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Die Bedeutung des Vorurteils bei Gotthold Ephraim Lessing

Eine werkübergreifende Analyse der dramatischen Konzeption und Auflösung von Vorurteilen

Título: Die Bedeutung des Vorurteils bei Gotthold Ephraim Lessing

Trabajo de Seminario , 2012 , 25 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Marius Hummitzsch (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Lessing-Forschung in der Literaturwissenschaft aber auch in vielen anderen Fächern und Disziplinen hat mittlerweile einen riesigen Fundus an Studien, Forschungsfeldern und Informationen hervorgebracht. So bilanzierte u.a. Fauser mit Blick auf die Forschungslage zu Lessing, dass sich „von Zeit zu Zeit […] die Klage darüber [regt], dass zu Lessing doch alles gesagt sei“ (Fauser 2008: 7). Themen wie Toleranz, Religion oder Vernunft wurden ebenso akribisch bearbeitet und diskutiert wie Aspekte rundum Lessings Leben, Lebenszeit und Wirkung. Jedoch wusste auch Fauser schnell auf die fast schon zyklisch erfolgende Wiederbelebung und neue Aufarbeitung der Primär- und Sekundärliteratur zu verweisen (vgl. ebd.).

Doch worin liegen die Gründe hierfür? Zum einen haben die Stoffe Lessings an Aktualität nichts verloren. Gerade die Auseinandersetzungen und Konflikte zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften erscheinen heute präsenter denn je. Zum anderen gilt Lessing – nicht ganz unbegründet – nahezu als „deutscher Pionier der Aufklärung“, der rezeptionsgeschichtlich sowohl zu Lebzeiten als auch in den folgenden Jahrhunderten ein unglaubliches Interesse hervorgerufen hat (vgl. u.a. Stockhorst 2011: 122 ff., Fischer 2000: 7 ff., Kars 1988: 7 ff.). Eine wesentliche Grundlage hierfür bilden mit Sicherheit das Vorhandensein und der Erhalt vieler Briefe, Diskussionsbeiträge oder Kommentare von und zu Lessing.

Doch dieses enorme allgemeine Interesse an der Person und dem Denken Lessings führt zuweilen auch dazu, dass in der breiten Öffentlichkeit ein bemerkenswert undifferenziertes und/ oder verkürztes Bild entsteht und genutzt wird, worauf auch Weiershausen und Wilke eindringlich hinweisen (vgl. 2011: 9; auch Barner et. al. 1998: 98). Aufgabe der Wissenschaftler muss es also auch sein, an diesem Punkt anzusetzen und die enorme und tiefgreifende Deutungs- und Diskussionsvielfalt darzustellen. Einen Beitrag hierfür soll die vorliegende Arbeit leisten.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodisches Vorgehen

3. Der junge Gelehrte (1754)

3.1. Inhaltliche Darstellung

3.2. Vorurteilskonzeption

3.3. Publikumswirkung

4. Die Juden (1754)

4.1. Inhaltliche Darstellung

4.2. Vorurteilskonzeption

4.3. Publikumswirkung

5. Der Freigeist (1755)

5.1. Inhaltliche Darstellung

5.2. Vorurteilskonzeption

5.3. Publikumswirkung

6. Nathan der Weise (1779)

6.1. Inhaltliche Darstellung

6.2. Vorurteilskonzeption

6.3. Publikumswirkung

7. Kriterienvergleich der Konstruktion und Auflösung des Vorurteils

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die dramatische Konzeption und Auflösung von Vorurteilen in ausgewählten Werken von Gotthold Ephraim Lessing, um aufzuzeigen, dass Lessings Kritik nicht auf religiöse Fragen beschränkt bleibt, sondern universalistisch zu verstehen ist.

  • Analyse der Vorurteilskonstruktion in früh- und spätaufklärerischen Dramen
  • Untersuchung der Wirkungsabsicht auf das zeitgenössische Publikum
  • Vergleichende Betrachtung von Figurenentwicklung und dramentheoretischen Ansätzen
  • Herausarbeitung der Entwicklung von der Typenkomödie hin zum humanistischen Ideal

Auszug aus dem Buch

4.2. Vorurteilskonzeption

Die Konzeption des Vorurteils erscheint in Die Juden als überaus komplex. Zur Ausgangslage muss gesagt werden, dass den Juden im 18. Jahrhundert ein extrem ausgeprägtes Hass- und Feindbild zukam. Der Vergleich von Kars (1988: 3), auch wieder aufgenommen und ausführlicher ausgearbeitet von Fischer (2000: 20), des Juden mit dem Wolf im Märchen erscheint mir hier als sehr passend. Schon sehr früh im Drama spielt Lessing mit diesem Bild, indem er nicht nur die antisemitischen Vorurteile als „skandalös-stereotype[…] Maske“ (Wesche 2005: 148) in Form der Verkleidung von Krumm und Stich nutzt, sondern auch Krumm die weitverbreitete Sicht der Bevölkerung „in den Mund legt“:

Sie mögen das gottlose Gesindel noch nicht so kennen. So viel als ihrer sind, keinen ausgenommen, sind Betrieger, Diebe und Straßenräuber. Darum ist es auch ein Volk, das der liebe Gott verflucht hat. […] Ach! Mein lieber Herr, wenn sie wollen Glück und Segen in der Welt haben, so hüten Sie sich vor den Juden, ärger, als vor der Pest. (1,2: 8 f.)

