichtswissenschaft in der Aufklärung: Entwicklung einer philosophischen Betrachtung von „Geschichte“: Skizzierung des Wandels der Geschichtsschreibung im 18. Jahrhundert hin zu einer pragmatischen und philosophisch reflektierten Disziplin.

3. Herders Geschichtsphilosophie - Versuch einer Typologie: Strukturierung von Herders Geschichtsdenken in vier Kategorien (transzendental, exegetisch, anthropologisch, ästhetisch) sowie detaillierte Untersuchung der zentralen Konzepte wie Gesetze, Ursprung, Sinn und menschliche Natur.

4. Sprachliche und ästhetische Reflexion in der Geschichtsphilosophie Herders: Untersuchung der engen Verknüpfung von Sprache, Dichtung und Geschichte sowie der Rolle des "Bildes" und des Dramas als Instrumente der geschichtsphilosophischen Darstellung.

5. Zusammenfassung und Ausblick. Herder als „Gründervater des Historismus“: Kritische Reflexion der Herder-Rezeption und Bewertung seiner Wirkmächtigkeit für die neuere Geschichtstheorie und den Historismus.

Schlüsselwörter

Johann Gottfried Herder, Geschichtsphilosophie, Aufklärung, Historismus, Poetik, Sprache, Ästhetik, Metaphorik, Genesis, Kontinuität, Diskontinuität, Anthropologie, Humanität, Dramaturgie, Schöpfungshieroglyphe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das geschichtsphilosophische Denken Johann Gottfried Herders und analysiert insbesondere das Verhältnis von Geschichte zu Sprache und Ästhetik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Herdersche Geschichtsphilosophie, die Rolle des historischen Denkens in der Aufklärung sowie der Zusammenhang zwischen poetischer Darstellung und historischer Erkenntnis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine typologische Aufarbeitung der Herderschen Geschichtsphilosophie, um die Komplexität seines Werkes angesichts der verschiedenen philosophischen Diskurse, die er bediente, zu systematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer intensiven Literatur- und Quellenanalyse, die Herders Schriften im Lichte der zeitgenössischen Forschung interpretiert und in einen historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Herders Konzepte von Gesetzen in der Geschichte, seine Suche nach Ursprüngen, die philosophische Erkenntnis der Geschichte sowie die Bedeutung von Metaphern, Bildern und dramatischen Strukturen für seine Geschichtsauffassung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Herders Geschichtsphilosophie, Ästhetisierung der Geschichte, Historismus, Poetisierung, ontologische Erkenntnis und der Zusammenhang von Menschheit und Natur.

Wie bewertet der Autor Herder als "Gründervater des Historismus"?

Der Autor stuft diese Einschätzung als problematisch ein, da sie den komplexen und oft paradoxen Charakter von Herders Denken zu stark vereinfacht, sieht ihn jedoch als bedeutenden Vorläufer.

Welche Rolle spielt die "Schöpfungshieroglyphe" in Herders Denken?

Sie dient als Modell für den ontologischen Vorgang des Erscheinens der Welt und ermöglicht es Herder, soziale und historische Prozesse in ein semantisches, durch göttliche Vorsehung gesichertes System einzuordnen.

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Details

Title
Die Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders - Versuch einer Typologie mit besonderer Berücksichtigung der sprachlichen und ästhetischen Reflexion
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Das Zeitalter der Aufklärung
Grade
2,0
Author
Erik Fischer (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V28812
ISBN (eBook)
9783638304924
ISBN (Book)
9783638692151
Language
German
Tags
Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders Versuch Typologie Berücksichtigung Reflexion Zeitalter Aufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Erik Fischer (Author), 2004, Die Geschichtsphilosophie Johann Gottfried Herders - Versuch einer Typologie mit besonderer Berücksichtigung der sprachlichen und ästhetischen Reflexion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28812
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