Diese Arbeit versucht, den tatsächlichen Wert und die Notwendigkeit von überbetrieblicher Verantwortung der Unternehmen zu beleuchten. Die Ausgangsbasis für diese Überlegungen bietet dabei zunächst eine Einführung über die zentralen Motive einer unternehmerischen Verantwortungsübernahme.
Vor diesem Hintergrund wird im Anschluss das Konzept der Corporate Social Responsibility vorgestellt, das um die Darstellung zweier ähnlicher Modelle ergänzt wird. Auf Basis der Charakterisierung dieser Konzepte soll letztlich deren Schnittmenge umrissen und herausgestellt werden, welche Verantwortungsrolle den Unternehmen heute zukommen sollte und wie ein sinnvoller Umgang mit eben diesen Modellen in der Praxis gestaltet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Verantwortungsbereiche von Unternehmen
2. Erweiterte Verantwortungsübernahme
3. Corporate Social Responsibility
4. Exkurs: Stakeholder-Theorie Corporate Citizenship
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und den tatsächlichen Wert unternehmerischer Verantwortung. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Unternehmen ihre moralische Verantwortung jenseits rein ökonomischer Prozesse in der Praxis umsetzen können und welcher Zusammenhang zwischen ethischem Handeln und ökonomischem Erfolg besteht.
- Analyse des moralischen Verantwortungsbereichs von Unternehmen
- Vorstellung des Konzepts der Corporate Social Responsibility (CSR)
- Diskussion des 4-Stufen-Modells nach Archie B. Carroll
- Betrachtung der Stakeholder-Theorie als ökonomisch motivierter Ansatz
- Erörterung des Konzepts Corporate Citizenship als Versorgerrolle
Auszug aus dem Buch
3. Corporate Social Responsibility
Nachdem die rechtliche Zuständigkeit, moralische Notwendigkeit und ökonomische Sinnhaftigkeit in Bezug auf die Verantwortungsübernahme von Unternehmen geklärt wurde, können entsprechende Theoriekonzepte vor diesem Hintergrund beleuchtet werden.
Der englische Begriff „Corporate Social Responsibility“ beschreibt unmittelbar die unternehmerische soziale Verantwortung, wird jedoch an nur wenigen Stellen in der gängigen Fachliteratur eindeutig definiert. Seine Ursprünge lassen sich Mitte des 20. Jahrhunderts vereinzelt in der praxisnahen Wirtschaftsliteratur finden. In Anbetracht wachsender Herausforderungen der Globalisierung und der zunehmenden Industrialisierung zahlreicher Schwellenländer befasste sich zum Ende des Jahrhunderts schließlich auch die Politik mit dem Konzept der sozialen Verantwortung für Unternehmen. So beschreibt die Europäische Kommission im Jahre 1999 in einem Grünbuch zum Thema den „Corporate Social Responsibility“ als ein
„Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwillige Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren“.
Auf Basis dieser und vergleichbarer Definitionen brachte die ökonomische Theorie einige Konzepte zur konkreten Gestalt von unternehmerischer sozialer Verantwortung hervor. Eins der wohl populärsten ist das Stufenschema des Ökonomen Archie B. Carroll, Professor für Management am Terry College of Business der Universität von Georgia. Das im Jahre 1991 veröffentlichte Modell zeigt eine in vier Teile gegliederte Pyramide, die die einzelnen Bereiche der Corporate Social Responsibility von der Spitze bis zu Basis nach Wichtigkeit ordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet den historischen und theoretischen Kontext des Spannungsfeldes zwischen Moral und Wirtschaft sowie die Relevanz der unternehmerischen Verantwortung.
1. Verantwortungsbereiche von Unternehmen: Dieses Kapitel erörtert die moralische Verantwortung von Unternehmen anhand ihrer rechtlichen Gestalt als „künstliche Person“ und hinterfragt deren Handlungsspielräume.
2. Erweiterte Verantwortungsübernahme: Hier wird dargelegt, warum eine außerbetriebliche Verantwortung heute zum Standard gehört und welche ökonomischen Vorteile eine Implementierung ethischer Konzepte bietet.
3. Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel definiert CSR und diskutiert das bekannte 4-Stufen-Modell von Archie B. Carroll sowie dessen Vorzüge und Kritikpunkte.
4. Exkurs: Stakeholder-Theorie Corporate Citizenship: Der Exkurs erweitert die Perspektive um die Stakeholder-Theorie nach Freeman und das Modell der Corporate Citizenship als bürgerähnliche Rolle des Unternehmens.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass unternehmerisches Engagement als sinnvolle Investition in die Balance zwischen Kosten und Nutzen verstanden werden muss, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, Wirtschaftsethik, Stakeholder-Theorie, Corporate Citizenship, Unternehmensverantwortung, 4-Stufen-Modell, Archie B. Carroll, Soziale Verantwortung, Ökonomischer Erfolg, Unternehmensstrategie, Globalisierung, Ethik, Profitabilität, Unternehmenskultur, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die moralische und ökonomische Verantwortung von Unternehmen und wie diese in der modernen Unternehmenspraxis integriert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Definition und Anwendung von Corporate Social Responsibility (CSR), die Stakeholder-Theorie und die Rolle des Unternehmens als Corporate Citizen.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den tatsächlichen Wert von überbetrieblicher Verantwortung zu beleuchten und zu zeigen, wie Unternehmen ethische Ansätze sinnvoll in ihr Geschäftsmodell integrieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, insbesondere der Textgrundlage von Andrew Crane und Dirk Matten, ergänzt durch Modelle führender Ökonomen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Verantwortungsbereichen, die ökonomischen Motive für CSR, die Vorstellung des Carroll-Modells sowie einen Exkurs zu Stakeholder-Theorie und Corporate Citizenship.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Corporate Social Responsibility, Stakeholder, ethische Verantwortung, Corporate Citizenship und die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Engagement.
Warum ist das 4-Stufen-Modell von Carroll so praxisrelevant?
Es ist besonders leistungsfähig, da es ökonomische Notwendigkeiten nicht nur berücksichtigt, sondern in den Vordergrund stellt und so mit dem Gewinnstreben von Unternehmen vereinbar ist.
Was unterscheidet Corporate Citizenship von der klassischen CSR?
Corporate Citizenship setzt das Unternehmen mit einem Bürger gleich, der Rechte und Pflichten gegenüber der Gesellschaft wahrnimmt, und betont die Versorgerrolle des Unternehmens.
Gefährdet ethisches Engagement die Profitabilität eines Unternehmens?
Nein, die Arbeit argumentiert, dass ethisches Handeln durch „weiche Faktoren“ den langfristigen ökonomischen Erfolg sichern kann, sofern es nicht in eine ineffiziente Selbstlosigkeit abgleitet.
- Arbeit zitieren
- Katharina Grimm (Autor:in), 2012, Alte Ethik oder neue Ökonomik? Skizzierung des Verantwortungsbereichs von Unternehmen durch Corporate Social Responsibility, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288257