Unterrichtsmodell zur Freimaurerei im 18. Jahrhundert


Seminararbeit, 2012

38 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkung und Vorgehensweise

2. Rahmen der Unterrichtseinheit

3. Begründete Auswahl von Inhalten
3.1 Gegenwartsbedeutung
3.2 Zukunftsbedeutung
3.3 Exemplarische Bedeutung

4. Lernziele
4.1 Kognitive Lernziele
4.2 Affektive Lernziele

5. Planung und Durchführung des Experteninterviews

6. Unterrichtsbezogene Inhaltsanalyse
6.1 Didaktische Reduktion
6.2 Anordnung der Unterrichtsinhalte

7. Inhaltliche und methodische Analyse der Unterrichtsstunde

8. Schlussbemerkung

9. Anhang
9.1 Quellenverzeichnis
9.1.1 Primärliteratur
9.1.2 Sekundärliteratur
9.1.3 Ungedruckte Dokumente
9.1.4 Illustration des Titelblatts
9.2 Abbildungsverzeichnis
9.3 Materialien

1. Vorbemerkung und Vorgehensweise

Die Ursprünge der Freimaurerei werden kontrovers diskutiert. Viele Legenden und Mythen zur Vorgeschichte der Freimaurerei sind bekannt. Dabei werden immer wieder die Essäer, die Pythagoräer oder auch die Druiden sowie ägyptische Traditionen mit den Freimaurern in Verbindung gebracht. Belegt ist jedoch, dass sich aus den mittelalterlichen Bauhütten am 24. Juni 1717 zur ersten Großlogen zusammenfügten. Seitdem sind die Freimaurer stets in der Geschichte präsent und auch heute noch vorhanden. Den Höhepunkt der Freimaurerei bildete definitiv die Aufklärung.[1]

Während die Aufklärung fest im Lehrplan für zehnte Klassen des Gymnasiums in Bayern verankert ist, so ist den Schülern die Freimaurerei weitestgehend unbekannt.

Nun soll im Folgenden dargestellt werden, wie das relativ unbekannte Thema der Freimaurerei zur Zeit der Aufklärung Schülerinnen und Schülern einer zehnten Klasse eines Gymnasiums aus München näher gebracht werden kann. Dabei wird eine Unterrichtsstunde von 90 Minuten Dauer präsentiert, welche zwei inhaltliche Schwerpunkte enthält. In den ersten 45 Minuten wird der Unterricht von einem Experteninterview mit einem Freimaurer aus einer Münchner Loge geprägt, während der zweite Teil der Unterrichtsstunde von einer Filmsequenz[2] zu Mozarts Zauberflöte dominiert wird, aus der die typisch freimaurerischen Züge der Oper herausgearbeitet werden sollen.

2. Rahmen der Unterrichtseinheit

Die Deutschklasse in der zehnten Jahrgangsstufe eines Gymnasiums beschäftigt sich seit mehreren Unterrichtsstunden mit der Aufklärung im Allgemeinen und insbesondere mit typischer Literatur der Aufklärung. Dabei werden übliche Texte der Aufklärung in Ausschnitten bearbeitet wie beispielsweise die Ausführungen Kants zum Begriff der Aufklärung oder auch Lessings Emilia Galotti. Zudem behandelt die Klasse im Zuge eines fächerübergreifenden Projekts die Zauberflöte Mozarts mit dem Libretto von Emanuel Schikaneder, das im Musikunterricht als Oper und im Deutschunterricht als eine Art Drama behandelt wird. Auch die Zauberflöte steht in vielerlei Hinsicht für die Gedanken der Aufklärung wie Humanität und Vergebung. Die Zauberflöte weist sowohl in sprachlicher, als auch in musikalischer Weise eine Vielzahl von freimaurerischen Zügen auf.[3] Im Bezug auf die vorgestellte Unterrichtseinheit wird davon ausgegangen, dass die Schülerinnen und Schüler das Werk schon einmal komplett gelesen haben und dementsprechend den Kontext der zu behandelnden Szenen aus der Oper kennen.

