Carbon Footprint. CO2-Analyse von Lieferketten


Seminararbeit, 2012

30 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Nachhaltigkeit in der Logistik
2.1 Green Logistics
2.2 Standards: ISO 14001, GHG Protocol, PAS

3. Der Carbon Footprint
3.1 Definition
3.2 Berechnung des Product Carbon Footprint
3.3 Pilotprojekt

4. Anteil der Logistikkette am Carbon Footprint
4.1 Beschreibung der drei Beispielsituationen
4.2 Annahmen und Rechenvoraussetzungen
4.3 Aufstellung der Activity-Daten und Berechnung
4.4 Vergleich der Ergebnisse

5. Möglichkeiten zur Senkung des Fußabdrucks

6. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Treibhausgas-Emissionen 2007 in Mio. T

Abb. 2: Treibhausgasemissionen Lebenszyklus

Abb. 3: Logistiktrends

Abb. 4: Zahlungsbereitschaft Unternehmen

Abb. 5: PCF Pilotprojekt Logo

Abb. 6: Relevanten Lebenszyklusphasen der „Best Alliance“ Erdbeeren

Abb. 7: Prozentualer Anteil der Lebenszyklusphasen am Gesamtemissionsausstoß (in %)

Abb. 8: Emissionsverteilung unter Berücksichtigung der einzelnen Distributionswege und der Einkaufsfahrt

Abb. 9: Optimierungskonzept Siemens

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: CO2e

Tabelle 2: Fallstudien PCF

Tabelle 3: Verbrauch Logistikglieder18

Tabelle 4: Umrechnung in CO2e

Tabelle 5: Emissionen pro Apfel

Tabelle 6: Berechnung Beispiel 1

Tabelle 7: Berechnung Beispiel 2

Tabelle 8: Berechnung Beispiel 3

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Problemstellung

Die globale Erderwärmung bezeichnet den in den vergangenen Jahrzehnten beobachteten Anstieg der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere. Synonym für die Erderwärmung wird häufig der Begriff Klimawandel verwendet. Der Klimawandel beschreibt jedoch nicht nur die globale Erderwärmung, sondern auch natürliche Klimaschwankungen.[1] Klimaschwankungen sind nicht neu, die Geschwindigkeit mit der sich das Klima ändert schon. Früher konnten sich die Tiere und Pflanzen aufgrund einer langsamen Erwärmung gut anpassen, heute sind sie mit einer schnellen Erwärmung konfrontiert.[2] „Erwärmung ist unsere moderne Lebensweise in der Industriegesellschaft. Die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl, die Abholzung von Wäldern und die Massentierhaltung verursachen hohe Treibhausgasemissionen und belasten das Klima.“[3]

Aus diesem Grund zählt der Klimawandel heute zu den zentralen Herausforderungen für die Industrie und die Gesellschaft. Die Treibhausgase, die als Auslöser der Erderwärmung gelten, sind als Folge menschlicher Aktivitäten seit Beginn des Industriezeitalters markant gestiegen. „Dermenschliche Einfluss auf das Klima in diesem Zeitraum übersteigt bei Weitem den durch bekannte natürliche Prozesse […] hervorgerufenen Einfluss.“[4] Als Folge wurde im Jahr 1992 im Rahmen der Konferenz der Vereinigten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) ein internationales, multilaterales Klimaschutzabkommen, die Klimarahmenkonvention (UNFCCC), verabschiedet. Ziel des UNFCCC sind die Minderung der anthropogenen Einflüsse auf das Klima, sowie die Verlangsamung der globalen Erderwärmung und die Milderung der Klimafolgen.[5] Darauf folgten weitere Klimaschutzziele, z.B. das Kyoto-Protokoll. Nach den Vorgaben des Kyoto-Protokolls sollen die Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase (THG) in einem Zeitraum bis 2012 um mindestens 5% unter das Niveau von 1990 gesenkt werden. Nach einer Umverteilung in der EU muss Deutschland 21% der EU-Verpflichtung übernehmen,[6] wobei Deutschland das Ziel frühzeitig (2007) erreicht hat und die THG-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 22,4% senken konnte.[7] Abbildung 1 zeigt die Kyoto-Ziele der aufgeführten Staaten, sowie die Veränderung, die seit 1990 geschehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 1: Treibhausgas-Emissionen 2007 in Mio. Tonnen

