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Kampfsport und Gewaltbereitschaft. Inwiefern eignet sich Kampfsport als gewaltpräventive Maßnahme bei Kindern und Jugendlichen?

Título: Kampfsport und Gewaltbereitschaft. Inwiefern eignet sich Kampfsport als gewaltpräventive Maßnahme bei Kindern und Jugendlichen?

Tesis (Bachelor) , 2014 , 39 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Moritz Bibow (Autor)

Deporte - Sociología deportiva
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„[...] Kampfsportarten wie zum Beispiel Judo oder Karate [haben] inzwischen selbst bei Jungen im Grundschulalter vergleichsweise große Beliebtheit gewonnen“ (Robert Koch-Institut, 2014, 21).
Die Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland zeigt, dass Kampfsport aktuell nach Fußball und Schwimmen zu den häufigsten Sportarten aktiver Jungen im Alter bis 17 Jahren zählt.
Trotz und vermutlich auch wegen der ansteigenden Beliebtheit ist Kampfsport in der Pädagogik und Jugendarbeit nach wie vor ein umstrittenes Thema, gerade wenn es um den Bereich der Gewaltprävention geht. Sowohl auf Seiten der Gegner, als auch auf Seiten der Befürworter gewaltpräventiver Maßnahmen durch Kampfsport, finden sich nachvollziehbare Thesen und Argumente. So lassen sich auf der Basis einer umfangreichen Literaturanalyse zwei grundsätzlich konträre Theorien formulieren:
Die eine Theorie besagt, dass eine Ausübung von Kampfsport tendenziell zu einer Steigerung der Aggressivität und Gewaltbereitschaft führt. Die Verfechter einer solchen Annahme gehen davon aus, dass Jugendliche Kampfsportler zu „Kampfmaschinen“ ausgebildet werden, die den Drang haben, die im Training erlernten Techniken auch im Alltag auszuprobieren und unbegründet anzuwenden.
Wer regelmäßig und über einen längeren Zeitraum immer wieder lernt und übt, anderen mit gefährlichen Schlägen und Tritten Gewalt anzutun (selbst im Falle reiner Selbstverteidigung), kann schwerlich behaupten, sein Handwerk [...] diene der sozialen Erziehung zu friedlichen, gewaltfreien Menschen! (Wolters, 2013, S. 3)
Diese Theorie knüpft sich intensiv an die Paradoxie, die auf den ersten Blick entsteht, wenn Kampfsport, der selbst Gewalt beinhaltet, als gewaltpräventive Maßnahme eingesetzt werden soll.
Die zweite, in der Literatur weit verbreitete Annahme arbeitet mit einer entgegengesetzten Argumentation. Die Befürworter der Gewaltprävention durch Kampfsport betonen, dass eine Kanalisierung des Gewaltverhaltens stattfindet und dass die Kampfsporttreibenden lernen, ihre Aggressionen zu kontrollieren. Diese Theorie geht davon aus, dass sich Eigenschaften eines Kampfsporttrainings wie Struktur, Ordnung, die Fairness und feste Einhaltung der Regeln positiv auf den Alltag der Jugendlichen übertragen können. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Gewaltprävention (Definition)

2.2 Differenzierung von Kampfkunst und Kampfsport

2.3 Allgemeine Merkmale des Kämpfens

2.4 Spezifische Eigenschaften und Ziele ausgewählter Kampfsportarten

2.5 Kampfsport als Gewaltprävention im Bereich der sozialen Arbeit und Pädagogik

2.5.1 Kampfsport und Gewaltprävention – ein Paradoxon?

2.5.2 Studien zum Thema Kampfsport und Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen

2.5.3 Warum gerade Kampfsport als Mittel der Prävention?

2.5.3.1 Pädagogischer und Sozialer Nutzen von Kampfsport

2.5.3.2 Physiologischer Nutzen von Kampfsport

2.5.4 Ausgewählte Gewaltpräventionsangebote mit Kampfsportinhalten

2.5.4.1 „Durchboxen im Leben“ - Das Trainingscamp von Lothar Kannenberg

2.5.4.2 Wo rohe Kräfte sinnvoll walten – Ringen, Rangeln und Raufen

3 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Kampfsport als pädagogisches Mittel zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen geeignet ist und welche Faktoren hierbei über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

  • Theoretische Auseinandersetzung mit Gewaltprävention und den Unterschieden zwischen Kampfsport und Kampfkunst.
  • Analyse der potenziellen Risiken und Chancen von Kampfsportaktivitäten für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.
  • Diskussion von Studien zum Zusammenhang zwischen Kampfsport und Gewaltbereitschaft.
  • Vorstellung und Bewertung konkreter Präventionsprogramme wie "Durchboxen im Leben" sowie spielerischer Ansätze aus "Ringen, Rangeln und Raufen".

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Kampfsport und Gewaltprävention – ein Paradoxon?

