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Zur sprachlichen Realisierung geschlechtsspezifischer Stereotype in der Presseberichterstattung

Eine vergleichende Analyse der Perspektivierung und Evaluierung von Frauen in Politik und Industrie

Title: Zur sprachlichen Realisierung geschlechtsspezifischer Stereotype in der Presseberichterstattung

Master's Thesis , 2014 , 99 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Isabelle Köntopp (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Masterarbeit wird die sprachliche Darstellung von Geschlechterstereotypen in der deutschsprachigen Presseberichterstattung untersucht. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Berichterstattung über Frauen in Führungspositionen in Politik und Industrie – zwei Bereiche, die stark von Männern geprägt sind, in denen sich jedoch seit geraumer Zeit ein Wandel abzeichnet.

Es wird herausgearbeitet, welche Perspektivierungen und Evaluierungen gegenwärtig von TextproduzentInnen in der Boulevard- sowie der seriösen Presse vorgenommen werden. Damit einhergehend werden persuasive Aspekte der Berichterstattung betrachtet. Bestandteile der Arbeit sind ein Überblick über den interdisziplinären Forschungsstand, die linguistische Einordnung der Thematik, eine terminologische Abgrenzung sowie die Analyse und Auswertung von Textbeispielen. Übergeordnet steht die Frage nach der potenziellen Wirkung sprachlich inszenierter Stereotype auf die Einstellungen von RezipientInnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1 Erkenntnisinteresse

0.2 Thesen

1. Zum Forschungsstand

1.1 Geschlechterstereotype im interdisziplinären Kontext

1.2 Inhalte geschlechtsstereotyper Vorstellungen

1.3 Zur Abgrenzung von Stereotyp, Vorurteil und Klischee aus kognitionslinguistischer Sicht

1.4 Beitrag der Presseberichterstattung zur Aufrechterhaltung geschlechtsspezifischer Stereotype

1.5 Kapitelzusammenfassung

2. Informationsselektion, Perspektivierung, Evaluierung und persuasives Potenzial

2.1 Informationsselektion und Perspektivierung/ Evaluierung

2.2 Informationsselektion und persuasive Aspekte

2.2.1 Persuasive Strategien

2.2.2 Formen der Ereignisdarstellung

2.2.3 Schein-Evidenz

2.2.4 Analogien

2.3 Kapitelzusammenfassung

3. Korpus

3.1 Auswahl des Korpusmaterials

3.2 Vorgehen

4. Formen geschlechtsspezifischer Perspektivierungen und Evaluierungen als Ausdruck von Stereotypen in der Presseberichterstattung

4.1 Realisierung geschlechtsspezifischer Stereotype

4.1.1 Globalstereotyp und EISERNE JUNGFRAU

4.1.2 HAUSFRAU und SONNYBOY

4.1.3 Zwischenfazit

4.2 Vorurteilsverbalisierungen

4.2.1 Eine Frau als Verteidigungsministerin?

4.2.2 Zuschreibung von Inkompetenz: KIND und KAVALIER

4.2.3 Zwischenfazit

4.3 Geschlechtsspezifische Informationsselektion: personen- vs. themenbezogene Berichterstattung

4.3.1 Als erste Frau…

4.3.2 … und trotz der Kinder

4.3.3 Das schöne Geschlecht?

4.3.4 Zwischenfazit

4.4 Perspektivierung und Evaluierung durch männliche und weibliche Textproduzenten

4.4.1 Darstellung von Frauen in Führungspositionen der Industrie

4.4.2 Darstellung von Politikerinnen

4.4.3 Zwischenfazit

4.5 Kapitelzusammenfassung

5. Diskussion

6. Fazit und Ausblick

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Masterarbeit ist eine kognitionslinguistische Analyse der Presseberichterstattung über Frauen in hohen Führungspositionen in Politik und Industrie. Die Arbeit untersucht, inwiefern geschlechtsspezifische Stereotype und Vorurteile in der Berichterstattung sprachlich realisiert werden, welche persuasiven Strategien dabei zur Anwendung kommen und wie diese die Einstellung von Rezipientinnen und Rezipienten beeinflussen können.

