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Goethes "Die Natürliche Tochter". Eine ganzheitliche Betrachtung

Titre: Goethes "Die Natürliche Tochter". Eine ganzheitliche Betrachtung

Mémoire de Maîtrise , 2010 , 81 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Anna Olga Podsiadly (Auteur)

Philologie Allemande - Divers
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„Bewundert viel und viel gescholten“ – dieser Vers, der akteinleitend im Faust II zu lesen ist, kann mühelos auf Goethes Drama "Die natürliche Tochter" übertragen werden. Denn sowohl Ablehnung und vernichtenden Kritik als auch Bewunderung und kritische Würdigung waren und sind die Antworten auf dieses Werk, damals und heute. Die Meinungen und Deutungen polarisieren in einer fast schon absurden Weise, die Natürliche Tochter gilt gleichzeitig als der Höhepunkt in Goethes dramatischem Schaffen – und damit ist keineswegs lediglich der höchste Punkt, der Endpunkt gemeint – aber auch als das Schmerzenskind unter seinen theatralischen Hervorbringungen. Bei der Betrachtung des Dramas muss man sich zunächst zwei wichtige Aspekte vor Augen führen. Zum einen ist der historische Kontext für die Deutung des Stücks signifikant, zum anderen sollte beachtet werden, dass dieses Werk zunächst von Goethe als ein Teil einer Trilogie angedacht und auch so entworfen wurde – es kam jedoch nicht zu einer Fertigstellung, es existiert nur der eine Teil. Zu der geplanten Fortsetzung sind lediglich Entwürfe und unvollständige Aufzeichnungen von Goethe erhalten geblieben. Die unterschiedlichen und zum Teil auch widersprüchlichen Meinungen und Aussagen über dieses Drama – sowohl in der damaligen als auch in der heutigen Zeit – waren und sind durch diese zwei Aspekte bestimmt. Doch gerade diese Gesichtspunkte regen dazu an, das Drama zu lesen und zu deuten. Eine von Goethe selbst nur indirekt auf das Drama bezogene Aussage, in seinem Drama die Französische Revolution in ihren „Ursachen und Folgen dichterisch […] gewältigen“ zu wollen, drängte die Forschungsansätze zur Deutung der Natürlichen Tochter in eine Ecke, von der aus sie das Werk zu beurteilen suchten. Tatsächlich kann man das Drama nicht völlig aus diesem Kontext herausgelöst betrachtet, dieser sollte den Versuch einer Deutung jedoch auch nicht vollends bestimmen.

Der Titel des Dramas lautet "Die Natürliche Tochter", ich werde in der vorliegenden Arbeit jedoch einige Male den verkürzten Titel Natürliche Tochter (o.ä.) verwenden, um eine flüssige Lesbarkeit zu gewähren.

Auch die vorliegende Arbeit unternimmt nicht den Versuch, das Drama aus dem historischen Zusammenhang zu lösen. Es soll jedoch untersucht werden, auf welche Art und Weise Goethes Intention von ihm umgesetzt wurde und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden können. Welches Ziel verfolgte Goethe mit diesem Drama? [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Forsche(-nde) Ansichten

2. Eine natürliche Tochter – Das Gefäß

3. Die Figuren – künstliche Erscheinungen?

3.1. Die Wohlgeborene – Eugenie

3.2. Der Zerrissene – König

3.3. Der Bemühte – Herzog

3.4. Die Schwankende – Hofmeisterin

3.5. Der Bürgerliche – Gerichtsrat

3.6. Betrügerische Gruppierungen – Sekretär und Weltgeistlicher

3.7. Der Deutende – Mönch

4. Versagen, Zusagen, Entsagen

5. Sprache und Raum

5.1. Das blanke Wort

5.2. Der örtliche Raum

6. Französische Revolution – Dichtung und Wahrheit?

6.1. Absichten, Ansichten, Einsichten

7. Eine einteilige Trilogie – Ursachen und Folgen

7.1. Blinde Motivation?

8. Das tragische, dramatische, klassische, fabelhafte Trauerspiel

8.1. Eine griechische Tochter?

9. Theatralische Betrachtungen

10. Die dramatische Quintessenz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Goethes Drama "Die natürliche Tochter" im Hinblick auf seine künstlerische Umsetzung, die strukturelle Komplexität der Figuren und die Einbettung in den historischen Kontext der Französischen Revolution. Zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie Goethe seine Intention innerhalb des Dramas umsetzt und welche Bedeutung dem Motiv der Entsagung sowie dem spannungsgeladenen Verhältnis von Schein und Sein zukommt.