3. Begründete Auswahl von Inhalten

In der konzipierten Doppelstunde sollen die Schüler die wesentlichen Aspekte der Entstehungsgeschichte der Freimaurerei erläutert bekommen mit einem Hauptaugenmerk auf die Freimaurerei zur Zeit der Aufklärung, aber auch aktuelle freimaurerische Arbeit kennenlernen, was durch das Gespräch mit einem Freimaurer aus München erwirkt werden soll. Darüber hinaus soll erreicht werden, dass die Schüler mithilfe zweier ausgewählter Szenen aus der Oper „Die Zauberflöte“ typische Merkmale der Freimaurerei erkennen können, wobei die wesentlichen Aspekte zur Freimaurerei einerseits durch das Expertengespräch und andererseits durch einen kurzen Lehrervortrag gegeben werden. Somit soll den Schülerinnen und Schülern schließlich das unbekannte Feld der Freimaurerei näher gebracht werden.

3.1 Gegenwartsbedeutung

Generell soll die Gegenwartsbedeutung klären, welche Bedeutung der präsentierte Inhalt bereits im Leben der Kinder hat und welche Bedeutung er im Bezug auf den pädagogischen Gesichtspunkt darin haben sollte.[4]

Durch die Unterrichtsstunde soll erreicht werden, dass die Schüler erkennen, dass freimaurerische Tätigkeiten auch in unserer Zeit noch präsent sind, was beispielsweise durch Nennung der karikativen Tätigkeiten von Freimaurerlogen geschafft werden kann. Dadurch, dass ein Experte der Freimaurerei, nämlich ein Mitglied einer Freimaurerloge in den Unterricht eingeladen wird, kann der Realitätsbezug durch das stellen von Fragen an den Experten von Schülerseite automatisch hergestellt werden. Auch die Verbindung von aktuellen Spielfilmen wie „Illuminati“ und dergleichen kann in diesem Sinne ins Gedächtnis der Lernenden gerufen werden.

3.2 Zukunftsbedeutung

Dabei soll geklärt werden, ob dem behandelten Thema im zukünftigen Leben der Kinder eine Rolle zufällt und es folglich sinnvoll ist, dieses Thema zu behandeln.[5]

Die Lernenden sollen in diesem Zusammenhang verstehen, dass freimaurerische Arbeit auch in Zukunft von Interesse sein wird. Das Streben der Freimaurer nach Wohltätigkeit und sittlichen Verbesserung jedes Einzelnen wird in Zeiten der zunehmenden Kriminalität und Chaotisierung in der Welt vermehrt von Nöten sein.

3.3 Exemplarische Bedeutung

Die Prüfung der exemplarischen Bedeutung soll die Frage klären, welche allgemeinen Zusammenhänge und Grundprinzipien aus dem gegeben Thema erschlossen werden können. Diese Sachverhalte, welche das Generelle enthalten, werden von Seiten Klafkis als Elementaria bezeichnet.[6]

Hierbei kann die Freimaurerei als typische Bewegung zum Weitertragen des Aufklärungsgedankens im 18. Jahrhundert angesehen werden. Dieser Aufklärungsgedanke ist auch heute noch nicht verblast, da die Aufklärung auch zur heutigen Zeit noch nicht abgeschlossen ist.

4. Lernziele

Generell sind „Lernziele [...] [der] Endzustand einer beabsichtigten Verhaltensveränderung, der sich als Ergebnis eines Lernprozesses beim Schüler nach dem Unterricht zeigen soll.“[7]

Allerdings verlangt diese Definition die Klärung der Frage, warum es wichtig ist Lernziele zu formulieren. Auf der einen Seite führt die Formulierung eines Lernziels dazu, dass sowohl Schüler als auch Lehrer erkennen, was nötig ist, um die ausgewiesenen Lernziele tatsächlich zu erreichen. Während der Lehrer abwägen muss, welche Art von Medieneinsatz oder welche Sozialform er wählt, um den Schülerinnen und Schülern den Stoff auf effektive Art und Weise zu vermitteln, so müssen die Schülerinnen und Schüler einen möglichst effektiven Weg finden, den vom Lehrer behandelten Stoff verarbeiten zu können. Auf der anderen Seite ist es wichtig, Ziele zu formulieren, da dadurch auch immer überprüft werden kann, ob die einzelnen Schülerinnen und Schüler bzw. die ganze Klasse das Ziel erreicht haben.[8]

