Bouldern in der Schule


Examensarbeit, 2014

133 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sachanalyse
2.1 Differenzierung zum Klettern und anderen alpinen Sportarten
2.2 Geschichte des Boulderns
2.3 Soziologische Betrachtung des Boulderbooms
2.3.1 Trendsport
2.3.2 Selbstermächtigung
2.3.3 Individualisierung im Sport

3 Differenzierung zum Freiklettern
3.1 Wandhöhe
3.2 Sicherungstechnik
3.3 Materialbedarf

4 Fachdidaktischer Hintergrund
4.1 Veränderung im Schulsport
4.1.1 Pragmatisch-qualifikatorische Strömung
4.1.2 Kritisch-emanzipatorischen Strömung
4.2 Rahmenvorgaben durch den Lehrplan
4.2.1 Erziehender Sportunterricht
4.2.2 Pädagogische Perspektiven
4.2.3 Bewegungsfelder
4.2.4 Ausblick Kompetenzorientierung
4.3 Bouldern im Schulsport
4.3.1 Trendsportarten im Schulsportunterricht
4.3.2 Bouldern im Bewegungsfeld „Bewegen an und mit Geräten“
4.3.3 Bouldern unter der pädagogischen Perspektive des Wagnisses

5 Praktische Hinweise zur Umsetzung des Unterrichtsvorhabens Bouldern an Geräten
5.1 Kritik an der Vermittlung von Klettern im Schulsport
5.2 Organisatorische Fragestellungen
5.3 Bouldern in der Sporthalle
5.4 Bouldern in der Boulderhalle unter dem Aspekt des offenen Unterrichts
5.3.1 Chancen des offenen Konzepts
5.3.2 Schüler beim Aufsuchen von Wagnissen im Bouldern unterstützen
5.3.3 Boulderspiele
5.5 Leistungsbewertung im Bouldern

6 Bouldern in der Bewegten Schule
6.1 Das Konzept der Bewegten Schule
6.2 Ziele und Legitimationsgrundlage der Bewegten Schule
6.3 Boulderwände in der Bewegten Schule
6.4 Trendsportarten in der bewegten Pause

7 Ausblick: Bouldern in der Natur und im urbanen Bewegungsraum
7.1 Bouldern an natürlichen Felsstrukturen
7.2 Bouldern im urbanen Bewegungsraum

8 Zusammenfassung

9 Anhang

10 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gemeinsames Lösen eines Boulderproblems

Abbildung 2: Zum Spannungsfeld zwischen Verschulung und phänomenalen Lerngelegenheiten (Lange et al., 2012b, S.41)

Abbildung 3: Dynamischer Zug

Abbildung 4: Stützen und Balancieren

Abbildung 5: Hängen

Abbildung 6: Historische Entwicklung der inhaltlichen Auslegung des Turnbegriffs (Bähr & Breunung, 2002, zitiert nach Prohl, 2006, S.186)

Abbildung 7: Kategorisierung der Strukturmerkmale einer „Bewegten Schule“ (mod. nach Thiel, Teubert & Kleindienst-Cachay, 2006, S47)

Abbildung 8: Urban Bouldering in München

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bewertungsskala für Boulder (mod. nac h Hofmann, 2007, S.20)

Tabelle 2: Vergleich der zeitgeschichtlichen sportdidaktischen Strömungen unter dem Aspekt materialer und formaler Bildungsideen (mod. nach Prohl, 2006, S. 122)

Tabelle 3: Begründungsmuster der Bewegten Schule (mod. nach Thiel et al., 2006, S.25)

1 Einleitung

Diese Arbeit ist im Rahmen des 1. Staatsexamens für das Lehramt an Gymnasien entstanden und beinhaltet die Integration der Trendsportart Bouldern in den Schul- sportunterricht.

Die Motivation meinerseits für diese Thematik entspringt in erster Linie aus den per- sönlichen Erfahrungen, die mit dem Gegenstandsbereich gemacht worden sind. Ich selbst habe die Sportart Bouldern erst im Laufe meines Studiums im Rahmen des Grundkurses Klettern kennengelernt. In diesem wurden uns neben den notwendigen Sicherungstechniken für das Klettern auch verschiedene Techniken des Kletterns und Boulderns beigebracht. Bereits sehr früh hat mich die persönliche Auseinanderset- zung der eigenen Fähigkeiten mit einem Boulderproblem gereizt. Um einen Boulder erfolgreich bewältigen zu können, müssen die eigenen Fähigkeiten in wenigen Se- kunden abgerufen werden. Dies erfordert vollständige Konzentration. Neben der sportlichen Komponente habe ich Bouldern auch als kommunikatives Miteinander erlebt, bei dem gemeinsam an einer Aufgabe gearbeitet werden kann. Die Tatsache, dass ich diese Sportart für mich entdeckt habe und nun aktiv betreibe, zeigt bereits, wie wichtig es ist, junge Menschen in Bildungsinstitutionen an neue Sportarten her- anzuführen. In der Schule und im Sportunterricht obliegt es der Lehrkraft die zu be- handelnden Lerninhalte auszuwählen. In den Rahmenvorgaben des Lehrplans ist mit der Öffnung des Inhaltsbereiches durch die Bewegungsfelder möglich geworden, Themen zu behandeln, die im klassischen Kanon der Sportarten nicht vertreten wa- ren. Die Lehrkraft muss sich mit der Fragestellung konfrontieren, ob sich der Inhalt für eine Thematisierung im Sportunterricht eignet, welche Lernziele erreicht werden sollen und wie das Unterrichtsvorhaben vermittelt werden soll.

Im Zentrum der Arbeit steht daher die Fragestellung, ob Bouldern als eigenes Unterrichtsvorhaben geeignet ist und welche Lernziele mit diesem Unterrichtsgegenstand erfüllt werden können.

Um diese Fragestellungen zu beantworten, soll im zweiten Kapitel zunächst der Ge- genstandsbereich vorgestellt werden. Dazu werden zunächst Definitionen von Boul- dern vorgestellt, um die Sportart daraufhin von anderen Bergsportarten abzugrenzen. Zudem soll ein Blick darauf geworfen werden, welchen Stellenwert die Sportart in der Gesellschaft hat, warum sie in den letzten Jahren einen immensen Zuwachs an Popularität zu verzeichnen hat und ob sie als Trendsportart bezeichnet werden kann. Um die Beliebtheit dieser Sportart zu erläutern, werden zwei Erklärungsfiguren her- angezogen. Diese sind zum einen das Selbstermächtigungskonzept und zum anderen die zunehmende Individualisierung im Sport.

Im dritten Kapitel sollen wesentliche Unterscheidungsmerkmale von Freiklettern und Bouldern herausgearbeitet werden. Dies ist sinnvoll, da die Bewegungsformen in beiden Disziplinen sehr ähnlich sind und sich das Klettern bereits teilweise im Schulsport etabliert hat. Die wesentlichen Differenzen Wandhöhe, verwendete Sicherungstechniken und der Materialbedarf sollen erläutert werden. Aus diesen ergeben sich Konsequenzen für die Thematisierung im Schulsportunterricht.

