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Datenschutzrechtliche Aspekte im Hinblick auf die NSA-Affäre

Title: Datenschutzrechtliche Aspekte im Hinblick auf die NSA-Affäre

Master's Thesis , 2014 , 79 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marc Golan (Author)

Law - Miscellaneous
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Seit ihrem Bekanntwerden 2013 hat die NSA-Affäre zu einer starken medienwirksamen und internationalen Debatte geführt. Verschiedene Faktoren sind dafür verantwortlich. Obwohl grundsätzliche Informationen über Geheimdienste zugänglich sind, haben die konkreten Aufdeckungen große Brisanz. Erstmalig sind weitreichende Details über nachrichtendienstliche Operationen an die Öffentlichkeit gelangt. Der Umfang mancher Aktionen der NSA hat die Dimensionen der Überwachung von Betroffenen durch Geheimdienste aufgezeigt. So werden Millionen von unterschiedlichen Daten weltweit auf verschiedene Weise durch den US-Geheimdienst erhoben und gespeichert. Betroffen sind Metadaten, also z. B. Verbindungsdaten von Webseiten, die eine Person aufgerufen hat, aber auch Inhalte von Telefongesprächen oder E-Mails. Als besonderes Ziel in Europa wird Deutschland am stärksten vom Vorgehen der NSA tangiert.
Nicht nur der Umfang der Handlungen des US-Nachrichtendienstes hat für Aufsehen gesorgt. Umstritten ist auch die Art der Vorgehensweise des US-Geheimdienstes. Abhöraktionen werden aus Botschaften fremder Staaten heraus durchgeführt. Sehr große Datenmengen werden direkt an transatlantischen unterseeischen Glasfaserinternetkabeln abgefangen. Dies sind einige Beispiele, die begründen, weshalb die Spionageaffäre weltweit in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird.
Die Schlüsselfigur in der NSA-Affäre ist Edward Snowden. Durch den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter ist der Vorfall aufgedeckt worden. Snowden hat geheime Dokumente der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, was unterschiedliche Resonanzen hervorgerufen hat. Die einen sehen in der Veröffentlichung der Dokumente einen wichtigen Schritt zur Aufklärung der Spionageaffäre. Für wieder andere stellen die Dokumente gefährliche Informationen dar, welche nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollten.

Es gilt zu untersuchen, wie die Aktionen der NSA im Hinblick auf Grundrechte und Datenschutzrechte zu bewerten sind. Der Fokus soll dabei auf datenschutzrechtlichen Überlegungen beruhen. In diesem Rechtsrahmen fließen spezialgesetzliche Regelungen für Geheimdienste mit ein, ohne einen Schwerpunkt zu bilden.
Im Hinblick auf die große Debatte in der Öffentlichkeit über die NSA-Affäre stellt sich die Frage, ob vorgenannte Rechte tatsächlich verletzt sind oder partiell solche Handlungen gesetzlich gerechtfertigt werden können. Um das Ziel der Untersuchung zu erreichen, sind verschiedene Schritte notwendig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einführung

