„Unter Beteiligungskapital wird der Teil des Eigenkapitals verstanden, der durch Kapitaleinlagen von alten oder neu hinzukommenden Gesellschaftern erbracht wird. Beteiligungskapital sollte einen unentbehrlichen Baustein im Finanzierungskonzept einer jeden Unternehmung bilden. Neben seiner Funktion als Haftungskapital und damit als Grundlage für eine risikoentsprechende Finanzierung auch vergleichsweise riskanter Investitionsvorhaben [...] dient Beteiligungskapital als Risikopuffer für schlechtere Zeiten.“ Ferner beschreibt der Kapitalakquisitionseffekt die Erleichterung der Beschaffung von zusätzlichen Krediten bei einer ausreichenden Eigenkapitallage für Wachstumsinvestitionen.
Nennenswert ist, dass der Beteiligungskapitalmarkt in zwei Segmente eingeteilt werden kann. Grundsätzlich kennzeichnet der informelle Beteiligungskapitalmarkt die Beteiligungs-aktivitäten von Privatpersonen und Unternehmen. Im Unterschied dazu umfasst der formelle Beteiligungskapitalmarkt Aktivitäten von Beteiligungskapitalgesellschaften, die zum Zweck der Investition in andere Unternehmen gegründet wurden. Im Zuge der zunehmenden Globalisierung haben sich Finanzierungsmöglichkeiten herausgebildet, welche auf die Bedürfnisse junger Unternehmen reagieren und ihnen eine risikoentsprechende Kapitalbeschaffung ermöglichen. So zum die Venture Capital-Gesellschaften, Business Angels, Business Inkubatoren, Crowdinvesting oder öffentliche Fördermittel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Beteiligungsfinanzierung
2.1 Venture Capital-Gesellschaften
2.1.1 Typen von VC-Gesellschaften
2.1.2 Der Venture Capital-Zyklus: Finanzierungsablauf
2.2 Business Angels
2.2.1 Typologie und Verhalten von Business Angels
2.2.2 Wesentliche Unterschiede zu VC-Gesellschaften
2.3 Business Inkubatoren
2.3.1 Typologie von Inkubatoren
2.3.2 Finanzierung durch Business Inkubatoren
2.4 Crowdinvesting
2.4.1 Voraussetzungen und Finanzierungsablauf
2.4.2 Vor- und Nachteile
2.5 Öffentliche Fördermittel
2.5.1 Voraussetzungen der Antragstellung
2.5.2 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften
2.5.3 ERP-Startfonds
2.5.4 High-Tech Gründerfonds
3 Chancen und Risiken der Beteiligungsfinanzierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Möglichkeiten der Beteiligungsfinanzierung als Instrument der Kapitalbeschaffung für junge Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie Startups durch externe Kapitalgeber finanzielle Engpässe überbrücken und gleichzeitig von strategischer Unterstützung profitieren können.
- Venture Capital als Finanzierungsinstrument und Phasenmodell
- Die Rolle und Typologie von Business Angels im Finanzierungsprozess
- Konzepte und Finanzierungsmodelle von Business Inkubatoren
- Crowdinvesting als unbürokratische Alternative zur klassischen Kapitalbeschaffung
- Chancen und Risiken unterschiedlicher Beteiligungsformen für Jungunternehmer
Auszug aus dem Buch
2.1 Venture Capital-Gesellschaften
Der aus dem Englisch stammende Begriff „Venture Capital“ wird hierzulande mit Risiko- oder Wagniskapital gleichgesetzt. Genau genommen ist diese Gleichsetzung wenig geeignet. Es stellt zu sehr auf den negativen Aspekt des Risikos ab, ohne die in dieser Form im Vordergrund stehenden Chancen für den Kapitalnehmer zu erwähnen. Demnach wird in Fachkreisen ebenfalls vom Chancenkapital gesprochen.11
Das Finanzierungsinstrument hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Teil des Beteiligungskapitalmarktes, auch Private Equity-Markt genannt, entwickelt, wodurch sich VC zu einer beachtlichen Determinante von Innovation und Wachstum innerhalb moderner Volkswirtschaften etabliert hat.12 Es stellt Beteiligungskapital oder beteiligungsähnliches Kapital dar, dass für die Gründung, den Aufbau und dem Wachstum junger Unternehmen zur Verfügung gestellt wird.13 Diese Kapitalanlage ist grundsätzlich mit Kontroll-, Informations und Mitentscheidungsrechten sowie teilweise mit Managementunterstützung verbunden.14 Als Beteiligungsgesellschaften agieren Finanzintermediäre (Kapitalsammelstellen), die von Banken, Versicherungen, Unternehmen und Privatpersonen Kapital beschaffen, welches wiederum in Fonds angelegt und verwaltet wird. Dieses Kapital wird schließlich auf dem formellen Beteiligungskapitalmarkt in junge Unternehmen investiert, i.d.R. mit einer Mindestanlage von 250.000 Euro.15
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der finanziellen Absicherung für Jungunternehmer dar und differenziert zwischen Innen- und Außenfinanzierung im Rahmen des Phasenmodells.