Diese Überlegungen sollen daraufhin auf den Schulsportunterricht übertragen wer- den, um die Frage zu beantworten, wie Bouldern im Schulsportunterricht integriert werden kann. Dazu werden im vierten Kapitel zunächst die Fachdidaktischen Verän- derungen dargestellt, bevor sie der aktuellen Entwicklung gegenübergestellt werden. Daraufhin werden die derzeit im Lehrplan festgehaltenen Rahmenbedingungen wie Bewegungsfelder und pädagogische Perspektiven näher erläutert und es wird ein Ausblick in Richtung kompetenzorientierter Lehrpläne gegeben. Im nächsten Schritt wird überprüft, inwiefern sich der Unterrichtsgegenstand Bouldern mit diesen Kon- zepten im Schulsport thematisieren lässt. Dabei soll vor allem auf das Bewegungs- feld „Bewegen an Geräten“ und auf die pädagogische Perspektive des Wagnisses eingegangen werden.

Das fünfte Kapitel richtet sich an Lehrkräfte, die sich dazu entschlossen haben, das Unterrichtsvorhaben Bouldern in ihrer Klasse durchzuführen. Dazu sollen praktische Hinweise bei der Umsetzung geliefert werden, die eine Thematisierung in einem of- fenen und schülerzentrierten Unterricht ermöglichen. Neben der spielerischen Annä- herung an den Gegenstand, werden Möglichkeiten der Umsetzung in Boulder- und Sporthalle genannt.

Im sechsten Kapitel soll der Bewegungsraum erweitert werden, und es wird sich die Frage gestellt, ob Bouldern außerhalb des Sportunterrichts in der Schule stattfinden kann. Diesbezüglich wird auf die Möglichkeiten, Bouldern im Rahmen der Bewegten Schule, anzubieten, eingegangen

In einem Ausblick soll daraufhin der Bewegungsraum der Schule verlassen werden und Bouldern im seiner ursprünglichen Form thematisiert werden. Unter dem Aspekt der Umwelterziehung kann im Rahmen von Wander- oder Projekttagen mit Schülern1 am Felsen gebouldert werden. Aus diesem Erlebnis ergeben sich für Schüler verschiedene Lernziele. Neben der freien Natur kann auch der urbane Bewegungsraum zum Bouldern genutzt werden.

2 Sachanalyse

Zunächst soll der zu behandelnde Gegenstandsbereich des Boulderns näher definiert und seine Besonderheiten erläutert werden, um ihn daraufhin von Bergsportarten zu differenzieren. Das Wort „boulder“ stammt aus dem Englischen und bedeutet über- setzt „Felsbrocken“ oder „Felsblock“. Schmied und Schweinheim (2003, S.48) be- zeichnen Bouldern als „das freie, ungesicherte Klettern an Felsblöcken oder Wand- einstiegen in Absprunghöhe“.

Anhand dieser Definition sind bereits wesentliche Charakteristika dieser Sportart aufgezeigt. „Frei“ bedeutet in diesem Fall, dass im Fels vorhandene Absicherungen, wie zum Beispiel Bohrhaken, nicht zur Fortbewegung genutzt werden dürfen, son- dern lediglich der Selbstsicherung dienen. Beim Bouldern wird auf eine solche Absi- cherung allerdings verzichtet, da komplett ohne Seil geklettert wird. Dies bedeutet nicht, dass auf jegliche Art der Sicherung verzichtet wird. Um Verletzungen zu ver- meiden, wird auf die Körpersicherung zurückgegriffen. Die Idee beim sogenannten Spotten „ist, einen Sturz so zu lenken, dass der Stürzende in der richtigen Körperhal- tung (möglichst aufrecht) an der richtigen Stelle am Boden (auf dem Crashpad) lan- det“ (DAV Lehrplan, 2014, S.90).

Schmied et al. beschreiben in ihrer Definition ebenfalls den Ort der Ausübung dieser Sportart. Ihrer Meinung nach ist Bouldern an Felsblöcken oder Wandeinstiegen in Absprunghöhe möglich. U. Neumann (2010, S.12) erweitert die Möglichkeiten zum Bouldern mit dem Ausdruck „Bouldern kann man überall“. Der Fantasie sind also keine Grenzen gesetzt, und schon längst wird nicht mehr nur am Felsen gebouldert. Vor allem an künstlichen Kletteranlagen, aber auch an Steinmauern oder Gebäuden kann gebouldert werden. Die Limitierung „in Absprunghöhe“ wird von Hofmann re- lativiert, indem er „Absprunghöhe“ als „dehnbare[n] Begriff“ (2007, S.16) bezeich- net. Trotzdem sei Bouldern relativ harmlos. (ebd.)

Das Ziel beim Bouldern besteht darin, eine fest vorgegebene Route vom Anfang bis zum Ende aus eigener Kraft zu bewältigen und den letzten Griff kurz zu halten. Am Felsen müssen diese Routen zunächst selbstständig festgelegt werden, wohingegen sie in der Halle von professionellen Routenbauern vorgegeben sind. Im Folgenden wird eine Boulderroute auch als Problem bezeichnet. Der Problembegriff verweist bereits daraufhin, dass die Lösung einer Route nicht direkt sichtbar ist, sondern Kreativität und verschiedene Techniken verlangt.

2.1 Differenzierung zum Klettern und anderen alpinen Sportarten

Da Bouldern in seiner Entwicklung und Bewegungsausführung eng mit anderen al- pinen Sportarten und vor allem mit dem Klettern verbunden ist, macht es zunächst Sinn, eine begriffliche Differenzierung der jeweiligen Gegenstandsbereiche vorzu- nehmen. Scholz (1992, S. 96) differenziert den Bergsport zunächst in das Sportklet- tern und das alpine Bergsteigen. Zum alpinen Bergsteigen werden Disziplinen wie Bergwandern, alpines Klettern, Eisklettern, hochalpine Exkursionen oder Skitouren gezählt.

Im Gegensatz dazu steht der Bereich Sportklettern, der unter dem Grundsatz „Klet- tern ohne künstliche Hilfsmittel zur Fortbewegung an der Wand“ (Scholz, 1992, S. 96) steht. Neben dem Verzicht auf Hilfsmittel weisen Walther und Wibowo (2012, S.47) auf einen weiteren Unterschied hin. Im Sportklettern liegt oftmals der Fokus nicht auf dem Ziel, einen Gipfel zu erreichen, sondern vielmehr auf der Art und Wei- se, wie geklettert wird. Im Bouldern spielt dann vor allem die Qualität der Bewegung eine noch größere Rolle.

Scholz (1999, S.96) unterteilt das Sportklettern weiterhin in die folgenden sieben Teildisziplinen: Schwierigkeitsklettern, On-Sight Klettern, Alpines Sportklettern, Free-Solo-Begehung, Wettkampfklettern, psychisch anspruchsvolles Klettern und Bouldern. Schmied et al. (2003, S.48f) differenzieren das Sportklettern auf eine an- dere Art und Weise. Für sie existieren neben dem Bouldern noch das Freiklettern, das alpine Sportklettern und das Clean Climbing als Spielarten des Sportkletterns. Für unsere Betrachtung ist wesentlich, dass verschiedene Sportkletterdisziplinen existieren, die durch den Grundgedanken, ein Hindernis aus eigener Kraft zu erklet- tern und die Sicherungskette nur zur Absicherung zu nutzen, geeint werden.

Das Bouldern nimmt im Kanon der Sportkletterdisziplinen eine besondere Rolle ein. Während Bouldern lange Zeit nur als Trainingsmethode für Freikletterer verwendet wurde, um möglichst schwierige Passagen zu üben und die Maximalkraft zu verbessern, ist Bouldern „heute … eine der wichtigsten Teildisziplinen des Klettersports“ (Krug, Ka, S. 253). Außerdem ist „Bouldern Klettern in seiner ursprünglichsten Ausprägung“ (Müller, 2007, S.160) beziehungsweise die „Schönste und Purste Bewegung am Klettern“ (Krug, Ka, S.256).

