Der Bullwhip-Effekt und praxisgerechte Lösungsalternativen


Studienarbeit, 2014

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Arbeit

2. Der Bullwhip-Effekt
2.1. Definition
2.2. Historie des Bullwhip-Effektes

3. Der Bullwhip-Effekt anhand des „Beer Distribution Games“
3.1. Die Spielregen des „Beer Distribution Games“
3.2. Erkenntnisse aus dem „Beer Distribution Game“

4. Der Bullwhip-Effekt im realen Marktumfeld
4.1. Die fünf Hauptgründe für die Entstehung des Bullwhip-Effektes
4.1.1. Schlechter Informationsfluss an den Schnittstellen der Lieferkette
4.1.2. Lange Auftragsdurchlaufzeiten
4.1.3. Bündelbestellungen durch Losgrößenbildung
4.1.4. Werbeaktionen und Preisfluktuationen
4.1.5. Engpasspoker

5. Methoden zur Reduzierung des Bullwhip-Effektes
5.1. Definition und Beschreibung von ECR
5.2. Methoden zur Zielerreichung von ECR
5.2.1. Enabling Technologies
5.2.3. Category Management
5.2.2. Efficient Replenishment

6. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Varianzverstärkung der Bestellmengen entlang der Lieferkette

Abbildung 2: Bestell- und Lieferweg des Beer Distribution Games

Abbildung 3: Varianzverstärkung der Bestellmengen entlang der Lieferkette

Abbildung 4: Das Aufschaukeln der Bestellmengen

Abbildung 5: Reduzierung der Bestellmengen

Abbildung 6: Resultate des Beer Distribution Games

Abbildung 7: Sieben R's der Logistik

Abbildung 8: Entwicklung der Fertigungstiefe in der deutschen Automobilbranche

Abbildung 9: Einordung der vier ECR- Basisstrategien

Abbildung 10: Aufbau eines EAN-Codes

Abbildung 11: Das Cross Docking Konzept

Abbildung 12: ECR bildlich veranschaulicht

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Globalisierung ist eine Herausforderung für viele Unternehmen. Sie bietet Chancen einerseits, jedoch steigert sie die Komplexität der Unternehmensvorgänge und sorgt für Risiken und Gefahren andererseits. Starker Wettbewerb erfordert das Ausschöpfen sämtlicher Optimierungspotentiale zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen. Die Potentiale liegen dabei nicht nur in der eigenen Wertschöpfungskette, sondern zum Beispiel auch in der Art und Weise, wie der Informationsfluss an den Schnittstellen zu vorgelagerten Lieferketten stattfindet.

Unternehmen können bei dieser Herausforderung immer wieder ein Phänomen beobachten, den sogenannten Bullwhip-Effekt. Er bewirkt immer höher werdende Lagerbestände in den vorgelagerten Lieferketten und kostet die Unternehmen somit viel Geld.

Laut Schätzungen könnte die Reduzierung des Bullwhip-Effektes eine Profitabilitätssteigerung von über 20 % bewirken.[1] Das Unternehmen CISCO SYYTEMS musste im Jahr 2001 Abschreibungen an Überbeständen in Höhe von 2,1 Mrd. US-$ vornehmen. Hauptgrund für die Fehlmengen war der Bullwhip-Effekt.[2] Anhand dieses Beispiels zeigt sich die wirtschaftliche Relevanz dieses Themas.

