Mit Abschluss der Römischen Verträge von 1957 wurde das Fundament für die wirtschaftliche und politische Integration der Staaten Europas gelegt. Seither sind vor allem auch die Grenzregionen massiv in den Fokus des Interesses der Politik, der Planung und der Öffentlichkeit getreten. Mehr und mehr setzt sich in der europapolitischen Diskussion der Gedanke durch, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf regionaler Ebene Signalcharakter für ganz Europa hat (vgl. DEGE 1979, 1).
Dabei stellt die europäische Integration nicht nur einen Prozess dar, der durch die wachsende Supranationalität die Mitglieds- und Kandidatenländer miteinander verbindet, sondern auch eine Entwicklung, die einen enormen Transfer von traditionellen nationalen Aufgaben erforderlich macht. Diesbezüglich kann konstatiert werden, dass in der Zeit der Globalisierung, aber auch im Prozess der europäischen Integration, der Nationalstaat für viele große Aufgaben zu klein und für viele kleine Probleme zu groß geworden ist (vgl. XUEWU 2002, 7).
Die grenzüberschreitende Kooperation zwischen den Regionen in Europa hat eine starke Reflektion in der wissenschaftlichen Forschung gefunden. Um die neue Dimension der europäischen Integration zu untersuchen und zu dokumentieren wurden gerade in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Vielzahl von Büchern und Aufsätzen veröffentlicht. Dabei kann der im Jahre 1985 vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung herausgegebene Sammelband „Staatsüberschreitende Zusammenarbeit des Landes NRW“ als Pionierarbeit im deutschsprachigen Raum bezeichnet werden. Im Bezug auf Europa gilt der Band „Saar-Lor-Lux: Eine Euro-Region mit Zukunft?“ von Jo Leinen als ein wichtiges exemplarisches Werk, da diese Arbeit Themen und Probleme anspricht, die auch für die Betrachtung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in anderen Regionen innerhalb Europas von Bedeutung sind (vgl. ebd., 9f.).
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit einer ganz speziellen Euro-Region im Norden Europas, der Öresund-Region. Dabei wird das Gebiet im Bezug auf seine Geografie, Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftsleistung vorgestellt, sowie die zentralen Akteure der Region knapp angeschnitten.
Zudem wird auch die Unterstützung dieser Region durch die Europäische Union erläutert, sowie deren zentrale Programme zur finanziellen Mithilfe skizziert. Ferner wird auch die Bedeutung der Öresundbrücke für die Entwicklung der Region dokumentiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkung und Forschungsstand
2.Transnationale Projekte zwischen Schweden und Dänemark: Die Öresund Region
2.1 Abgrenzung und Definition der Öresund Region
2.2 Bevölkerungsstruktur in der Öresund Region
2.3 Wirtschaftsstruktur in der Öresund Region
2.3.1 Medicon Valley
2.3.2 Öresund-IT
2.3.3 Copenhagen Cleantech Cluster
2.4 Stadtentwicklungsprojekte in der Öresund Region
2.4.1 Das Entwicklungsprojekt Örestad in Kopenhagen
2.4.2 Das Entwicklungsprojekt Brostaden in Malmö
2.5 Die Öresund Region als Bestandteil der INTERREG-Initiative
2.6 Die Öresund Verbindung als Bindeglied der Öresund Region
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Öresund Region als Musterbeispiel für transnationale Projekte zwischen Dänemark und Schweden. Dabei steht die Analyse der Geografie, Bevölkerungsstruktur und Wirtschaftsleistung im Vordergrund, ergänzt durch die Rolle der Europäischen Union und die Bedeutung der Öresundbrücke für die regionale Integration.
- Geografische Einordnung und Demografie der Öresund Region
- Wirtschaftliche Schwerpunkte (Medicon Valley, IT, Cleantech)
- Stadtentwicklungsprojekte in Kopenhagen und Malmö
- Förderung durch die INTERREG-Initiative der Europäischen Union
- Bedeutung der Öresundbrücke als infrastrukturelles Bindeglied
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Das Entwicklungsprojekt Örestad in Kopenhagen
Bei dem Projekt Örestad handelt es sich mit Sicherheit um das wichtigste Stadtentwicklungsprojekt in der Öresund Region. Die Örestad, das vormals ein militärisches Übungsgebiet gewesen ist, liegt auf der dänischen Insel Amager und umfasst eine Fläche von 310 ha (vgl. ebd., 3).