Gerade der angeblich kriminelle Charakter der Juden wird im weiteren Verlauf sehr häufig durch verschiedene Figuren wie z.B. dem Baron reproduziert. Sogar am Ende des Stücks, nachdem der Reisende seine Identität Preis gibt, lässt Lessing die Vorurteile weiter bestehen, indem die Figuren den Reisenden lediglich als Ausnahme begreifen (siehe Textauszug oben). Eine zentrale Stelle im Werk findet sich zudem im Auftritt 22, als der Reisende gegenüber dem Baron seine zentrale Bitte an diesen formuliert:

Zu aller Vergeltung bitte ich nichts, als dass Sie künftig von meinem Volke etwas gelinder und weniger allgemein urteilen. Ich habe mich nicht vor Ihnen verborgen, weil ich mich meiner Religion schäme. Nein! Ich sahe aber, dass Sie Neigung zu mir, und Abneigung gegen meine Nation hatten. (1,22:44)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Lessing-Forschungsfeld und formuliert die Leitfragen zur Untersuchung verschiedener Vorurteilsformen und deren dramaturgischer Umsetzung.

2. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel begründet die Auswahl der vier untersuchten Werke und skizziert den methodischen Rahmen für den Vergleich von Figurenentwicklung und dramentheoretischer Konzeption.

3. Der junge Gelehrte (1754): Diese Analyse zeigt, wie Lessing ein Frühwerk in der Tradition der Typenkomödie nutzt, um die Vorurteilsbehaftung der Hauptfigur Damis darzustellen.

4. Die Juden (1754): Das Kapitel behandelt die Entfremdung von der klassischen Verlachkomödie und wie Lessing durch die Figur des edlen Juden das Publikum herausfordert.

5. Der Freigeist (1755): Es wird analysiert, wie Lessing hier Religion und Tugendhaftigkeit verbindet und durch Charakterdifferenzierung zur Selbstreflexion der Figuren anregt.

6. Nathan der Weise (1779): Dieses Kapitel beleuchtet das Spätwerk als utopischen Entwurf eines universellen Toleranzbegriffs und die humanistische Idealvorstellung einer vorurteilsfreien Begegnung.

7. Kriterienvergleich der Konstruktion und Auflösung des Vorurteils: Eine zusammenfassende Gegenüberstellung der dramaturgischen Ansätze und der Entwicklung von der Lasterzuschreibung hin zur Humanität.

8. Fazit: Das Fazit resümiert Lessings Bedeutung als Wegbereiter der Aufklärung und reflektiert die Stärken und Grenzen der vorliegenden Untersuchung.

Schlüsselwörter

Gotthold Ephraim Lessing, Vorurteil, Aufklärung, Dramentheorie, Literaturwissenschaft, Toleranz, Religionskritik, Figurenkonzeption, Humanismus, Verlachkomödie, Nathan der Weise, Die Juden, Der junge Gelehrte, Der Freigeist, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Lessing das Thema Vorurteile in seinen Dramen verarbeitet und welche dramaturgischen Mittel er einsetzt, um diese Vorurteile auf der Bühne abzubilden oder aufzulösen.

Welche Werke stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf vier Werke Lessings: Die Frühwerke "Der junge Gelehrte", "Die Juden" und "Der Freigeist" sowie das Spätwerk "Nathan der Weise".

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Lessings Kritik an Vorurteilen über bloße Religionsfragen hinausgeht und universalistischer zu denken ist. Die Leitfragen befassen sich mit der Aufnahme von Vorurteilsformen und der Inszenierung von Figurenentwicklung.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse der ausgewählten Primärliteratur in Verbindung mit einer werkübergreifenden vergleichenden Methodik, um dramaturgische Konzepte und Publikums-Wirkungsabsichten herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil werden die vier ausgewählten Dramen jeweils in Unterkapiteln hinsichtlich ihrer inhaltlichen Handlung, ihrer spezifischen Vorurteilskonzeption und ihrer beabsichtigten Wirkung auf das Publikum untersucht.

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Literaturwissenschaft, Vorurteilskonstruktion, Aufklärungsdrama, Humanismus und Lessings Dramaturgie charakterisieren.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Frühwerk und Spätwerk eine Rolle?

Die Einteilung ist wichtig, um zu zeigen, wie Lessing sich von der traditionellen "Verlachkomödie" löst und in seinem Spätwerk, insbesondere in "Nathan der Weise", eine komplexere und utopische Form der Toleranz entwickelt.

Wie unterscheidet sich die Vorurteilskritik in "Nathan der Weise" von den früheren Lustspielen?

Während in den früheren Werken noch die Bloßstellung von Lastern oder die Assimilation einzelner Figuren im Vordergrund stehen, postuliert Lessing in "Nathan der Weise" einen absoluten Zugang zur Vorurteilslosigkeit, der auf der Idee eines universalen Humanismus basiert.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bedeutung des Vorurteils bei Gotthold Ephraim Lessing
Subtítulo
Eine werkübergreifende Analyse der dramatischen Konzeption und Auflösung von Vorurteilen
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Germanistik)
Curso
Lessing
Calificación
1,7
Autor
Marius Hummitzsch (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
25
No. de catálogo
V288927
ISBN (Ebook)
9783656891581
ISBN (Libro)
9783656891598
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lessing Gotthold Ephraim Lessing Vorurteile Konzepte des Vorurteils Auflösung von Vorurteilen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marius Hummitzsch (Autor), 2012, Die Bedeutung des Vorurteils bei Gotthold Ephraim Lessing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288927
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