Buschmann, Bussmann und Pabst (2012, S. 73) beschreiben den Kopfstoß als eine “fußballspezifische Bewegung, die dem Spielen hochfliegender Bälle dient“. Je nachdem in welcher Situation ein Kopfball gespielt wird und welches Ziel er verfolgt, ergeben sich verschiedene Techniken. Ein Kopfstoß kann ebenso Passtechnik, Torschusstechnik, als auch Abwehrtechnik sein (vgl. Buschmann et al., 2012). Weiterhin wird bei der Ausführung des Kopfballspiels hinsichtlich der Bewegung des Spielers differenziert. Während Bisanz und Gerisch (2010) lediglich den Kopfstoß aus dem Stand und den Kopfstoß aus dem Sprung voneinander abgrenzen, unterscheiden Buschmann et al. mit dem Kopfballspiel aus dem Lauf eine weitere Form. Über die Tatsache, dass ein Kopfballspiel sowohl mit als auch ohne Drehung erfolgen kann, sind sich die Autoren wiederum einig. Das Resultat ist dann entweder ein Geradeaus-Köpfen des Balls (ohne Drehung) oder ein Zur-Seite-Köpfen des Balls (mit Drehung). Im Folgenden werden die einzelnen Variationen kurz erläutert. Es wird aufgezeigt in welchem Kontext beziehungsweise in welchen Spielsituationen sie vorkommen und zudem Bewegungsbeschreibungen gegeben. Diese erfolgen mittels der funktionellen Bewegungsanalyse nach Göhner, da die Hauptfunktionsphase, bei allen Variationen annähernd gleich bleibt und häufig nur die Hilfsfunktionsphasen voneinander abweichen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Sachanalyse: Das Kopfballspiel
1.1 Der Kopfstoß aus dem Stand
1.2 Der Kopfstoß aus der Drehung im Stand
1.3 Der Kopfstoß aus dem Lauf
1.4 Der Kopfstoß aus dem Sprung
1.4.1 Der Kopfstoß mit beidbeinigem Absprung
1.4.2 Der Kopfstoß mit einbeinigem Absprung
1.4.3 Der Kopfstoß aus der Drehung mit ein-/beidbeinigem Absprung
1.5 Der Flugkopfball
2 Bedingungsanalyse
2.1 Lehrplanbezug
2.2 Adressatengruppe
2.2.1 Entwicklungsphasen
2.2.2 Einschätzung der gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen
2.2.3 Vorerfahrungen
2.3 Rahmenbedingungen
3 Didaktische Analyse
3.1 Methodische (Spiel-)Reihen
3.2 Methodische Verfahren und Methodische Maßnahmen
4 Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die strukturierte Einführung des Kopfballspiels im Schulsport durch den Einsatz methodischer Spielreihen, um Schülern der 7. Jahrgangsstufe die verschiedenen Kopfballtechniken spielerisch und situativ korrekt zu vermitteln.