Primäre Zielsetzung des Lernens sollte nicht die reine Information oder ein punktuelles Inselwissen sein, sondern die Vermittlung von Kompetenzen und Fähigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen Sachverhalte zu erkennen, zu analysieren und zu beurteilen. Fernen sollten Fertigkeit erworben werden, ein Wissensnetz aufzubauen, das durch viele verschiedene Inhalte genährt wird. Man unterscheidet gemeinhin Richtziele, Grobziele, Teilziele und Feinziele. In diesem Fall werden nur Grobziele und im Speziellen die Feinziele behandelt.[9]

Das Grobziel der Unterrichtsstunde besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit erlangen sollten, die Freimaurerei als wichtigen Baustein der Aufklärungsbewegung im 18. Jahrhundert zu begreifen.

Die Feinziele werden durch folgende Säulen getragen:

1. Affektive Lernziele,
2. Kognitive Lernziele und
3. Psychomotorische Lernziele.[10]

4.1 Kognitive Lernziele

Darunter versteht man Lernziele aus der Sparte des Wahrnehmens, Denkens und Gedächtnisses. Diese Lernziele spielen auf den Intellekt der Schülerinnen und Schüler an.[11]

In erster Linie sollen die Schülerinnen und Schüler nach dieser Unterrichtseinheit wissen, was die wichtigsten Elemente der Freimaurerei sind. Sie sollten die einzelnen Etappen der Entwicklung der Freimaurerei sowie deren wichtige Symbole und Rituale kennen.

Des Weiteren sollen die Schülerinnen und Schüler die Aspekte der freimaurerischen Tätigkeit in der heutigen Zeit verstehen.

Abschließend sollen die Kinder die Fertigkeit erlangen, die wesentlichen Kennzeichen und Ziele der Freimaurerei aus der gezeigten Inszenierung der Zauberflöte auf den Salzburger Festspielen zu erkennen.

4.2 Affektive Lernziele

Hierbei handelt es sich um Lernziele aus dem Spektrum des Fühlens, Wertens und

Urteilens. Dadurch werden in erster Linie emotionale Funktionen aktiviert.[12]

Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, dass die Freimaurerei an sich trotz ihrer oft mystisch anmutenden Rituale und Symbole keine wirkliche Geheimorganisation ist, welche Übel in der Welt verbreiten will, sondern eher eine Verbindung von Menschen, welche die Welt verbessern und Fortschritt generieren will, auch insbesondere im karikativen Bereich.

Die psychomotorischen Lernziele spielen in dieser Unterrichtsstunde keine Rolle.

5. Planung und Durchführung des Experteninterviews

Die Erarbeitungsphase I und II der Unterrichtsstunde sind geprägt durch das Einzelinterview mit einem Freimaurer, das durch zwei ausgewählte Schüler durchgeführt wird. Zuerst wird der Freimaurer nur von den beiden Schülern interviewt, bevor in einem zweiten Schritt auch Fragen aus dem Klassenplenum kommen können, wobei die beiden Interviewer dabei als Moderatoren fungieren.

Das Interview gilt als Sonderform des Gesprächs, bei dem der Fähigkeit, Fragen zu stellen, eine besondere Bedeutung zukommt. Die gängigste Form des Interviews ist das Einzelinterview, d.h., dass nur eine Person befragt wird. Der Experte kann von einer oder mehreren Personen interviewt werden. Ein Interview gilt erst als solches, wenn mindestens drei Fragen gestellt werden, wobei es sinnvoll ist, wenn die Ausgangsfragen einen Dialog anstoßen. Das Interview sollte im Sinne des Unterrichts ein rechercheinterview sein, das sich auf die Kenntnisse des Experten aufbaut. Mittlerweile gilt das Interview didaktisch gesehen als Aufgabe des Unterrichts.[13]