U. Neumann pointiert das Verhältnis des Boulderns zu den anderen Spielarten des Freikletterns mit der Aussage: „Bouldern ist das Beste“ (2010, S.12) und begründet dies durch eine tiefe Verwurzelung in uns selbst, die tiefer ist, als beim Laufen oder Schwimmen.

In der zugrundeliegenden Literatur wird der Begriff „Klettern“ zum einen für das Freiklettern verwendet und zum anderen als Oberbegriff für alle Disziplinen im Sportklettern. Aus diesem Grund wird im Folgenden die Bezeichnung „Freiklettern“ für Klettern mit Seilsicherung verwendet und Klettern lediglich als Beschreibung einer Handlung, die ebenfalls beim Bouldern vorkommt.

Da im Schulsportunterricht vor allem das Freiklettern und das Bouldern in künstlichen Kletterhallen von Bedeutung ist, werden diese Spielarten im zweiten Kapitel genauer miteinander verglichen.

2.2 Geschichte des Boulderns

Wie bereits bei der Differenzierung der Teildisziplinen im vorherigen Abschnitt zu erkennen war, besteht eine enge Verbindung zwischen der Freikletterbewegung und der Sportart Bouldern. Gleichermaßen kann die Geschichte des Boulderns nicht iso- liert betrachtet werden, da sich das Bouldern aus dem Freiklettern entwickelt hat. In der über 125-jährigen Geschichte des Sportkletterns hat das freie Klettern - im Ver- gleich zum Bouldern - eine zentrale Rolle gespielt (Schmied et al., 2003, S.42). Die Boulderbewegung war bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts eher eine Rand- erscheinung, und nur einzelne Protagonisten betrieben diese Sportart zum Selbst- zweck. Zuvor galt Bouldern als Trainingsmöglichkeit, die den Freikletterern dazu diente, besonders schwierige Züge in geringen Höhen zu trainieren oder ihre Maxi- malkraft zu verbessern.

Zu den wenigen Protagonisten der frühen Boulderbewegung zählt Hofmann (2007, S.34f) vor allem Oskar Eckenstein und Owen Glynne Jones.

Eckenstein (1859-1921) sah im Bouldern nicht mehr nur die Trainingsmöglichkeit für das freie Klettern, sondern einen gewissen Selbstzweck. Neben besonderen athle- tischen Fähigkeiten, die ihn dazu befähigten, an kleinen Vorsprüngen zu klettern, wurde er vor allem durch seine philosophischen Überlegungen zum Bouldern be- kannt. Zudem gehen die ersten Kletterschuhe mit speziellen Beschlägen aus Nägeln auf Eckenstein zurück.

Jones (1867-1899) trug ebenfalls während der Jahrhundertwende zur Entwicklung des Boulderns bei. Er kletterte Routen meist zuerst mit Sicherung, um sie daraufhin ungesichert zu bouldern. Zudem soll er einen der ersten Highballs2 geklettert haben.

Für die Entwicklung der Sportart Bouldern hat vor allem das bis heute wichtigste Bouldergebiet eine entscheidende Rolle gespielt. Im Wald von Fontainbleau entwi- ckelte sich ab den 1930er Jahren Bouldern als eigenständige Disziplin im Sportklet- tern. Diese Entwicklung ist den hervorragenden Boulderbedingungen in Fontainbleau zuzuschreiben. Vor allem Pierre Allain gilt als Vorreiter in Bleau3. Nichtsdestotrotz wurde er von Kletterern aus der Freikletterbewegung dafür belächelt, dass er „einen ganzen Sonntag an einem fünf Meter hohen Block verbracht habe“ (Hofmann, 2007, S. 30). Für Allain lag der Charme des Boulderns an der nicht vorhandenen „Notwen- digkeit, Seile auszupacken, keine langen Wartezeiten, um unsere Kräfte oder diese oder jene Schwierigkeit auszutesten“ und der Tatsache, dass es „allein ums Klettern“ ging4.

In der amerikanischen Boulderbewegung gilt John Gill als Begründer des dynami- schen Kletterns. Aufgrund der Gemeinsamkeiten von Turnen und Klettern, erkannte Gill, dass das Bewegungspotenzial im Klettern noch nicht ausgeschöpft war. Er dis- tanzierte sich von der 3-Punkt-Regel5 und „übertrug mit den dynamischen Zügen Bewegungsideen aus dem Geräteturnen ins Bouldern“ (Hofmann, 2007, S.32). Ne- ben dynamischen Bewegungen orientierte sich Gill auch in ästhetischen Gesichts- punkten am „formalen Turnen“.

Während bis dato nur der bezwungene Boulder oder eine gekletterte Route zählte, setzte Gill einen zweiten Schwerpunkt auf die „ästhetische Qualität“ (Hofmann, 2007, S.34) einer Kletterbewegung.

Auf Gill geht ebenfalls die erste Bewertungsskala für Boulder zurück. In seinem dreistufigen Bewertungssystem klassifizierte er Boulder nach B1 bis B3. B1 stand dabei für Boulder, deren Schwierigkeit normale Kletterei übersteigt. Einmal geboulderte Probleme wurden mit B3 klassifiziert und bei wiederholter Begehung zu B2 degradiert (Neumann, U., 2010, S. 13).

Mit dieser Klassifizierung waren Boulder allerdings nicht eindeutig einer Schwierigkeit zuzuordnen und die Schwierigkeit konnte sich im Laufe der Zeit verändern. Mit zunehmender Beliebtheit der Sportart entstand der Wunsch nach einem einheitlichen Bewertungssystem. Neben der V-Skala, die sich vor allem im amerikanischen Raum durchgesetzt hat, ist die Fb-Skala6 die wichtigste Bewertungsrichtlinie für Boulderer. Diese Bewertungsgrundlage wird meist im europäischen Raum verwendet und ist wie die V-Skala nach oben geöffnet. Zudem können die Schwierigkeiten beider Skalen miteinander verglichen werden. Der zurzeit schwerste Boulder ist mit 8c+ bewertet worden und wurde von Daniel Woods erstbegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Tabelle 1: Bewertungsskala für Boulder (mod. nach Hofmann, 2007, S.20)

Trotz der zunehmenden Anzahl der Bouldergebiete blieb die Sportart bis in die 1990er Jahre vor allem in Deutschland im Schatten des Sportkletterns und wurde sel- ten zum Selbstzweck, sondern vielmehr als Trainingsmöglichkeit wahrgenommen. Dies änderte sich mit Frédéric Nicole, der das Bouldern „hoffähig“ machte und die Grenzen durch immer schwierigere Boulder weiter voranschob (Hofmann, 2007, S.37).

In der jüngsten Vergangenheit entwickelte sich die Sportart durch die Plastikbewegung, die das Klettern und Bouldern in künstlichen Kletter- und Boulderhallen jedermann zugänglich gemacht hat. So konnten sich zudem neue Wettkampfformen etablieren, die es zulassen, dass viele Sportler einen gewissen Zeitraum miteinander bouldern, um am Ende den Sieger anhand eines Laufzettels, auf dem die gesammelten Boulder notiert werden, zu bestimmen.

Heutzutage steht die Sportart längst nicht mehr im Schatten seines großen Bruders, sondern hat sich als eigenständige Sportart etabliert. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass seit 2007 im Rhein-Main-Gebiet vier Hallen, die speziell zum Bouldern genutzt werden können, eröffnet haben7.