- Analyse der biomechanischen Grundlagen verschiedener Kopfballtechniken
- Evaluation der körperlichen und motorischen Entwicklung in der Pubertät
- Integration von Gesundheitsaspekten in die Unterrichtsplanung
- Anwendung induktiver Lehrverfahren durch Bewegungsaufgaben
- Praktische Erprobung durch handballbasierte Parteiballspiele
Auszug aus dem Buch
1.1 Der Kopfstoß aus dem Stand
Der Kopfstoß aus dem Stand kann als isolierte Bewegung betrachtet werden, die so im Wettspiel nur sehr selten zur Anwendung kommt (vgl. Bisanz & Gerisch, 2010). Trotzdem bildet sie die Basis für jede der aufgezählten Variationen und sollte deshalb von jedem Spieler beherrscht werden. Da sie zudem die einfachste Form des Kopfballspiels ist, sollte sie stets als erstes erlernt werden. Betrachtet man den Kopfstoß aus dem Stand mittels der funktionellen Bewegungsanalyse nach Göhner, so ergibt sich eine vorbereitende Hilfsfunktionsphase, in der der Spieler zunächst eine Bogenspannung erzeugt, indem er seinen Oberkörper zum Schwungholen nach hinten neigt. Anschließend wird diese wieder aufgelöst – der Oberkörper schnellt mit einem Stoß nach vorne. In der Hauptfunktionsphase wird das Zentrum des Balls mit der Stirn von hinten getroffen. Um dies zu erreichen wird das Kinn hin zur Brust gezogen. Während der gesamten Bewegung wird die Kopfhaltung mittels Hals- und Nackenmuskulatur fixiert, die Augen bleiben stets geöffnet um den Ball zu beobachten (vgl. Bisanz & Gerisch, 2010). Eine unterstützende Hilfsfunktionsphase lässt sich in der Beinarbeit erkennen. Die Beine, welche im Kniegelenk zunächst leicht gebeugt sind, intensivieren den Stoßimpuls, indem sie schnellkräftig gestreckt werden. Dabei können sie sowohl in leichter Schrittstellung, als auch in Parallelstellung stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
Sachanalyse: Das Kopfballspiel: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen und verschiedene technische Varianten des Kopfballspiels basierend auf der funktionellen Bewegungsanalyse.
Bedingungsanalyse: Hier werden der Lehrplanbezug, die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Adressaten sowie gesundheitliche Rahmenbedingungen für den Sportunterricht untersucht.
Didaktische Analyse: Das Kapitel befasst sich mit der methodischen Einordnung von Spielreihen und der Anwendung induktiver Lehrverfahren innerhalb der Unterrichtsplanung.
Unterrichtsskizze: Diese stellt den konkreten Verlaufsplan der Sportstunde dar, inklusive der verwendeten Spielformen und methodischen Vorgehensweisen.
Schlüsselwörter
Kopfballspiel, Fußball, Sportunterricht, Methodische Spielreihen, Kopfstoß, Bewegungsaufgabe, Induktives Lehrverfahren, Pubertät, Motorische Entwicklung, Unterrichtsskizze, Schulsport, Ballkontrolle, Koordinative Fähigkeiten, Torschusstechnik, Spielkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung der technisch komplexen Fußball-Grundfertigkeit „Kopfball“ im Rahmen einer Sportstunde für die 7. Jahrgangsstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der fachwissenschaftlichen Analyse der Kopfballtechnik, der entwicklungsphysiologischen Einordnung der Schüler und der didaktischen Gestaltung durch Spielreihen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Entwurf?
Das Ziel ist die Einführung des Kopfballspiels durch eine Spielreihe, bei der Schüler die Techniken in einem induktiven, prozessorientierten Lernumfeld selbstständig erproben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das induktive Lehrverfahren angewandt, bei dem durch Bewegungsaufgaben ein selbstständiges Lösen von spielerischen Herausforderungen ermöglicht wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Kopfstoßes, die Analyse der Zielgruppe und der methodischen Konzepte sowie eine detaillierte Unterrichtsskizze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Kopfballspiel, Spielreihen, Bewegungsaufgabe, induktives Lehrverfahren und Sportdidaktik.
Warum ist das Kopfballspiel gerade in der 7. Jahrgangsstufe relevant?
Laut Lehrplan und DFB-Richtlinien ist dies das ideale Alter, um mit einem systematischen Training dieser komplexen Technik zu beginnen, da die Schüler motorisch in einer entscheidenden Entwicklungsphase sind.
Welche Rolle spielt die "Bewegungsaufgabe" im methodischen Aufbau?
Die Bewegungsaufgabe dient als Ausgangspunkt des induktiven Verfahrens; sie soll die Schüler motivieren, eine eigene Lösung für die technische Anforderung zu finden, anstatt starre Bewegungsabläufe zu kopieren.
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- Anonym (Author), 2014, Kopfballspiel im Rahmen einer Spielreihe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288452