Seit Mitte der 1990er Jahre werden an diesem Standort innerhalb Kopenhagens zielgerichtet neue Flächen für Firmen im IT- und Biotechnologie-Bereich und für hochwertigen Wohnungsbau geschaffen. Als wertvoll erweist sich hierbei die vorteilhafte Lage des Gebiets, das verkehrsgünstig in der Nähe des Flughafens liegt und auch an die Eisenbahn- und Straßenverbindung nach Schweden über den Öresund angeschlossen ist (vgl. OSSENBRÜGGE & HEEG & KLAGGE 2002, 67).
Erste Planungsversuche der Örestad gab es seit dem Jahre 1963, als Kopenhagen aufgrund einer massiven Wohnungsnot eine Trabantenstadt erbauen wollte. Allerdings wurden diese Pläne durch die damals auftretende Ölkrise wieder verworfen. Dann aber, mit dem versuchten Aufbau der Öresund Region und eines wissenschaftsbasierten Clusters gewann dieser Standort wieder vermehrt an Wichtigkeit. Dabei steht dieses Restrukturierungsprojekt selbstverständlich in einem sehr engen Verhältnis zur Öresundbrücke, da diese den Anstoß für die Errichtung des neuen Stadtteils gab. Denn mit dem Bau der Brücke entstand eine neue Lagegunst, die gekoppelt mit dem zu erwartenden Wirtschaftswachstum und der europäischen Integration, zu einem erhöhten Bedarf an Wohnungen und Büroflächen führte (vgl. ebd., 68).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkung und Forschungsstand: Einleitung in die Bedeutung grenzüberschreitender Kooperationen und Vorstellung der Öresund Region als untersuchungsgegenstand.
2. Transnationale Projekte zwischen Schweden und Dänemark: Die Öresund Region: Hauptkapitel, das die geografischen, demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Region detailliert darlegt.
3. Schlussbemerkung: Resümee über die Validierung der Leitfrage und Einordnung der Öresund Region als Modell für andere europäische Grenzregionen.
Schlüsselwörter
Öresund Region, transnationale Projekte, Öresundbrücke, Medicon Valley, Öresund-IT, Copenhagen Cleantech Cluster, Örestad, Brostaden, INTERREG-Initiative, Europäische Integration, Stadtentwicklung, Wirtschaft, Wirtschaftsstruktur, Bevölkerung, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Öresund Region als ein erfolgreiches Beispiel für die transnationale Zusammenarbeit zwischen Schweden und Dänemark, insbesondere im Kontext europäischer Integrationsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernpunkten gehören die wirtschaftliche Struktur, insbesondere der Hightech-Sektor, die demografische Entwicklung sowie städtebauliche Großprojekte und deren infrastrukturelle Anbindung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu dokumentieren, warum die Öresund Region als musterhaftes Beispiel für ein transnationales Projekt zwischen den Staaten Dänemark und Schweden fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten literaturgestützten Analyse, die vorhandene Wirtschaftsdaten, demografische Statistiken und stadtplanerische Konzepte synthesiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Region, die Analyse der Wirtschaftscluster (Medicon Valley, IT, Cleantech), die Untersuchung von Stadtentwicklungsprojekten und die Rolle der EU-Förderprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Öresund Region, transnationale Kooperation, wirtschaftliche Integration, Öresundbrücke und EU-Strukturförderung.
Welche Rolle spielt die Öresundbrücke in dieser Untersuchung?
Die Brücke wird als entscheidendes Bindeglied und Katalysator für das wirtschaftliche und kulturelle Zusammenwachsen der beiden Metropolregionen Kopenhagen und Malmö hervorgehoben.
Was unterscheidet das Projekt Örestad von Brostaden?
Während Örestad als bereits fortgeschrittenes, IT- und biotechnologieorientiertes Stadtentwicklungsprojekt in Kopenhagen beschrieben wird, befindet sich Brostaden in Malmö noch in einem früheren Planungsstadium, jedoch mit ähnlicher Ambition.
Welche Bedeutung hat die INTERREG-Initiative für die Region?
Die Initiative dient als finanzielle und strategische Basis der EU, um grenznahe Regionen durch integrierte Entwicklungskonzepte zu fördern und abwanderungsbedingte sowie ökonomische Nachteile abzubauen.
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- Thomas Körner (Autor), 2011, Transnationale Projekte zwischen Schweden und Dänemark. Die Öresund Region, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288960