1.1. Problemstellung und Zielsetzung

Obwohl die Tragweite des Bullwhip-Effektes zumeist bekannt ist und die Reduzierung ein zentraler Beweggrund für den Einsatz des Supply Chain Managements darstellt, ist der Erfolg oftmals nur gering. Der adäquate Informationsfluss an den Schnittstellen zu anderen Unternehmen, erfordert eine zentrale Planung, in der alle Beteiligten mit einbezogen werden. Dies verursacht zwangsläufig einen Verlust der Eigenständigkeit und setzt großes Vertrauen gegenüber der Supply Chain voraus. Sensible Daten müssen offengelegt werden, die in der Hand von Opportunisten ein hohes unternehmerisches Risiko darstellen können.[3] Für eine erfolgreiche Implementierung von Strategien zur Senkung des Bullwhip-Effektes sind nicht nur menschliche Komponenten erforderlich, sondern auch harte Faktoren, wie zum Beispiel die Bereitstellung geeigneter IT-Systeme.[4]

Ziel dieser Arbeit ist es, Methoden zu erörtern, die es ermöglichen den Bullwhip-Effekt zu reduzieren. Zur Realisierung dieses Ziels, werden die Gründe für die Entstehung des Bullwhip-Effektes erarbeitet, um die Grundlage zur Erarbeitung zu schaffen.

1.2. Aufbau der Arbeit

Im zweiten Kapitel des Praxisberichtes wird der Bullwhip-Effekt näher beschrieben. Im Fokus stehen eine Definition sowie eine historische Eingliederung der Systematik.

Der Schwerpunkt des dritten Kapitels liegt auf dem Beer Distribution Game. Anhand des Spiels werden die Probleme und die Auswirkungen dargestellt.

In Kapitel vier geht es um den Bullwhip-Effekt im realen Marktumfeld. In diesem Abschnitt wird aufgezeigt, welche Gründe die Wegbereiter des Bullwhip-Effektes sind.

Möglichkeiten und Strategien um den Bullwhip-Effekt zu reduzieren werden im fünften Kapitel erläutert. Dieser Teil beschäftigt sich mit dem Efficient Consumer Response und zeigt auf wie es etabliert werden kann.

Diese Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen.

2. Der Bullwhip-Effekt

2.1. Definition

Der Bullwhip-Effekt ist ebenfalls unter den Begriffen Peitscheneffekt und whiplash effect zu finden. Die Schwankungen in den Bestellmengen werden größer in vorgelagerter Richtung der Lieferkette und illustrieren einen Peitschenschlag.

In der Literatur sind unter anderen folgende Definitionen zu finden:

„the phenomen where orders to the supplier tend to have larger variance than sales to the buyer (…), and the distortion propagates upstream in an amplified form (…).[5]

“(…) Zunahme der Varianz der Bestellmengen je Teilnehmer im Verhältnis zur Varianz der Endkonsumentennachfrage.[6]

Abbildung 1 verdeutlicht das Aufschaukeln (Oszillieren) der Bestellmengen in den vom Kunden abgewandten Stufen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Varianzverstärkung der Bestellmengen entlang der Lieferkette[7]

2.2. Historie des Bullwhip-Effektes

Bereits 1961 untersuchte Jay Forrester das Phänomen des Oszillierens von Bestellmengen in Richtung der Zulieferer.[8] Angelehnt an den Entdecker ist das Phänomen auch unter Forrester-Effekt bekannt. An Bedeutung gewannen die Erkenntnisse jedoch erst in den 90er Jahren, als das Unternehmen Proctor Gamble auf das Phänomen in der Praxis gestoßen ist.

Erwartungsgemäß gab es lediglich minimale Schwankungen bei den Verkaufszahlen von Pampers-Windeln, dem ungeachtet war die Varianz der Bestellmengen seitens der Großhändler erheblich größer. Darüber hinaus stellte sich heraus, dass die quantitativen Bestellschwankungen zum Zulieferer „3M“ noch ausgeprägter waren. Bereits nach der ersten Stufe der Supply Chain gab es lediglich eine geringe Korrelation der Bestellmengen der Einzelhändler an die Großhändler und den Bedarfsmengen der Babys. [9]

