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Kooperatives Verhalten in Spielshows. Eine Analyse auf Basis von Golden Balls

Title: Kooperatives Verhalten in Spielshows. Eine Analyse auf Basis von Golden Balls

Master's Thesis , 2014 , 63 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Gabriele Alheid (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Laborexperimente gelten seit jeher als Grundlage wissenschaftlicher Untersuchungen. Ihre Etablierung in den Wirtschaftswissenschaften, insbesondere im Bereich der Verhaltensökonomik, resultiert aus den daraus gewonnenen Einblicken in menschliche Verhaltensweisen, die mit anderen Mitteln nur schwer beobachtbar wären. Wegen ihres künstlichen Charakters, den geringen monetären Anreizen sowie den homogenen Stichproben wird die Sinnhaftigkeit von Laborexperimenten in der ökonomischen Forschung jedoch häufig in Frage gestellt. Insbesondere eine Verallgemeinerung der erzielten Ergebnisse auf die Grundgesamtheit wird oftmals, aufgrund ihrer geringen externen Validität, angezweifelt. Um dieser Problematik zu entgehen, werden vermehrt Feldexperimente herangezogen.Da auch diese Nachteilen in Form von höherem Zeit- und Kostenaufwand sowie einer zu geringen internen Validität unterliegen, greifen Ökonomen in den letzten Jahren vermehrt auf sogenannte natürliche Experimente zurück. In diesem Zusammenhang hat sich insbesondere die Analyse von Fernsehspielshows etabliert, denn diese weisen Merkmale und Abläufe auf, die denen eines ökonomischen Experiments gleichen. Sie bieten wirksame Möglichkeiten, die Beständigkeit und Realitätstreue der vorhandenen Ergebnisse aus Laborexperimenten zu prüfen. Die vorliegende Arbeit untersucht kooperatives Verhalten in der britischen Fernsehspielshow Golden Balls und geht dabei zwei wesentlichen Fragestellungen nach: Zum einen soll untersucht werden, welche Variablen das Kooperationsverhalten der Kandidaten in der Sendung beeinflussen. Zum anderen soll analysiert werden, inwiefern sich das Kooperationsverhalten von Kandidaten einer Spielshow im Vergleich zu jenem von Probanden eines Laborexperiments unterscheidet. An dieser Stelle soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, ob die Unterschiede in den Ergebnissen derart gravierend sind, dass sie Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Laborexperimenten aufwerfen. Die Sendung Golden Balls eignet sich aus zwei Gründen besonders gut für die Analyse des Kooperationsverhalten von Kandidaten: Einerseits stellt die Finalrunde der Show spieltheoretisch ein Gefangenendilemma dar. Andererseits stellt Golden Balls hohe Gewinnsummen für die Probanden bereit. Da die geringen monetären Anreize in Laborexperimenten oft zum Anlass genommen werden, die Güte von empirischen Studien auf Basis solcher Experimente zu hinterfragen, hat diese Analyse für beide Fragestellungen der Arbeit einen hohen Stellenwert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Experimente in der ökonomischen Forschung: Eine Klassifizierung

2. Die Fernsehspielshow Golden Balls

2.1 Spielaufbau

2.2 Spieltheoretische Analyse

2.3 Strategische Überlegungen der Kandidaten

3. Literaturüberblick

3.1 Demographische Merkmale

3.2 Kommunikation und Cheap Talk

3.3 Lügen und betrügerisches Verhalten

3.4 Gewinnhöhe

4. Methodik

4.1 Datenerhebung und Vorgehensweise

4.2 Variablenbeschreibung und Hypothesen

4.2.1 Demografische Variablen

4.2.2 Strukturelle Variablen

4.2.3 Verhaltensspezifische Variablen

5. Darstellung der Ergebnisse

5.1 Einseitige Kooperation

5.2 Wechselseitige Kooperation

5.3 Zusammenfassung der Ergebnisse

6. Diskussion und kritische Stellungnahme

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Kooperationsverhalten von Kandidaten in der britischen Fernsehspielshow Golden Balls. Das Hauptziel ist die Analyse, inwieweit nicht bindende Kommunikation in Form von „Cheap Talk“ sowie verschiedene demografische und strukturelle Variablen die Entscheidungsfindung der Teilnehmer in einem spieltheoretischen Gefangenendilemma beeinflussen und wie sich diese Ergebnisse mit Laborexperimenten vergleichen lassen.

  • Analyse von Kooperationsmustern in natürlichen Experimenten (TV-Spielshows)
  • Einfluss von Kommunikation, Versprechungen und nonverbalen Signalen auf die Kooperationsbereitschaft
  • Untersuchung demografischer Faktoren wie Geschlecht und Alter
  • Evaluierung der Auswirkungen von hohen monetären Gewinnsummen auf das Spielverhalten

Auszug aus dem Buch

2.2 Spieltheoretische Analyse

Kaum ein anderes spieltheoretisches Modell hat derartige Popularität erlangt wie das Gefangenendilemma. Es gilt in der Wissenschaft als beliebtes und repräsentatives Beispiel, um soziale Konflikte und nicht-kooperatives Verhalten zu demonstrieren. Dabei stehen zwei Personen vor einer Entscheidung, bei der sich beide unabhängig von der Handlung des Gegenspielers besser stellen, wenn sie defektieren, anstatt zu kooperieren. „The paradox that makes the Prisoner’s Dilemma so intriguing is that both prisoners end up defecting even though they both know they would be better-off cooperating” (Wallace, Wolf, 1999, S.323). Das Spieldesign der finalen Runde von Golden Balls stellt eine schwache Form des Gefangenendilemmas dar (vgl. Rapoport, 1988, S.459; Sicardi et al., 2009, S.240).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von natürlichen Experimenten in der ökonomischen Forschung ein und definiert die Forschungsfragen bezüglich des Kooperationsverhaltens in Fernsehspielshows.