Zudem wurde in diesem Jahr zum ersten Mal die Weltmeisterschaft im Bouldern in München ausgetragen. Dort konnten sich die Deutsche Juliane Wurm und der Tscheche Adam Ondra gegen über 200 Kontrahenten aus 40 Nationen durchsetzen8.

2.3 Soziologische Betrachtung des Boulderbooms

Aus den eben genannten Gründen kann davon gesprochen werden, dass Bouldern boomt und sich in der jüngsten Vergangenheit zu einer Trendsportart entwickelt hat. Im Folgenden soll zunächst erläutert werden, was unter einer Trendsportart verstanden werden kann, um daraufhin die wachsende Popularität verschiedener Trendsportarten mit dem Schwerpunkt auf das Bouldern zu erläutern. Dafür sollen zwei Erklärungsfiguren herangezogen werden. Diese sind das Selbstermächtigungskonzept und die zunehmende Individualisierung im Sport.

2.3.1 Trendsport

Zunächst sollte erläutert werden, was unter einer Trendsportart verstanden wird und ob Bouldern tatsächlich als solche bezeichnet werden kann. Anhand der Begrifflich- keit handelt es sich um Sportarten, die im aktuellen Trend liegen. Dies wirft wiede- rum die Frage auf, was es bedeutet, „im Trend“ zu sein. Schwier (2003, S.18) nähert sich dem Trendsport-Begriff, indem er folgende Strukturbesonderheiten aufzählt:

- Innovation gegenüber bekannten Sportausübungsformen
- Eine explizite Erlebnisorientierung
- Herausgehobene Distinktions- und Stilisierungsformen
- Eine ausgeprägte Ästhetisierung
- Ein deutliches Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit

Anhand dieser Besonderheiten kann nun verglichen werden, ob es sich beim Boul- dern um eine Trendsportart handelt. Zunächst lässt sich feststellen, dass sich das Bouldern durch eine Innovation gegenüber dem bekannten und bewährten Freiklet- tern auszeichnet. Neben athletischen und ästhetischen Einzelzügen konnte sich die Sportart vor allem durch den Verzicht der Sicherung von der Muttersportart abheben. Ob das Bouldern ein Erlebnis darstellt, welches im Freiklettern nicht zu finden ist, ist sehr stark von individuellen Präferenzen abhängig und kann nicht pauschal beant- wortet werden. In jedem Fall ist das Erlebnis, eine kurze, schwierige Route mit be- sonderen Zügen zu bezwingen, ein anderes, als durch den Partner gesichert, an einer hohen Wand zu klettern.

In beiden Fällen spielt das Erlebnis eine zentrale Rolle. Aufgrund dynamischer und spektakulär anzusehender Bewegungen kommt es zudem zu einer ausgeprägten Ästhetisierung. Der Aspekt der Distinktions- und Stilisierungsformen und das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit werden in Hinblick auf die Individualisierung im Sport noch einmal näher behandelt.

Die von Schwier genannten Strukturbesonderheiten passen daher auf die Sportart Bouldern und sie kann zudem aufgrund der aktuellen Entwicklung als Trendsportart bezeichnet werden.

Schwier (2003. S.18) differenziert Trendsportarten idealtypisch in die Bereiche: „fit- nessorientierte Praktiken, Risikosportarten und Funsportarten“. Bouldern kann kei- nem der drei Bereiche in eindeutiger Weise zugeordnet werden. Vielmehr spielen Komponenten aus allen Bereichen in gewisser Art und Weise eine Rolle. Der Sinn der Sportausübung kann für jeden in einem anderen Bereich liegen. Für die einen spielt der Muskelaufbau, der beim Bouldern sicherlich erfolgt, eine entscheidende Rolle, während für den anderen das freudvolle Miteinander im Mittelpunkt steht.

Ob es sich beim Bouldern um eine Risikosportart handelt, ist sehr fraglich und ebenfalls im Hinblick auf das Selbstermächtigungs- und Individualisierungskonzept zu überprüfen. Zum einen ist Bouldern in der Halle, in geringen Höhen und mit einer guten Absicherung durch Matten eine sehr sichere Sportart, bei der das Verletzungsrisiko als gering einzuschätzen ist. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Bouldern per se nicht riskant ist. In der freien Natur erhöht sich das Risiko in Abhängigkeit von der Höhe einer Route. Das Bouldern von Highballs oder von Felsen, in deren Sturzraum sich weitere Hindernisse befinden, ist wesentlich riskanter.

Eine Komponente, die das Verletzungsrisiko erhöht, ist der schnelle Leistungszuwachs beim Bouldern, ohne dass sich Gelenke und Sehnen an die erhöhte Belastung gewöhnen können9.

Zudem wird bemängelt, dass bei Boulderhöhen bis zu 7 Meter der Schutz durch Matten und Spotten nur sehr gering und das Verletzungsrisiko insgesamt höher sei als beim Freiklettern in der Halle10. Im Schulsportunterricht spielt dieser Aspekt allerdings eine geringere Rolle, da die Wandhöhe reglementiert ist.

Das Verletzungsrisko der Sportarten Bouldern und Freiklettern kann anhand der Un- fallstatistik der Kletter- und Boulderhalle Pfalz-Rock verglichen werden11. Zwar ist diese Statistik keineswegs vollständig und die Verletzungszahlen werden nicht mit der Gesamtzahl der Sportler in Beziehung gesetzt, allerdings kann aus der jeweiligen Verletzung das Risiko abgeleitet werden. Während beim Klettern, vor allem durch die Gefahr von Bodenstürzen nach Sicherungsfehlern, schwerwiegende Verletzun- gen, wie Brüche an Fuß und Beim oder Prellungen auftreten, kommt es beim Boul- dern vermehrt zu Überlastungsschäden oder verstauchten Füßen beim Abspringen auf die Matte. Die Anzahl der erfassten Unfälle seit 2010 in der Kletterhalle Pfalz- Rock ist ungefähr gleichmäßig auf die Sportarten Bouldern und Freiklettern verteilt.

Insgesamt lässt sich also festhalten, dass Bouldern per se keine Risikosportart ist, aber je nach Bedingungen und vor allem eigenen Voraussetzungen zu einer Risikosportart werden kann.

Schwier (2003, S. 21) ordnet den drei Bereichen der Trendsportarten verschiedene Sportarten zu. In dieser Aufteilung wird Bouldern nicht aufgeführt, allerdings erscheint „Freeclimbing“ in der Rubrik Risikosportarten.

Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob es sich beim Bouldern oder Klet- tern um eine Trendsportart handelt, können weitere Autoren befragt werden. Rein- schmidt & Reinschmidt (2012) suggerieren bereits im Titel „Trendsport in der Schu- le - mehr als nur Klettern“, dass Klettern als Trendsportart zu bewerten ist und be- reits im Schulalltag integriert wurde. Explizit wird das Bouldern als Trendsportart, die auch für die Schule hervorragend geeignet ist, von Müller (2007, S. 158f) dekla- riert, und von Derecik (2013, S.208) wird hervorgehoben, dass sich Bouldern als Sportart in der bewegten Schule eignet, um Jungen und Mädchen gleichermaßen an Trendsporträumen teilhaben zu lassen.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass sowohl Klettern als auch das Bouldern als Trendsportarten zu bezeichnen sind und ihr Potenzial für den Schulsportunterricht bereits erkannt und die Sportarten zum Teil bereits integriert sind. Im vierten und fünften Kapitel werden diese Überlegungen weiter intensiviert, und daraufhin wird am Beispiel Bouldern darauf eingegangen, welche Konsequenzen die Integration von Trendsportarten im Sportunterricht mit sich bringt.

