Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die Verordnung über Honorare für Leistungen der Architekten und Ingenieure (HOAI) in der Fassung vom 11. August 2009. In Kapitel "1.5 Einbindung vom BIM in die HOAI" wird zudem auf die im August 2013 erschienene Novellierung der HOAI eingegangen. Vor allem stellt Punkt 1.5 die Vorteile dar, die sich durch BIM in Bezug auf die neue HOAI ergeben.
Insgesamt soll auf die Praxis, mögliche Schwierigkeiten, Chancen und Neuerungen der Anwendung von BIM in den Leistungsphasen 1-7 nach HOAI eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Anwendung von BIM in den Leistungsphasen 1-7 nach HOAI
1.1 Etablierte Planungsverfahren der Praxis
1.1.1 Probleme der derzeitigen Praxis
1.1.2 Einfluss der Projektbeteiligten in die Leistungsphasen 1-7
1.2 Schwierigkeiten der Einführung von BIM in die Praxis
1.2.1 Grundlegende Schwierigkeiten
1.2.2 Zusammenstellung der Hindernisse
1.3 Chancen durch BIM
1.3.1 Potentiale der Planung mit BIM
1.3.2 Zusätzlicher Nutzen von 3D-Modellen in der Praxis
1.4 Vergleich von 2D zu BIM (5D)
1.5 Einbindung vom BIM in die HOAI
1.5.1 Neuerungen der HOAI 2013 gegenüber der HOAI 2009 und die Vereinfachung der Leistungserbringung durch BIM
1.5.2 Nutzen von BIM in den Leistungsphasen der HOAI
1.5.3 Integration von BIM in die HOAI-Leistungsphasen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendung der BIM-Methode (Building Information Modeling) innerhalb der HOAI-Leistungsphasen 1-7. Das primäre Ziel ist es, Schwierigkeiten bei der Einführung aufzuzeigen, die Chancen der modellbasierten Planung gegenüber klassischen 2D-Verfahren zu analysieren und Möglichkeiten einer tieferen Integration von BIM in die rechtlichen Rahmenbedingungen der HOAI darzulegen.
- Analyse etablierter Planungsverfahren und deren systemische Defizite.
- Klassifizierung organisatorischer, technischer und juristischer Hürden bei der BIM-Implementierung.
- Bewertung der Vorteile durch 4D- und 5D-Planung sowie automatisierte Mengenermittlung.
- Gegenüberstellung von 2D- und 5D-BIM-Planungsmethoden hinsichtlich Effizienz und Datenkonsistenz.
- Untersuchung der Neuerungen der HOAI 2013 zur Erleichterung der BIM-Anwendung.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Probleme der derzeitigen Praxis
Die Planung sowie Ausführung eines Bauprojektes ist von unterschiedlichen Interessen der Beteiligten geprägt. Dabei werden meist Verantwortlichkeiten und Risiken während der einzelnen Projektphasen an andere Projektbeteiligte übertragen. Bei diesem Übergang, aber auch durch Übergabe der Planung des Architekten an den Fachplaner oder später dem Unternehmer, kann es zu Informations- und Ideenverlusten kommen. Gerade bei der Übergabe der Planung des Bauherrn, bzw. des von ihm beauftragten Architekten, an den Unternehmer in LPH 7, also der Vergabe, kann es leicht zu einem Informationsbruch kommen. Der Unternehmer, der in der Regel mit der Ausführungsplanung beauftragt wird, kann so seine eigenen fachlichen Kenntnisse in die Planung mit einbringen, beziehungsweise neue Planer mit der weiteren Beplanung des Bauwerks beauftragen. Die Übergabe der Planung erfolgt nicht selten in Papierform, was eine digitale Weiterverwendung der Architektenplanung unmöglich macht. Bei der digitalen Planübergabe können Fehler durch Kompatibilitätsprobleme zwischen den verschiedenen CAD Programmen kommen, da noch kein einheitliches Austauschformat besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anwendung von BIM in den Leistungsphasen 1-7 nach HOAI: Einleitung in die Thematik der Arbeit, die sich auf die HOAI-Fassungen 2009 und 2013 stützt.
