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Sprachmischungen im frühen bilingualen Spracherwerb

Título: Sprachmischungen im frühen bilingualen Spracherwerb

Trabajo , 2001 , 21 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Julia Loewe (Autor)

Ciencia del lenguaje / Lingüística
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Einleitung

In vielen Untersuchungen zum bilingualen Erstspracherwerb wurde festgestellt, dass Kinder, die von Geburt an zwei- oder mehrsprachig aufwachsen, in den ersten Lebensjahren auffällig häufig die Sprachen mischen, die hohe Mischrate jedoch mit zunehmenden sprachlichen Kenntnissen rapide abnimmt. Kontroverse Hypothesen für diese frühen Sprachmischungen führten in der Wissenschaft zu Diskussionen und ein immer wieder auftauchendes Thema ist, ob mehrsprachigen Kindern zu Beginn des Spracherwerbs überhaupt bewußt ist, dass sie es mit mehr als einer Sprache zu tun haben . Anhänger der sogenannten “one-system hypothesis” oder auch “one-language hypothesis” sehen die Sprachmischungen als Beweis, dass die Sprachsysteme des Kindes anfangs noch fusioniert sind und sich erst mit der Entwicklung der grammatischen Kompetenz voneinander differenzieren. Befürworter der “two-system hypothesis” oder “differentiated-language hypothesis” weisen jedoch diese Argumentation zurück und zeigen, dass bilinguale Kinder von Geburt an die Fähigkeit besitzen, die Sprachen zu unterscheiden.

Ein mehrsprachiges Kind muss aber auch eine pragmatische Kompetenz entwickeln, in dem es lernt, sich der ′richtigen′ Sprache im ′richtigen′ Kontext zu bedienen, d. h. sich dem Gesprächspartner oder dem Gesprächskontext anzupassen. Dies gilt nicht nur für “einsprachige” Situationen, in der das Kind die Sprache des Gesprächspartners wählt, sondern auch für bilinguale Gesprächssituationen, in der die Gesprächsbeteiligten die selben Sprachen beherrschen und zwischen diesen wechseln können. Solche Sprachwechsel können innerhalb eines Dialoges, eines Satzes oder eines Wortes auftreten, was in der Sprachwissenschaft als “Code-switching” bezeichnet wird. Um es korrekt anzuwenden, müssen allerdings gewisse soziologische, pragmatische und grammatische Regeln befolgt werden. Demnach könnte “fehlerhaftes” Code-switching ebenfalls eine Ursache für die vermehrten Sprachmischungen sein, da die Sprachen aufgrund noch nicht erworbener Kompetenzen auch in einem unangebrachten Kontext gemischt werden. Code-switching setzt jedoch zwei differenzierte Sprachsysteme voraus. In der vorliegenden Arbeit sollen einige Untersuchungen betrachtet werden, die sich mit Sprachmischungen bilingualer Kinder während des frühen Spracherwerbs beschäftigt haben...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein oder zwei Sprachsysteme?

2.1. The unitary-language hypothesis

2.2. The differentiated-language hypothesis

2.3. Die Annahme einer pre-grammatischen Phase

3. Code-switching

4. Die Rolle des sprachlichen Inputs durch Eltern und Umwelt

5. Schlußfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für Sprachmischungen bei Kindern während des frühen bilingualen Erstspracherwerbs und geht der zentralen Frage nach, ob diese Mischungen auf ein anfangs fusioniertes Sprachsystem hindeuten oder als bewusste, wenn auch noch unvollkommene, Anwendung zweier differenzierter Sprachsysteme zu verstehen sind.

  • Vergleich der "one-system hypothesis" und der "differentiated-language hypothesis".
  • Analyse der Rolle von Code-Switching als Erleichterungsstrategie.
  • Untersuchung des Einflusses des elterlichen Sprachinputs und der sozialen Umgebung.
  • Betrachtung von Erwerbssituationen und Sprachdominanz.

Auszug aus dem Buch

2.2. The differentiated-language hypothesis

Im Gegensatz zu der These, dass mehrsprachige Kinder in der ersten Phase der Sprachentwicklung nur über ein Sprachsystem verfügen und die Sprachen noch nicht auseinanderhalten können, setzt die differentiated-language hypothesis zwei von Anfang an getrennte Sprachsysteme voraus. Sprachmischungen gelten nicht als Beweis für eine unbewußte Zweisprachigkeit, sondern sind unter anderem auf die wenigen Mittel zurückzuführen, die Kindern zur Verfügung stehen, um sich auszudrücken.