2.3.2 Selbstermächtigung

Als eine erste Erklärungsfigur für den Boom des Kletterns in Absprunghöhe soll das Selbstermächtigungskonzept herangezogen werden. Bette (2003, S.23f) thematisiert unter soziologischen Gesichtspunkten die Rolle von „eigenen Kausalerfahrungen“ und „aktivem Selbsthandeln“ in einer von Nichtigkeitserfahrungen geprägten Gesell- schaft. Diese Nichtigkeitserfahrungen seien zum einen die Folge der Organisations- gesellschaft, die durch Regeln „Entscheidungsfreiräume einengt und Gefühle der Fremdsteuerung“ hervorrufen (ebd.). Als Folge der Organisationsgesellschaft werde weiterhin individuelles Handeln nicht in einem autarken Handlungskontext erlebt, sondern finde vielmehr in unüberschaubaren Produktionsprozessen statt. Zum ande- ren werden Nichtigkeitserfahrungen durch die Massenmedien hervorgerufen, die uns ein Gefühl der Unwichtigkeit vermitteln, da relevante Vorkommnisse woanders statt- finden (Bette, 2003, S.24ff).

Die Konsequenzen der Nichtigkeitserfahrungen in der modernen Gesellschaft werden folgendermaßen zusammengefasst von Bette ( 2003, S.28)

Der moderne Risiko- und Erlebnissport ist nicht nur vor dem Hintergrund von Langeweile, Leere und Routine zu diskutieren, er hat auch mit dem Bedeutungsverlust von Personen und den Erfahrungen von Nichtigkeit und Machtlosigkeit zu tun, die strukturell und systematisch durch die Ex- pansion der modernen Organisations- und Mediengesellschaft erzeugt werden. Die Selbstermächtigungsversuche im Abenteuer und Extrem- sport speisen sich aus dem Bestreben, Machtüber das eigene Handeln zurückzugewinnen.

Dies eröffnet die Frage, wie diese Macht zurückgewonnen werden kann. Bette (2003, S.29) beantwortet dies anhand von verschiedenen Möglichkeiten, in denen „Macht und Kontrolle eigenhändig, mit eigenen Bordmitteln“ erlangt werden kann. Diese Möglichkeiten sollen nun mit der Sportart Bouldern in Verbindung gebracht werden.

Dabei fällt zunächst auf, dass die Auseinandersetzung der eigenen Fähigkeiten mit einer sportlichen Herausforderung im Bouldern auf wenige Momente konzentriert wird, in denen der Athlet nur durch eigene Kraft und Technik versucht, die Schwerkraft zu überwinden. Erfolge können dabei vollständig auf das eigene Handeln zurückgeführt werden und sind nicht das Produkt von Zufall oder Glück, wie dies zum Beispiel in Zielschussspielen der Fall sein kann. Erfolgreich bezwungene Boulder können meistens erneut bewältigt werden.

Als erste Möglichkeit der Machtgewinnung nennt der Autor die Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche. Dies erfolgt beispielsweise wenn Gefühle der Angst überwunden werden. (ebd.)

Beim Bouldern spielt Angstüberwindung eine zentrale Rolle, da die Gefahr eines Sturzes in jeder Handlung eine Rolle spielt. Nur wenn ein Athlet es schafft, die Angst zu überwinden und frei zu klettern, kann er an seine maximale Grenze gehen.

Als weitere Möglichkeit der Machtgewinnung wird der Kampf gegen die „äußere Natur in Gestalt von Höhen“ vorgestellt (ebd). Höhen werden beim Bouldern immer überwunden und, wird die Sportart am Felsen ausgeübt, wird zusätzlich die Natur bezwungen.

Außerdem findet der Machtgewinn gegenüber technischen Errungenschaften statt. Der Bezug zur Technik gehe dabei in zwei Richtungen. Zum einen werde Technik genutzt, um Selbstkontrolle zu erlangen. Zum anderen werde diese aber auch abge- lehnt, um die Eigenleistung in den Mittelpunkt zu stellen (Bette, 2003, S.29f).

Vor allem die Ablehnung der Technik spielt im Bouldern, wie auch in anderen Teilen des Klettersports, eine entscheidende Rolle. Dies wird deutlich, wenn die Differenzierung zwischen technischem und freiem Klettern näher betrachtet wird. Beim technischen Klettern soll primär ein Gipfel erreicht werden.

Dazu werden zusätzliche Haken in die Wand geschlagen, die neben der Sicherung auch zur Fortbewegung dienen. Beim freien Klettern dürfen lediglich Felsstrukturen zur Fortbewegung genutzt werden, und Haken dienen nur der Sicherung12. Beim Bouldern geht die Stufe des technischen Verzichts noch ein Stück weiter und es wird, bis auf eine Matte, vollständig auf technische Unterstützung verzichtet. Auf diesem Weg wird beim freien Klettern und Bouldern die Eigenleistung in den Mit- telpunkt gestellt.

Durch die Zentrierung des eigenen Handelns beim Bouldern sollte versucht werden, zu erklären, wie Nichtigkeitserfahrungen überwunden werden können und Machtüber das eigene Handeln zurückgewonnen werden kann.

Bette (2003, S.32ff) erläutert weiterhin, dass vorhandenes Risiko und die Möglichkeit des Scheiterns den „Akt der Selbstermächtigung“ fördern. Setzen die Athleten bei ihren Handlungen ihr Leben aufs Spiel, sind also „psychisch und physisch völlig integriert“ (ebd.), spricht Bette von Hyperinklusion. Es erscheint allerdings fraglich, ob Bouldern eine Risikosportart ist, die ihre Athleten hyperinkludiert. Wird beim Bouldern ein Fehler begangen, sind die Konsequenzen meist harmlos, da der Sportler in der Regel nur auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird, aber keine ernsthaften Folgen zu befürchten hat. Er setzt also nicht seine Existenz aufs Spiel. Dies ist genau die Grenze, die Bouldern vom Soloklettern trennt.

Beim Soloklettern wird ebenfalls auf Seilsicherung verzichtet, allerdings ist die Kletterstrecke hier wesentlich länger und es kann keineswegs mehr von Absprunghöhe gesprochen werden. Über einen der erfolgreichsten Protaginsten dieser Sportart - Alex Honnold13 - würde man wahrscheinlich zu Recht sagen, dass er durch seine Sportart hyperinkludiert ist.

Nichtsdestotrotz wird beim Bouldern das eigene Handeln in den Mittelpunkt gerückt und die Sportart kann, wenn auch nicht als Risikosportart, zumindest als Wagnissportart bezeichnet werden. Worin das Wagnis im Vergleich zum Klettern liegt, wird im dritten Kapitel erläutert.

Elflein charakterisiert die Risiko- und Erlebnisgesellschaft durch ein „vermehrtes Bedürfnis von Menschen nach Möglichkeiten …, sich in herausfordernden, spannungsgeladenen Handlungssituationen problembewältigend zu erleben und hieraus Selbstvertrauen, Selbstbestätigung zu schöpfen“ (2004, S.42).

Aus diesem Grund fordert er eine Thematisierung der Wagniserziehung im Schul- sport, da diese bei den sich daraus ergebenden Problemen ansetzt. Die Frage nach ei- ner adäquaten Wagniserziehung wird im fünften und sechsten Kapitel aufgegriffen.

