Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Teología - Estudio bíblico

Christlich-Eschatologische Tendenzen in der Vulgata-Übersetzung des Buches Kohelet (1 - 3.15)

Título: Christlich-Eschatologische Tendenzen in der Vulgata-Übersetzung des Buches Kohelet (1 - 3.15)

Exégesis , 2012 , 22 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Paul Aleksander von Heese (Autor)

Teología - Estudio bíblico
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die Frage nach den christologischen Aussagen des Buches Koh ist nicht zufriedenstellend beantwortet. Nach Auffassung vieler Kommentatoren passe Kohelet nicht in den Kanon des AT, was umso mehr die Frage aufdrängt, wie mit dieser Schrift von Seiten der christlichen Übersetzer umgegangen wurde und was die eigentliche Intention des Urhebers von Koh im Gegensatz dazu ist.

Nahezu einstimmig werden in den Meinungen zu Koh Einflüsse von außen (bspw. des Hellenismus) entweder auf dessen Lehre oder zumindest den Urheber dieser Schrift angenommen. Diese Einflüsse von außen sind es, die vielen Lesern des Buches dieses als befremdlich erscheinen ließen - ja sogar teilweise zur unmittelbaren Anzweiflung der Kanonzität von Koh führten, indem Koh als häretische Schrift abgetan wurde. Im Spannungsfeld zwischen authentischer Widergabe des Urtextes und den Lesererwartungen der frühen christlichen Gemeinde (1. – 4. Jh. n. Chr.) bewegten sich Schreiber und Übersetzer des Textes.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu veranschaulichen, wie theologische Tendenzen bei der Übertragung aus dem Hebräischen und Griechischen ins Lateinische in das Textkorpus von Koh impliziert wurden. Insbesondere die große Bedeutung, welche der Vulgata im historischen Verlauf zukommt, gilt deshalb die Aufmerksamkeit: in welcher Weise hat Hieronymus als Übersetzer die aus christlogischer Sicht „bedenklichen“ Textstellen in Bezug auf die Orthodoxie und Orthopraxie des 4 Jh. n.Chr. abgerundet? Als griechische Vorlage dient der Text der LXX, die Hieronymus mit intensivem Gebrauch zur Übersetzung des MT als Hilfestellung herangezogen hatte, für das Lateinische die Vulgata.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Fragestellung

2. Entstehungszeit

2.1. Standpunkt 1: 3.–2. Jh. v.Chr.

2.2. Standpunkt 2: 250–190 v.Chr.

2.3. Standpunkt 3: 450–350 v.Chr.

2.4. Eigene Stellungnahme

3. Abgrenzung der Textstelle

3.1. Standpunkt 1: Zäsur nach 3,15

3.2. Standpunkt 2: Zäsur nach 3,22

3.3. Eigene Stellungnahme

4. Übersetzungsvergleich Koh 1,1 – 3,15

4.1. Hieronymus als Übersetzer von Kohelet

4.2. Textgrundlage

4.2.1. Kontrastierung auffälliger Abweichungen zwischen LXX und Vulgata

4.2.2. Jenseitsvorstellungen in Koh

4.2.3. Jenseitsvorstellung im 4. Jh. n.Chr. oder ein Erklärungsversuch der unterschiedlich gewählten Begriffe

4.2.4. Traduzianismus (tradux = Nachkomme, Sprößling)

4.2.5. Kreatianismus (creatio = Schöpfung)

4.2.6. Eine Reminiszenz des Kreatianismus in der Übersetzung des Buches Kohelet

4.1. 4.2.7. Identität von spiritus und mens; der Begriff der ψυχὴ

4.2.8. In novissimo – die Implementierung einer christlich-eschatologischen Jenseitsvorstellung

5. Schlussworte und Folgerungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Hieronymus bei der Übersetzung des biblischen Buches Kohelet ins Lateinische (Vulgata) theologische Tendenzen implementierte, um den Text an die christologischen Erwartungen und die Orthodoxie des 4. Jahrhunderts n. Chr. anzupassen.

  • Analyse der Übersetzungsstrategien von Hieronymus gegenüber der hebräischen und griechischen Vorlage.
  • Untersuchung der christlich-eschatologischen Einflüsse auf die Begriffswahl der Vulgata.
  • Kontrastierung von jüdischen Jenseitsvorstellungen mit der christlichen Anthropologie des 4. Jahrhunderts.
  • Vergleich der Lehrmeinungen zum Traduzianismus und Kreatianismus im Kontext der Seelenlehre.
  • Untersuchung der gezielten Begriffsumdeutungen, insbesondere bei anthropologischen Begriffen wie spiritus, mens und anima.