Anhand der im vorherigen Kapitel beschriebenen Merkmale bekannter Kampfsportarten lässt sich auf den ersten Blick schwer nachvollziehen, in welcher Hinsicht und Konstellation bestimmte Kampfsportarten eine gewaltpräventive Funktion für Kinder und Jugendliche haben könnten. Denn viele der zuvor genannten Aspekte werden auch von zahlreichen Autoren als Gegenspruch für die präventive Wirkung dieser Sportarten verwendet:

Die [...] Gemeinsamkeit über die Kampfsportarten hinweg ist trivialerweise, daß sich alle Kampfsportarten mehr oder minder intensiv damit beschäftigen, wie man einem anderen Menschen Leid zufügt. Das ist die generelle Gemeinsamkeit. Die Art dieser Gewaltanwendung ist aber gleichzeitig das Merkmal, an dem man die verschiedenen Kampfkünste unterscheiden muß: Je brutaler die Kampfsportarten sind, als desto zweifelhafter müssen sie im Sinne der Gewaltprävention (pT) angesehen werden. (Junk & Manzel, 1999, S. 12)

Junk und Manzel (1999) betonen in ihrem Aufsatz „Kampfkunst und Gewaltprävention aus der Sicht eines Aikido-Meisters und eines Psychologen“ die Gefahrenpotentiale, die von einigen Kampfsportarten in Verbindung mit bestimmten Charaktertypen ausgehen. Die Autoren nehmen also an, dass es in hohem Maße von den Motiven des Kampfsporttreibenden abhängig ist, ob der Sport für ihn eine gewaltpräventive oder aber eine gewaltfördernde Wirkung hat. Als negatives Beispiel nennen sie hier Personen, die Kampfsport mit dem Ziel betreiben, möglichst effektiv Gewalt und damit einhergehend auch Macht ausüben zu können (vgl. ebd., S. 2ff). Pilz (2004, S. 15) verfolgt eine ähnliche Theorie und unterstreicht die Gefahr fehlgeleiteter Motivationsstränge, die dazu führen können, „dass Kampfkunstangebote in einen Kult des Siegens und der Gewalt münden und gewaltpräventive Bemühungen ins Gegenteil verkehren“. Mittels der folgenden Eigenschaften, die die Wirkung von Gewalt im Bezug auf Kinder und Jugendliche näher beschreiben, lässt sich eine dementsprechende Entwicklung sogar logisch nachvollziehen:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Beliebtheit von Kampfsportarten und die daraus resultierende Kontroverse über deren Nutzen im Kontext der Gewaltprävention.

2 Hauptteil: Der Hauptteil definiert Gewaltprävention, grenzt Kampfsport von Kampfkunst ab, analysiert die Merkmale des Kämpfens, prüft Studien zur Gewaltbereitschaft und diskutiert pädagogische, soziale sowie physiologische Nutzenfaktoren anhand konkreter Präventionsprogramme.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nicht der Kampfsport per se, sondern dessen spezifische Inszenierung und Vermittlung durch qualifizierte Trainer entscheidend für eine gewaltpräventive Wirkung ist.

Schlüsselwörter

Kampfsport, Gewaltprävention, Kampfkunst, Pädagogik, Sozialarbeit, Jugendhilfe, Aggression, Persönlichkeitsentwicklung, Körperkontrolle, Fair Play, Gewaltbereitschaft, Präventionsprogramme, Durchboxen im Leben, Ringen und Raufen, Bewegungsdrang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kampfsport und Gewalt und hinterfragt, ob und wie Kampfsportarten gezielt zur Prävention von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in der Pädagogik eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Definition von Gewaltprävention, die Abgrenzung von Kampfsport zu Kampfkunst, die Analyse von Motiven bei Kampfsportlern sowie die Bewertung praxisorientierter Präventionsprojekte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftliches Verständnis dafür zu entwickeln, welche Faktoren und Attribute eines Kampfsporttrainings notwendig sind, damit dieses eine präventive statt einer gewaltfördernden Wirkung entfaltet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze, aktuelle Studien sowie Konzepte aus der pädagogischen Praxis gegenüberstellt und auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Definitionen, die Differenzierung von Kampfkunst und Kampfsport, die Analyse der Wirkungsweisen von Kämpfen sowie eine detaillierte Betrachtung von Gewaltpräventionsangeboten im Bereich der sozialen Arbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kampfsport, Gewaltprävention, Persönlichkeitsentwicklung, pädagogische Inszenierung, Fair Play, Aggressionskontrolle und der gezielte Einsatz von Sport in der Sozialarbeit.

Was ist das Ergebnis der Untersuchung zum "Trainingscamp von Lothar Kannenberg"?

Die Arbeit zeigt, dass das Programm "Durchboxen im Leben" signifikante Erfolge in der Senkung schwerer Gewaltdelikte bei den Teilnehmern erzielt, insbesondere durch die feste Strukturierung des Alltags und die Vermittlung von Disziplin durch den Trainer.

Warum wird zwischen Kampfkunst und Kampfsport unterschieden?

Die Unterscheidung ist für die Präventionsfrage essenziell, da Kampfkunst oft eine ganzheitliche Schulung von Geist und Körper verfolgt, während Kampfsportarten primär auf Wettkampf und Leistung ausgerichtet sein können, was unterschiedliche pädagogische Wirkungen hat.

Welche Rolle spielt der Trainer laut der Arbeit?

Der Trainer wird als entscheidende Instanz identifiziert. Sein Einfluss ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob ein Kampfsporttraining fair und friedensfördernd gestaltet wird oder ob es negative, gewaltfördernde Tendenzen unterstützt.

Final del extracto de 39 páginas  - subir

Detalles

Título
Kampfsport und Gewaltbereitschaft. Inwiefern eignet sich Kampfsport als gewaltpräventive Maßnahme bei Kindern und Jugendlichen?
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Calificación
2,7
Autor
Moritz Bibow (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
39
No. de catálogo
V288206
ISBN (Ebook)
9783656884538
ISBN (Libro)
9783656884545
Idioma
Alemán
Etiqueta
kampfsport gewaltbereitschaft inwiefern maßnahme kindern jugendlichen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Moritz Bibow (Autor), 2014, Kampfsport und Gewaltbereitschaft. Inwiefern eignet sich Kampfsport als gewaltpräventive Maßnahme bei Kindern und Jugendlichen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288206
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Extracto de  39  Páginas
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