2.3.3 Individualisierung im Sport

Im nächsten Schritt sollen die Konsequenzen einer zunehmenden Individualisierung im Sport auf das Bouldern betrachtet werden. Die Wünsche des postmodernen Sportlers fasst Hägele (2008, S.65f) folgendermaßen zusammen.

Nicht die Verteufelung jeglicher Sozialität leitet den Akteur im postmo- dernen Outdoor-, Erlebnis-, Abenteuer,- Trend und Streetball-Sport, als vielmehr der Wunsch, in freieren und weicheren sozialen Assoziationen Selbstentfaltung und Geborgenheit zu finden, als dies die in den Vereinen und Verbänden zelebrierte spätmoderne Sportkultur zuließ. Hier findet er weniger Gesinnungsautorität, weniger Verpflichtungssozialität und we- niger hierarchische Bürokratie vor, dafür mehr Freiheit, mehr Eigenver- antwortung sowie mehr selbstgewählt-offene Solidaritäts- und Organisa- tionsformen.

Die Charakterisierung des postmodernen Sportlers kann erklären, warum Sport we- niger in organisierten Vereinen und vermehrt in selbstorganisierten Strukturen statt- findet. Der moderne Sportler möchte spontan Sport treiben und sich nicht nach festen Terminen richten. Aus diesem Grund ist er darauf angewiesen, seinen Sport in klei- nen sozialen Gruppen auszuüben. Beim Freiklettern sollte er sich zumindest mit sei- nem Sicherungspartner absprechen. Beim Bouldern besteht dagegen die Möglichkeit, bei Bedarf spontan und ohne vorherige Absprache seinem Hobby nachzugehen. Wie Hägele ebenfalls herausgearbeitet hat, bedeutet dies allerdings nicht, dass auf jegli- chen sozialen Kontakt verzichtet wird. Der Wunsch nach „Geborgenheit“ in einer Gruppe von Gleichgesinnten ist trotzdem vorhanden. Im Bouldern kann diesem nachgegangen werden, da sich Boulderer beim Lösen eines Problems oftmals in Gruppen zusammentun und gemeinsam versuchen, dieses zu bewältigen.

Der Wunsch, die eigene Person in einer Gruppe hervorzuheben und ihre Handlung als etwas Besonderes darzustellen, wird von Bette (2008, S.50ff) unter dem Aspekt der Distinktion näher betrachtet. Demnach möchten sie „von ihren Mitmenschen als einzigartige und selbstmächtige Person wahrgenommen werden“.

Diese „Einzigartigkeit einer Person lässt sich in besonderer Weise durch die Einmaligkeit einer extremen Tat darstellen“ (ebd.).

Die erfolgreiche Bewältigung eines Boulderproblems stellt nun keine „extreme Tat“ im Sinne des Autors dar, nichtsdestotrotz kann die Anerkennung der anderen Gruppenmitglieder gewonnen werden, falls niemand außer einem selbst in der Lage ist, den Zielgriff zu erreichen. Auf diesem Weg wird die eigene Handlung als etwas Besonderes markiert und es kommt zu Selbstwirksamkeitserfahrungen.

Nach Gugutzer bestehen die Folgen der Individualisierung „in der Ausdifferenzie- rung und der Pluralisierung des Sports“ (2009, S.5ff). Pluralisierung bedeutet in die- sem Zusammenhang, dass sich das Sportangebot und die darin ausgeübten Bewe- gungsformen erweitern. Zudem werden Sportarten im Hinblick auf die beteiligten Personengruppen, die zeitliche Ausübung und die räumliche Ausprägung ausdiffe- renziert (ebd.).

Bouldern stellt zum einen selbst eine Ausdifferenzierung der Sportart Klettern im Zuge der Individualisierung dar und innerhalb der Sportart kommt es zum anderen zur räumlichen Ausprägung. So wird die Sportart nicht mehr nur am Felsen, sondern auch an künstlichen Anlagen und in jüngster Vergangenheit auch im urbanen Bewe- gungsraum betrieben. Das steigende Angebot der künstlichen Boulderanlagen führt wiederum dazu, dass der individuelle Aufwand, diese Sportart auszuüben, geringer wird. In Zeiten ohne künstliche Kletteranlagen mussten zunächst passende Felsen aufgesucht und gegebenfalls erschlossen werden. In der Natur waren die Athleten außerdem von passenden Witterungsverhältnissen abhängig. An künstlichen Anlagen können Interessierte dahingegen spontan und ohne Vorbereitung dem Sport nachge- hen.

Zudem kommt es durch die Individualisierung von Sportpraktiken zu neuen Werten, wie beispielsweise Spaß, Fitness, Natürlichkeit und Grenzerfahrung sowie der Ästhetisierung von Sportkörpern und -räumen (Gugutzer, 2009, S.10ff). Diese Entwicklung begünstigt die Popularität der Sportart Bouldern, da diese Werte dort vermittelt werden. Zudem sind vor allem die neu entstandenen Boulderhallen nach ästhetischen Gesichtspunkten gestaltet worden, indem die Routen ansprechend aussehen und ordentlich nach Farben sortiert werden.

Als letzten Aspekt verdeutlicht Gugutzer die schwindende Bindung zum Sportverein und er bezeichnet den modernen Sportler als „Sportnomaden“ (2009, S.14), der viele verschiedene Sportarten parallel betreibt. Die Einstellung, sich nicht an eine Sportart zu binden, sondern sie zeitweise zu testen und daraufhin nur nach Belieben auszu- üben, ist im Bouldern möglich. Dies wird zum einen durch die gestiegene Anzahl an Boulderhallen begünstigt. Zum anderen zeigt sich die Sportart aber auch als beson- ders einsteigerfreundlich, da zu Beginn keine Sicherungsmethoden erlernt werden müssen und in kommerziellen Hallen Boulderprobleme für alle Niveaustufen vor- handen sind.

Insgesamt lässt sich also erklären, dass die Sportart Bouldern in das Bild des postmodernen Individualisten passt, der spontan Bewegungserlebnisse aufsuchen möchte, die ihm die Kontrolle über das eigene Handeln zurückerlangen lassen.

3 Differenzierung zum Freiklettern

Nachdem im zweiten Kapitel die Sportart Bouldern vorgestellt wurde und bereits ei- ne begriffliche Differenzierung zu anderen Bergsportarten getroffen wurde, soll im folgenden Kapitel das Bouldern an künstlichen Kletterwänden mit dem Freiklettern an künstlichen Kletterwänden verglichen werden. Diese Differenzierung ist insofern wichtig, dass im Kontext Schule meist auf künstliche Anlagen zurückgegriffen wer- den muss. Da bereits in vielen Schulen eigene Kletterwände zur Verfügung stehen oder kommerzielle sowie vom DAV betreibende Kletterhallen in unmittelbarer Um- gebung benutzt werden können, kann Klettern oder Bouldern im Sportunterricht be- handelt werden. In diesem Kapitel wird es um praktische Unterschiede beider Sport- arten gehen.

Bei der Betrachtung der sportlichen Handlung fällt lediglich auf, dass in beiden Sportarten versucht wird, ein vertikales Hindernis nur mit Hilfe der eigenen Muskel- kraft zu überwinden. Erst wenn die Absprunghöhe erreicht wird, ergibt sich ein erster Unterschied. Nachdem der Zielgriff beim Bouldern erreicht worden ist, lässt der Sportler los und lässt sich fallen, oder klettert wieder herab. Beim Freiklettern sind die Routen gewöhnlich wesentlich länger und der letzte Griff befindet sich in einer Höhe, in der nicht mehr abgesprungen werden kann. Hieraus resultiert, dass beim Freiklettern Sicherungstechniken notwendig werden. Als dritte Differenz beider Sportarten ergibt sich daraus der notwendige Materialbedarf. Im Folgenden sollen die Konsequenzen dieser Unterschiede für den Einsatz in der Schule thematisiert werden.

