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Klösterliche Gerichtsbarkeit

Title: Klösterliche Gerichtsbarkeit

Term Paper , 2003 , 12 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Anonym (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Das Zisterzienserinnen Kloster Harvestehude, wurde 1245 in einem elbnahen Dorf, mit
dem Namen „Herwardeshuthe“ gegründet
Nach diesem Dorf, wurde auch das Kloster benannt. 1295 zogen die Nonnen an die
Alster um, den ursprünglichen Namen des Klosters konnten sie aber, bis zu seinem
Abriss im 16. Jahrhundert, beibehalten
Im Laufe dieser Zeit, hatte das Kloster Harvestehude, durch Schenkungen und
Eigenvermögen einen großen Besitz angehäuft. Besondere Bedeutsamkeit für die
Finanzierung des Klosters, bekamen dabei die Landgüter.
Im Jahre 1380, hatte die Fläche des Klosters, derlei große Ausmaße erreicht, dass sie in
ihrem Umfang selber größer war, als die Stadt Hamburg1. Genauso gewaltig, wie sein
Grundbesitz, war auch der damit verbundene Reichtum für das Kloster. Doch nicht die,
für die Zisterzienser angestrebte und charakteristische Eigenwirtschaft, verhalf dem
Kloster zu seinem großen Wohlstand, sondern primär, die Klosteruntertanen, die ihre
Abgaben an das Kloster zu entrichten hatten.
Die für diese Arbeit zugrunde liegende Quelle in Form eines Mandates zeigt, dass diese
Abgaben nicht immer freiwillig gemacht wurden, sondern von dem Kloster teilweise
erzwungen werden mussten.
Auf dieses Problem soll im folgenden eingegangen werden.
Die damit verbundene Fragestellung lautet:
Wie machte das Kloster Harvestehude seine Herrschaftsansprüche gegenüber seinen
Untertanen geltend?
Und welche Konsequenzen konnte dies für die Untertanen zur Folge haben?
Bei der Literaturrecherche für diese Arbeit musste ausschließlich auf Sekundärliteratur
zurückgegriffen werden, da keine vergleichbaren Quellen gefunden wurden. Auch in
der Sekundärliteratur wurde kein ähnlicher Fall erläutert. Besonders ergiebig zeigten
sich jedoch zwei Bücher in Bezug auf die Exkommunikationspraxis. Rees stellt eine
ausführliche Untersuchung über das kirchliche Strafrecht dar, besonders der
geschichtliche Diskurs dieser Untersuchung war für diese Arbeit ertragreich2. [...]
1 Vgl.: Lappenberg, Johann Martin: Von der Cistercienserinnen-Abtei zu Herwardeshuthe und deren
Umwandlung in das St.Johannis-Kloster. - In:ZHG 4, S. 527
2 Rees, Wilhelm: Die Strafgewalt der Kirche. Das geltende kirchliche Strafrecht - dargestellt auf der
Grundlage seiner Entwicklungsgeschichte. Geschichtlicher Diskurs: S. 116-169

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Mandat aus dem alten Harvestehuder Kopialbuch

3. Die Bedeutung des Harvestehuder Mandats

4. Das Kloster Harvestehude als Herrschaftsträger

4.1 Die Grundzüge der Herrschaft

4.2 Die klösterliche Gerichtsbarkeit

5. Schlussbetrachtung

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Mandats des Klosters Harvestehude die Art und Weise, wie das Kloster seine Herrschaftsansprüche gegenüber den Untertanen durchsetzte. Dabei wird analysiert, welche Rolle die Androhung von Sanktionen, insbesondere der Exkommunikation, spielte und welche sozialen Konsequenzen sich für die betroffenen Untertanen daraus ergaben.

  • Analyse eines klösterlichen Mandats als historische Quelle
  • Untersuchung der wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Kloster und Untertanen
  • Die Funktion der Exkommunikation als Machtinstrument des Klosters
  • Darstellung der klösterlichen Grundherrschaft und Gerichtsbarkeit

Auszug aus dem Buch

3. Die Bedeutung des Harvestehuder Mandats

Der Formularcharakter des Harvestehuder Mandats, garantierte eine mehrfach Verwendung. Dieser Form der Erstellung, war höchstwahrscheinlich die Erfahrung voraus gegangen, dass Klosteruntertanen, ihre Abgaben, nicht immer fristgemäß ablieferten.

