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Heilende Philosophie. Der Trost in "Consolatio philosophiae" des Anicius Manlius Severinus Boethius

Title: Heilende Philosophie. Der Trost in "Consolatio philosophiae" des Anicius Manlius Severinus Boethius

Term Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicolas Scheckenhofer (Author)

Philosophy - Philosophy of the Middle Ages (approx. 500-1350)
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Bei einem Werk wie der Consolatio philosophiae des Anicius Manlius Severinus Boethius, welche als die wohl berühmteste und einflussreichste Trostschrift der Philosophiegeschichte aufgefasst wird, ist die Frage nach dem Inhalt des Trostes, den der Trostsuchende und in einem weiteren Sinne auch der Leser erfahren soll, unumgänglich.

In dieser Arbeit möchte ich mich jener Frage widmen und herausarbeiten, womit und in welcher Form die personifizierte Philosophie den trauernden und verzweifelten Boethius tröstet und letztendlich, ob und wie weit ihr dies gelingt. Natürlich ist es bei einer Untersuchung solcher Art entscheidend, welche genaue Bedeutung des Wortes Trost (lat. consolatio) zugrunde gelegt wird. Ich werde mich demnach zunächst dieser allgemeinen Definition und Differenzierung des Begriffes Trost zuwenden und im
weiteren Verlauf speziell auf den Trost in der Consolatio philosophiae eingehen, wobei ich mich auf die wesentlichen trostspendenden Aspekte jedes Buches beschränken werde.

Aufgrund der eigenen Aussage des Boethius, wonach die größte Ursache seines Kummers darin liegt, dass „während doch ein guter Lenker der Welt existiert, das Böse überhaupt sein kann und auch unbestraft hingeht“, lege ich bei den letzten beiden Büchern stärkeren Fokus auf Buch IV und die darin behandelten Frage nach Theodizee, thematisiere dafür Buch V mit seinen Ausführungen über die Verbindung von Vorsehung und freiem Willen weniger stark.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff Trost

3. Trost in der Consolatio philosophiae

3.1 Buch I

3.2 Buch II

3.3 Buch III

3.4 Buch IV

3.5 Buch V

4. Schlusswort

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Consolatio philosophiae" des Anicius Manlius Severinus Boethius, um herauszuarbeiten, in welcher Form die personifizierte Philosophie den trauernden Boethius tröstet und wie effektiv dieser Prozess der Trostfindung verläuft.

  • Begriffsbestimmung und Etymologie von "Trost"
  • Analyse der verschiedenen Trostformen (materiell, theoretisch, philosophisch)
  • Strukturierter Heilungsprozess durch die fünf Bücher der Consolatio
  • Bedeutung der Theodizee-Frage in Buch IV
  • Verhältnis von göttlicher Vorsehung und menschlichem freien Willen in Buch V

Auszug aus dem Buch

3.1 Buch I

Die erste trostspendende Handlung der Philosophie ist die Vertreibung der den Boethius umgebenden Dichtermusen. Dieser war bis dahin davon überzeugt, wie er auch selbst im ersten Gesang zum Ausdruck bringt, dass diese ihm zu der erhofften Linderung seiner Trauer verhelfen würden. Die Philosophie gibt ihm jedoch sogleich zu verstehen, dass er in ihnen keinen wahren Trost finden wird, da sie es sind, die „der Menschen Seele an die Krankheit gewöhnen, nicht sie davon befreien“.

Seiner geistigen Umnachtung wird weiter entgegengetreten, indem die Philosophie ihm die tränenvollen Augen – „trüb sind von der Umwölkung durch die sterblichen Dinge“ – trocknet. Die „Nebel der Traurigkeit“ lichten sich und so besteht der erste Schritt der Heilung darin, Boethius förmlich wachzurütteln und ihn vom falschen Weg der Musen auf den richtigen Weg der Philosophie zu verhelfen. Ebenso scheint Boethius in der einfachen Tatsache, dass die Philosophie in der Einsamkeit seiner Verbannung erscheint und ihm – wie auch schon Sokrates – „Beistand in ungerechtem Tod“ leistet, einen gewissen Halt zu finden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk "Consolatio philosophiae" ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Inhalt des Trostes sowie der Wirksamkeit der von der Philosophie dargebotenen Heilung.

