Die Selbstverständlichkeit von Unternehmen angelsächsischer Länder, Wertorientierung und aktionärsorientiertes Denken und Handeln als vorrangig zu betrachten, nimmt auch in Europa immer stärker zu. Mittlerweile wird in der großen Mehrheit europäischer Unternehmen die Unternehmenswertsteigerung als wichtige strategische Zielsetzung angesehen.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit möchte ich den Shareholder-Value-Ansatz von Alfred Rappaport darstellen, da er sich tendenziell besonders für Investitionsbewertungen eignet. Die Literatur betrachtet das Shareholder-Value-Konzept als Gesamtkonzept moderner Unternehmensführung. Gesamtunternehmen werden dementsprechend bewertet. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das wertorientierte Management von einzelnen Sach- und Finanzin-vestitionen, die in der Literatur relativ stiefmütterlich behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Investition
2.1. Investitionsbegriff
2.2. Sachinvestitionen
2.3. Finanzinvestitionen
2.4. Investitionsentscheidung
3. Wertorientierung
3.1. Betriebswirtschaftlicher Wertbegriff
3.1.1. Objektive Werttheorie
3.1.2. Subjektive Werttheorie
3.1.3. Funktionale Werttheorie
3.2. Entstehung des wertorientierten Managements
3.3. Grundlagen des Shareholder-Value-Konzepts
4. Der Shareholder-Value-Ansatz von Alfred Rappaport
4.1. Discounted-Cashflow-Methode
4.1.1. Ermittlung des Freien Cash-Flows
4.1.2. Ermittlung des Shareholder-Value über die Nettokapitalisierung
4.1.3. Ermittlung des Shareholder-Value über die Bruttokapitalisierung
4.1.3.1. Adjusted-Present-Value-Ansatz (APV-Ansatz)
4.1.3.2. Weighted-Average-Cost-of-Capital-Ansatz (WACC-Ansatz)
4.1.4. Berechnung des Fremdkapitalkostensatzes
4.1.5. Berechnung des Eigenkapitalkostensatzes – CAPM
4.1.5.1. Marktrisikoprämie
4.1.5.2. β-Faktor
5. Operationalisierung des Shareholder-Value-Ansatzes
5.1. Sachinvestitionen
5.1.1. Bestimmung des Sachinvestitionswertes
5.1.1.1. Ermittlung der Cash-Flows für den Planungshorizont
5.1.1.2. Ermittlung des Residualwertes
5.1.1.2.1. Annahme einer ewigen Rente bei konstanten Cash-Flows
5.1.1.2.2. Annahme eines ewigen konstanten Wachstums des Cash-Flows
5.1.1.2.3. Ansatz eines Liquidationswert
5.2. Finanzinvestitionen
5.3. Berücksichtigung von Risiken
5.3.1. Arten von Risiken
5.3.1.1. Risiken bei Sachinvestitionen
5.3.1.2. Risiken bei Finanzinvestitionen
5.3.2. Instrumente zur Risikomessung
5.3.2.1. Sensitivitätsanalyse
5.3.2.2. Szenariotechnik
5.3.2.3. Risikoanalyse
6. Kritischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das wertorientierte Management von einzelnen Sach- und Finanzinvestitionen auf Basis des Shareholder-Value-Ansatzes von Alfred Rappaport kritisch zu analysieren und operationalisierbar zu machen.
- Grundlagen und Definitionen von Investitionen und Wertorientierung.
- Detaillierte Erläuterung des Discounted-Cashflow-Modells nach Rappaport.
- Methoden zur Berechnung von Kapitalkosten und Risikoberücksichtigung.
- Anwendung des Shareholder-Value-Ansatzes auf spezifische Investitionsarten.
- Kritische Würdigung der Prognose- und Planungsfähigkeit des Modells.
Auszug aus dem Buch
4.1. Discounted-Cashflow-Methode
Die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) von Rappaport orientiert sich an Ein- und Auszahlungsströmen und bewertet Investitionen, Produktprogramme etc. mittels mehrperiodischer dynamischer Investitionsrechenverfahren (Kapitalwertmethode) in einer Totalbetrachtung über den ganzen Lebenszyklus. Die Summe der abgezinsten Zahlungsströme entspricht dem Wert der Investition.