  • Analyse der Entstehungsgeschichte und des historischen Kontexts
  • Untersuchung der Figurengestaltung und deren Funktion im Stück
  • Betrachtung der zentralen Thematik von Schein und Sein
  • Deutung des Motivs der Entsagung und des dramatischen Aufbaus
  • Auseinandersetzung mit der Rolle der Sprache und der räumlichen Gestaltung

Auszug aus dem Buch

Die Wohlgeborene – Eugenie

Eugenie, von Goethe liebevoll als das „natürliche Töchterchen“ bezeichnet, hat ganz im Gegensatz zu allen anderen Figuren stark individuell ausgebildete Züge. Dadurch vermittelt sie individuelle Lebensweise und Persönlichkeit, was tiefere und genauere Blicke auf ihre Handlungsmotive zulässt, als dies bei den anderen Figuren dieses Stücks der Fall ist. Dadurch erscheinen dem Leser im Vergleich zu den anderen Figuren die Handlungsmuster von Eugenie weniger plötzlich und willkürlich.

Als weibliche Protagonistin scheint Eugenie zudem wesentlich willensstärker, autonomer und geradliniger zu sein, als Iphigenie, eine andere berühmte weibliche Figur Goethes. Dies wird besonders deutlich, da Eugenie zu keiner Zeit eine dienende Funktion einnimmt, sie den Mann nicht komplementiert, indem sie ihm hilfreich zur Seite steht oder ihm den richtigen Weg weist. Des Weiteren belehrt sie ihn nicht oder regiert gutmütig. Eugenie wird zwar von Männern gelehrt, sie stellt sich trotzdem nicht unter den Mann, sondern neben ihn und möchte gleichwertig mit ihm sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Forsche(-nde) Ansichten: Einführung in die widersprüchliche Rezeptionsgeschichte des Dramas und Darlegung der forschungsleitenden Aspekte sowie des historischen Kontextes.

2. Eine natürliche Tochter – Das Gefäß: Darstellung der Entstehungsgeschichte basierend auf der Autobiographie der Stéphanie-Louise de Bourbon-Conti und Goethes künstlerischem Umgang mit der Quelle.

3. Die Figuren – künstliche Erscheinungen?: Grundlegende Analyse der Charakterzeichnung, die durch Typisierung und die Spannung zwischen Rolle und individuellem Wesen geprägt ist.

3.1. Die Wohlgeborene – Eugenie: Analyse der Protagonistin als individuellste Figur, die sich durch ihren Willen und ihre Suche nach Identität auszeichnet.

3.2. Der Zerrissene – König: Untersuchung des Monarchen, der als überforderte und wankelmütige Figur zwischen seinem persönlichen Wollen und den politischen Anforderungen steht.

3.3. Der Bemühte – Herzog: Betrachtung der Vaterfigur, deren Handeln ausschließlich auf die Legitimation der Tochter ausgerichtet ist und damit den Grundstein für den Sturz legt.

3.4. Die Schwankende – Hofmeisterin: Untersuchung der mütterlichen Bezugsperson, die durch ihre Liaison mit dem Sekretär in einen moralischen Zwiespalt gerät.

3.5. Der Bürgerliche – Gerichtsrat: Analyse des bürgerlichen Akteurs, der als Vertreter einer Gegenwelt zu Schutz und Stabilität tendiert, jedoch passiv bleibt.

3.6. Betrügerische Gruppierungen – Sekretär und Weltgeistlicher: Charakterisierung der Gegenspieler, die Intrige und materielle Gier verkörpern und das Schicksal der anderen Figuren manipulieren.

3.7. Der Deutende – Mönch: Untersuchung der Figur, die durch ihren Rat und ihre Vision als reflektierende und moralische Instanz im Drama fungiert.

4. Versagen, Zusagen, Entsagen: Erörterung der zentralen Thematik der Entsagung als eine Form der notwendigen Anpassung der Protagonistin an ihren ambivalenten Status.

5. Sprache und Raum: Analyse der formalen Gestaltung, insbesondere wie Sprache und Raum als strukturgebende Elemente zur Verdeutlichung der Gegensätze beitragen.

5.1. Das blanke Wort: Untersuchung der hochstilisierten Sprache und der Bedeutung einzelner Worte im Kontext des gesamten Motivgewebes.