3.1 Wandhöhe

Wie bereits in der Definition verankert, findet Bouldern in Absprunghöhe statt. Diese Höhe kann sehr unterschiedlich ausfallen und ist in künstlichen Kletterhallen meis- tens durch den Zielgriff vorgegeben. Beim Bau einer Boulderwand in der Schule ist diese jedoch gesetzlich geregelt. Dabei darf der oberste Tritt eine Höhe von zwei Meter nicht übersteigen (Hinkel & Betz, 2001, S.41). In Höhen oberhalb dieser Be- grenzung muss auf eine Seilsicherung zurückgegriffen werden. In diesem Fall ist die Tritthöhe festgeschrieben, so dass sichergestellt werden kann, dass keine Sprunghö- hen von über 2m erreicht werden. Auf diese Weise soll das Verletzungsrisiko mini- miert werden. Die sich ergebenden Vorteile der nicht notwendigen Sicherungstech- nik und des geringen Materialbedarfs werden später erläutert.

Kern (2010, S. 168) bezweifelt allerdings, dass das Interesse, lediglich in Absprung- höhe zu klettern, für alle Schüler lange aufrechterhalten werden kann. Diesem be- rechtigten Einwurf kann die steigende Popularität des Boulderns entgegengesetzt werden. Nichtsdestotrotz sollte sich die Lehrperson bewusst sein, dass einige Schü- ler, vor allem bei geringen Erfolgserlebnissen, die Lust an der Sportart verlieren. Kern (2010, S.168) formuliert als Ausweg die Möglichkeit, auf verschiedene Koope- rations- und Wettkampfspielformen zurückzugreifen. Exemplarisch werden diese im Hinblick auf ihr pädagogisches Potenzial im fünften Kapitel vorgestellt. Festzuhalten ist allerdings, dass die geringe Wandhöhe solche Spiele ermöglicht, da zum einen keine Sicherung notwendig ist und jederzeit abgesprungen werden kann. Zum ande- ren ist aufgrund der geringen Entfernung vom Kletternden zum Zuschauer oder Leh- rer eine unmittelbare Kommunikation möglich.

In der denkbaren Interaktion liegt ein großer Vorteil für den Einsatz im Schulunter- richt. Obwohl Bouldern als Individualsportart zu sehen ist und auch im Gegensatz zum Freiklettern gänzlich alleine praktiziert werden kann, spielen Kommunikation, gegenseitiges Helfen und zwischenmenschliche Interaktion beim Bouldern eine gro- ße Rolle. Im Gegensatz zum Freiklettern kann sich beispielsweise mit Hilfe von kur- zen Tipps zur Verbesserung der Fußstellung oder ein Hinweis auf einen verborgenen Griff gegenseitig geholfen werden. Daher verwundert es nicht, dass sich in Boulder- hallen meistens mehrere Personen um einen Boulder versammeln, um gemeinsam ei- ne Lösung des Problems zu finden. Da die geschraubten Probleme heutzutage mehr abverlangen als nur Kraft, sondern vielmehr technische Kniffe die Lösung darstellen, kann durch gemeinsames Ausprobieren und gegenseitiges Helfen der Boulder letzt- endlich geschafft werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1: Gemeinsames Lösen eines Boulderproble ms

In modernen Hallen werden durch ungewöhnliche Routen, die bei der Bewältigung Fantasie und Kreativität benötigen, neue Akzente gesetzt (Krug, 2011, S.253). Boulderprobleme können insgesamt abwechslungsreicher geschraubt werden, da die Gefahr des Scheiterns - im Gegensatz zum Klettern - ohne folgenschwere Konse- quenzen bleibt.

Aufgrund der geringen Wandhöhe spielt der Faktor Angst und im speziellen die Hö- henangst eine geringe Rolle. In der Absprunghöhe fühlen sich die meisten Schüler sicher und sie können trotzdem Erfolgserlebnisse erlangen. Hier sollten allerdings auch die Kehrseiten der Medaille erläutert werden. Durch die limitierte Wandhöhe geht für Schüler auch ein gewisses Erlebnis verloren, welches die Höhe einer Frei- kletterroute mit sich bringt. Der Wagnischarakter beim Bouldern unterscheidet sich daher vom Wagnischarakter, der beim Klettern hoher Routen zur Geltung kommt. Neumann und Schädle-Schardt (2001, S.10) beschreiben den Reiz des Kletterns in der „Ungewissheit des Gelingens“ und der „potenziellen Bedrohungskomponente“. Dabei könne das Wagnis sowohl positive wie auch negative Emotionen hervorrufen und es bedarf eines sensiblen Umgangs des Lehrers mit den Gefühlen der Lernenden.

Der Wagnischarakter beim Bouldern ergibt sich dahingegen aus den spezifischen Ei- genheiten von Boulderproblemen. Im Mittelpunkt stehen oftmals dynamische Bewe- gungen und Sprünge sowie Probleme, die in überhängenden Wänden geschraubt worden sind. Zudem wird beim Bouldern oftmals an der Sturzgrenze, also dem „Grenzbereich seines Kletterkönnens“ (Neumann, 2002, S. 35) geklettert. Dies be- deutet, dass die Schwierigkeit so gewählt wird, dass ein Scheitern jederzeit möglich ist. Neumann (2012, S.50) sieht den Wagnischarakter beim Bouldern vor allem darin, dass Herausforderungen gesucht werden müssen, die das „individuelle Können auf die Probe stellen, oder bestenfalls minimal übersteigen“. Der Bouldernde muss daher abwägen, ob er für dieses Problem geeignet ist und sich traut, den sicheren Boden zu verlassen. Der Wagnischarakter beim Bouldern liegt also darin, sich einem Problem zu stellen, ohne zu wissen, ob man wirklich oben ankommt oder vorher fällt. Dabei müssen die eigenen Fähigkeiten mit der Schwierigkeit der Route verglichen werden, um abzuschätzen, ob sich das Risiko lohnt.

Dynamische Sprünge erfordern außerdem Mut, eine sichere Position zu verlassen und mit Hilfe eines Sprunges den nächsten, sicheren Griff zu erreichen. Oftmals sind viele Versuche notwendig, um einen Boulder zu beherrschen. Daraus lässt sich ableiten, dass sich der Wagnischarakter nicht wie beim Klettern aus der Wandhöhe ergibt, sondern durch die spezifischen Probleme trotzdem vorhanden ist.

Der Aspekt, dass Bouldern oftmals im Grenzbereich der eigenen Fähigkeiten statt- findet, birgt allerdings auch Nachteile. Schwierigkeit wird beim Freiklettern oftmals durch die Länge der Route erzeugt, und Routen werden allein durch die Überwin- dung der Höhe interessant. Beim Bouldern ist dies nicht möglich, und aufgrund der geringen Anzahl der Züge bis zum Endgriff, können diese besonders anspruchsvoll sein. Maximalkraft und Körperspannung gehören daher in das Anforderungsprofil eines guten Boulderers. Für manche Schüler kann hier das Problem liegen, dass zum einen viele Probleme zu schwer sind und dass zum anderen bereits nach wenigen Versuchen die Armmuskulatur erschöpft ist. Daher sollten Lehrer bei der methodi- schen Umsetzung auf ein umfangreiches Aufwärmen Wert legen. Zudem kann zu Beginn mit Hilfe von Boulderspielen die Belastung reduziert werden. In Boulderhal- len werden die Schwierigkeiten - ähnlich wie am Felsen - mit Hilfe eines Farbsys- tems ausgeschrieben. So sind beispielsweise alle leichten Boulder mit grünen Griffen und Tritten geschraubt. Dies sollte mit den Schülern thematisiert werden, um sie da- rauf aufmerksam zu machen, dass sie zuerst mit leichten Bouldern beginnen sollten.