  • Untersuchung von sprachlichen Realisierungsformen geschlechtsspezifischer Stereotype in Boulevard- und seriösen Medien.
  • Analyse der Rolle von Informationsselektion, Perspektivierung und Evaluierung als Mittel der Persuasion.
  • Vergleich der Berichterstattung über Frauen in männlich dominierten Arbeitsfeldern mit derjenigen über Männer in vergleichbaren Positionen.
  • Untersuchung der Unterschiede in der Darstellung durch männliche versus weibliche Textproduzenten.
  • Erarbeitung eines kognitionslinguistischen Rahmens zur Einordnung von Stereotypen, Vorurteilen und Klischees in der Presse.

Auszug aus dem Buch

1.1 Geschlechterstereotype im interdisziplinären Kontext

Der Terminus Stereotyp existiert mittlerweile seit über 90 Jahren und wurde zunächst von LIPPMANN (1922; 1964: 9) sehr allgemein als „Bilder in unseren Köpfen“ definiert. HUHNKE (1996: 200) beschreibt geschlechtsspezifische Stereotype und Klischees aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive unter weitgehend synonymer Verwendung als Realitätssurrogate, durch die „Informationen über Frauen auf ein beschränktes Repertoire von Bildern und Vorstellungen komprimiert werden“.

Stereotype bezieht sie hinsichtlich geschlechtsspezifischer Presseberichterstattung recht unspezifisch und vage auf „nicht-argumentativ begründete ‚Erzählungen‘ über soziale und politische Sachverhalte, die Frauen betreffen“ (HUHNKE 1996: 200). Aus einer soziologischen Perspektive auf berufstätige Frauen stellt KANTER (1977: 232) fest, dass diese auch in Spitzenpositionen auf geschlechtsspezifische Rollen reduziert werden: „There was also a tendency to encapsulate women and to maintain generalizations by defining special roles for women, even on the managerial and professional levels […]”.

Nach SCHWARZ-FRIESEL (2013: 340) wird der Terminus Stereotyp meist generell „im sozialpsychologischen Sinne verwendet, um in einer Gesellschaft verbreitete Vorstellungen von charakteristischen Zügen und Verhaltensweisen der Mitglieder sozialer und ethnischer Gruppen zu beschreiben“. Ein Stereotyp „hat die logische Form eines Urteils, das in ungerechtfertigt vereinfachender und generalisierender Weise, mit emotional wertender Tendenz, einer Klasse von Personen bestimmte Eigenschaften zu- oder abspricht“ (QUASTHOFF 1973: 28). Demnach handelt es sich bei Geschlechterstereotypen um die als charakteristisch betrachteten Eigenschaften und Merkmale, die Männern und Frauen jeweils zugeschrieben werden. Diese Definition genügt zwar noch nicht dem Zweck einer kognitionslinguistischen Auseinandersetzung mit der Thematik (s. Kap. 1.2), dient aber als erste Verständnisgrundlage für die durchaus maßgeblichen Erkenntnisse aus der Sozialpsychologie.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in das Forschungsfeld der Kognitiven Medienlinguistik, Darlegung des Erkenntnisinteresses und der zentralen Thesen bezüglich geschlechtsspezifischer Berichterstattung.

1. Zum Forschungsstand: Zusammenfassung interdisziplinärer Forschung zu Geschlechterstereotypen und linguistische Einordnung sowie begriffliche Abgrenzung von Stereotyp, Vorurteil und Klischee.

2. Informationsselektion, Perspektivierung, Evaluierung und persuasives Potenzial: Erläuterung der sprachlichen Mechanismen und Strategien, durch die Presseberichterstattung Meinungsbildung beeinflusst.

3. Korpus: Darlegung der Auswahlkriterien und des methodischen Vorgehens bei der Zusammenstellung der 71 analysierten Textbeispiele aus verschiedenen Mediensparten.

