Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Art - Iconographie, motifs, symboles

Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz

Titre: Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz

Dossier / Travail , 2014 , 17 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Gina Kacher (Auteur)

Art - Iconographie, motifs, symboles
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar. Ganz in diesem Sinn funktioniert auch das Darstellungsprinzip der Personifikation. Der Begriff bezeichnet in der Bildenden Kunst die Verkörperung abstrakter Sachverhalte in menschlicher Gestalt. Die Wiedererkennung durch den Betrachter basiert auf der Charakterisierung durch Attribute, Geschlecht und Alter, welche neben ihren identifizierenden auch inhaltliche Aspekte verfolgen: so bezeichnet die Weiblichkeit der Figur das grammatikalische Geschlecht des Wortes, während Attribute auf grundlegende Wesenheiten hindeuten. Damit vereint die ideale Personifikation eine Summe von Qualitäten in sich. Seit dem Mittelalter wurden Personifikationen in profanen und religiösen Bildprogrammen genutzt, um allgemeine Wertvorstellungen und Normen zu vermitteln, wobei dies oft nicht nur durch einzelne Figuren sondern ganze Themengruppen geschah. Diese entwickelten ab dem 13. Jahrhundert den regelrechten Anspruch, systematisch alle Bereiche des verfügbaren Wissens auf auffallend konstante Weise zu repräsentieren.
Eine dieser Themengruppen stellen die septem artes liberales dar, welche im Folgenden anhand des Reliefzyklus am Florentiner Campanile näher erläutert werden sollen. Dabei soll besonders hervorgehoben werden, worauf sich ihr Wiederkennungswert gründet, welche Grundlagentexte dabei eine Rolle spielen und wie die Freien Künste innerhalb des programmatischen Rahmens wirken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Die Personifikation als Wiedergabe des Unsichtbaren

2. Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz

2.1 Der Begriff der artes liberales

2.2 Einführung in die grundlegenden Texte von Martianus Capella und Alanus ab Insulis

2.3 Die Umsetzung der artes liberales am Campanile in Florenz

2.3.1 Astronomie

2.3.2 Musik

2.3.3 Geometrie

2.3.4 Grammatik

2.3.5 Rhetorik

2.3.6 Dialektik

2.3.7 Arithmetik

2.4 Die Eingliederung der artes in das Figurenprogramm des Campanile

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Darstellung der sieben freien Künste (septem artes liberales) am Campanile des Florentiner Doms. Im Zentrum steht die Analyse, wie die ikonographische Ausgestaltung der Reliefs auf mittelalterliche literarische Vorlagen wie Martianus Capellas "De nuptiis Philologiae et Mercurii" und Alanus ab Insulis' "Anticlaudianus" zurückgreift und in welchem programmatischen Kontext diese Darstellungen innerhalb des gesamten Figurenprogramms stehen.

  • Die theoretische Verankerung der Personifikation in der bildenden Kunst.
  • Die kunsthistorische Rezeption der septem artes liberales in der Spätantike und im Mittelalter.
  • Die ikonographische Analyse der Reliefs am Campanile unter Berücksichtigung spezifischer Attribute.
  • Die funktionale Einordnung des artes-liberales-Zyklus in das enzyklopädische Gesamtprogramm des Glockenturms.

Auszug aus dem Buch

2.3.6 Dialektik

Die Darstellung der Dialektik (Abb.7) erweist sich am Campanile als sehr eigentümlich. Für gewöhnlich werden ihr Schlangen oder Skorpione beigefügt (Vgl. Abb.8). Die Schlange ist dabei ein sehr ambivalentes Symbol, das sowohl positive wie negative Eigenschaften verkörpern kann und somit ein Inbegriff des dialektischen Faches ist. Ebenso können ihr und dem Skorpion, der für Gefahr aber auch Falschheit steht, als Gegenpol Vögel (Vgl. Abb.9) oder eine Wachsblüte in den Händen der Dialektik gegenübergestellt werden.