3.2 Sicherungstechnik

Ein großer Vorteil des Boulderns gegenüber dem Freiklettern ist der teilweise Ver- zicht auf Sicherungsmittel. Wie bereits erwähnt, wird beim Bouldern nicht gänzlich auf Sicherung verzichtet. Zum einen wird auf die Partnersicherung - dem Spotten - zurückgegriffen und zum anderen ist der Absprungbereich an künstlichen Boulder- wänden mit Matten gesichert. Am Fels kann dazu auf mobile Matten, sogenannte Crashpads, zurückgegriffen werden. Im Gegensatz dazu sind für das Sichern beim Freiklettern verschiedene materielle und technische Voraussetzungen notwendig. Die Lehrperson steht zunächst vor der Frage, ob alle Schüler die Sicherungstechniken am Ende der Unterrichtseinheit beherrschen sollen, oder ob nur vom Lehrer gesichert wird. Im ersten Fall ist zunächst eine längere Phase notwendig, in der alle Schüler die notwendigen Sicherungstechniken lernen können. In dieser Phase steht der Leh- rer vor dem Problem, dass er viele Schüler gleichzeitig beobachten muss, um Gefah- ren zu reduzieren. Zudem darf eine Lehrkraft maximal drei Seilschaften mit jeweils zwei Schülern oder fünf Seilschaften mit jeweils drei Schülern beaufsichtigen. Dies gilt allerdings nur, falls ein zweiter Schüler beim hintersichern hilft14. Bei einer Lehrkraft können daher maximal 5 Schüler gleichzeitig klettern.

Entschließt die Lehrkraft sich für die Variante, dass er alle Schüler selbst sichert, wird die Bewegungszeit zudem reduziert und es kommt schnell zu Langeweile.

Außerdem benötigen Lehrkräfte, die Klettern im Schulsportunterricht vermitteln möchten, einen Qualifikationsnachweis, der in der Universität oder in Fortbildungen erworben werden kann. Das Klettern an Boulderwänden ist davon befreit15.

Da eine Partnersicherung beim Bouldern nicht notwendig ist, ergeben sich mehrere Vorteile für die praktische Umsetzung im Schulsportunterricht. Im Gegensatz zum Freiklettern können beim Bouldern alle Schüler gleichzeitig klettern, was zu mehre- ren Vorteilen im Schulsportunterricht führt. Zunächst kann die effektive Bewegungs- zeit im Vergleich zur gesicherten Variante erheblich gesteigert werden. Hoffmann (2011, S.25-26) fordert einen hohen Bewegungsanteil als ein zentrales Merkmal für guten Sportunterricht und kritisiert die Tatsache, dass die individuelle Bewegungs- zeit „im Durchschnitt bei unter 20% der Stundenzeit“ liegt. An der künstlichen Boulderwand können Schüler gleichzeitig Bewegungen ausprobieren und auf Grund des hohen Aufforderungscharakters der Klettermöglichkeiten ihrem Bewegungstrieb freien Lauf lassen. Insgesamt kann dadurch die Lehrkraft entlastet werden und der Sportunterricht kann in einem offenen, schülerzentrierten Konzept stattfinden.

Die Vorteile der Partnersicherung beim Freiklettern liegen in den kognitiven Lernzielen und dem Aspekt, dass durch das gegenseitige Sichern Verantwortung füreinander übernommen werden muss und somit das Vertrauen gestärkt wird.

[...]


1 Im Folgenden steht die Bezeichnung „Schüler“ für „Schülerinnen und Schüler“ und soll explizit beide Geschlechter umfassen.

2 Unter einem „Highball“ versteht man einen Boulder, dessen Ende über die Absprunghöhe von 4-5m hinausragt. In diesen Höhen sollte abspringen vermieden werden. (http://www.outdoorshopper.net/highball/ abgerufen am 09.09.2014)

3 Kurzform von Fontainbleau

4 http://www128.pari.com/r3d4k7/Bouldering_Hiostory2.0.html zit. nach Hofmann, 2007, S.30

5 Unter der „3-Punkt-Regel“ versteht man das Paradigma beim Klettern, dass immer drei Kontakt- punkte von Körper zu Wand bestehen. Dies bedeutet, dass immer nur entweder eine Hand oder ein Fuß von der Wand gelöst sind. Beim dynamischen Klettern mit Sprüngen ist dieser Grundsatz aufg e- hoben.

6 Die Abkürzung Fb steht für den Entwicklungsort Fontainbleau

7 Die Hallen sind: Studio Bloc in Weiterstadt (http://www.studiobloc.de/), Dynochrom (http://dynochrom.de/) und Boulderwelt in Frankfurt (http://www.boulderwelt.de/) und das Block- werk in Mainz (http://www.blockwerk.info/inde x.ht ml) (jeweils abgerufen am 11.09.2014)

8 http://www.muenchen.de/veranstaltungen/event/507.html (abgerufen am 11.09.2014)

9 Vgl. https://www.extremklettern.de/Kletterinfos/Trendsport_Bouldern.php (abgerufen am 14.10.2014)

10 Vgl. http://www.kletterhallen.net/guide/bouldern (abgerufen am 14.10.2014)

11 Vgl. http://www.pfalz-rock.de/cms/webpage.php?site=pfalz-rock&id=10770 (abgerufen am 14.10.2014)

12 Ein bekanntes Beispiel des bewussten Technikverzichts ist die erste freie Besteigung des Cerro Torres in Argentinien durch David Lama. Dieser Berg wurde bis dato lediglich technisch und meist auf der Kompressorroute begangen. Diese Route wurde von Cesare Maestri im Jahr 1970 durch die Hilfe von circa 100 Bohrhaken erstbegangen. Lama verzichtete auf diese Unterstützung und konnte sein Ziel, die Kompressorroute frei zu begehen, im Jahr 2012 erreichen. (http://www.klettern.de/news/bergsteigen-eis/david-lama-klettert-cerro-torre-frei.601473.5.ht m abge- rufen am 09.11.2014, http://www.david-lama.com/ abgerufen am 09.11.2014)

13 http://www.alexhonnold.com/#intro (abgerufen am 09.11.2014)

14 http://verwaltung.hessen.de/irj/HKM_Internet?rid=HKM_15/HKM_Internet/nav/bd4/bd43019a- 8cc6-1811-f3ef-ef91921321b 2,72020e 4b-2650-9d01-a 3b2-17197ccf4e 69,,,11111111-2222-3333- 4444-100000005003%26overview=true.ht m&uid =bd43019a -8cc 6-1811-f3e f-e f91921321b2 (abgeru- fen am 14.09.2013)

15 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten

Details

Titel
Bouldern in der Schule
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Sportwissenschaft)
Note
1,6
Autor
Jahr
2014
Seiten
133
Katalognummer
V289124
ISBN (eBook)
9783656893127
ISBN (Buch)
9783656893134
Dateigröße
1501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bouldern, schule
Arbeit zitieren
Benjamin Schug (Autor), 2014, Bouldern in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289124

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