Dass der Klimawandel derzeit stattfindet, bestreitet wohl niemand mehr. Es ist zu beobachten, dass sich die Wetterextreme in globaler Sicht häufen. Dabei gehören mediale Meldungen über extreme Niederschläge, Stürme oder ausgeprägte Trockenperioden faktisch schon zum Alltagsgeschehen, was auch durch die Sachstandsberichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) bestätigt wird (vgl. Mahammadzadeh et al. 2009, S. 9).
Klimaforscher aus aller Welt sagen derzeit voraus, dass die Atmosphäre durch ihre Erhitzung vermehrt Feuchtigkeit aufnehmen können wird und das Klima der Erde demnach feuchter werden wird. Desweitern wird von Experten prognostiziert, dass sich die Klimazonen der Erde polwärts verschieben werden. Daraus leiten die Wissenschaftler ab, dass sich gerade für den süddeutschen Raum eine Mediterranisierung des Klimas ergeben könnte (vgl. Hutter /Link 2006, S. 7).
In der vorliegenden Arbeit soll nun geklärt werde, welche Auswirkungen der Klimawandel auf das Hochgebirge Alpen hat. Auf physisch-geographischer Ebene wird der Fokus auf den Einfluss des Klimawandels auf die Entwicklung der Alpengletscher gelegt, während in anthropogeographischer Hinsicht die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den in den Alpen sehr bedeutenden Tourismus im Mittelpunkt stehen.
Zunächst soll aber der Alpenraum an sich hinsichtlich seiner reliefartigen, geologischen, pedologischen und klimatischen Gegebenheiten erläutert und auch eingegrenzt werden, bevor mit der Darstellung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpenraum begonnen wird.
Die Alpen dienen in der Arbeit als Untersuchungsgegenstand, da sie als touristische Destination und im Hinblick auf das naturräumliche Potential innerhalb Europas von enormer Bedeutung sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung
2. Naturraum Alpen
2.1 Gliederung und Relief der Alpen
2.2 Geologie und Böden der Alpen
2.3 Klima der Alpen
3. Klimawandel und sein Einfluss auf die Alpenregion
3.1 Klimawandel in den Alpen
3.2 Auswirkungen des Klimawandels
3.2.1 Auswirkung auf die Natur
3.2.2 Auswirkungen auf die alpinen Gletscher
3.2.3 Auswirkungen auf den Tourismus
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf das Hochgebirge Alpen, mit einem besonderen Fokus auf die physisch-geographischen Veränderungen der Gletscher sowie die ökonomischen Folgen für den alpinen Tourismus.
- Analyse des naturräumlichen Potenzials und der klimatischen Gegebenheiten der Alpen.
- Untersuchung der Auswirkungen von Temperaturerhöhungen und Niederschlagsveränderungen auf Ökosysteme.
- Erforschung des Gletscherschwunds und der damit verbundenen hydrologischen Konsequenzen sowie Naturgefahren.
- Evaluierung der Herausforderungen für den alpinen Wintertourismus und Anpassungsstrategien.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Auswirkungen auf die alpinen Gletscher
Es ist weltweit zu beobachten, dass sich die Gletscher im Zuge der Klimaerwärmung stetig zurückziehen. Die Tatsache, dass die alpinen Gletscher zusehends abschmelzen zeigt am herausragendsten den Einfluss des Klimawandels auf die Alpen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat die alpine Vergletscherung um die Hälfte abgenommen (vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 2008, S. 46).
Wissenschaftler des Geographischen Instituts der Universität Zürich gaben Prognosen zur Entwicklung der alpinen Vergletscherung unter dem Einfluss der Klimaerwärmung in den kommenden 100 Jahren ab. Dabei ergaben Experimente, dass eine Erhöhung der Sommertemperatur von drei Grad die Vergletscherung um 80 Prozent verringern könnte, was dann lediglich zehn Prozent der Gletscherausdehnung vom Jahre 1850 entspräche. Bei einer Temperaturerhöhung von fünf Grad wären die Alpen im Prinzip eisfrei. Sollte die Temperatur um mehr als drei Grad ansteigen, so würden nur die größten und am höchsten gelegen Gletscher bis ins 22. Jahrhundert hinein überleben können. Die Folgen des prognostizierten Gletscherschwunds hätten gerade in dicht besiedelten Regionen der Alpen erheblichen Einfluss auf die dort lebenden Menschen und würde sich im hydrologischen Kreislauf, in der Wasserwirtschaft, im Tourismus und durch Naturgefahren zeigen (vgl. Süddeutsche 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung: Einführung in die Problematik des Klimawandels und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit bezüglich des Untersuchungsraums Alpen.
2. Naturraum Alpen: Definition und geographische Abgrenzung der Alpen sowie Erläuterung der geologischen, reliefartigen und klimatischen Grundstrukturen.
3. Klimawandel und sein Einfluss auf die Alpenregion: Detaillierte Betrachtung der globalen und regionalen Klimaänderungen sowie der daraus resultierenden Folgen für Natur, Gletscher und Tourismus.
4. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und der notwendigen Anpassungsstrategien zum Schutz des Lebensraums Alpen.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Alpen, Alpengletscher, Gletscherschwund, Wintertourismus, Naturkatastrophen, Permafrost, Schneesicherheit, Biodiversität, Klimaerwärmung, Hydrologie, Anpassungsstrategien, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den spürbaren Auswirkungen der globalen Erwärmung auf das Hochgebirge Alpen und den daraus resultierenden ökologischen und ökonomischen Herausforderungen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Schwerpunkte sind die klimatischen Rahmenbedingungen des Alpenraums, der Rückgang der Gletscher, die Zunahme von Naturgefahren sowie die ökonomischen Auswirkungen auf den alpinen Tourismus.
Was ist das primäre Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Ziel ist es, die sensiblen Reaktionen des Alpenraums auf den Klimawandel aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich diese Prozesse auf Mensch und Natur auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Klimadaten, Berichten und Modellen des IPCC sowie weiterer geographischer Institute basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Naturraums und eine detaillierte Untersuchung der Folgen des Klimawandels, spezifisch für die Vegetation, die Gletscherentwicklung und die Tourismuswirtschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gletscherschwund, Schneesicherheit, Klimaanpassung und Naturkatastrophen im Alpenraum.
Warum reagieren die Alpen besonders empfindlich auf Klimaveränderungen?
Die Sensibilität resultiert aus der Topografie, dem Rückgang der Schnee- und Eisbedeckung, der eine Rückkopplung bewirkt, sowie der spezifischen Lage als Hochgebirge, das bereits kleine Temperaturanstiege stark verstärkt.
Was ist das sogenannte "Snow-Farming" und ist es effektiv?
Es ist eine Methode, bei der Planen auf Gletscher gelegt werden, um das Abschmelzen zu verlangsamen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass diese Maßnahme praktisch kaum Wirkung zeigt.
Welche Gefahr stellt das Abschmelzen des Permafrosts für die Alpen dar?
Das Auftauen des Permafrosts destabilisiert den Boden und Gestein, was gehäuft zu Murabgängen und Erdrutschen führt, die Siedlungen und Verkehrswege gefährden.
Wie wird sich die touristische Bedeutung der Alpen langfristig entwickeln?
Während der Wintertourismus vor massiven Problemen durch Schneemangel steht, könnte der Sommertourismus in den Alpen profitieren, da die Region als Ausweichziel gegenüber zu heißen mediterranen Regionen attraktiver werden könnte.
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- Thomas Körner (Autor), 2012, Der Klimawandel in den Alpen. Auswirkungen und Bedeutung für den Tourismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288957