B Mögliche Datenschutzrechtsverletzungen durch die Handlungen der NSA

I. Die NSA-Affäre in ihren Grundzügen

1. Zur weltweiten Überwachungs- und Spionageaffäre

2. Die Aufdeckung und das an die Öffentlichkeit gelangen der Affäre

II. Entstehung und Grundsätze des deutschen Datenschutzrechts

1. Das verfassungsrechtliche Fundament

2. Europäische Richtlinien und internationale Rechtsquellen als Einflüsse

3. Das deutsche Datenschutzrecht in Form des BDSG

III. Verfassungsrechtliche Betrachtung der NSA-Affäre

1. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht

a Einordnung und Grenzen

b Die Aktionen der NSA in Bezug auf das Persönlichkeitsrecht

2. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung

a Inhalt und Formung durch die Rechtsprechung

b Mögliche Verletzung durch die NSA

3. Aspekte des Fernmeldegeheimnisses

a Spezielle Beschränkungen im Bereich von Geheimdiensttätigkeiten

b Subsumtion der NSA Operationen unter dem Aspekt der Einschränkungen

4. Verwertung der Ergebnisse in Form einer Verhältnismäßigkeitsabwägung

5. Zwischenergebnis der verfassungsrechtlichen Einordnung

IV. Datenschutzrechtliche Untersuchung der NSA-Affäre

1. Die NSA als öffentliche oder nicht-öffentliche Stelle

a Öffentliche Stellen

b Nicht-öffentliche Stellen

c Anwendung auf die NSA

d Zwischenergebnis

2. Der spezifisch relevante Horizont des Bundesdatenschutzgesetzes

a Grundsätze der Datenerhebung

b Spezialrechtliche Tatbestände

c Besonderheiten bei der Übermittlung personenbezogener Daten ins Ausland

3. Ausgewählte, möglicherweise datenschutzrechtlich problematische Beispiele der NSA-Affäre

a Die Software „PRISM“

aa Informationsbezug über Dritte

bb Einschätzung der Vereinbarkeit mit dem Datenschutzrecht

b Die NSA-Abhöreinheit „Special Collection Service (SCS)“

aa Datenerhebung und Übermittlung ins Ausland

(1) Rechtmäßigkeit der Datenerhebung

(2) Datenübermittlung ins Ausland

bb Einklang mit dem Datenschutzrecht

c Die Überwachung der Internetglasfaserkabel zwischen den verschiedenen Kontinenten – „Tempora“

d Abschließende Beurteilung der Beispiele

V. Internationaler Ausblick unter dem Aspekt besonderer Abkommen und Gesetze

1. Die Europäische Menschenrechtskonvention und die Charta der Grundrechte der Europäischen Union

2. Das Safe Harbor Abkommen

3. Der USA PATRIOT Act

4. Zwischenergebnis der internationalen Betrachtung

C Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Aktivitäten der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) im Kontext der NSA-Affäre einer umfassenden verfassungs- und datenschutzrechtlichen Bewertung nach deutschem Recht zu unterziehen. Hierbei wird untersucht, inwieweit diese nachrichtendienstlichen Operationen gegen grundrechtlich geschützte Positionen, insbesondere das allgemeine Persönlichkeitsrecht, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung sowie das Fernmeldegeheimnis, verstoßen und ob sie sich innerhalb des BDSG als rechtmäßig einordnen lassen.

  • Grundlagen und verfassungsrechtliches Fundament des deutschen Datenschutzrechts.
  • Verfassungsrechtliche Würdigung der NSA-Aktionen unter Berücksichtigung von Art. 10 GG.
  • Datenschutzrechtliche Analyse der NSA-Operationen wie „PRISM“, „SCS“ und „Tempora“ anhand des BDSG.
  • Internationaler Ausblick zur Vereinbarkeit mit EMRK, GRCh und dem USA PATRIOT Act.
  • Prüfung der Verhältnismäßigkeit der geheimdienstlichen Überwachungsmaßnahmen.

Auszug aus dem Buch

Die NSA-Affäre in ihren Grundzügen

Bis zu einem gewissen Grad ist bekannt, in welcher Form Geheimdienste agieren. Konkrete Details werden bewusst im Verborgenen gehalten. Diese Tatsache hat dazu beigetragen, eine weltweite Empörung über die Handlungen der National Security Agency auszulösen, als diese bekannt wurden. Im Folgenden wird in seinen Grundzügen erläutert, was sich im Rahmen der Spionageaffäre abgespielt hat. Darüber hinaus wird dargestellt, wie der Vorfall aufgedeckt worden ist.

1. Zur weltweiten Überwachungs- und Spionageaffäre

Maßgeblich für die weltweite Diskussion um die NSA-Affäre sind die Handlungen des Geheimdienstes in Zusammenarbeit mit Verbündeten sowie das Ausmaß der Opterationen. Global unterschiedlich stark ausgeprägt hat der US-Geheimdienst NSA auf verschiedenste Weise Daten von Regierungen, Unternehmen, aber auch von Privatpersonen ausgespäht.

Darüber hinaus werden Daten über andere Geheimdienste verschiedener Staaten, wie den deutschen Bundesnachrichtendienst, bezogen. Zur effektiveren Zusammenarbeit wurde ein Verbund mit dem Namen „Five Eyes Alliance“ gegründet. In diesem Zusammenschluss tauschen die USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada Geheimdienstinformationen aus.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einführung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Umfang der NSA-Überwachungsoperationen und die damit verbundene internationale Debatte, welche durch die Enthüllungen von Edward Snowden ausgelöst wurde.

B Mögliche Datenschutzrechtsverletzungen durch die Handlungen der NSA: Dieses Kapitel analysiert zunächst die Hintergründe der NSA-Affäre und erläutert anschließend die deutschen datenschutzrechtlichen Grundlagen sowie die verfassungsrechtlichen Schranken, an denen sich die Aktionen der NSA messen lassen müssen.