Quelle: http://www.klima-sucht-schutz.de/presse/beitrag/article/infografiken.html

Für die Zeit nach 2012 ist der „Abschluss eines umfassenden rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens post-2012 geplant, das den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau begrenzt.“[8]

Durch zunehmende Diskussionen über den Klimawandel wurde in der Bevölkerung das Interesse geweckt, den individuellen Einfluss auf das Klima zu erfassen.Kunden und Konsumenten achten auf die Umsetzung von Umweltstandards und Investoren sowie Medien bewerten die Unternehmen zunehmend nach ihrer Strategien bei Klima- und Umweltschutz. Dabei rücken Themen wie Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) immer mehr in den Vordergrund. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat in diesem Zusammenhang die nationale Strategie zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, in Form eines Aktionsplans CSR[9], verabschiedet. Dadurch soll ein Beitrag zurBewältigung der zentralen Herausforderungen in einer globalisierten Welt des 21. Jahrhundertsgeleistet werden.Nach Angaben des BMAS „steigt die Zahl der Unternehmen stetig, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und freiwilliges, gesellschaftliches Engagement in ihre Unternehmensstrategie integrieren“.[10]

Die Anforderungen des Gesetzgebers aber auch Interessensgruppen und Investoren an die Reduzierung der Treibhausgasemissionen steigen immer stärker. Aus diesem Grund ist es für Unternehmen von großem Interesse die Treibhausgasemissionen entlang des kompletten Produktlebenszyklusses (Life Cycle Assessment) zu erfassen. Abbildung 2 zeigt die wichtigsten Treibhausgase, die während des Lebenszyklusses, von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling, entstehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Treibhausgasemissionen Lebenszyklus

Quelle: http://reclay-group.com/

Die Messung der Klimaverträglichkeit eines Produktes kann mittels des Product Carbon Footprint (PCF) bzw. dem sogenannten CO2-Fußabdruck erfolgen. Auf die Definition und Berechnung des PCF wird in Kapitel 3: Der Carbon Footprint eingegangen.

Zu Beginn dieser Arbeit haben wir uns mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Logistik im Allgemeinen beschäftigt, um die Anforderungen der Bevölkerung und den Anspruch der Unternehmen darzustellen. In diesem Zusammenhang werden Standards vorgestellt, die eine einheitliche Feststellung von umweltschonenden Produkten und Dienstleistungen ermöglichen sollen.

Im weiteren Verlauf wird der CO2 Fußabdruck, auchProduct Carbon Footprint genannt, im Einzelnen dargestellt, was er aussagt und wie er berechnet werden kann. Dabei beschäftigt sich diese Arbeit zudem mit einem Pilotprojekt u.a. des WWF, um Unternehmen an das Thema heranzuführen und zu prüfen, wie das Konsumverhalten entsprechend beeinflusst werden kann.

Anschließend wird anhand von selbstgewählten Beispielen der Anteil der Logistikkette am Product Carbon Footprint aufgezeigt, wobei hier die Auswirkungen von regionalen und überregionalen Produkten aufgezeigt werden.

Zum Abschluss dieser Arbeit wird noch auf die Möglichkeiten zur Senkung des CO2 Fußabdrucks eingegangen und ein Ausblick über die künftige Relevanz des CO2 Fußabdrucks als Indikator gegeben.

2. Nachhaltigkeit in der Logistik

2.1 Green Logistics

Die Produktion und der Konsum erfordern eine räumlich und zeitlich abgestimmte Bereitstellung von Gütern, sodass der Güterverkehr für unsere Versorgung unabdingbar ist. Da aber vom Verkehr ausgehende negative Effekte nicht von der Hand zu weisen sind, müssen vor allem Logistikdienstleister Verantwortung für den Umweltschutz übernehmen.[11]

Unter Logistik wird das Steuern, Abwickeln und Überwachen von Material- und Informationsflüssen entlang der Wertschöpfungskette verstanden. Die Ziele der Logistik sind die Sicherstellung der Verfügbarkeit des richtigen Produktes, in der richtigen Menge, im richtigen Zustand, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und zu richtigen (möglichst geringen) Kosten. Im Sinne der grünen Logistik wird zusätzlich ein neues Ziel definiert, nämlich mit dem richtigen ökologischen Fußabdruck. Hierdurch soll ein verantwortungsvoller und schonender Umgang mit allen Ressourcen gewährleistet werden.