Auszug aus dem Buch

4.2.6. Eine Reminiszenz des Kreatianismus in der Übersetzung des Buches Kohelet

Hieronymus galt in der Debatte um die Präexistenz der Seele als ein Verfechter des Kreatianismus. Der Begriff der καρδία konnte in der Debatte um die Beschaffenheit der Seele leicht in eine materialistische Auslegung interpretiert werden, weshalb Hieronymus an dieser Stelle mittels eines exegetischen Kniffes, den Begriff auslegte: rein immateriell zu verstehen entschied sich Hieronymus für den Begriff der mens. Hätte Hieronymus an dieser Stelle mit cor übersetzt, wäre leicht der Eindruck aufgekommen, dass im Buch Koh eine Aussage über den Sitz und die Beschaffenheit der Seele, nämlich als materia im Herzen, getätigt worden sei. Dies galt es für Hieronymus zu vermeiden. Als Schlussfolgerung bleibt für die Begriffswahl der mens festzuhalten, dass es sich hier um eine eindeutige Tendenz im Sinne einer Verfälschung handelt. Denn auch nach jüdischer Auffassung wäre der Sitz der Seele im Herzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Fragestellung: Diese Einleitung skizziert die Problematik der christologischen Deutung des Buches Kohelet und legt das Ziel der Arbeit fest: die Analyse der theologischen Tendenzen in der Vulgata-Übersetzung durch Hieronymus.

2. Entstehungszeit: Das Kapitel diskutiert verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Datierung des Buches Kohelet, von der persischen Zeit bis zur hellenistischen Epoche, und bewertet die Argumentationsgrundlagen.

3. Abgrenzung der Textstelle: Hier werden unterschiedliche literaturwissenschaftliche Modelle zur Strukturierung des Buches Kohelet (wie die Sentenzentheorie oder palindromische Komposition) gegenübergestellt.

4. Übersetzungsvergleich Koh 1,1 – 3,15: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Übersetzungspraxis des Hieronymus, insbesondere die Anpassung anthropologischer Begriffe an die zeitgenössische christliche Dogmatik und Eschatologie.

5. Schlussworte und Folgerungen: Die Arbeit resümiert, dass Hieronymus durch eine gezielte kreatianistische Terminologie christlich-eschatologische Aussagen in den Kohelet-Text oktroyierte, um ihn für die spätantike christliche Gemeinde zu legitimieren.

Schlüsselwörter

Kohelet, Vulgata, Hieronymus, Eschatologie, Kreatianismus, Traduzianismus, Anthropologie, Seele, spiritus, mens, anima, Exegese, biblische Übersetzung, Alte Kirche, Jenseitsvorstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Vulgata-Übersetzung des Buches Kohelet durch Hieronymus und analysiert, wie er theologische, speziell christologisch-eschatologische Tendenzen in den Text einfügte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die frühchristliche Seelenlehre, die Auseinandersetzung mit Häresien, die Übersetzungsmethodik des Hieronymus sowie die Konfrontation jüdischer und christlicher Jenseitsvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu veranschaulichen, inwieweit Hieronymus durch eine spezifische Begriffswahl „bedenkliche“ Textstellen des Kohelet im Sinne der christlichen Orthodoxie des 4. Jahrhunderts abrundete.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende philologische Textanalyse der LXX, des hebräischen Masoretischen Textes (MT) und der Vulgata sowie eine historisch-theologische Einordnung in den Kontext der altkirchlichen Anthropologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse zentraler Begriffe wie καρδία, spiritus, mens und anima sowie der Kontrastierung dieser Begriffe vor dem Hintergrund des Traduzianismus und Kreatianismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kohelet, Vulgata, Kreatianismus, Eschatologie, Hieronymus, Seele und anthropologische Exegese.

Warum wählte Hieronymus für καρδία in 1,16 den Begriff „mens“?

Er wählte „mens“ (Geist/Verstand) statt „cor“ (Herz), um eine rein immaterielle Interpretation sicherzustellen und den Anschein einer materialistischen Seelenlehre zu vermeiden, die seiner kreatianistischen Überzeugung widersprach.

Was besagt die kreatianistische Lehre, die Hieronymus vertrat?

Der Kreatianismus besagt, dass Gott zum Zeitpunkt der Empfängnis die Seele unmittelbar erschafft und sie in den entstehenden Körper einfügt, im Gegensatz zur Annahme einer biologischen Weitergabe der Seele durch die Eltern.

Wie deutet Hieronymus die Stelle 12,7 in Kohelet um?

Hieronymus interpretiert „spiritus“ (Geist) im Sinne einer christlichen Eschatologie, um dem Leser zu suggerieren, dass die Seele bzw. der Geist zu Gott zurückkehrt, statt wie in der jüdischen Tradition in die Scheol (Totenreich) einzugehen.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Christlich-Eschatologische Tendenzen in der Vulgata-Übersetzung des Buches Kohelet (1 - 3.15)
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für katholische Theologie - Lehrstuhl für Altes Testament Prof.Dr. Christian Frevel)
Curso
Exegese des Alten Testaments
Calificación
1,7
Autor
Paul Aleksander von Heese (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
22
No. de catálogo
V288466
ISBN (Ebook)
9783656887225
ISBN (Libro)
9783656887232
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kohelet Vulgataübersetzung Hieronymus Septuaginta LXX Eschatologie Tendenz Übersetzungsvergleich 1 - 3 Exegese Textvergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Paul Aleksander von Heese (Autor), 2012, Christlich-Eschatologische Tendenzen in der Vulgata-Übersetzung des Buches Kohelet (1 - 3.15), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288466
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  22  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint