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Metaphorischer Prozess in der Dichtung von Franz Czernin am Beispiel eines Sonettes

Title: Metaphorischer Prozess in der Dichtung von Franz Czernin am Beispiel eines Sonettes

Term Paper , 2014 , 14 Pages

Autor:in: Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author)

German Studies - Genres
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In der Schule lernt man, dass eine „Metapher“ ein rhetorisches Mittel ist, das in der Literatur verwendet wird: „als Redefigur, in welcher eine Sache anderen repräsentiert wird oder von ihr als einer anderen Sache gesprochen wird“. Die Menschen denken kaum daran, dass unser Alltag durch sehr viele metaphorische Ausdrücke geprägt ist. Wenn wir jemandem sagen „etwas liegt mir auf der Zunge“, wird jeder zuerst daran denken, dass der Sprecher dringend etwas loswerden möchte und nicht mehr warten kann, oder aber bei „es liegt mir auf der Zunge“ einfach nur nicht das richtige Wort findet, um sich konkret ausdrücken zu können. Keiner wird daran denken, dass z. B. ein Kind etwas im Mund hat und sagt: „Mama, mir liegt was auf der Zunge“, und es auch wörtlich meint. Aber nicht jeder metaphorische Ausdruck ergibt einen Sinn, wenn man versucht ihn wörtlich zu verstehen. Wie die Metaphern in unserem Leben integriert sind, zeigt die Theorie von Lakoff & Jonson (1980), die im nächsten Kapitel zusam-mengefasst wird.
In der modernen Lyrik gibt es einen Autor, der nicht mehr nur in metaphorischen Bildern spricht. Franz Josef Czernin hat ein anderes Ziel vor Augen. Er möchte, dass der Leser immer von einem poetischen Stern zur Erde kommt und wieder zu diesem zu-rückkehrt. Dabei experimentiert der Autor mit der Sprache. Anhand eines Sonettes von Franz Czernin soll in dieser Arbeit gezeigt werden, wie umgangssprachliche Ausdrücke als metaphorische Ausdrücke dienen können. Lakoff und Johnson behaupten, dass die metaphorischen Ausdrücke unseren Alltag prägen, und Czernin zeigt, dass alltägliche Redewendungen in der Dichtung gebraucht werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Metapherntheorie nach Lakoff&Jonson (2011)

3. Metaphern in der Dichtung von Franz Josef Czernin am Beispiel von einem Erde-Sonett (I)

3.1 Gedichtanalyse

3.2 Bedeutungen von Metaphern/Redewendungen und Wechselspiel zwischen den metaphorischen und den wörtlichen Wahrnehmungen

4. Fazit

5. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen alltagssprachlichen Redewendungen und deren metaphorischer Verwendung in der modernen Lyrik von Franz Josef Czernin. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Czernin klassische Sonettformen nutzt, um durch ungrammatische Strukturen den Leser dazu zu bewegen, zwischen wörtlicher und metaphorischer Deutung zu oszillieren.

  • Grundlagen der Metapherntheorie nach Lakoff & Johnson
  • Analyse der Kategorien konzeptueller, orientierender und ontologischer Metaphern
  • Poetologische Untersuchung des Gedichtzyklus „elemente. sonette“
  • Dekonstruktion von Redewendungen im lyrischen Kontext
  • Untersuchung von Chaos und Ordnung in der modernen Lyrik

Auszug aus dem Buch

3.1 Gedichtanalyse

Für die Analyse wird das erste Gedicht aus dem Buch „elemente. sonette“ genommen. Wie schon oben erwähnt wurde, ist dieses Buch ein Gedichtzyklus mit vier Unterkategorien (Erde, Luft, Wasser und Feuer). Das Gedicht „all dies gerümpel uns einander lumpen lässt…“ gehört zu der Kategorie „Erde“. Allgemein kann man sagen, dass das Irdische oder die Erde bei Czernin als Dreck oder Staub verstanden wird. Diese wird in schwermütigen Stimmungen wie in Kraftausdrücken oder Schimpfworten präsentiert.

1 all dies gerümpel uns einander lumpen lässt, 2 da schäbig, doch geschraubt, dies leim ich, ja, verschweisse 3 hier stapelnd hoch, was abfällt; zeug flickt an sich, presst 4 so schief uns, platt, dass eisern, morsch, beinhart zerreisse

5 maul groß mir; hölzern ihr verbeult mich, ich zerschleisse 6 in schiefern, flecken blind euch, da stets kneift ein rest, 7 so stümpernd wortfaul, krumm, dass stofflich auf mich schmeisse, 8 wie, flach gemacht, als schund ihr, schmutz dies nagelt fest.

9 genommen knirschend in die zange, sind im frass 10 uns vorgeworfen, doch auf draht auch, da in fetzen 11 aufstachelnd schreibt es ab sich, versteift aufs unmaß:

12 in trümmern, spänen kommend, hinkend all den plätzen, 13 wie schimpflich heulend, feil und wüst wir uns wetzen, 14 sind scharte selbst: dreck dreck bleibt, nicht sich aus uns las.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Definition der Metapher ein und stellt die theoretische Basis durch Lakoff & Johnson sowie die lyrische Intention von Franz Josef Czernin vor.

2. Metapherntheorie nach Lakoff&Jonson (2011): Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Arten von Metaphern (konzeptuelle, orientierende und ontologische) und deren strukturgebende Rolle in unserem Denken und Alltag.

3. Metaphern in der Dichtung von Franz Josef Czernin am Beispiel von einem Erde-Sonett (I): Der Autor wird als Dichter eingeführt, der Metaphern als zentrales, prozesshaftes Element in seiner Lyrik nutzt, um Alltägliches und Poetisches zu verbinden.

3.1 Gedichtanalyse: Hier wird das konkrete Sonett „all dies gerümpel uns einander lumpen lässt…“ analysiert, wobei das Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos thematisiert wird.

3.2 Bedeutungen von Metaphern/Redewendungen und Wechselspiel zwischen den metaphorischen und den wörtlichen Wahrnehmungen: Dieses Unterkapitel untersucht die konkreten umgangssprachlichen Redewendungen im Gedicht und wie diese durch die ungrammatische Schreibweise den Leser zur bewussten Interpretation zwingen.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Czernin Sprache als „Spielzeug“ einsetzt, um durch die Provokation eines Rätsels zwischen wörtlicher und metaphorischer Bedeutung die intensive Auseinandersetzung mit Lyrik zu fördern.

5. Literaturangaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Theoriebildung und Gedichtanalyse.

Schlüsselwörter

Metapherntheorie, Franz Josef Czernin, Lakoff und Johnson, konzeptuelle Metapher, Sonettform, Gedichtanalyse, Redewendungen, Lyrik, Sprachphilosophie, Alltagssprache, Ontologische Metapher, Orientierungsmetapher, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Franz Josef Czernin in seinen Sonetten alltägliche Redewendungen aufgreift und als metaphorische Ausdrücke verwendet, um den Leser zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der Bedeutungsebene zu bewegen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson, die moderne Lyrik, das Verhältnis von wörtlicher zu metaphorischer Bedeutung sowie die strukturelle Gestaltung von Gedichten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Prozess des „metaphorischen Verstehens“ in der Lyrik von Czernin offenzulegen, bei dem der Leser durch idiomatische Brüche gezwungen wird, zwischen verschiedenen Interpretationsebenen zu wechseln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Theorie der kognitiven Metaphorik auf die konkrete Gedichtanalyse eines Sonetts aus dem Zyklus „elemente. sonette“ anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Werk von Lakoff und Johnson sowie eine detaillierte textimmanente Analyse des Sonetts „all dies gerümpel uns einander lumpen lässt…“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Metapherntheorie, Czernin, Sonett, Redewendung, Kognition und Lyrik definieren.

Warum spielt die ungrammatische Satzstellung bei Czernin eine so große Rolle?

Die ungrammatische Satzstellung dient Czernin dazu, die „chaotische Welt“ abzubilden und den Leser daran zu hindern, das Gedicht zu schnell oberflächlich zu erfassen, was den Prozess des Rätseins erzwingt.

Wie unterscheidet sich Czernins Metapherngebrauch von der klassischen Auffassung?

Während die klassische Lehre die Metapher primär als rhetorisches Schmuckmittel begreift, macht Czernin den Prozess der metaphorischen Sinnstiftung selbst zum Gegenstand des Gedichts.

Welche Bedeutung kommt dem Element Erde im analysierten Sonett zu?

Das Element Erde wird bei Czernin mit dem „Dreckigen“, dem Abfall und dem menschlichen Unvermögen assoziiert, wobei es als eine Art zähe Materie verstanden wird, die an der Identität haftet.

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Details

Title
Metaphorischer Prozess in der Dichtung von Franz Czernin am Beispiel eines Sonettes
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Author
Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author)
Publication Year
2014
Pages
14
Catalog Number
V288494
ISBN (eBook)
9783656887652
ISBN (Book)
9783656887669
Language
German
Tags
Lyrik Metapher Metapherntheorie nach Lakoff&Jonson
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author), 2014, Metaphorischer Prozess in der Dichtung von Franz Czernin am Beispiel eines Sonettes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288494
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