1.1 Etablierte Planungsverfahren der Praxis: Detaillierte Betrachtung der strukturellen Probleme, Informationsverluste und Innovationsdefizite in der konventionellen Bauplanung.
1.2 Schwierigkeiten der Einführung von BIM in die Praxis: Analyse der grundlegenden Hemmnisse, unterteilt in organisatorische, technische, preisliche, nutzerbezogene und juristische Hürden.
1.3 Chancen durch BIM: Übersicht der Potenziale von BIM, wie Kollisionsprüfungen, Mengenermittlung, Baukostenermittlung und Prozessoptimierung.
1.4 Vergleich von 2D zu BIM (5D): Tabellarische Gegenüberstellung der Arbeitsweisen, technischen Voraussetzungen und des Arbeitsaufwands zwischen konventioneller und BIM-basierter Planung.
1.5 Einbindung vom BIM in die HOAI: Untersuchung der Möglichkeiten, BIM in die Leistungsbilder der HOAI zu integrieren, inklusive der Novellierungen durch die HOAI 2013.
Schlüsselwörter
BIM, Building Information Modeling, HOAI, Leistungsphasen, 5D-Planung, Mengenermittlung, Bauprozess, Projektbeteiligte, digitale Planung, Kostenverfolgung, Datenaustausch, Schnittstellen, Kollisionsprüfung, 3D-Gebäudemodell, Bauausführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anwendung und Integration von BIM-Methoden in die Leistungsphasen 1-7 nach HOAI und beleuchtet die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen in der Praxis.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Identifikation von Planungshindernissen, den Vergleich zwischen traditioneller 2D-Planung und 5D-BIM-Planung sowie die rechtliche Einbindung in die HOAI.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Mehrwert von BIM für den gesamten Planungsprozess darzustellen und Lösungsansätze für eine effiziente Implementierung unter den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literatur- und Prozessanalyse sowie den Vergleich aktueller Planungsstandards (HOAI 2009/2013) zur Herleitung von Optimierungspotenzialen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Praxisprobleme, die Diskussion von Hürden, die Vorstellung der BIM-Chancen und eine detaillierte Zuordnung von BIM-Funktionen zu den einzelnen HOAI-Leistungsphasen.
Was charakterisiert diese Arbeit besonders?
Sie zeichnet sich durch die Verbindung von theoretischen BIM-Konzepten mit den spezifischen Anforderungen des deutschen Honorarrechts (HOAI) aus.
Wie wirkt sich BIM konkret auf die Mengenermittlung aus?
BIM ermöglicht eine automatisierte und transparente Mengenermittlung direkt aus dem 3D-Gebäudemodell, was die Fehleranfälligkeit gegenüber händischen Verfahren drastisch reduziert.
Welchen Einfluss hat die HOAI 2013 auf die BIM-Anwendung?
Die HOAI 2013 fördert durch die Forderung einer durchgängigen Kostenverfolgung die Nutzung von BIM-Methoden, da diese präzise und modellbasierte Kostenkontrolle erst praktikabel ermöglichen.
Warum wird BIM oft nur zögerlich in die Praxis eingeführt?
Die Hemmnisse sind vielfältig: Sie reichen von hohen Investitionskosten für Hard- und Software über mangelnde Standardisierung im Datenaustausch bis hin zu kulturellen Akzeptanzproblemen bei den Projektbeteiligten.
Welche Rolle spielt das "zentrale Gebäudemodell"?
Das zentrale Modell dient als einzige "Single Source of Truth", die allen Beteiligten einen konsistenten Informationsstand bietet und so die interdisziplinäre Kommunikation und Fehlervermeidung massiv verbessert.
- Citar trabajo
- Matthias Albrecht (Autor), 2013, Die Anwendung von BIM in den Leistungsphasen 1-7 nach HOAI. Praxis, Schwierigkeiten, Chancen und Neuerungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289043