4. Formen geschlechtsspezifischer Perspektivierungen und Evaluierungen als Ausdruck von Stereotypen in der Presseberichterstattung: Qualitative Analyse der gesammelten Textbelege hinsichtlich der Realisierung von Geschlechterstereotypen und Vorurteilen durch verschiedene journalistische Strategien.

5. Diskussion: Erörterung der Analyseergebnisse im Kontext der zu Beginn aufgestellten Thesen und Einordnung der Rolle von Sozialisation und Informationsfunktion der Presse.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Diskussion offener Fragen für zukünftige linguistische Untersuchungen.

Schlüsselwörter

Geschlechterstereotype, Presseberichterstattung, Kognitive Linguistik, Informationsselektion, Perspektivierung, Evaluierung, Persuasion, Vorurteil, Klischee, Medienrealität, Führungspositionen, Sprache und Kognition, Gender, Diskriminierung, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie Geschlechterstereotype in der aktuellen deutschsprachigen Presseberichterstattung über Frauen in Führungspositionen (Politik und Industrie) sprachlich inszeniert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die linguistische Untersuchung von Informationsselektion, Perspektivierung und Evaluierung als Mittel zur Konstruktion von Geschlechterrollen sowie die Analyse persuasiver Strategien in Boulevard- und seriöser Presse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, ob und mit welchen sprachlichen Mitteln eine geschlechtsspezifische Berichterstattung erfolgt, die Frauen in Männerdomänen weiterhin stereotypisiert oder trivialisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin verwendet eine qualitative Textanalyse aus kognitionslinguistischer Perspektive, um die in den Medienberichten manifestierten mentalen Strukturen und Konzeptualisierungen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret, wie verschiedene Stereotype (z. B. Hausfrau, Mutter, Eiserne Jungfrau) durch Metaphern, Analogien und eine selektive Informationspolitik auf Politikerinnen und Managerinnen übertragen werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Geschlechterstereotype, Kognitive Linguistik, Perspektivierung, Persuasion, Vorurteilsverbalisierung und Informationsselektion.

Wie wird die Rolle der Presse bewertet?

Die Presse wird nicht als objektiver Spiegel der Realität, sondern als konstruierende Instanz betrachtet, die durch die Auswahl und Strukturierung von Informationen maßgeblich an der Manifestation von Geschlechterbildern beteiligt ist.

Gibt es einen Unterschied zwischen seriöser und Boulevardpresse?

Obwohl sich beide Sparten in der Analyse teilweise annähern, arbeitet die Boulevardpresse häufiger mit drastischen Wertungen und expliziten Stereotypen, während seriöse Medien subtilere, teils indirekte Strategien der Trivialisierung nutzen.

Werden auch männliche Politiker in die Analyse einbezogen?

Ja, männliche Akteure werden als Kontrastfolie hinzugezogen, um zu verdeutlichen, wie sich die Perspektivierung und Evaluierung je nach Geschlecht der Person (z. B. "Anfängerin" bei Frauen vs. "Experte" bei Männern) unterscheidet.

Spielt die geschlechtliche Identität der Journalisten eine Rolle?

Die Arbeit untersucht, ob männliche und weibliche Textproduzenten unterschiedliche Strategien anwenden, und stellt fest, dass beide Geschlechter stereotype Konzepte verbalisieren, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

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Details

Title
Zur sprachlichen Realisierung geschlechtsspezifischer Stereotype in der Presseberichterstattung
Subtitle
Eine vergleichende Analyse der Perspektivierung und Evaluierung von Frauen in Politik und Industrie
College
Technical University of Berlin  (Kommunikation und Sprache)
Grade
1,0
Author
Isabelle Köntopp (Author)
Publication Year
2014
Pages
99
Catalog Number
V289261
ISBN (eBook)
9783656895220
ISBN (Book)
9783656895237
Language
German
Tags
realisierung stereotype presseberichterstattung eine analyse perspektivierung evaluierung frauen politik industrie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabelle Köntopp (Author), 2014, Zur sprachlichen Realisierung geschlechtsspezifischer Stereotype in der Presseberichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289261
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