Die tiergestützte Therapie und Pädagogik setzt auf die Integration von bewussten und unbewussten Prozessen. Doch was bewirkt sie wirklich? Diese Arbeit will überprüfen, ob sich ihre Erfolge belegen lassen und erläutert die Einsatzmöglichkeiten unterschiedlicher Tierarten.
Dazu werde ich im Folgenden zuerst auf die Historie der tiergestützten Arbeit eingehen und danach die Begriffe der tiergestützten Aktivitäten, Pädagogik und Therapie definieren. Des Weiteren werde ich die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener Tierarten erläutern und zuletzt die physiologische, psychologische und soziale Wirkung von Tieren auf den Menschen anhand unterschiedlicher Studien belegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Historie der tiergestützten Arbeit
2 Erklärung verschiedener Begriffe der tiergestützten Arbeit
2.1 Tiergestützte Aktivitäten (AAA, Animal-Assisted-Activities)
2.2 Tiergestützte Erziehung/Pädagogik (AAE, Animal-Assisted-Education/AAP, Animal-Assisted-Pedagogy)
2.3 Tiergestützte Therapie (AAT, Animal-Assisted-Therapy)
3 Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener Spezies in der tiergestützten Arbeit
3.1 Allgemeine Auswahlkriterien der Tiere
3.2 Hunde
3.3 Katzen
3.4 Nagetiere
3.5 Vögel und Fische
3.6 Pferdeartige
3.7 Nutztiere
3.8 Kameliden
3.9 Delfine
4 (Aus-) Wirkungen der tiergestützten Arbeit
4.1 Physische Auswirkungen
4.2 Psychische Auswirkungen
4.3 Soziale Auswirkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit tiergestützter Interventionen, indem sie die historische Entwicklung beleuchtet, zentrale Begriffe definiert und die Einsatzmöglichkeiten sowie Limitationen verschiedener Tierarten kritisch hinterfragt, um wissenschaftlich fundierte Aussagen über deren physische, psychische und soziale Wirkungsweisen auf den Menschen zu treffen.
- Historische Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung in der Therapie
- Differenzierung der Ansätze: Aktivitäten, Pädagogik und Therapie
- Eignungskriterien und Artenwahl für verschiedene Zielgruppen
- Analyse der gesundheitlichen, emotionalen und sozialen Effekte
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeine Auswahlkriterien der Tiere
Im Allgemeinen sollte bei der Wahl der Tierart darauf geachtet werden, dass es sich um eine wie der Mensch sozial lebende Spezies handelt. Denn nur Lebewesen, die in ähnlich organisierten Verbänden wie der Mensch leben, haben das Bedürfnis nach emotionaler und sozialer Nähe und infolgedessen das Interesse, von sich aus Kontakt zum Menschen aufzunehmen. Tiere sind dann gute ‘therapeutische Begleiter’, wenn sie ein geeignetes soziales Verhalten zeigen. Hierzu gehört in erster Linie verträgliches Benehmen wie die freundliche Kontaktaufnahme zu Menschen und anderen Tieren (vgl. Otterstedt 2001, S. 117 ff.). Voraussetzung ist auch eine gute Sozialisation. Tiere mit mangelnder Sozialisation zeigen oft ängstliche Verhaltensweisen in Anwesenheit von Menschen, die sich in aggressives Verhalten verändern können, sobald die für das Tier individuelle Fluchtdistanz unterschritten wird. Problematisch ist hierbei, dass die Tiere für den Menschen bei Unterschreitung der Distanz „unberechenbar“ reagieren können und insofern eine Gefahr für die Betroffenen darstellen.
Hiervon sind Tiere wie Vögel, Fische u. a., die nur in Volieren oder anderen geschlossenen Behältnissen gehalten werden und die mit den Menschen nicht in Körperkontakt treten können, natürlich ausgenommen.
Grundvoraussetzung für den Einsatz eines Tieres jeglicher Spezies ist, dass es gepflegt und gesund ist (vgl. Otterstedt 2001, S. 117).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Historie der tiergestützten Arbeit: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung nach, von frühen Ansätzen der therapeutischen Nutzung bis hin zur Etablierung moderner wissenschaftlicher Standards.
2 Erklärung verschiedener Begriffe der tiergestützten Arbeit: Hier erfolgt eine klare Definition der drei Säulen der tiergestützten Arbeit: Aktivitäten, pädagogische Maßnahmen und therapeutische Interventionen, ergänzt durch Erläuterungen zu Assistenzhunden.
3 Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener Spezies in der tiergestützten Arbeit: Dieses Kapitel analysiert spezifische Eignungskriterien für Tiere und bewertet Vor- sowie Nachteile verschiedener Tierarten von Hunden bis hin zu Delfinen.
4 (Aus-) Wirkungen der tiergestützten Arbeit: Der abschließende Hauptteil untersucht die physiologischen, psychischen und sozialen Effekte des Einsatzes von Tieren und stützt diese durch wissenschaftliche Studien und Bindungstheorien ab.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Therapie, Tiergestützte Pädagogik, Mensch-Tier-Beziehung, AAA, AAE, AAT, Sozialhund, Assistenzhund, Bindungstheorie, Gesundheit, Rehabilitation, Sozialer Katalysator, Stressreduktion, Prävention, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und den Anwendungsmöglichkeiten der tiergestützten Therapie und Pädagogik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie, der Begriffsdefinition, der Auswahl geeigneter Tierarten und der Analyse von Wirkungsmechanismen auf den Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Erfolge der tiergestützten Arbeit wissenschaftlich belegbar sind und welche Potenziale bzw. Grenzen der Einsatz verschiedener Spezies mit sich bringt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt ihre Ausführungen auf eine umfassende Literaturrecherche und die Analyse zahlreicher wissenschaftlicher Studien aus verschiedenen Fachrichtungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Definition der Arbeitsformen, eine tierartspezifische Eignungsprüfung und eine detaillierte Auswertung der physischen, psychischen und sozialen Wirkungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem tiergestützte Therapie, Bindungstheorie, Co-Therapeut, Sozialisation und der gesundheitliche Mehrwert durch Mensch-Tier-Interaktion.
Was unterscheidet die "passiven" von den "aktiven" Aktivitäten?
Bei aktiven Aktivitäten steht die Interaktion und Berührung im Fokus, während passive Aktivitäten sich primär auf die Beobachtung, etwa von Fischen oder Vögeln, beschränken.
Warum wird der Einsatz von Delfinen kritisch hinterfragt?
Die Autorin diskutiert den hohen Kostenaufwand sowie tierschutzrechtliche Bedenken bezüglich der oft nicht artgerechten Haltung in Gefangenschaft.
Welche Rolle spielt das "Aschenputtel-Effekt" bei der Therapie?
Dieser Begriff beschreibt, dass Tieren die Äußerlichkeiten oder Beeinträchtigungen des Menschen gleichgültig sind, wodurch Patienten eine vorurteilsfreie und echte Akzeptanz erfahren.
- Citation du texte
- Christiane Schöll (Auteur), 2007, Tiergestützte Therapie und Pädagogik. Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes verschiedener Tierarten in der tiergestützten Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/289397