1. Experimente in der ökonomischen Forschung: Eine Klassifizierung: Dieses Kapitel differenziert zwischen Labor-, Feld- und natürlichen Experimenten und diskutiert deren jeweilige Vor- und Nachteile für die ökonomische Forschung.

2. Die Fernsehspielshow Golden Balls: Hier werden der Spielaufbau, die spieltheoretischen Strukturen der Finalrunde sowie die strategischen Rahmenbedingungen der Kandidaten detailliert beschrieben.

3. Literaturüberblick: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu sozialen Dilemmata, Kommunikation, Lüge und dem Einfluss von Gewinnhöhen auf das Verhalten.

4. Methodik: Hier werden die Datenerhebung aus 47 Episoden sowie die verwendeten ökonometrischen Modelle (Probitmodelle) zur statistischen Auswertung der Kooperationsentscheidungen beschrieben.

5. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zur einseitigen und wechselseitigen Kooperation, unterteilt in verschiedene statistische Modelle.

6. Diskussion und kritische Stellungnahme: Hier werden die eigenen Ergebnisse kritisch reflektiert, Limitationen der Datenlage diskutiert und Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschung aufgezeigt.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt die Bedeutung von „Cheap Talk“ als Einflussfaktor für kooperatives Verhalten, auch außerhalb von Laborbedingungen.

Schlüsselwörter

Kooperatives Verhalten, Gefangenendilemma, Golden Balls, Cheap Talk, natürliche Experimente, Spieltheorie, Verhaltensökonomik, ökonomische Forschung, Entscheidungsfindung, Kooperationsbereitschaft, monetäre Anreize, Spielshow, Probitmodell, soziale Dilemmata, Reziprozität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Kooperationsverhalten von Kandidaten in der Spielshow Golden Balls, um zu verstehen, welche Faktoren Individuen dazu bewegen, in einem Gefangenendilemma zu kooperieren oder zu defektieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die verhaltensökonomische Analyse, Spieltheorie, die Wirksamkeit von Kommunikation sowie den Einfluss von demografischen und strukturellen Variablen in natürlichen Entscheidungssituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Variablen das Kooperationsverhalten beeinflussen, insbesondere die Auswirkungen von nicht bindender Kommunikation ("Cheap Talk"), und zu prüfen, ob sich diese Ergebnisse von Laborexperimenten unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Analyse, bei der Daten aus 47 TV-Folgen mittels binärer und geordneter Probitmodelle statistisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine Literaturübersicht über soziales Verhalten, eine Beschreibung der methodischen Vorgehensweise bei der Datenerhebung sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kooperationsverhalten, Gefangenendilemma, Cheap Talk, natürliche Experimente, Verhaltensökonomik und Spieltheorie.

Welche Rolle spielt "Cheap Talk" in der Finalrunde von Golden Balls?

Cheap Talk dient in der Finalrunde als manipulatives Instrument, mit dem Kandidaten versuchen, den Gegenspieler durch verbale oder nonverbale Versprechungen zu einer Kooperation (Wahl von "split") zu bewegen, obwohl diese Versprechen rechtlich nicht bindend sind.

Welchen Einfluss hat das Alter auf die Kooperationsbereitschaft der Kandidaten?

Die empirische Analyse deutet darauf hin, dass ältere Kandidaten (ab 40 Jahren) in der Spielshow eine tendenziell höhere Kooperationsbereitschaft zeigen als jüngere Teilnehmer.

Wie beeinflussen nonverbale Signale wie Lächeln das Spiel?

Ein ausgetauschtes Lächeln oder Lachen erhöht signifikant die Wahrscheinlichkeit einer gemeinsamen Kooperation der beiden Finalteilnehmer.

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Details

Title
Kooperatives Verhalten in Spielshows. Eine Analyse auf Basis von Golden Balls
College
University of Kassel  (Volkswirtschaftslehre)
Grade
1,3
Author
Gabriele Alheid (Author)
Publication Year
2014
Pages
63
Catalog Number
V288650
ISBN (eBook)
9783656888369
ISBN (Book)
9783656888376
Language
German
Tags
kooperatives verhalten spielshows eine analyse spieltheorie psychologie Experimente verhaltensforschung verhaltensökonomie kooperation Golden Balls kooperatives Verhalten Volkswirtschaftslehre Experimentelle Wirtschaftsforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriele Alheid (Author), 2014, Kooperatives Verhalten in Spielshows. Eine Analyse auf Basis von Golden Balls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288650
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