2. Der Begriff Trost: Dieses Kapitel definiert Trost etymologisch sowie inhaltlich und unterscheidet zwischen materiellem, theoretischem und philosophischem Trost.

3. Trost in der Consolatio philosophiae: Das Hauptkapitel beschreibt den systematischen Heilungsprozess des Boethius über die fünf Bücher hinweg, beginnend bei der physischen Zuwendung bis hin zur philosophischen Erkenntnis.

3.1 Buch I: Der Fokus liegt auf der Beseitigung der geistigen Umnachtung und der Abkehr von den trügerischen Musen hin zur Philosophie.

3.2 Buch II: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Wesen des Glücks (Fortuna) und der Einsicht, dass irdische Güter vergänglich und nicht zur wahren Glückseligkeit geeignet sind.

3.3 Buch III: Hier wird die wahre Glückseligkeit als höchstes Gut identifiziert, welches mit Gott und der Einheit des Guten korrespondiert.

3.4 Buch IV: Dieser Abschnitt behandelt die Theodizee-Problematik und das Verhältnis von Tugend, Strafe sowie der göttlichen Leitung der Welt.

3.5 Buch V: Das letzte inhaltliche Kapitel erörtert die Vereinbarkeit von göttlicher Vorsehung und dem freien Willen des Menschen.

4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse über die Trostwege zusammen und bestätigt den Erfolg der philosophischen Therapie bei Boethius.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Boethius, Consolatio philosophiae, Trost, Philosophie, Fortuna, Glückseligkeit, Vorsehung, Freier Wille, Theodizee, Heilung, Tugend, Schicksal, Erkenntnis, Trauer, Gott.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die personifizierte Philosophie im Werk "Consolatio philosophiae" dem verzweifelten Autor Boethius Trost spendet und seine Trauer heilt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Trost, der Unterscheidung von Trostformen und der philosophischen Bewältigung von Schicksalsschlägen durch Erkenntnis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, womit und in welcher Form die Philosophie Boethius tröstet und ob dieser Prozess erfolgreich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine textanalytische Methode, die sich auf die systematische Interpretation der einzelnen Bücher von Boethius' Werk stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der fünf Bücher der "Consolatio", wobei die Entwicklung von der einfachen geistigen Aufrichtung bis hin zur komplexen Theodizee-Diskussion nachvollzogen wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Trost, Fortuna, Vorsehung, freier Wille und Theodizee.

Warum wird im vierten Kapitel ein starker Fokus auf Buch IV gelegt?

Weil Boethius selbst die Frage, wie das Böse trotz eines guten Weltenlenkers existieren kann, als die "größte Ursache seines Kummers" bezeichnet.

Wie löst Boethius laut der Interpretation das Problem zwischen Vorsehung und freiem Willen?

Durch die Erkenntnis, dass Gott außerhalb der Zeit steht und alles in einer ewigen Gegenwart schaut, wodurch menschliche Handlungen zwar vorhergesehen, aber nicht gezwungen werden.

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Details

Title
Heilende Philosophie. Der Trost in "Consolatio philosophiae" des Anicius Manlius Severinus Boethius
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar: Boethius, De consolatione philosophiae
Grade
1,0
Author
Nicolas Scheckenhofer (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V289200
ISBN (eBook)
9783656894384
ISBN (Book)
9783656894391
Language
German
Tags
Heilende Trost der Philosophie Consolatio philosophiae Anicius Manlius Severinus Boethius
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolas Scheckenhofer (Author), 2014, Heilende Philosophie. Der Trost in "Consolatio philosophiae" des Anicius Manlius Severinus Boethius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289200
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