Jedoch liegt der Fokus bei den meisten Unternehmen nicht im Umweltschutz, er ist vielmehr eine Rahmenbedingung, die möglichst weitgehend berücksichtigt werden sollte. „Es geht für die Unternehmen letztlich darum, Lösungen dafür zu finden, dass Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen können, also Komplementarität zwischen ökologischen und ökonomischen Zielen herzustellen.“[12]

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen, dass vor allem für Logistikdienstleister die grüne Logistik im Vordergrund steht und dass auch die Unternehmen bereit sind in grüne Logistik zu investieren. (Abb. 4)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Logistiktrends

Quelle:http://www.mylogistics.net/servlet/de.blueorange.xred.util.GetFile?db=axit&tbl=int_newsimage&key=id&keyval=1118290&imgcol=image

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Zahlungsbereitschaft Unternehmen

Quelle: http://www.steria-mummert.de/images/5000/S.29_klein.bmp

Festzuhalten gilt hierbei jedoch, dass der Begriff grüne Logistik nicht einheitlich ist, sondern unterschiedlich verstanden werden kann, wodurch sich verschiedene Ausprägungen der Umweltaktivitäten der Unternehmen ergeben. Die wesentlichen Kriterien in der öffentlichen Diskussion sind dabei:

- „Die Einsparung von Energie bzw. CO2, stellvertretend für alle THG mit unterschiedlich starker Klimawirkung und
- Die Reduzierung von schädlichen Emissionen“[13]

2.2 Standards: ISO 14001, GHG Protocol, PAS 2050

Um die Unternehmen bei der Berechnung des schon angesprochenen ökologischen Fußabdrucks zu unterstützen (siehe Kapitel 2.1) wurden Normen für eine standardisierte Vorgehensweise geschaffen.

Die Norm ISO 14001 ist ein Umweltmanagementsystem, welches den Fokus auf einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) zur Erreichung definierter Ziele legt. Der ISO 14001 ist vor allem für Unternehmen geeignet, die wenig Interesse an der Außendarstellung haben, sich aber durch ein weltweit anerkanntes System auszeichnen lassen wollen.[14] Da der ISO 14001 für den späteren Verlauf der Arbeit nicht relevant ist, wird er hier nicht weiter behandelt.

Das GHG Protocol (Greenhouse Gas Protocol) “ist ein weltweit anerkanntes und genutztes Instrument zur Quantifizierung und zum Management von Treibhausgas-Emissionen. Entwickelt wurden die verschiedenen unter dem GHG Protocol zusammengefassten Standards im Rahmen einer 1998 geschlossenen Kooperation zwischen dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) und dem World Resources Institute (WRI). Das GHG Protocol macht Vorgaben für organisationsweite Berechnungen von Treibhausgas-Emissionen, sowie für die Durchführung von Projekten zur Emissions-Reduzierung. Diese richten sich an Regierungen, Unternehmen und andere Organisationen. Unternehmen benutzen das GHG Protocol vermehrt für das Management von Treibhausgas-Emissionen im Zuge ihrer Corporate Social Responsibility-Strategie.“[15] Auch hierauf wird nicht weiter eingegangen, da es ebenfalls für den weiteren Verlauf der Arbeit irrelevant ist.

Die British Standard Institution (BSI) hat im Jahr 2008 die Public Available Specification (PAS) 2050 veröffentlicht. Entstanden ist die Richtlinie in einer Kooperationsarbeit des BSI mit dem britischen Department for Environmental, Food and Rural Affairs (Defra) und dem Carbon Trust.Die PAS 2050 gilt als einer der ersten Versuche einen Standard zur PCF Erfassung zu formulieren. Im Zuge dieser Arbeit wird die PCF Ermittlung anhand der PAS 2050 vorgestellt (vgl. Kapitel 3.2).

