Im allgemeinen Sprachverständnis versteht man unter Defizit einen Mangel, das heißt, es fehlt etwas. Den Kindern mit Entwicklungsdefiziten fehlt etwas Wichtiges in ihrer Entwicklung, in diesem Fall in der motorischen Entwicklung. Fehlendes kann aber unter Umständen aufgeholt werden, und das ist der zentrale Unterschied zum Begriff Entwicklungsstörung. Je früher ein Defizit bei einem Kind bemerkt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die fehlenden Entwicklungsschritte nachgeholt werden können.
In dieser Arbeit werden verschiedene Störungen der motorischen Entwicklung beschrieben und mögliche Auswirkungen auf das Lernverhalten im Allgemeinen und auf Rechtschreibschwäche im Speziellen diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Umschriebene Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen
1.1 Erscheinungsbild
1.2 Epidemiologie
1.3 Ursachen
1.4 Diagnose
1.5 Förderung und Therapie
2 Entwicklungsverzögerungen und Überspringen von Entwicklungsphasen
2.1 Erscheinungsbild
2.2 Auswirkungen auf das Lernverhalten
2.3 Zusammenhänge mit Rechtschreibschwäche
3 Sensorische Integrationsstörungen
3.1 Erscheinungsbild
3.2 Auswirkungen auf das Lernverhalten
3.3 Zusammenhänge mit Rechtschreibschwäche
4 Fein- und graphomotorische Defizite
4.1 Erscheinungsbild
4.2 Auswirkungen auf das Lernverhalten
4.3 Zusammenhänge mit Rechtschreibschwäche
5 Kopfgelenks-Induzierte-Symmetriestörung - KISS
5.1 Erscheinungsbild
5.2 Auswirkungen auf das Lernverhalten
5.3 Zusammenhänge mit Rechtschreibschwäche
6 Persistierende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe
6.1 Persistierender Moro-Reflex
6.2 Persistierender Palmar-Reflex
6.3 Persistierender Asymmetrisch Tonischer Nackenreflex
6.4 Persistierender Such- und Saugreflex
6.5 Persistierender Tonischer Labyrinthreflex
6.6 Persistierender Spinaler Galantreflex
6.7 Persistierender Symmetrisch Tonischer Nackenreflex
6.8 Nicht ausgebildete Halte- und Stellreaktionen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, verschiedene Störungen der motorischen Entwicklung bei Kindern zu analysieren und deren Auswirkungen auf das schulische Lernverhalten, insbesondere in Bezug auf die Entstehung von Rechtschreibschwächen, kritisch zu untersuchen.
- Umschriebene Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen
- Entwicklungsverzögerungen und deren Einfluss auf die Lernleistung
- Sensorische Integrationsstörungen und ihre Symptomatik
- Kopfgelenks-Induzierte-Symmetriestörung (KISS/KIDD)
- Persistierende frühkindliche Reflexe und deren Folgen für die Entwicklung
Auszug aus dem Buch
1.1 ERSCHEINUNGSBILD
Von umschriebenen Entwicklungsstörungen motorischer Funktionen spricht man bei Kindern, die Störungen des Bewegungsverhaltens und Abweichungen von der normalen Entwicklung zeigen, obwohl alle Sinnesorgane funktionieren, die kognitiven Leistungen im Normbereich liegen und keine somatischen Ursachen vorliegen. Die betroffenen Kinder zeigen nach Krombholz (2005, S. 2) „ein nicht altersgemäßes Bewegungsverhalten und sind in ihrer motorischen Gesamtentwicklung verlangsamt. Die Bewegungsmuster sind zwar meist unauffällig, werden aber erst verspätet erworben. Diese Kinder erreichen die so genannten ,Meilensteine’ der Entwicklung nur mit erheblicher Verspätung.“
Das Erscheinungsbild kann vielfältig sein und je nach Kind unterschiedlich ausfallen. Gemeinsam ist den Kindern aber meist ein ungeschicktes Auftreten. Ihre Bewegungen wirken plump und wenig geschmeidig und der Gang ist staksig. Sie haben Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht, können schlecht balancieren, hüpfen und Bälle fangen. Häufig fallen umschriebene Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen schon recht früh dadurch auf, dass die Kinder sehr spät laufen lernen. Auch das Erlernen von Radfahren, Schwimmen, Rollschuh- und Schlittschuhlaufen gelingt verzögert und bereitet große Schwierigkeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Umschriebene Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen: Dieses Kapitel definiert umschriebene motorische Entwicklungsstörungen und beleuchtet deren Erscheinungsbild, Epidemiologie, Ursachen sowie diagnostische und therapeutische Ansätze.