I. Die NSA-Affäre in ihren Grundzügen: Dieser Abschnitt beschreibt das globale Ausmaß der NSA-Spionage und die internationale Vernetzung der Geheimdienste im Rahmen von Zusammenschlüssen wie der „Five Eyes Alliance“.

II. Entstehung und Grundsätze des deutschen Datenschutzrechts: Hier werden das verfassungsrechtliche Fundament sowie die europäischen Einflüsse und die Ausgestaltung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) als zentralem Regelwerk dargestellt.

III. Verfassungsrechtliche Betrachtung der NSA-Affäre: Das Kapitel untersucht mögliche Verletzungen des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und des Fernmeldegeheimnisses unter Berücksichtigung spezialgesetzlicher Regelungen für Geheimdienste.

IV. Datenschutzrechtliche Untersuchung der NSA-Affäre: Hier erfolgt eine detaillierte Prüfung der NSA-Aktivitäten anhand des BDSG, wobei die Einordnung als öffentliche Stelle des Bundes und die rechtliche Bewertung von Programmen wie „PRISM“ und „Tempora“ im Zentrum stehen.

V. Internationaler Ausblick unter dem Aspekt besonderer Abkommen und Gesetze: Diese internationale Perspektive analysiert die Vereinbarkeit der NSA-Aktionen mit europäischem Recht (EMRK, GRCh) sowie dem Safe Harbor Abkommen und dem USA PATRIOT Act.

C Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die geheimdienstlichen Operationen der NSA nach verfassungs- und datenschutzrechtlichen Maßstäben als unzulässig und unverhältnismäßig einzustufen sind.

Schlüsselwörter

NSA-Affäre, Datenschutzrecht, Bundesdatenschutzgesetz, BDSG, informationelle Selbstbestimmung, Fernmeldegeheimnis, PRISM, Tempora, Special Collection Service, Verhältnismäßigkeit, USA PATRIOT Act, Safe Harbor, Geheimdienste, Grundrechte, Überwachung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die datenschutzrechtliche Problematik der NSA-Spionageaktivitäten und bewertet, inwieweit diese mit dem deutschen und europäischen Recht vereinbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft Verfassungsrecht mit dem Bundesdatenschutzgesetz, analysiert konkrete NSA-Programme und beleuchtet internationale Abkommen wie das Safe Harbor Abkommen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist eine rechtliche Würdigung der NSA-Aktionen, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob diese Grundrechte verletzen oder durch gesetzliche Grundlagen gerechtfertigt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse, indem sie die Handlungen der NSA mit den verfassungsrechtlichen Normen des Grundgesetzes und den spezialgesetzlichen Regelungen des BDSG sowie internationalen Verträgen subsumiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil erfolgen die verfassungsrechtliche Einordnung, die Qualifizierung der NSA als öffentliche Stelle nach dem BDSG und die detaillierte Prüfung von Beispielen wie „PRISM“, „SCS“ und „Tempora“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen NSA-Affäre, BDSG, informationelle Selbstbestimmung, Fernmeldegeheimnis, Verhältnismäßigkeit und die Analyse spezifischer Überwachungsprogramme.

Wie wird die NSA aus datenschutzrechtlicher Sicht eingeordnet?

Die Autorin oder der Autor kommt zu dem Schluss, die NSA analog zum Bundesnachrichtendienst (BND) als eine öffentliche Stelle des Bundes zu qualifizieren, um sie dem Anwendungsbereich des BDSG zuzuordnen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der NSA-Programme?

Die Prüfung ergibt, dass Programme wie „PRISM“ und „SCS“ aufgrund des fehlenden Verhältnismäßigkeitsprinzips und der mangelnden Zweckbestimmtheit der Datenerhebung nach deutschem Datenschutzrecht unzulässig sind.

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Details

Title
Datenschutzrechtliche Aspekte im Hinblick auf die NSA-Affäre
College
University of Applied Sciences Berlin
Grade
1,0
Author
Marc Golan (Author)
Publication Year
2014
Pages
79
Catalog Number
V288489
ISBN (eBook)
9783656887089
ISBN (Book)
9783656887096
Language
German
Tags
datenschutzrechtliche aspekte hinblick nsa-affäre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Golan (Author), 2014, Datenschutzrechtliche Aspekte im Hinblick auf die NSA-Affäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288489
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