3. Der Carbon Footprint

3.1 Definition

Beim Carbon Footprint (CF) handelt es sich um einen klimarelevanten Fußabdruck, also die Menge der im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit freigesetzten Treibhausgase. Mit dem Carbon Footprint können Unternehmen ihren Beitrag zur CO2-Reduktion messbar machen. Dabei gilt es jedoch zwei verschiedene Begriffe zu unterscheiden:

- Product Carbon Footprint (PCF)
- Corporate Carbon Footprint (CCF)

„Unter beiden Begriffen versteht man eine Bilanz der Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) über die gesamte Lebensdauer. Während sich der […] CCF auf die Bilanz einer ganzen Organisation bezieht, bilanziert der […] PCF die THG-Emissionen eines einzelnen Produkts in einer definierten Anwendung und bezogen auf eine definierte Nutzungseinheit.“[16] Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird nur der PCF behandelt.

Für die Unternehmen liegt der Nutzen des PCF in der Optimierung der Produkte entlang des Produktlebensweges. Der PCF schafft Transparenz in der Wertschöpfungskette im Hinblick auf vor- und nachgelagerte Prozesse und deren Akteure. Weiterhin wird das Bewusstsein für die THG–Emissionen entlang der Wertschöpfungskette geschafft, wodurch besonders emissionsreiche Phasen identifiziert und Potentiale für Emissionsreduktionen erkannt werden können. Zusammen mit der Ermittlung des PCF können Dokumentationen erstellt werden, die die Veränderungen des PCF darstellen. Damit können die Werte z.B. über verschiedene Produktgenerationen verglichen werden.[17] Weiterhin bietet der PCF folgende Vorteile:

- Energieeinsparungen: Die gezielte Messung des Energieverbrauchs hat zumeist auch Energieeinsparungen zur Folge
- Verbesserte Performance: Prognosen auf Basis der erfassten Daten erlauben ein besseres Management des Energieverbrauchs
- Gesteigertes Produktbewusstsein: Die Kenntnis des produktbezogenen Energieverbrauchs bietet ein Potenzial für innovative Produktentwicklungen
- Verbesserte Geschäftsbeziehungen: Eine breitere Datenbasis bietet die Grundlage für die Definition von Lieferantenspezifikationen sowie die Einhaltung steigender Kundenanforderungen
- Verbesserte Compliance: Eine vertrauenswürdige Datenermittlung und Berichterstattung ist für die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und die Vermeidung von Strafzahlungen unerlässlich
- Verbesserte Investitionsplanung: Ein besseres Verständnis des CF bildet die Basis für kommerzielle Entscheidungen im Bereich Emissionshandel, CO2-Minderungsprojekten sowie hinsichtlich Projekten zur Steigerung der Energieeffizienz[18]
- Evtl. bessere Gesamtproduktqualität – höhere Produktlebensdauer = weniger Produktneuanschaffungen = weniger Emissionen durch Neuprodukte Entlang der gesamten Lieferkette kann der PCF dazu beitragen die Klimarelevanz alltäglicher Produkte zu verdeutlichen und gemeinsam Teile der Wertschöpfungskette emissionsärmer zu gestalten. Weiterhin können Handlungsalternativen beim Einkauf und bei der Nutzung von Produkten oder Dienstleistungen aufgezeigt werden.[19]

3.2 Berechnung des Product Carbon Footprint

Ein international verbindlicher Standard zur PCF-Berechnung existiert derzeit nicht. Die Berechnung des PCF wird nachfolgend exemplarisch anhand der PAS 2050 vorgenommen, die in sechs Phasen gegliedert werden kann:

