Die verschiedenen menschlichen Kulturräume heben sich in vielfacher Weise voneinander ab. Diese Unterschiede zeigen sich in Wertvorstellungen, Normen, Glaubensrichtungen und dem geteilten Wissen, sowie der damit zusammenhängenden Sprache und Kommunikation.
Aufgrund der Globalisierung spielt die Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturräumen in den sozialen, politischen und wirtschaftlichen Aufgabenbereichen eine zunehmend wichtige Rolle. Ein Überschreiten von Grenzen durch die Reduktion von realen und relativen Entfernungen intensiviert das Zusammenleben und Kommunizieren von Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Jedoch stehen dem Wunsch einer interkulturellen Gesellschaftsform weiterhin zahlreiche Widerstände entgegen. So verhindern Vorurteile, Ignoranz, Angst, Diskriminierung und Ethnozentrismus ein interkulturelles Verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Szenische Interpretation
2.1 Definition der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller
2.2 Verlauf einer Szenischen Interpretation
3. Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Byrams Modell der Interkulturellen Kommunikativen Kompetenz
3.3 Die Szenische Interpretation als Methode zum Interkulturellen Lernen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der "Szenischen Interpretation" nach Ingo Scheller als dramapädagogisches Verfahren zur gezielten Förderung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz im Fremdsprachenunterricht.
- Grundlagen und Definition der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller
- Ablauf und methodische Schritte der szenischen Arbeit im Unterricht
- Theoretische Verknüpfung von interkulturellem Lernen und Fremdsprachenerwerb
- Analyse des Modells der "interkulturellen kommunikativen Kompetenz" nach Michael Byram
- Praktische Anwendung der Szenischen Interpretation zur Förderung von Perspektivwechsel und Empathie
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller
Das Konzept der Szenischen Interpretation wurde in den 1970er- und 80er Jahren vom Oldenburger Hochschulpädagogen Ingo Scheller entwickelt und in den Folgejahren an verschiedenen Bildungsinstitutionen wie Schulen, Universitäten und Lehrausbildungsstätten angewandt und weiterentwickelt. Mittlerweile ist es fest im Literaturunterricht verankert und gilt als ein literaturdidaktischer Ansatz, der den Lernenden dazu verhilft, literarische Texte auf vielfältige Art und Weise zu erschließen.
Konzeptionell knüpft Scheller bei der Szenischen Interpretation an das Konzept des Szenischen Spiels an, setzt jedoch andere Schwerpunkte in Bezug auf die didaktischen Zielsetzungen. Während das Szenische Spiel als allgemeiner gefasstes Konzept seinen Schwerpunkt auf die Realisierung von szenischen Erfahrungen und Lernprozessen für die Lernenden legt, konzentriert sich Schellers Konzept bei Übernahme dieser Realisierung auf die Interpretation des literarischen Textes, mit dessen Unterstützung die Lernenden ihre Erfahrungen machen.
Literarische Texte bezeichnen und gestalten mit sprachlichen Mitteln Räume, Gegenstände, Menschen, Situationen, Vorgänge, Beziehungen und Bilder. Diese müssen kognitiv in konkrete Szenen verwirklicht werden um sie zu verstehen. Die Szenische Interpretation soll dabei diese kognitiven Vorstellungen darstellen und sie deuten. Damit Lern- und Interpretationsprozesse dabei erfolgen können, müssen sich die Lernenden schrittweise in die Rollen und Situationen einfühlen. Von besonderer Wichtigkeit ist die anschließende Reflexion der dargestellten Szene aus verschiedenen Perspektiven, die in den jeweiligen Rollen der beteiligten und unbeteiligten Lernenden durchgeführt werden kann. Dieser Prozess, in dem vorgegebene Situationen und Ereignisse in Ablauf von Szenischen Geschehnissen in einer Gruppe rekonstruiert und gedeutet werden, bezeichnet Scheller als die Szenische Interpretation. Der Autor betont dabei, dass die sprachlich entworfenen Szenen nur verstanden werden können, wenn Lernende sie sich als reale Szenen vorstellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Herausforderungen der Globalisierung für die interkulturelle Kommunikation und begründet die Notwendigkeit, interkulturelle Kompetenz gezielt in den Fremdsprachenunterricht zu integrieren.
2. Die Szenische Interpretation: Dieses Kapitel definiert das Konzept der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller als literaturdidaktischen Ansatz und erläutert den praktischen Ablauf von der Erschließung bis zur Reflexion der Szenen.
3. Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht: Das Kapitel verknüpft das interkulturelle Lernen mit dem Fremdsprachenunterricht, analysiert Byrams Modell der interkulturellen kommunikativen Kompetenz und zeigt die Eignung der szenischen Methode zur Förderung interkultureller Kompetenzen auf.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Szenische Interpretation durch ihre ganzheitliche Ausrichtung und den Einsatz des Körpers ein wirksames Instrument zur Förderung von Empathie und Perspektivwechsel darstellt.
Schlüsselwörter
Szenische Interpretation, Ingo Scheller, Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Dramapädagogik, Interkulturelles Lernen, Perspektivwechsel, Michael Byram, Kommunikation, Literaturunterricht, Fremdverstehen, Szenisches Spiel, Soziales Drama, Empathie, Handlungsbezogenes Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der „Szenischen Interpretation“ als Lehrmethode im Fremdsprachenunterricht zur Förderung interkultureller kommunikativer Kompetenz.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die Arbeit verbindet dramapädagogische Ansätze (insbesondere nach Ingo Scheller) mit Theorien des interkulturellen Lernens und der Fremdsprachendidaktik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Möglichkeiten das dramapädagogische Verfahren der Szenischen Interpretation bietet, um interkulturelle Kompetenzen und Empathie bei Lernenden zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die Konzepte von Ingo Scheller (Szenische Interpretation) und Michael Byram (interkulturelle kommunikative Kompetenz) synthetisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition der Szenischen Interpretation, ihren methodischen Ablauf, die theoretischen Grundlagen des interkulturellen Lernens sowie die gezielte Verknüpfung beider Bereiche zur Förderung von Perspektivwechseln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Szenische Interpretation, Interkulturelle Kompetenz, Dramapädagogik, Fremdsprachenunterricht und Perspektivwechsel.
Wie unterscheidet sich Schellers Ansatz vom allgemeinen „Szenischen Spiel“?
Während das Szenische Spiel allgemein auf die Realisierung von Lernprozessen durch Erfahrung abzielt, fokussiert sich Scheller spezifisch auf die Interpretation literarischer Texte durch die Lernenden.
Welche Rolle spielt der „Einsatz des Körpers“ in dieser Methode?
Der Körper dient als Medium, um fremdkulturelle Rollen durch körperliche und sprachliche Einfühlung intensiver zu erfahren, wodurch eine ganzheitliche Form des interkulturellen Lernens ermöglicht wird.
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- Ulrike Mey (Author), 2014, Die Szenische Interpretation nach Ingo Scheller als Methode zur Förderung der Interkulturellen Kommunikativen Kompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289255