5.2. Der örtliche Raum: Betrachtung der symbolischen Bedeutung von Handlungsorten und ihrer Funktion für die innere Verfassung der Figuren.

6. Französische Revolution – Dichtung und Wahrheit?: Auseinandersetzung mit der Einbettung der historischen Ereignisse und Goethes kritischem Umgang mit der Revolutionsproblematik.

6.1. Absichten, Ansichten, Einsichten: Reflexion über die Bedeutung des "Gefäßes" und die Intention Goethes, die Vorgeschichte eines Umsturzes darzustellen.

7. Eine einteilige Trilogie – Ursachen und Folgen: Analyse des Werkcharakters als vollendetes Drama versus Fragment einer geplanten Trilogie.

7.1. Blinde Motivation?: Diskussion über die im Werk vorhandenen Unklarheiten und die Frage nach der Notwendigkeit einer Fortsetzung.

8. Das tragische, dramatische, klassische, fabelhafte Trauerspiel: Gattungstheoretische Verortung des Stücks zwischen klassischer Tragödie, Epos und parabolischen Elementen.

8.1. Eine griechische Tochter?: Untersuchung der Frage, inwiefern das Drama den Kriterien einer antiken Tragödie entspricht.

9. Theatralische Betrachtungen: Erörterung der Gründe für die Aufführungsproblematik des Dramas und der Diskrepanz zwischen Bühnenwirksamkeit und literarischer Tiefe.

10. Die dramatische Quintessenz: Zusammenfassende Betrachtung der Widersprüche und der künstlerischen Leistung, die in der symbolischen Darstellung des Weltzustandes liegt.

Schlüsselwörter

Goethe, Die natürliche Tochter, Französische Revolution, Entsagung, Schein und Sein, Eugenie, Tragödie, Politischer Umsturz, Individuum, Gesellschaft, Adel, Bürgertum, Motivgewebe, Dramentheorie, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?

Das Buch analysiert Goethes Trauerspiel "Die natürliche Tochter" und beleuchtet die künstlerischen sowie inhaltlichen Strategien, mit denen der Dichter das Schicksal der Protagonistin Eugenie vor dem Hintergrund der politischen Instabilität der Zeit verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Dialektik von Schein und Sein, das Motiv der Entsagung, die gesellschaftspolitische Reflexion der Französischen Revolution sowie die symbolische Gestaltung von Raum und Sprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie Goethes Intention durch die spezifische Form und die vielschichtigen Charaktere im Stück umgesetzt wurde und welche Lehren daraus für die Deutung der gesamten Werkstruktur zu ziehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die sowohl werkinterne Strukturen (Sprache, Raum, Figuren) als auch den literarhistorischen Kontext und rezeptionsgeschichtliche Aspekte einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Figuren, eine Untersuchung der sprachlichen und räumlichen Gestaltung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Einbettung der Französischen Revolution und der dramaturgischen Form des Stücks.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe wie Entsagung, Schein und Sein, politische Umbrüche, Autonomie und das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft bilden den Kern der Untersuchung.

Warum erscheint der König im Drama als so ambivalente Figur?

Der König wird als eine Figur gezeichnet, die zwar die Macht innehat, jedoch in ihrem Wollen und Handeln unentschlossen ist. Dies spiegelt Goethes Kritik an einer Staatsführung wider, die den Anforderungen der Zeit nicht mehr gerecht wird.

Wie ist die Entscheidung der Protagonistin für das Bürgertum zu bewerten?

Diese Entscheidung wird als eine Form der notwendigen Entsagung interpretiert. Während sie für Eugenie den Verlust ihres Ideals bedeutet, bietet sie ihr gleichzeitig einen Raum, um in einer unsicheren Zeit zu überleben und ihre Hoffnung auf eine spätere "Auferstehung" zu bewahren.

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Résumé des informations

Titre
Goethes "Die Natürliche Tochter". Eine ganzheitliche Betrachtung
Université
University of Bonn  (Germanistisches Institut)
Note
2,3
Auteur
Anna Olga Podsiadly (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
81
N° de catalogue
V288297
ISBN (ebook)
9783656885542
ISBN (Livre)
9783656885559
Langue
allemand
mots-clé
Drama Goethe Trilogie Französische Revolution
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Olga Podsiadly (Auteur), 2010, Goethes "Die Natürliche Tochter". Eine ganzheitliche Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288297
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