1. Ausgangsbasis:Jeder Berechnung geht die Entscheidung voraus, für welches Produkt oder Dienstleistung der PCF ermittelt werden soll. Dabei spielen weitere Faktoren, wie der Kommunikationsansatz (intern oder extern), die Wahl der Berechnungsmethodik, die Verfügbarkeit des Budgets (interne Bearbeitung oder externe Expertenleistung) und der zur Verfügung stehende Zeitbedarf eine Rolle.
2. Aufbau der Prozessübersicht: Alle erforderlichen Materialien und Prozesse, die für den Lebenszyklus des gewählten Produktes relevant sind, müssen identifiziert werden.
3. Bestimmung der Systemgrenzen: Es werden alle Emissionen definiert, die direkt oder indirekt aus der Herstellung, Nutzung oder Entsorgung des Produktes resultieren. Dabei ist es notwendig zu beachten, dass nur Beiträge die mehr als 1% der Gesamtemissionen ausmachen, betrachtet werden. Nicht relevant sind dadurch menschliche Einsätze um Prozesse zu starten, Anfahrtswege von Konsumenten oder geringfügige Emissionen (< 1%).
4. Datensammlung: Primäre und sekundäre Daten müssen gesammelt werden. Primärdaten beziehen sich auf direkte Messungen im Rahmen des spezifisch untersuchten Produktlebenszyklusses, Sekundärdaten beziehen sich auf externe Messungen von vergleichbaren Prozessen. Nach PAS 2050 müssen alle unternehmensinternen Prozesse in primärer Datenform vorliegen. Die Emissionsfaktoren werden für eine bessere Vergleichbarkeit und höhere Aussagekraft in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet (CO2e). Aus der nachfolgenden Tabelle ist zu erkennen, dass z.B. Methan die 25-fache Klimawirksamkeit hat wie CO2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: CO2e

Quelle http://www.energieforum10.de/tl_files/pdf/kongresspraesentation_frosta.pdf

5. Berechnung des PCF:Die Menge an Material und Energie, die im Lebenszyklus eines Produktes benötigt werden, werden in sogenannten Activity-Daten ausgedrückt. Diese beinhalten u.a. Massen, Volumen, Entfernungen und Energieverbräuche. In Verbindung mit den Emissionsfaktoren (CO2e) kann der PCF wie folgt berechnet werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der PCF ist somit die Summe aller Materialien, Verbräuche etc. multipliziert mit dem jeweiligen Emissionsfaktor.

6. Umgang mit den Ergebnissen: Die Ergebnisse können nach der in 1. festgelegten Kommunikationsweise weitergegeben werden. Es gibt jedoch keine verbindlichen Regeln zur Kommunikation eines Produktes. So können die gewonnen Erkenntnisse auch nur intern, z.B. für die Identifizierung von Einsparpotenzialen, verwendet werden.

3.3 Pilotprojekt

„Um Unternehmen eine glaubwürdige Plattform zur Auseinandersetzung mit der Erfassung und Kommunikation von produkt- und konsumbezogenen Treibhausgasemissionen zu bieten und gemeinsam einen Beitrag zur Förderung klimaverträglichen Konsums zu leisten, haben die Projektträger WWF, Öko-Institut, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und THEMA1 aufbauend auf einer einjährigen Pilotphase das PCF Projekt - Plattform zur Förderung klimaverträglichen Konsums - initiiert.“[20]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5:PCF Pilotprojekt Logo

Quelle: http://www.frostablog.de/wp-content/uploads/2009/01/co2_fussabdruck_signet_2.jpg

Dr. Fritz Reusswig, Leiter der Konsum- und Lebensmittelforschung am PIK, Potsdam äußerte sich wie folgt zum Thema Pilotprojekt: Das PCF Projekt „stellt eine wichtige Initiative an der Schnittstelle von Unternehmen und Verbrauchern dar, indem es nicht nur den Willen ersterer unterstreicht, durch eigene Anstrengungen die konsumbezogenen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sondern auch die Chance für letztere, die angebotene CO2-Transparenz von Produkten als Erleichterung eines klimafreundlichen Konsums zu nutzen.Wir freuen uns, dass nach der ersten Pilotphase, in der die Bilanzierung im Mittelpunkt stand nunmehr auch der größere Kontext angegangen wird. Die Plattform klimafreundlicher Konsum wird nach Wegen suchen, das Thema Klimawandel und Konsum in den Strategien und Entscheidungsprozessen der beteiligten Unternehmen stärker zu verankern. Außerdem wollen wir prüfen, wie wir das Konsumverhalten entsprechend beeinflussen können und, last but not least, die Politik so informieren können, dass Rahmenbedingungen für klimafreundlichen Konsum geschaffen und verbessert werden."[21]