In diesem Artes-Zyklus hält die Dialektik allerdings eine Schere in der Hand. Die Bedeutung der Schere lässt sich nur schwer anhand der gängigen Symbolik des Werkzeugs aufklären. Dennoch lässt sich womöglich der Versuch darin sehen, Martianus' Zuschreibung von „Scharfsinn“ bildlich umzusetzen, oder einzelnen Wesenszügen ihres Faches Ausdruck zu verleihen: So spricht sie in De nuptiis Philologiae et Mercurii von „Einteilung und Zergliederung“, also dem Betrachten einzelner Aspekte, um das große Ganze hinreichend erfassen zu können. Andererseits kann die Schere auch als Darstellung des zweischneidigen Wesens der Dialektik, wie es im Anticlaudianus beschrieben wird, interpretiert werden: „Mel sapit ista manus, fellis gerit illa saporem; Hec spondet risus, flectu concluditur illa“.

In jedem Fall lässt sie, anders als die klar zurückverfolgbaren anderen Artes-Darstellungen, viel Raum für Spekulation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Personifikation als Wiedergabe des Unsichtbaren: Einführung in das allgemeine Darstellungsprinzip der Personifikation als Verkörperung abstrakter Sachverhalte und deren Nutzung in mittelalterlichen Bildprogrammen.

2. Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz: Untersuchung der historischen Definitionen der artes sowie der spezifischen ikonographischen Umsetzung der sieben Künste am Florentiner Campanile anhand literarischer Quellen und ihrer Eingliederung in das Gesamtprogramm.

3. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, welche betont, dass die Reliefs trotz individueller Abweichungen fest in der ikonographischen Tradition von Martianus Capella und Alanus ab Insulis verankert sind.

Schlüsselwörter

Artes liberales, Campanile, Florenz, Ikonographie, Martianus Capella, Alanus ab Insulis, Personifikation, Reliefzyklus, Trivium, Quadrivium, Mittelalter, Kunstwissenschaft, Bildprogramm, Attribut, Mittelalterliche Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der künstlerischen Umsetzung der sieben freien Künste (septem artes liberales) als Reliefzyklus am Campanile in Florenz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Personifikation als künstlerisches Mittel, die antiken und mittelalterlichen Lehrtexte zur Ordnung des Wissens sowie deren visuelle Adaption in einem sakralen architektonischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die am Campanile dargestellten Figuren ikonographisch mit den Texten von Martianus Capella und Alanus ab Insulis korrespondieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kunsthistorische Analyse der Reliefs durchgeführt, bei der diese mit zeitgenössischen literarischen Beschreibungen und ikonographischen Traditionen verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung der sieben Künste (Astronomie, Musik, Geometrie, Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik) sowie der Einbettung dieses Zyklus in das übergeordnete Figurenprogramm des Turms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie artes liberales, Campanile, Ikonographie und mittelalterliche Bildprogramme charakterisiert.

Warum ist die Darstellung der Dialektik am Campanile besonders?

Die Dialektik hält dort eine Schere in der Hand, was ein untypisches und schwer zu deutendes Attribut darstellt, das im Vergleich zu traditionellen Symbolen wie Schlange oder Skorpion viel Raum für Spekulationen bietet.

Welche Rolle spielt die Architektur des Campanile für das Figurenprogramm?

Der Campanile fungiert als komplexer Informationsträger, dessen Reliefs eine enzyklopädische Ordnung des Wissens abbilden, die das menschliche Leben von der Erschaffung bis zur christlichen Weltordnung durch Tugenden und höhere Mächte strukturiert.

Fin de l'extrait de 17 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz
Université
LMU Munich  (Departement für Kunstwissenschaften)
Cours
Enzyklopädische Bildprogramme in Italien, 13.-16. Jh.
Note
1,0
Auteur
Gina Kacher (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
17
N° de catalogue
V288221
ISBN (ebook)
9783656883623
ISBN (Livre)
9783656883630
Langue
allemand
mots-clé
darstellung umsetzung campanile florenz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Gina Kacher (Auteur), 2014, Die Darstellung der septem artes liberales und ihre Umsetzung am Campanile in Florenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288221
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint