Das Entkräften von Gegengründen mit Konzessivsätzen. Lehrprobe zum Thema "Argumentation" in einer 8. Klasse des Gymnasiums


Unterrichtsentwurf, 2013

20 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

Lernziele

Bemerkungen zur Lerngruppe und den organisatorischen Rahmenbedingungen

Sachanalyse

Didaktische Analyse

Methodisches Vorgehen

Stundenverlaufsplan

Literarturverzeichnis

Text

Überarbeitete Fassung

Arbeitsauftrag für die zweite Erarbeitungsphase

Geplantes Tafelbild

Lernziele

Groblernziel:

Die Schülerinnen und Schüler entkräften Gegengründe zu einer These,indem sie die konträren Argumente mittels Konzessivsätzen als unzureichend darlegen und durch für sie überzeugendere Argumentezurückweisen, wodurch sie ihre Argumentationsstrategie verbessern.

Feinlernziele:

Die Schülerinnen und Schüler…

Kognitiv

…nennen These, Argument und Beispiel im Text und grenzen diese farblich voneinander ab.

…erläutern die Funktion bestimmter Nebensätze zum Hauptsatz und erkennen dadurch die Gegengründe und ihre Signalwörter.

… machen weitere Gegengründe ausfindig, indem sie den Text auf andere Signalwörter untersuchen.

…entwickeln weitere Argumente und Beispiele, die nicht im Text vorhanden sind, um die vorgegebene These zu begründen oder zu widerlegen[1].

… gehen explizit auf die Argumente des Partners ein und entkräften diese, indem sie dessen Argumente auffassen und in einem Konzessivsatz wiedergeben.

…fügen ein eigenes, passendes Argument daran an, [welches optimaler Weise mit einem Beispiel unterstützt wird], sodass das Argument des Partners als unzureichend erscheint.

Sozial-affektiv

… lernen die Meinungen von anderen Personen zu respektieren und diese sachlich zu kommentieren.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler…

… nehmen die Äußerungen anderer auf und setzen sich mit diesen konstruktiv auseinander.

… verbessern ihre Schreibfertigkeit, indem sie ihre Argumentation in einen sinnvollen Zusammenhang setzen.

… lernen, einen Standpunkt argumentativ zu vertreten.

Bemerkungen zur Lerngruppe und den organisatorischen Rahmenbedingungen

Die Klasse 8 von Frau A. begleite ich seit September. Meine Hospitationszeit, in der zuletzt eine Reihe zu den Modalverben gehalten wurde,reichte bis zu den Herbstferien, ehe ich den angeleiteten Unterricht übernahm. Seitdem unterrichte ich die Klasse drei Stunden wöchentlich. Die vierte Wochenstunde übernimmt weiterhin Frau A., da ich aufgrund meines eigenverantwortlichen Unterrichts diesen Termin nicht wahrnehmen kann. Die Unterrichtsplanung liegt dennoch komplett in meiner Verantwortung, weshalb ein thematischer Austausch bzw. eine gute Absprache im Vorfeld mit der Fachlehrerin von Nöten ist. Diese Kommunikation ist als durchaus positiv zu bewerten, was vor allem der beratenden Funktion von Frau A. zu verdanken ist.

Die Lerngruppe besteht aus insgesamt siebenundzwanzig Schülern, davon sechs männliche und einundzwanzig weibliche. Die Klasse würde ich im Vergleich zu anderen als sehr träge bezeichnen, was die Beteiligung und das Interesse am Unterrichtsgeschehen angeht. Ein Grund hierfür wäre die fortschreitende Pubertät. Gerade in diesem Alter rückt die Schule eher in den Hintergrund und wird teilweise etwas vernachlässigt.Bei anspruchsvolleren Stunden merkt man schnell, dass viele Schüler abschalten und demzufolge wichtige Aspekte verpassen. Berücksichtigt man diese Ausgangslage muss vor allem auf eine didaktische Reduktion geachtet werden. Außerdem müssen zentrale Punkte etwas kleinschrittiger und gemeinsam mit der Klasse im Unterrichtsgespräch geklärt werden, bevor eine „freie“ Arbeitsphase stattfinden kann, in der die Schüler selbstständig arbeiten. Diese anfängliche deduktive Vorgehensweise hat sich in den vorangegangenen Stunden als sinnvoll erwiesen. Arbeitet man im Einstieg oder der ersten Erarbeitungsphase zu offen, kommt es vor, dass manche Schüler den Kernpunkt der Stunde nicht korrekt erfassen, was die weiteren Arbeitsphasen erschwert, die darauf aufbauen.

Als weiteren auffälligen Punkt, ist die Methodik zu nennen. Vor allem bei Gruppenarbeiten wird diese Lerngruppe sehr lebhaft. Jedoch drehen sich die Gespräche kaum um das Wesentliche bzw. die zu lösende Aufgabe. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn die Schüler schweifen mehr vom Unterricht ab und kommen erst spät ins produktive Arbeiten, weshalb diese Methode viel Zeit in Anspruch nimmt. Um dieses Verhalten zu verbessern, habe ich mich dazu entschieden, die Gruppen selbst zu bilden,sodass die engsten Freunde nicht mehr zusammensitzen. Diese Maßnahme erweist sich jedoch nur als ein Teilerfolg, da die Gespräche zwar weniger werden, die Aufgaben jedoch weiterhin oft unzureichend bearbeitet werden und es immer noch viel Zeit in Anspruch nimmt. Dennoch erachte ich es für sinnvoll auch weiterhin in ausgewählten Stunden mit Gruppenarbeit zu agieren, um diese Arbeitsmethode und das kooperative Lernen zu schulen. Dies benötigt jedoch einen längeren Zeitraum und ist nicht in ein paar Stunden umzusetzen. Daher sehe ich in der Lehrprobe von dieser Arbeitsmethode ab (siehe Methodik).

In den kognitiven Leistungen sowie der Beteiligung während der Stunde, ist die Klasse als heterogen einzustufen. Viele besitzen ein großes Potenzial, passen sich aber dem Großteil der Klasse an und halten sich eher zurück. Lediglich vier bis sechs Schüler tragen den Unterricht und beteiligen sich regelmäßig. Davon ist ein Schüler wiederum abzugrenzen, der sich zu jeder Zeit einbringt und sich im besonderen Maße engagiert. Hierbei entsteht jedoch die Gefahr, dass der Unterricht bzw. das Unterrichtstempo auf diesen Schüler ausgelegt wird. Es muss darauf geachtet werden, auch den anderen Schülern genügend Zeit zur Beantwortung einer Frage zu geben, damit sie nicht den Anschluss verlieren oder sich aufgrund des beschriebenen Schülers nicht mehr beteiligen. Demnach muss zusätzlich eine Streuung seitens des Lehrers erfolgen. Dies impliziert, auch Schüler an die Reihe zu nehmen, die sich nicht melden.

Um auch andere Schüler zu aktivieren, ist es einerseits wichtig, Methoden und Aufgaben zu verteilen, bei denen sich alle beteiligen müssen (bei Gruppenarbeitsphasen zogen sich manche Schüler beispielsweise komplett zurück), andererseits muss die Thematik respektive der Gegenstand ansprechend sein. Dies gelingt zum Beispiel durch Texte, die auf die Lebenswelt der Jugendlichen eingehen.

Sachanalyse

Einer Argumentation liegt immer ein Interessenkonflikt zugrunde[2], der in der Schule nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich ausgetragen werden muss. Ob eine Argumentation in schriftlicher oder mündlicher Form geführt wird, ist auf inhaltlicher Ebene weitestgehend belanglos, da die „Anforderungen an die Genese und den Aufbau oder die Widerlegung eines Arguments (…) die gleichen (sind)[3].Zur schriftlichen Niederlegung bietet sich die lineare oder dialektische Erörterung an. Da die Lerngruppe bislang noch keine Erörterung geschrieben hat, ist es sinnvoller, mit der etwas weniger anspruchsvollen linearen Erörterung zu beginnen. Während bei einer dialektischen Erörterung das Für und Wider in einem konstruktiven Streit gegenübergestellt wird, muss man sich bei der linearen für eine Seite entscheiden, die man argumentativ vertritt[4]. Trotzdem ist es vorteilhaft sich auch etwaige Gegenargumente überlegen, um einer gegengesetzten Stellungnahme entgegnen zu können, wie es beispielsweise in einer Diskussion der Fall ist. Argumente des Diskussionsgegners kann man häufig durch eigene Argumente entkräften, denen man ein stärkeres Gewicht zuspricht[5]. Dabei nehmen die so genannten Konzessivsätze eine entscheidende Rolle ein. „Konzessivsätze gehören zu den Nebensätzen, die zusammen mit einem anderen, als Hauptsatz fungierenden Satz ein Satzgefüge bilden“[6].Sie stehen häufig, jedoch nicht immer, vor dem eigentlichen Hauptsatz und werden durch bestimmte Signalwörter (obgleich, obwohl, etc.) eingeleitet. Mit Konzessivsätzen werden Gegenargumente genannt, die jedoch nicht ausschlaggebend sind oder als unzureichend angesehen werden[7]. Durch die Einbindung in seine eigene Argumentation zeigt man seinem Gegenüber, dass man ihn und seine Gründe zwar ernst nimmt, die eigenen aber für überzeugender hält[8].

Beispiel: Obgleich der Mindestlohn eine höhere Belastung für die Betriebe darstellt, werden jedoch die Arbeitnehmer vor Lohndumping durch Arbeitskräfte aus Niedriglohnländern geschützt.

Der Konzessivsatz, welcher mit dem Signalwort „obgleich“ eingeleitet wird, stellt hier ein mögliches Gegenargument dar, das von dem Verfasser der Stellungnahme wahrgenommen und respektiert wird, jedoch als nicht so relevant wie das eigene Argument des Lohndumpings erachtet wird, welches sprachlich sinnvoll angebunden werden muss.Dies gelingt meist durch Konjunktionaladverbien, wie zum Beispiel „dennoch“ oder „jedoch“. Beim Leser oder Zuhörer erzeugt diese Art der Argumentation eine gewisse Zuneigung oder auch Zustimmung, da sie sachlich und respektvoll dem Gegenüber entgegenwirkt. Aus diesem Grund ist die Erwähnung von etwaigen Gegenargumenten mittels Konzessivsätzen in einer linearen Erörterung empfehlenswert.

[...]


[1] Dabei wird nur eine Seite von einer Person vertreten (siehe Erklärungen in der Methodik)

[2] Vgl. Herrmann/Hoppmann/Stölzgen/Taraman(2011): Schlüsselkompetenz Argumentation. Paderborn: Ferdinand Schöningh. S. 13.

[3] Ebd. S. 19

[4] Vgl. Widmann, Gerhard (2008): Erörterung. Aufsatz 8.-11. Klasse. München: Adolf Hauschka Verlag. S. 5 und 65.

[5] Vgl. Schurf, Bernd; Wagener Andrea [Hrsg.] (2007): Deutschbuch 8. Sprach- und Lesebuch. 1. Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag. S. 45

[6] Per Baerentzen [Hrsg.] (1995): Aspekte der Sprachbeschreibung: Akten des 29. Kolloquium. Tübingen: Niemeyer.S. 227

[7] Vgl. Wüest, Jakob (2011). Was Texte zusammenhält. Zu einer Pragmatik des Textverstehens. Tübingen: Narr Francke Attempto Verlag GmbH + Co. KG.S. 126

[8] Vgl. Deutschbuch 8. S. 45

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das Entkräften von Gegengründen mit Konzessivsätzen. Lehrprobe zum Thema "Argumentation" in einer 8. Klasse des Gymnasiums
Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien, Kaiserslautern
Note
2
Autor
Jahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V289339
ISBN (eBook)
9783668278202
ISBN (Buch)
9783668278219
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entkräften, gegengründen, konzessivsätzen, lehrprobe, thema, argumentation, klasse, gymnasiums
Arbeit zitieren
Sebastian Theobald (Autor), 2013, Das Entkräften von Gegengründen mit Konzessivsätzen. Lehrprobe zum Thema "Argumentation" in einer 8. Klasse des Gymnasiums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289339

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