In 15 Fallstudien ermittelten die Unternehmen die über den gesamten Lebenszyklusanfallenden Treibhausgasbilanzen, die PCF’s. Der nachfolgenden Tabelle sind die Unternehmenspartner sowie deren Fallstudien zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2:Fallstudien PCF

Quelle http://www.pcf-projekt.de/files/1232955171/pcf_pm4_deutsch.pdf

Beispielhaft wird nachfolgend die Fallstudie der REWE Group: Erdbeeren behandelt. Aufgrund der hohen Komplexität, wird im Rahmen dieser Arbeit nur auf den Lebenszyklus und die Endergebnisse eingegangen. Die komplette Fallstudie, mit allen verwendeten Daten und Annahmen, kann unter http://www.pcf-projekt.de/files/1232962839/pcf_rewe_erdbeeren. pdf eingesehen werden.

[...]


[1] Vgl. http://www.abipur.de/referate/stat/666851278.html , 13.01.2012, 13:08

[2] Vgl. http://www.greenpeace.de/themen/klima/klimawandel/ 13.01.2012, 13:12

[3] http://www.greenpeace.de/themen/klima/klimawandel/ 13.01.2012, 13:12

[4] http://www.klimabuero-polarmeer.de/index.php?id=2887&type=123&L=1&filename=awi.pdf 13.01.2012, 13:26

[5] Vgl. http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/44466/ 13.01.2012, 13:35

[6] Vgl. http://www.bmu.de/klimaschutz/internationale_klimapolitik/kyoto_protokoll/doc/20226.php 13.01.2012, 14:19

[7] Vgl. http://www.klimawandel-global.de/klimaschutz/klimaschutzpolitik/deutschland-erreicht-klimaschutz-ziele-vorzeitigt-kyoto-vorgaben-fur-2012-bereits-umgesetzt/ 13.01.2012, 14:23

[8] http://www.bmu.de/klimaschutz/internationale_klimapolitik/klimaschutz_nach_2012/doc/45900.php 13.01.2012, 14:31

[9] http://www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/16572/aktionsplan__csr.html 13.01.2012, 16:30

[10] http://www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/1836/startseite.html 13.01.2012, 16:39

[11] Vgl. http://www.btl-bb.de/fileadmin/login/bilder/dokumente/1001_INVL_Studie_Gruene_Logistik.pdf 30.01.12, 12:30

[12] http://www.btl-bb.de/fileadmin/login/bilder/dokumente/1001_INVL_Studie_Gruene_Logistik.pdf 30.01.12, 12:49

[13] http://www.baumev.de/global/download/Dr._Bernd_Seidel_-Aktivitaeten_und_Aktivismus.pdf 30.01.12, 13:07

[14] http://www.izu.bayern.de/praxis/detail_praxis.php?pid=0205010100207 30.01.12, 13:32

[15] http://www.csr-in-deutschland.de/portal/generator/6186/__g-m.html#entry2 30.01.12, 13:49

[16] http://www.izu.bayern.de/praxis/detail_praxis.php?pid=0213010100279 22.01.2012, 16:07

[17] http://www.izu.bayern.de/praxis/detail_praxis.php?pid=0213010100279 22.01.2012, 16:18

[18] http://www.kpmg.de/Themen/14929.htm 22.01.2012, 16:26

[19] Fleck, Manuel: Carbon Footprints in der Supply Chain, 2008, 1. Auflage, GRIN-Verlag S. 8ff.

[20] http://www.pcf-projekt.de/main/platform-initiators/overview/ 23.01.2012, 10:57

[21] http://www.pcf-projekt.de/main/platform-initiators/pik/ 23.01.2012, 11:10

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Carbon Footprint. CO2-Analyse von Lieferketten
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
30
Katalognummer
V289169
ISBN (eBook)
9783668326552
ISBN (Buch)
9783668326569
Dateigröße
996 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
carbon, footprint, co2-analyse, lieferketten
Arbeit zitieren
Isabelle Pipahl (Autor), 2012, Carbon Footprint. CO2-Analyse von Lieferketten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289169

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