Von diesen Abgaben aber, waren die Nonnen des Klosters abhängig, denn sie wollten gemäß ihrer Herkunft auch im Kloster weiterhin die Lebensart des hohen und niederen Adels pflegen.

Damit nun, bei Zehntverweigerungen zukünftig, nicht jedes Mal, ein neues Schreiben aufgesetzt werden musste, war das Mandat so gestaltet, dass es jederzeit als Vorlage genutzt werden konnte.

Durch diesen Umstand sind auch eventuelle Fälschungen des Originals auszuschließen. Schließlich konnte das Mandat, beim Abschreiben, je nach Bedarf verändert werden. Zudem enthält es keine rechtliche Aussagekraft, wie z.B. bei Schenkungsurkunden, bei denen Fälschungen, den Mehrwert erhöhen konnten.

Vermutlich reihten sich neben diesem Mandat noch andere Verwarnungen gleicher Art ein. Verschiedenen kirchlichen Vorschriften gemäß, musste der Zehntverweigerer nämlich gewöhnlich dreimalig verwarnt werden, bevor die Exkommunikation verhängt werden durfte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Fragestellung zur Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen durch das Kloster Harvestehude.

2. Das Mandat aus dem alten Harvestehuder Kopialbuch: Erläuterung der Überlieferungsgeschichte des Kopialbuchs und der Beschaffenheit der untersuchten Quelle.

3. Die Bedeutung des Harvestehuder Mandats: Analyse des Formularcharakters der Quelle als Mittel zur effizienten Durchsetzung von Abgabeforderungen.

4. Das Kloster Harvestehude als Herrschaftsträger: Darstellung der sozioökonomischen Struktur und der verschiedenen Formen der Abhängigkeit der Untertanen.

4.1 Die Grundzüge der Herrschaft: Untersuchung der Bewirtschaftungsformen wie Pacht- und Lehnswesen im Kontext der klösterlichen Macht.

4.2 Die klösterliche Gerichtsbarkeit: Erörterung der Exkommunikation als kirchliches Strafmittel zur Durchsetzung weltlicher Herrschaftsansprüche.

5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse, die das Spannungsfeld zwischen Machtausübung und Machtmissbrauch im Klosteralltag aufzeigt.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Kloster Harvestehude, Mandat, Kopialbuch, Herrschaft, Gerichtsbarkeit, Exkommunikation, Klosteruntertanen, Mittelalter, Zisterzienser, Abgaben, Zehntwesen, Kirchenrecht, Grundherrschaft, Lehnswesen, Machtausübung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines historischen Mandats des Klosters Harvestehude aus dem Mittelalter und dessen Funktion als Herrschaftsinstrument.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die klösterliche Grundherrschaft, die Abgabepflichten der Untertanen und die Anwendung kirchlicher Strafen zur Sicherung dieser Ansprüche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie das Kloster seine Herrschaftsansprüche gegenüber den Untertanen geltend machte und welche Folgen dies, speziell durch die Drohung mit der Exkommunikation, für die betroffenen Personen hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Quelleninterpretation, bei der ein spezifisches Mandat anhand von Sekundärliteratur zur Rechts- und Sozialgeschichte des Mittelalters analysiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Mandats als Formular, die Analyse der Herrschaftsstrukturen (Pacht/Lehen) und die rechtliche Einordnung der klösterlichen Strafgewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Charakteristische Begriffe sind Harvestehude, Exkommunikation, Grundherrschaft, Klosteruntertanen und Machtausübung.

Warum war der Formularcharakter des Mandats so wichtig für das Kloster?

Der Formularcharakter ermöglichte es dem Kloster, das Dokument flexibel als Vorlage zu verwenden, ohne bei jeder neuen Abgabeverweigerung ein komplett neues Schreiben aufsetzen zu müssen.

Wie hing die Exkommunikation mit weltlichen Belangen zusammen?

Obwohl die Exkommunikation eine schwere kirchliche Strafe darstellte, nutzte das Kloster sie gezielt als Mittel, um bei rein weltlichen Delikten – wie der Nichtzahlung von Abgaben – Druck auf die Untertanen auszuüben.

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Details

Title
Klösterliche Gerichtsbarkeit
College
University of Hamburg
Grade
1,2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
12
Catalog Number
V28813
ISBN (eBook)
9783638304931
Language
German
Tags
Klösterliche Gerichtsbarkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Klösterliche Gerichtsbarkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28813
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