2 Entwicklungsverzögerungen und Überspringen von Entwicklungsphasen: Hier wird erläutert, wie sich verzögerte motorische Meilensteine und das Auslassen von Entwicklungsphasen wie dem Krabbeln negativ auf die Lernfähigkeit auswirken können.
3 Sensorische Integrationsstörungen: Das Kapitel behandelt Störungen bei der Verarbeitung von Sinneseindrücken in vier zentralen Bereichen und deren Auswirkungen auf die Lernleistung.
4 Fein- und graphomotorische Defizite: Im Fokus stehen die Beeinträchtigungen der Hand- und Fingermotorik und die resultierenden Probleme beim Erwerb der Schrift.
5 Kopfgelenks-Induzierte-Symmetriestörung - KISS: Dieses Kapitel widmet sich der KISS-Symptomatik bei Säuglingen sowie den daraus im Schulalter entstehenden Folgen (KIDD) für die Lernleistung.
6 Persistierende Restreaktionen frühkindlicher Reflexe: Ein umfassender Überblick über verschiedene frühkindliche Reflexe, die bei Fortbestehen die motorische Kontrolle und Konzentration beeinträchtigen können.
Schlüsselwörter
Motorik, Entwicklungsstörung, Lernverhalten, Rechtschreibschwäche, Sensorische Integration, KISS, KIDD, frühkindliche Reflexe, Moro-Reflex, ATNR, STNR, Graphomotorik, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmung, Reflexintegration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen motorischen Entwicklungsstörungen bei Kindern und deren Auswirkungen auf das schulische Lernverhalten sowie mögliche Verbindungen zu Rechtschreibschwächen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören unter anderem motorische Entwicklungsstörungen, sensorische Integrationsstörungen, die Kopfgelenks-Induzierte-Symmetriestörung (KISS) sowie das Fortbestehen frühkindlicher Reflexe.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie motorische Defizite die kognitive Entwicklung und speziell das Erlernen von Lesen und Schreiben beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien zu motorischen Entwicklungsprozessen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kategorien motorischer Störungen, wobei jede Sektion das Erscheinungsbild, die Auswirkungen auf das Lernverhalten und den Zusammenhang mit Rechtschreibschwäche analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Motorik, Rechtschreibschwäche, sensorische Integration, Reflexintegration und Entwicklungsverzögerung charakterisiert.
Was unterscheidet eine Entwicklungsverzögerung von einer Entwicklungsstörung laut dem Text?
Der zentrale Unterschied liegt in der Aufholbarkeit: Während ein Defizit im Sinne einer Entwicklungsverzögerung häufig durch Förderung oder Therapie aufgeholt werden kann, ist eine Entwicklungsstörung schwerwiegender.
Warum spielt die Krabbelphase eine so zentrale Rolle für das spätere Lernen?
Das Krabbeln ist für die Koordination beider Hirnhälften, die Auge-Hand-Koordination sowie die Entwicklung des Körperschemas und der Raumwahrnehmung essentiell.
Welche Rolle spielt die KISS-Problematik für Schulkinder?
Eine unbehandelte KISS-Problematik kann im Schulalter als KIDD (Kopfgelenk Induzierte Dysgnosie und Dyspraxie) zu Schwierigkeiten wie Konzentrationsstörungen, motorischer Unruhe und unleserlicher Handschrift führen.
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- Mag. Maria Ablinger (Autor), 2006, Die Folgen von Störungen der motorischen Entwicklung auf das Lernverhalten eines Kindes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288993