Die DCF-Methode stellt die heute und in der Zukunft anfallenden Auszahlungen, also Investitionssumme und laufende Aufwendungen, den Einzahlungen aus der Investition, wie Umsätze und Lizenzeinnahmen, gegenüber und grenzt sich von den Ertragswertverfahren ab, indem die Ermittlung des Diskontierungsfaktors auf der Basis kapitalmarkttheoretischer Modelle erfolgt. Durch die Abzinsung der in der Zukunft anfallenden Einnahmen und Ausgaben auf heute wird auch der Zeitwert des Geldes berücksichtigt. Da sich die DCF-Methode an die Kapitalwertverfahren anlehnt, reduziert sie die Nachteile einperiodischer Cash-Flow-Kennzahlen und betont die Kosten des Eigenkapitals.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Bedeutung der Wertorientierung in Europa und Definition der Zielsetzung der Diplomarbeit.
2. Investition: Definition des Investitionsbegriffs sowie Abgrenzung von Sach- und Finanzinvestitionen und Erläuterung des Investitionsentscheidungsprozesses.
3. Wertorientierung: Diskussion des betriebswirtschaftlichen Wertbegriffs sowie der Entstehung und der Grundlagen des wertorientierten Managements.
4. Der Shareholder-Value-Ansatz von Alfred Rappaport: Detaillierte Darlegung der Discounted-Cashflow-Methode, inklusive Verfahren zur Kapitalkostenermittlung und Anwendung des CAPM.
5. Operationalisierung des Shareholder-Value-Ansatzes: Anwendung des Modells auf Sach- und Finanzinvestitionen unter Berücksichtigung spezifischer Cash-Flow-Probleme und Risikomanagement-Instrumente.
6. Kritischer Ausblick: Zusammenfassende kritische Analyse des Shareholder-Value-Konzepts im Hinblick auf Prognoseanforderungen und praktische Umsetzbarkeit.
Schlüsselwörter
Shareholder-Value, Investition, Wertorientiertes Management, Discounted-Cashflow-Methode, Kapitalkosten, WACC, CAPM, Sachinvestition, Finanzinvestition, Cash-Flow, Risikomanagement, Unternehmenswert, Sensitivitätsanalyse, Werttreiber, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert kritisch das Konzept des wertorientierten Managements, speziell den Shareholder-Value-Ansatz von Alfred Rappaport, mit dem Fokus auf die Bewertung einzelner Sach- und Finanzinvestitionen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Zentrale Themen sind die mathematische Fundierung der Investitionsbewertung mittels DCF-Methoden, die Ermittlung von Eigen- und Fremdkapitalkosten sowie die Integration von Risikobetrachtungen in den Entscheidungsprozess.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Prüfung des Rappaport-Ansatzes, um eine methodisch fundierte Bewertung von Investitionsprojekten zu ermöglichen, die über traditionelle Erfolgskennzahlen hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Literaturanalyse und die formale Herleitung finanzwirtschaftlicher Modelle wie DCF (Discounted Cash-Flow), WACC (Weighted Average Cost of Capital) und CAPM (Capital Asset Pricing Model).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Wertorientierung, die detaillierte mathematische Operationalisierung des Shareholder-Value-Ansatzes für verschiedene Investitionsarten sowie Instrumente der Risikoanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Shareholder-Value, Investitionsrechnung, Kapitalkosten, Discounted-Cashflow, Risikoanalyse und wertorientierte Unternehmenssteuerung charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der APV-Ansatz vom WACC-Ansatz?
Der Hauptunterschied liegt in der Behandlung steuerlicher Vorteile aus der Fremdfinanzierung: Der APV-Ansatz bewertet diese separat, während der WACC-Ansatz sie im gewichteten Kapitalkostensatz integriert.
Warum ist die Risikoberücksichtigung bei Investitionen problematisch?
Die Risikoberücksichtigung ist schwierig, da sie oft auf subjektiven Einschätzungen oder historischen Daten beruht und die Instabilität von Risikofaktoren in der Zukunft eine präzise Schätzung erschwert.
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- Nicolae-Daniel Dobos (Autor), 2008, Wertorientiertes Management von Finanz- und Sachinvestitionen. Eine kritische Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288639