Die Erarbeitung eines Interviews muss in Schritten erfolgen, wobei die wichtigsten im Folgenden ausgeführt werden. Eine wichtige Phase ist die Vorbereitungsphase, welche sich auf die Suche nach Interviewpartnern, der Erarbeitung des Themas und auf die Ausarbeitung der Fragen bezieht.[14] Die Suche des Interviewpartners wird in diesem Fall vom Lehrer übernommen, der via Internet die verschiedenen Münchner Logen befragt, ob diese einen Interviewpartner zur Verfügung stellen möchten. Dabei dient das Internet als sehr gute Informationsquelle. Zur besseren Planung dieses Unterrichtsmodells wird davon ausgegangen, dass die Lehrkraft einen Freimaurer der Münchner Loge Lessing zum flammenden Stern einladen kann. Ist ein Interviewpartner gefunden, so wählt die Lehrkraft zwei von ihm bestimmte, fähige Interviewer aus, die sich frühzeitig im Internet über den zu Interviewenden informieren sollen. Dazu gibt die Lehrkraft den beiden Schülern noch Informationsmaterial an die Hand, welches Informationen zur Freimaurerei im Allgemeinen, zur Freimaurerei in München und zur Loge des Interviewpartners enthält. Die Schüler sollen sich zu Hause in Partnerarbeit Fragen überlegen, die sie dem Interviewpartner stellen möchten. Diese Fragen werden dem Lehrer rechtzeitig vor dem Interviewtermin zur Kontrolle übergeben. Sind die Frage in Ordnung, so kann das Interview durchgeführt werden.

Vor der Durchführung des Interviews sollte die Situation für das Gespräch errichtet werden, d.h., dass der Raum entsprechend gestaltet werden sollte, damit ein Interview durchgeführt werden sollte. Zuerst wird der Interviewpartner begrüßt und kurz vorgestellt, bevor die beiden Schüler mit dem Interview beginnen. Das Interview wird gehalten und anschließend ein Gespräch für das Plenum geöffnet. Zum Abschluss erfolgt eine Danksagung und Verabschiedung durch die Lehrkraft.

Zur Vorbereitung auf den Ernstfall können einige Übungen gemacht werden, die das Führen eines Interviews vorbereiten können, wie das Anlegen eines Fragezettels oder die Erprobung in Rollenspielen.[15]

[...]


[1] Vgl. Grandt: Schwarzbuch Freimaurerei, S. 23 f.

[2] Die Filmsequenz ist auf Youtube zu sehen. Youtube: Wofgang Amadeus Mozart. Die Zauberflöte.Salzburger Festspiele, http://www.youtube.com/watch?v=lZEn44UyInc (03.Juli 2012)

[3] Vgl. Freimaurer Wiki: Zauberflöte.

[4] Vgl. Kron: Grundwissen Didaktik, S. 90 f.

[5] Vgl. Ebd., S. 90 f.

[6] Vgl. Ebd., S. 90 f.

[7] Meyer: Unterrichtsmethoden, S. 14.

[8] Vgl. Kretschmer: Schulpraktikum, S. 54 f.

[9] Vgl. Beisbart: Bausteine der Deutschdidaktik, S. 224 ff.

[10] Vgl. Ebd., S. 226.

[11] Vgl. Wiater: Unterrichtsplanung, S. 212.

[12] Vgl. Ebd., S. 212.

[13] Vgl. Abraham: Praxis des Deutschunterrichts, S. 153.

[14] Vgl. Ebd., S. 154.

[15] Vgl. Ebd., S. 154.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsmodell zur Freimaurerei im 18. Jahrhundert
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Deutsche Philologie)
Veranstaltung
Hauptseminar Literatur der Aufklärung
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
38
Katalognummer
V288959
ISBN (eBook)
9783656892182
ISBN (Buch)
9783656892199
Dateigröße
6160 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freimauerei, Aufklärung, Literatur der Aufklärung, Unterrichtsmodell Freimaurerei
Arbeit zitieren
Thomas Körner (Autor), 2012, Unterrichtsmodell zur Freimaurerei im 18. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288959

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