3. Der Bullwhip-Effekt anhand des „Beer Distribution Games“

3.1. Die Spielregen des „Beer Distribution Games“

Die Entstehung des Bullwhip-Effektes wird mit Hilfe des „Beer Distribution Games“ deutlich. Entwickelt wurde es ebenfalls von Jay Forrester am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Beim „Beer Game“ nehmen die Teilnehmer die Rollen, der an der Lieferkette beteiligten Unternehmen ein. Typischerweise sind die Rollen der Brauerei, des Distributors, des Großhändlers und die des Einzelhändlers zu besetzen. Diese vier Sektoren sind hintereinander angeordnet und erhalten lediglich Informationen über Bestellmengen von der vorgelagerten Stufe. Um die Auswirkungen des Bullwhip-Effektes deutlich werden zu lassen, sind Absprachen unter den einzelnen Stufen nicht erlaubt. So erhält zum Beispiel lediglich der Einzelhändler die Nachfragemengen des Endkonsumenten, welcher vom Spielleiter verkörpert wird. Ziel des Spiels ist es, die Bestellungen der nachgelagerten Stufe decken zu können und dies mittels bedarfsgerechten Bestellungen beim eigenen Lieferanten möglichst kostengünstig zu erfüllen. Damit das Spiel realistisch wird, gibt es Strafzahlungen, wenn die gewünschte Menge nicht geliefert werden kann. Einheiten, die auf Lager liegen verursachen ebenfalls Kosten. Zum einen kalkulatorische Zinsen für das investierte Kapital und die Lagerhaltungskosten für die gelagerten Einheiten. Die Bestellrückstände werden doppelt so hoch bestraft wie die Lagerbestände. Um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen, müssen die Teilnehmer eine Bestellpolitik verfolgen, bei der sie geringe oder keine Fehlmengen produzieren bei gleichzeitig geringem Lagerbestand.

Das Spiel verläuft in mehreren Runden, die im Vorfeld vom Spielleiter festgelegt wurden. Eine Runde hat zumeist die Dauer einer Woche. Im Vorfeld können der Lagerbestand zu Anfang des Spiels sowie die Wiederbeschaffungszeit der Ware festgelegt werden. Die Verzögerung des Transports spielt eine entscheidende Rolle und wird durch die Felder Transport und Warenannahme simuliert.

Zu Beginn des Spiels bleibt die Kundennachfrage konstant. Nach einigen Runden wird die Konsumentennachfrage erhöht, damit der Bullwhip-Effekt zum Tragen kommt.

In Abbildung 2 ist der Bestell- und Lieferweg zu den vor- bzw. nachgelagerten Stellen dargestellt. Das Beer Game demonstriert auf spielerische Art den Bullwhip-Effekt und hat es zum Ziel den Teilnehmern einen Einstieg in den Bereich Supply Chain Management zu geben.[10]

[1] Vgl. Beer (2014), S. 3

[2] Vgl. Beer (2014), S. 1

[3] Vgl. Waage (2012) S.2

[4] Vgl. Obersojer (2009), S. 103

[5] Vgl. Lee (2012), S. 194

[6] Vgl. Beer (2014), S. 19 aus Keller (2004a), S. 19

[7] Dickmann (2006)

[8] Vgl. Waage (2012), S. 2

[9] Vgl. Lee, Padmanabhan, Whang (1997), S. 93

[10] Vgl. beergame.uni-klu.ac.at/regeln.htm [06.12.2014]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Der Bullwhip-Effekt und praxisgerechte Lösungsalternativen
Hochschule
Provadis School of International Management and Technology AG
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
25
Katalognummer
V289032
ISBN (eBook)
9783656893271
ISBN (Buch)
9783656893288
Dateigröße
799 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bierspiel, Beergame, SCM, Supply-Chain-Management, EDI, Efficient Replenishment, ER, Cross Docking, ECR, Efficient Consumer Response
Arbeit zitieren
Alex Zahn (Autor), 2014, Der Bullwhip-Effekt und praxisgerechte Lösungsalternativen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289032

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Bullwhip-Effekt und praxisgerechte Lösungsalternativen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden