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Eigentum und Pfand. Eine Analyse der Toleranz und Transkulturalität Rechas in "Nathan der Weise"

Titre: Eigentum und Pfand. Eine Analyse der Toleranz und Transkulturalität Rechas in "Nathan der Weise"

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 23 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jan Russezki (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Gottfried Ephraim Lessings Nathan der Weise ist bis heute ein aktuelles Werk. In seiner Thematik trifft es noch heute den Nerv und die Brisanz eines Jahrhunderte dauernden Konflikts der großen abrahamitischen Religionen. Judentum, Christentum und der Islam treffen in dem von ihnen beanspruchten Jerusalem aufeinander. Lessings Werk wird oft unter der Lesart, die Menschlichkeit und nicht die Religion, als wichtigste Eigenschaft des Miteinanders zu begreifen und der Gleichwertigkeit aller religiösen Grundwerte rezipiert.

Sucht man heute zum Beispiel in der Bibliothek der Freien Universität Berlin nach Arbeiten zu Nathan der Weise, so findet man Forschungsarbeiten zu Religion, Toleranz, Erziehung und Aufklärung, wie beispielsweise bei Müller Nielaba oder Kröger . Auch historische Versuche die Figuren und ihren Kontext zu verstehen unternimmt u.a. Birus. All diese Herangehensweisen sind notwendig, um die Komplexität des Werkes zu erfassen. Als Leser muss die Machstruktur, der historische Kontext, der Konflikt der Religionen und die Lösungsversuche der Aufklärung begriffen werden, um tatsächlich eigene Erkenntnisse aus Lessings Werk gewinnen zu können.

Wer sich auf die Suche nach der Toleranz in Nathan der Weise begibt, merkt, dass sich die Spuren in dem Ansatz der Gleichwertigkeit der Religionen und dem humanen Miteinander verlieren. Was genau die Multikulturalität und Toleranz, die immer etwas zu tolerierendes, fremdes oder gegensätzliches voraussetzt, ausmacht, wird nach meiner Recherche bisher von niemanden anhand von Textbeispielen tiefgehend analysiert. Dabei dreht sich das gesamte Werk, in einer anderen Lesart, nur um Recha. Wird Nathan der Weise in Hinblick auf Recha gelesen, so bildet sich schnell ein neuer Handlungsstrang heraus, der mir besonders für die aktuelle Rezeption im Kontext der Globalisierung damit einhergehender Transkulturalität und Transkulturation wichtig ist. Diese Arbeit wird Recha auf ihre Transkulturalität untersuchen und daraufhin ihre Zirkulation als Eigentum und Pfand der Toleranz analysieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Charakterisierung und Transkulturalität Rechas

3. Recha als Eigentum und Pfand der Toleranz

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Figur der Recha in Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" unter der spezifischen Perspektive ihrer Transkulturalität. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Recha durch ihre Herkunft, ihre Erziehung und die Zuschreibungen anderer Figuren als eine Art "Eigentum" oder "Pfand der Toleranz" innerhalb des Werkes zirkuliert und welchen Einfluss dies auf das Verständnis von Toleranz und kultureller Zugehörigkeit im Kontext des Stücks hat.

  • Analyse von Rechas Figurenkonzeption und ihrer transkulturellen Identität.
  • Untersuchung der Fremdzuschreibungen und Identitätskonstruktionen durch andere Charaktere.
  • Diskussion der "Passivität" Rechas und ihrer Funktion als Zirkulationsgegenstand.
  • Deutung Rechas als "Pfand der Toleranz" innerhalb der Macht- und Schuldverhältnisse.
  • Einordnung des Werkes in den Kontext von Toleranz, Humanität und Vernunftreligion.

Auszug aus dem Buch

Recha als Eigentum und Pfand der Toleranz

Im Verlauf der Handlung erheben mehrere Figuren Anspruch auf Recha oder nutzen ihre Macht, um den Anspruch anderer geltend zu machen. Recha zirkuliert dabei als Eigentum in den Besitz mehrerer Figuren. Ich möchte diese Zirkulation chronologisch an gewählten Textstellen verfolgen, den Streit um Recha, der sich überwiegend zwischen Nathan und dem Tempelherren ereignet, analysieren und dabei zeigen, warum die Figurenkonzeption diese Zirkulation zulässt und den Streit löst.

In der Handlung wird die Vorgeschichte Nathans und Rechas erzählt. Nathans Frau und Kinder wurden von Christen ermordet und das Haus seines Bruders niedergebrannt. Nathan trauerte drei Tage und Nächte, wobei er einen Hass auf die Christen entwickelte. Auch Recha verliert durch die Kreuzzüge Verwandtschaft und wird zur Waise. Der Klosterbruder übergibt sie aus diesem Grund in Nathans Obhut.

In dieser Szene gelangt Recha in den Besitz Nathans und wird im Stück aus mehreren Gründen legitimiert. Die erste Legitimation ist die Entscheidung Assads Recha in die Obhut seines Freundes Nathan zu geben, der ihm mehrfach sein Leben verdankt: "Jawohl! jawohl! / Dem ich so viel, so viel zu danken habe! / Der mehr als einmal mich dem Schwert entrissen." Im gesamten Stück bestimmen Schuldverhältnisse die Verhältnisse der Figuren und ihr Handeln. Hier steht Nathan in der Schuld Assads, die er kaufmännisch denkend tilgen muss.

Jeffrey Librett merkt an, dass Nathan Recha jedoch als ein Geschenk Gottes versteht und seinen Anspruch auf sie rechtfertigt: "Alles, was / ich sonst besitze, hat Natur und Glück / Mir zugeteilt. Dies Eigentum allein / Dank' ich der Tugend." Librett erkennt richtig, dass Nathan nicht der alleinige Besitzer Rechas ist und seinen Anspruch nicht nur der Tugend verdankt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Relevanz des Werkes im Kontext der abrahamitischen Religionen und führt die zentrale These ein, Recha als Figur der Transkulturalität und als "Eigentum und Pfand der Toleranz" zu betrachten.

2. Charakterisierung und Transkulturalität Rechas: Dieses Kapitel analysiert Rechas Identität, ihre Zuschreibungen durch Dritte und ihre Rolle als eine Figur, die keine feste Konfession annimmt, sondern zwischen den Kulturen existiert.

3. Recha als Eigentum und Pfand der Toleranz: Hier wird der Fokus auf die ökonomische und rechtliche "Zirkulation" Rechas zwischen verschiedenen Akteuren gelegt, wobei ihr Status als Waise und Pfand in einem Geflecht aus Schuld und Macht hinterfragt wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Recha durch ihre dinghafte Passivität und Transkulturalität eine notwendige Projektionsfläche für die Entwicklung von Toleranz bei den männlichen Hauptfiguren bietet.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Recha, Transkulturalität, Toleranz, Vernunftreligion, Identität, Eigentum, Schuldverhältnis, Passivität, Jerusalem, Humanitätsideal, Macht, Religion, Fremdzuschreibung, Waise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur der Recha aus Lessings "Nathan der Weise" und stellt die These auf, dass sie nicht nur als Individuum, sondern als "Eigentum" und "Pfand der Toleranz" im sozialen Gefüge des Stücks agiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind Transkulturalität, die Konstruktion religiöser und sozialer Identitäten, das Konzept der Toleranz innerhalb der Aufklärung sowie Machtstrukturen und Schuldverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Rolle Rechas zu beleuchten, die in der Forschung oft zugunsten von Nathan oder Saladin vernachlässigt wird, und ihre Funktion als Bindeglied in einem transkulturellen Raum zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch historische und philosophische Bezüge (z. B. Vernunftreligion, Begriffe von Toleranz) ergänzt und durch eine chronologische Betrachtung der Handlungszirkulation gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Charakterisierung der Recha als transkulturelle Figur sowie die Untersuchung der Eigentumsverhältnisse und Zirkulationsprozesse zwischen Nathan, dem Tempelherrn und dem Sultan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Transkulturalität, Eigentum, Passivität, Toleranz, Vernunftreligion und Identitätskonstruktion geprägt.

Warum wird Recha als passiv eingestuft?

Der Autor argumentiert, dass Recha kaum eigenständige Handlungsinitiativen zeigt, sondern als "Objekt" durch die Ansprüche anderer (Nathan, Tempelherr, Patriarch) bestimmt und geführt wird.

Welche Bedeutung hat der Name "Recha" laut der Analyse?

Der Name wird im Kontext seiner Herkunft und der Übersetzung von "Blanda" als Indiz für ihre transkulturelle Natur gewertet, wobei die Namensänderung zur "vorübergehenden" Pfandfunktion passt.

Welche Rolle spielen Schuldverhältnisse für die Interpretation?

Schuldverhältnisse werden als zentraler Motor für das Handeln der Figuren identifiziert; Nathan tilgt seine "kaufmännischen" Schulden durch die Übertragung von Recha, was wiederum die Toleranzentwicklung der Beteiligten beeinflusst.

Wie unterscheidet sich die Sichtweise des Autors von bisheriger Forschung?

Der Autor fokussiert gezielt auf die Figur der Recha als Zirkulationsgegenstand, um das Verständnis von Toleranz bei Lessing kritisch von den üblichen Interpretationen abzugrenzen.

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Résumé des informations

Titre
Eigentum und Pfand. Eine Analyse der Toleranz und Transkulturalität Rechas in "Nathan der Weise"
Université
Free University of Berlin  (Peter-Szondi-Institut)
Cours
Transkulturalität und Toleranz. Die Figur der Waisen im Zentrum der imaginierten Nation.
Note
2,0
Auteur
Jan Russezki (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
23
N° de catalogue
V289359
ISBN (ebook)
9783656896548
ISBN (Livre)
9783656896555
Langue
allemand
mots-clé
Transkulturalität Toleranz Nathan der Weise Recha Transkulturation Lessing Waise
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Russezki (Auteur), 2014, Eigentum und Pfand. Eine Analyse der Toleranz und Transkulturalität Rechas in "Nathan der Weise", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289359
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Extrait de  23  pages
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