Die Kreditfinanzierung basiert grundsätzlich auf der Aufnahme von Krediten und somit auf einen Bereich der Fremdfinanzierung. In Deutschland ist sie insbesondere bei der Wachstumsfinanzierung weit verbreitet. Jungen Unternehmen fällt es trotzdem schwer Fremdkapital von Kreditinstituten zu erhalten. Dies resultiert meistens aus einer zu geringen Eigenkapitalausstattung und eines erheblichen Risikos des Vorhabens. Demzufolge gewähren Banken, gerade in der Frühphase der Unternehmensentwicklung, Kredite nur gegen Sicherheiten wie Bürgschaften. Die öffentliche Hand erkannte dieses Problem und initiierte Förderprogramme. Im ersten Teil dieser Arbeit werden daher Bank- und Förderdarlehen näher erläutert.
In einem zweiten Schritt wird der Mezzanine-Finanzierung besondere Beachtung geschenkt. Mezzanine-Kapital ist zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt und kann als Darlehen oder auch als stille Beteiligung vergeben werden. Es zeichnet sich durch einen hohen Grad an Flexibilität aus und kommt für Gründer in Frage, die hohe Wachstumsziele anstreben, dafür langfristig Kapital benötigen und dennoch ihre Eigenkapitalstruktur nicht verwässern wollen. Banken präferieren Unternehmen mit einem Finanzbedarf von mehreren Millionen Euro, die primär bei Management-Buy-Outs oder bei der Bridge-Phase benötigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kreditfinanzierung
2.1 Bankdarlehen
2.2 Förderdarlehen
2.2.1 ERP-Kapital für Gründung
2.2.2 ERP-Gründerkredite
2.2.3 Mikrokreditfonds
2.3 Chancen und Risiken der Kreditfinanzierung
3 Mezzanine-Finanzierung
3.1 Arten von Mezzanine-Kapital
3.2 Klassische Anwendungsbereiche
3.3 Chancen und Risiken für Gründungsunternehmen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer zu geben, wobei der Fokus auf den Instrumenten der Kredit- und Mezzanine-Finanzierung liegt, um die Finanzierungslücke in der Gründungs- und Wachstumsphase zu schließen.
- Grundlagen der Finanzierung von Gründungsunternehmen
- Kreditfinanzierung durch Bank- und Förderdarlehen
- Struktur und Formen der Mezzanine-Finanzierung
- Chancen und Risiken verschiedener Finanzierungsarten
- Optimierung der Kapitalstruktur für Startups
Auszug aus dem Buch
3 Mezzanine-Finanzierung
Die Realisierung von innovativen Produkten verlangt nach einer dementsprechenden Finanzierung. Weiterhin steigt der Bedarf an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Die Gründe dafür sind die schwer abschätzbaren Erfolgsaussichten und kaum vorhandenen Kreditsicherheiten. Eine solche Alternative stellt das hybride Finanzierungsinstrument Mezzanine dar.
Mezzanine-Kapital ist zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt und kann als Darlehen oder auch als stille Beteiligung vergeben werden. Es zeichnet sich durch einen hohen Grad an Flexibilität aus und kommt für Gründer in Frage, die hohe Wachstumsziele anstreben, dafür langfristig Kapital benötigen und dennoch ihre Eigenkapitalstruktur nicht verwässern wollen. Banken präferieren Unternehmen mit einem Finanzbedarf von mehreren Millionen Euro, die primär bei Management-Buy-Outs oder bei der Bridge-Phase benötigt werden.
Grundsätzlich lohnt sich diese Art der Finanzierung lediglich für Unternehmen mit sehr guter Eigenkapitalrendite, da der Zins auf Mezzanine-Kapital bei etwa 15 bis 20% liegt. Bei diesen hohen Kapitalkosten verzichtet der Kapitalgeber auf ein Mitspracherecht im operativen Geschäft. Ferner gelten seine Forderungen gegenüber sonstigen Bankdarlehen im Falle einer Insolvenz als nachrangig. Steuerlich wird das Mezzanine-Kapital komplementär zum Fremdkapital behandelt, so können Zinszahlungen als Betriebsausgaben abgesetzt werden. Als Investitionskriterium für den Kapitalgeber dient in der Regel die Höhe des zu erwarteten Cashflows in den kommenden Jahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer und führt in die Unterscheidung von Innen- und Außenfinanzierung sowie die Relevanz von Beteiligungs- und Kreditfinanzierung ein.
2 Kreditfinanzierung: Dieses Kapitel behandelt verschiedene Formen der Fremdfinanzierung, insbesondere klassische Bankdarlehen und öffentliche Förderprogramme, sowie deren spezifische Voraussetzungen, Sicherheiten und Risiken.
3 Mezzanine-Finanzierung: Dieses Kapitel erläutert das hybride Finanzierungsinstrument Mezzanine, dessen verschiedene Ausprägungen wie Nachrangdarlehen und stille Beteiligungen sowie deren Eignung für Wachstumsunternehmen.
Schlüsselwörter
Jungunternehmer, Kapitalbeschaffung, Kreditfinanzierung, Mezzanine-Finanzierung, Bankdarlehen, Förderdarlehen, ERP-Gründerkredite, Eigenkapital, Fremdkapital, Finanzierungsinstrumente, Startups, Nachrangdarlehen, Stille Beteiligung, Gründungsfinanzierung, Wachstumsfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer, um den finanziellen Bedarf während der Gründungs- und Wachstumsphase zu decken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die klassische Kreditfinanzierung durch Banken und staatliche Förderprogramme sowie hybride Finanzierungsformen, die unter dem Begriff Mezzanine-Kapital zusammengefasst werden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Gründern aufzuzeigen, wie sie ihren Kapitalbedarf decken können, wenn Eigenkapital knapp ist und klassische Bankkredite nur schwer oder unter erschwerten Bedingungen zugänglich sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender finanzwirtschaftlicher Modelle und Instrumente zur Gründungsfinanzierung sowie einer systematischen Kategorisierung dieser Finanzierungsformen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse von Kreditfinanzierungen (Bank- und Förderdarlehen) und Mezzanine-Finanzierungen inklusive deren jeweiliger Chancen, Risiken und Anwendungsgebiete.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Gründungsfinanzierung, Mezzanine-Kapital, Fremdkapital, Startups, Förderdarlehen und Kapitalstruktur charakterisieren.
Wann ist ein Mezzanine-Finanzierungsinstrument sinnvoll?
Ein Mezzanine-Finanzierungsinstrument ist besonders für Unternehmen in der Wachstumsphase (Expansion Stage) geeignet, die Kapital benötigen, ohne jedoch die Eigenkapitalstruktur durch neue Gesellschafter zu stark zu verwässern.
Warum ist die Besicherung bei der Kreditfinanzierung für Startups oft ein Problem?
Junge Unternehmen verfügen in der Frühphase oft über keine ausreichenden Sicherheiten wie Immobilien oder Maschinen, was die Kreditwürdigkeitsprüfung bei traditionellen Banken erheblich erschwert.
Was unterscheidet das ERP-Kapital für Gründung von einem normalen Bankdarlehen?
Das ERP-Kapital für Gründung weist Eigenkapitalcharakter auf, stärkt somit die Eigenkapitalquote und wird unter günstigeren Konditionen sowie teilweise ohne die banküblichen Sicherheiten vergeben.
- Quote paper
- Jakob Schelenberg (Author), 2013, Kredit- und Mezzanine-Finanzierung. Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung für Jungunternehmer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289174