Fakt ist, dass auf der Welt nicht die gleichen Lebensbedingungen herrschen. Auf der einen Seite gibt es das Zentrum, auf der anderen Seite die Peripherie, die sich durch verschiedene Vor- und Nachteile auszeichnen. Im Laufe des Lebens kommt jeder Mensch zu dem Punkt, an dem er sich entscheiden und abwägen muss, welche der beiden Orte für ihn persönlich am attraktivsten ist.
Diese individuellen Fragen lassen sich auch auf die hier vorliegende Hausarbeit zum Thema „regionale Polarisationstheorie“ beziehen.
Zunächst beginne ich mit der Definition der Polarisationstheorie und werde wichtige Begrifflichkeiten erläutern, die den Einstieg in das Thema erleichtern sollen. Anschließend grenze ich die regionale von der sektoralen Polarisationstheorie ab und zeige die jeweiligen Unterschiede auf. Im 3. Kapitel beleuchte ich die historische Entwicklung des Themas und stelle die wichtigsten Theoretiker und deren Hauptaussagen sowie deren Unterschiede vor.
Beginnen werde ich mit dem schwedischen Ökonom Gunnar Myrdal, der einer der ersten war, der sich mit diesem Thema beschäftigte und einige Theorien zu Grunde legte. Diese griff der US-amerikanische Soziologe deutscher Herkunft A. O. Hirschman auf und dokumentierte seine Ansichten zum Thema. Eine entscheidende Weiterentwicklung erfolgte durch den US-amerikanischen Nobelpreisträger Paul Krugman, der im Grunde starke Ähnlichkeiten zur Polarisationstheorie ausweist, jedoch auch die Neoklassik miteinbezieht.
Im Anschluss prüfe ich die jeweiligen Auffassungen kritisch und fasse letztendlich die Hauptaugenmerke zusammenfassen.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, die jeweiligen individuellen Ansichten der Theoretiker auszuarbeiten sowie deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Definition und Begrifflichkeiten der Polarisationstheorie
III. Historische Entwicklung der Polarisationstheorie
a) Myrdal
b) Hirschman
c) Weiterentwicklung von Krugman
d) vergleichende Analyse
IV. Anwendbarkeit der Theorie in der Gegenwart und Kritik
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen regionaler Polarisationstheorien und deren Weiterentwicklung durch moderne Ansätze. Ziel ist es, die Konzepte von Gunnar Myrdal und Albert O. Hirschman sowie die "New Economic Geography" von Paul Krugman darzulegen, ihre Wirkungsmechanismen zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern diese Modelle heutige wirtschaftliche Ungleichgewichte erklären können.
- Grundlegende Definitionen der Polarisationstheorie und Abgrenzung zur Neoklassik
- Analyse der Ansätze von Gunnar Myrdal (kumulative Prozesse, Entzugs- und Ausbreitungseffekte)
- Untersuchung von Albert O. Hirschmans Konzept der induzierten Investitionen und Kopplungseffekte
- Weiterentwicklung durch Paul Krugman und die "New Economic Geography"
- Kritische Würdigung der theoretischen Modelle und ihrer Anwendbarkeit auf reale wirtschaftliche Phänomene
Auszug aus dem Buch
b) Hirschman
Neben Gunnar Myrdal vertritt auch Albert O. Hirschman polarisationstheoretische Annahmen, die über einige Unterschiede sowie Parallelen verfügen. Diese Vergleiche der Ansichten werden jedoch in einem anderen Kapitel meiner Hausarbeit erläutert. (III. d))
Albert O. Hirschmans Theorie zufolge ist wirtschaftliches Wachstum zwangsläufig „als eine Kette von Ungleichgewichten“ anzusehen. Dem steht selbstverständlich wieder die Ablehnung der neoklassichen Theorie – Wachstum durch Gleichgewicht – entgegen. Hirschman stützt viele seiner Polarisationshypothesen auf die Verhältnisse in Entwicklungsländern, während z.B. Perroux die Situation von Industrieländern spezialisiert und analysiert hat.
Hirschman sieht die gleichgewichtige Entwicklung nur als „eine retrospektive komparativ-statische Übung“. Kurzum werden bei der rückblickenden komparativ-statischen Analyse zwei Gleichgewichtszustände untersucht und gegenseitig verglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das globale Phänomen regionaler Ungleichgewichte ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Theoretiker Myrdal, Hirschman und Krugman vergleichend gegenüberzustellen.
II. Definition und Begrifflichkeiten der Polarisationstheorie: Dieses Kapitel verortet die Polarisationstheorie als Wachstumstheorie in der Wirtschaftsgeographie und stellt sie dem neoklassischen Gleichgewichtsmodell gegenüber.
III. Historische Entwicklung der Polarisationstheorie: Hier werden die zentralen Ansätze von Myrdal und Hirschman detailliert erläutert, die Weiterentwicklung durch Krugman aufgezeigt und eine vergleichende Analyse der Konzepte vorgenommen.
IV. Anwendbarkeit der Theorie in der Gegenwart und Kritik: Das Kapitel reflektiert die mangelnde Geschlossenheit der Theoriegebilde und kritisiert insbesondere den fehlenden Praxisbezug sowie die unzureichende empirische Fundierung des Krugman'schen Modells.
V. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede der behandelten Theoretiker zusammen und bewertet die Polarisationstheorie kritisch als ein zwar interessantes, aber für Krisenbewältigung nur bedingt taugliches Modell.
Schlüsselwörter
Polarisationstheorie, regionale Disparitäten, Gunnar Myrdal, Albert O. Hirschman, Paul Krugman, New Economic Geography, Zentrum-Peripherie-Modell, kumulative Entwicklung, Entzugseffekte, Ausbreitungseffekte, Skaleneffekte, Agglomeration, wirtschaftliches Wachstum, neoklassische Theorie, Kopplungseffekte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen der Polarisationstheorie, beginnend bei frühen Vertretern bis hin zu modernen Weiterentwicklungen.
Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?
Das Hauptaugenmerk liegt auf der regionalen Wirtschaftsentwicklung, der Entstehung von Disparitäten zwischen Zentrum und Peripherie sowie auf Mechanismen des wirtschaftlichen Wachstums.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, die individuellen Ansichten der Theoretiker Myrdal, Hirschman und Krugman auszuarbeiten und ihre Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Entstehung von Ungleichgewichten darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der die Konzepte der genannten Ökonomen anhand der Fachliteratur gegenübergestellt und kritisch bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die historischen Entwicklungslinien der Polarisationstheorie nachgezeichnet, die Begriffe der Effekte definiert und die Ansätze von Krugman zur "New Economic Geography" erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Polarisationstheorie, regionale Disparitäten, wirtschaftliches Wachstum, Agglomeration, Entzugs- und Ausbreitungseffekte sowie das Zentrum-Peripherie-Modell.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Myrdal und Hirschman in Bezug auf die langfristige Entwicklung?
Während Myrdal von einer langfristigen Verstärkung regionaler Ungleichgewichte ausgeht, vertritt Hirschman die Auffassung, dass es langfristig zu einem räumlichen Gleichgewicht führen kann.
Warum bezeichnet der Autor Krugmans Modell im Fazit als "Totalausfall"?
Der Autor kritisiert, dass Krugmans Modell zwar theoretisch schlüssig ist, aber keine praktischen Lösungsansätze für Krisenfälle bietet und somit für die reale Wirtschaftsprognose unzureichend bleibt.
- Citation du texte
- Tobias Steinbach (Auteur), 2014, Die Polarisationstheorie von A. O. Hirschman und die Weiterentwicklung von P. Krugman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288407