Ich möchte mich in meiner Hausarbeit nun mit den unterschiedlichen Ideologien der RAF und der Studentenbewegung auseinandersetzen und werde hierfür meinen Blick auf Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof richten, da diese Personen wegen ihrer vielen Schriften als
Theoretiker der Bewegungen angesehen werden können. Mit dieser Hausarbeit möchte ich zeigen, dass die RAF nicht aus der Studentenbewegung in ihrer ideologischen Sichtweise hervorging, auch wenn sich mehrere Studenten der RAF anschlossen und sie vielleicht einige gemeinsame Kritikpunkte hatten. Hierfür werde ich größtenteils Original Schriften und Texte (z.B. „Das Konzept Stadtguerilla“ von Ulrike Meinhof) verwenden, da sich nicht viel Literatur zu diesem spezifischen Thema finden ließ. Meine Hauptliteratur ist daher nur das Werk von Susanne Kailitz „Von den Worten zu den Waffen ?“ Ich werde im Hauptteil zunächst die verschiedenen Ideologien von Ulrike Meinhof ( RAF) und Rudi Dutschke (Studentenbewegung) in jeweils eigenen Kapiteln wiedergeben und erläutern und anschließend in einem eigenen Kapitel auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Ideologien eingehen.
Ich gehe davon aus, dass ich mehrere bedeutende Unterschiede feststellen werde und somit zeigen kann, dass die RAF eine eigene Ideologie verfolgte und somit ideologisch gesehen nicht aus der Studentenbewegung hervorging.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Ulrike Meinhof
2.2 Rudi Dutschke
2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3. Schlussteil
3.1 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologischen Unterschiede zwischen der Roten Armee Fraktion (RAF) und der studentischen Protestbewegung der 1960er Jahre, um die These zu prüfen, ob die RAF ideologisch eigenständig agierte und nicht unmittelbar aus der Studentenbewegung hervorging.
- Vergleich der theoretischen Grundlagen von Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke
- Analyse der Haltung zum kapitalistischen und imperialistischen System der BRD
- Gegenüberstellung der Ansätze zur Revolution (gewaltfreie Aufklärung vs. bewaffneter Kampf)
- Bewertung des Einflusses von Originalschriften auf die politische Ideologiebildung
- Untersuchung der institutionellen und strukturellen Kritik an Staat und Parlament
Auszug aus dem Buch
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Die offensichtlichste Gemeinsamkeit von Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof ist ihre Einstellung zum System der BRD, welches beide als kapitalistisch, imperialistisch und faschistisch bezeichnen. Beide gehen davon aus, dass sich die BRD erneut auf dem Weg befinde, ein faschistischer Staat zu werden, der die Arbeiterklasse unterdrücke und ausbeute. Sowohl Rudi Dutschke, als auch Ulrike Meinhof sind der Meinung, dass dieser kapitalistische, imperialistische, faschistische Staat Gewalt ausübe, um sich gegen die Proteste zu wehren. Als Beispiel nennen sie den Tod von Benno Ohnesorg, der bei der Demonstration gegen das Schah-Regime von einem Polizisten erschossen wurde. Aufgrund dieser Gewalt sehen sich beide als berechtigt, sich vermehrt für Proteste einzusetzen und mehr Proteste zu organisieren.
Beide sprechen sich auch gegen eine Monopolisierung der staatlichen und wirtschaftlichen Macht aus, die sie in der Finanzpolitik von Karl Schiller zu erkennen glaubten.
Sie sind sich darin einig, dass es notwendig sei, dass sich die BRD vom Kapitalismus lossagt und sich mehr in Richtung eines kommunistischen Staates bewegt.
Diesen Gemeinsamkeiten stehen mehrere, wie ich finde, wichtige Unterschiede gegenüber. Während Ulrike Meinhof der Meinung ist, man müsse durch Aktionen das wahre Gesicht der BRD “hervorlocken“, spricht sich Rudi Dutschke deutlich gegen Aktionen um der Aktionen willen aus.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Hier werden die Ursprünge der studentischen Protestbewegung in den USA und deren Übertragung auf die deutsche Situation des Kalten Krieges sowie die Radikalisierung nach 1967 skizziert.
Hauptteil: In diesem Teil werden die Biografien und ideologischen Standpunkte von Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke detailliert analysiert und anschließend kritisch miteinander verglichen.
Schlussteil: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die These, dass die RAF eine eigene Ideologie verfolgte, die sich wesentlich in der Bewertung von Gewalt als Mittel der politischen Veränderung von der Studentenbewegung unterschied.
Schlüsselwörter
Studentenbewegung, RAF, Rote Armee Fraktion, Ideologie, Rudi Dutschke, Ulrike Meinhof, Kapitalismus, BRD, Revolution, Rätedemokratie, Gewaltfrage, politischer Protest, Marxismus, Antiautoritarismus, Systemkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ideologischen Wurzeln und Unterschiede zwischen der RAF und der studentischen Protestbewegung der 1960er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kritik am BRD-System, die Rolle des Kapitalismus, das Verständnis von Revolution und die Frage nach dem Stellenwert von Gewalt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu belegen, dass die RAF ideologisch eigenständig war und nicht direkt aus der Studentenbewegung hervorging.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der vor allem Originalschriften (z.B. von Ulrike Meinhof) und zeitgenössische Quellen ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich den theoretischen Ansätzen von Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke in getrennten Kapiteln und führt eine vergleichende Analyse durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Studentenbewegung, RAF, Revolution, Rätedemokratie und Ideologievergleich.
Warum spielt der "Kalte Krieg" in der Einleitung eine Rolle?
Der Kalte Krieg wird als wesentlicher Faktor für die Entstehung der studentischen Opposition und die Hinwendung zum Marxismus in Deutschland angeführt.
Welchen Unterschied sieht die Autorin zwischen Dutschkes und Meinhofs Kritik?
Die Autorin stellt fest, dass Dutschke seine Kritik und Reformvorschläge wesentlich detaillierter und fundierter ausarbeitet als Meinhof, deren Kritik sie als oberflächlicher empfindet.
- Arbeit zitieren
- Niels Schreiber (Autor:in), 2011, Ideologischer Vergleich der RAF und der Studentenbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288212