2 Beteiligungsfinanzierung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Aspekte der Beteiligungsfinanzierung und segmentiert den Markt in verschiedene Finanzierungsformen wie Venture Capital, Business Angels, Inkubatoren, Crowdinvesting und öffentliche Fördermittel.
2.1 Venture Capital-Gesellschaften: Dieser Abschnitt definiert Venture Capital und beschreibt die verschiedenen Typen von Gesellschaften sowie den typischen Investment-Zyklus von der Suche bis zum Exit.
2.2 Business Angels: Hier werden vermögende Privatpersonen als Investoren vorgestellt, ihr Verhalten und ihre Typologie analysiert sowie ihre Rolle als strategische Mentoren (Smart Money) hervorgehoben.
2.3 Business Inkubatoren: Dieses Kapitel thematisiert Inkubatoren als Startup-Förderer, die durch Coaching, Infrastruktur und Kapital die Erfolgschancen von Gründungen steigern sollen.
2.4 Crowdinvesting: Hier wird die internetbasierte Schwarmfinanzierung als unbürokratische Alternative für Startups beschrieben, wobei die Vorteile und Risiken der Involvierung einer Vielzahl an Mikroinvestoren analysiert werden.
2.5 Öffentliche Fördermittel: Dieser Teil befasst sich mit den Voraussetzungen und Programmen staatlicher Akteure, die junge Unternehmen in der Frühphase mit Eigen- oder Fremdkapital unterstützen.
3 Chancen und Risiken der Beteiligungsfinanzierung: Das Fazit stellt die Stärkung der Eigenkapitalbasis und den Management-Mehrwert den Risiken wie Mitspracherechten der Kapitalgeber und umständlichen Entscheidungsprozessen gegenüber.
Schlüsselwörter
Beteiligungsfinanzierung, Venture Capital, Business Angels, Crowdinvesting, Business Inkubatoren, Fördermittel, Startups, Kapitalbeschaffung, Eigenkapital, Risikokapital, Exit-Strategie, Due Diligence, Unternehmensfinanzierung, Frühphasenfinanzierung, Gründungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Publikation befasst sich mit verschiedenen Wegen der Beteiligungsfinanzierung für Jungunternehmer, um den hohen Kapitalbedarf in der Gründungs- und Aufbauphase zu decken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen Venture Capital, Business Angels, Business Inkubatoren, Crowdinvesting sowie öffentliche Förderprogramme.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, einen Überblick über unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligungsfinanzierung zu geben und dem Gründer eine Orientierungshilfe für die Auswahl des passenden Finanzierungsinstruments zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die Auswertung bestehender Finanzierungsmodelle und Studien, um die Vor- und Nachteile sowie die typischen Abläufe der jeweiligen Instrumente darzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen Investorengruppen (VC, Business Angels, Inkubatoren), die Darstellung innovativer Ansätze wie Crowdinvesting sowie die Erläuterung staatlicher Fördermöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Schlagworte sind Beteiligungsfinanzierung, Venture Capital, Business Angels, Crowdinvesting, Eigenkapital und Frühphasenfinanzierung.
Warum wird die Gleichsetzung von "Venture Capital" mit "Risikokapital" als kritisch angesehen?
Der Autor argumentiert, dass dieser Begriff den negativen Aspekt des Risikos zu stark betont und dabei die Chancen auf schnelles Wachstum und hohe Renditen für den Kapitalnehmer ausblendet.
Was unterscheidet einen "Business Devil" von einem "Business Angel"?
Ein Business Devil zeichnet sich durch ein gestörtes Vertrauensverhältnis, fehlende Offenheit und die Missachtung unternehmerischer Entscheidungsfreiheiten aus, während ein echter Business Angel aktiv durch Know-how und Netzwerk zum Erfolg beitragen möchte.
Warum ist der Exit-Prozess für Investoren so bedeutsam?
Die Desinvestitionsphase ist entscheidend, da erst durch den Ausstieg – etwa via Börsengang oder Verkauf – die Gesellschaft ihren Gewinn realisieren kann und der finanzielle Erfolg des Engagements messbar wird.
- Citar trabajo
- Jakob Schelenberg (Autor), 2013, Business Angels, Crowdinvesting und öffentliche Förderungsmittel. Möglichkeiten der Beteiligungsfinanzierung zur Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289172