Genauso wie einsprachige Kinder dazu neigen, Wörter über- oder zu unterdehnen, so tun dies auch mehrsprachige Kinder, wenn sie Elemente der anderen Sprache entlehnen (Genesee 1989, Seite 167-168). Der Unterschied besteht darin, dass einsprachige Kinder nur intralingual (innerhalb einer Sprache) Wörter über- oder unterdehnen, während mehrsprachige Kinder es zusätzlich interlingual (zwischen den Sprachen) tun. Einsprachige Kinder “dehnen” die Wörter nicht mehr, wenn sie die passende Bezeichnung lernen. So kann man auch davon ausgehen, dass mehrsprachige Kinder Elemente der verschiedenen Sprachen weniger mischen, wenn ihre Fertigkeiten im Sprachgebrauch zunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen der Sprachmischung bei bilingualen Kindern und Darstellung der kontroversen wissenschaftlichen Hypothesen dazu.

2. Ein oder zwei Sprachsysteme?: Kritische Gegenüberstellung der Hypothesen, die entweder ein fusioniertes oder bereits differenzierte Sprachsysteme bei Kleinkindern annehmen.

2.1. The unitary-language hypothesis: Darstellung des Ansatzes, der von einem initialen, noch nicht differenzierten Sprachsystem ausgeht, gestützt durch frühe Beobachtungen.

2.2. The differentiated-language hypothesis: Erläuterung der Gegenposition, nach der Kinder von Beginn an über getrennte linguistische Systeme verfügen.

2.3. Die Annahme einer pre-grammatischen Phase: Diskussion einer modernen, vermittelnden Theorie, die eine Phase vor Einsetzen der grammatischen Differenzierung annimmt.

3. Code-switching: Analyse der bewussten Sprachwahl und des Sprachwechsels als pragmatische Fähigkeit der Kinder.

4. Die Rolle des sprachlichen Inputs durch Eltern und Umwelt: Untersuchung, wie die Erziehungsmethode und die Sprachverwendung der Umgebung das Mischverhalten beeinflussen.

5. Schlußfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Argumente und persönliche Einschätzung zur Bedeutung des Kontexts für den Spracherwerb.

Schlüsselwörter

Bilingualer Erstspracherwerb, Sprachmischung, Code-Switching, One-System Hypothesis, Differentiated-Language Hypothesis, Sprachdominanz, Pragmatische Kompetenz, Pre-grammatische Phase, Grammatische Differenzierung, Sprachlicher Input, Erstspracherwerb, Zweisprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, warum Kinder, die zweisprachig aufwachsen, ihre Sprachen in den ersten Lebensjahren vermischt verwenden und ob dies ein Anzeichen für ein noch nicht getrenntes Sprachvermögen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Hypothesen zur Sprachtrennung, das Phänomen des Code-Switchings sowie der Einfluss von Eltern und Umwelt auf die sprachliche Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erörterung von Gründen für und gegen die Annahme eines fusionierten Sprachsystems bei mehrsprachigen Kleinkindern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene linguistische Studien und Hypothesen zum bilingualen Erstspracherwerb vergleicht und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die "one-system" sowie die "differentiated-language" Hypothesen, die Bedeutung von Code-Switching als Erleichterungsstrategie und den Einfluss des elterlichen Sprachinputs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind bilingualer Erstspracherwerb, Sprachmischung, Code-Switching, Sprachsysteme und pragmatische Kompetenz.

Was besagt die Theorie der "pre-grammatischen" Phase?

Diese Theorie postuliert eine Phase vor der eigentlichen grammatischen Entwicklung, in der das Kind zwar schon Sprache verwendet, diese aber noch keiner spezifischen Zielgrammatik zugeordnet werden kann.

Welche Rolle spielt das Prinzip "eine Person, eine Sprache" laut der Arbeit?

Obwohl es die Sprachtrennung fördern kann, zeigt die Arbeit, dass auch bei strikter Einhaltung dieser Methode durch Eltern Sprachmischungen auftreten können, was auf andere Einflüsse wie die Sprachdominanz hindeutet.

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Detalles

Título
Sprachmischungen im frühen bilingualen Spracherwerb
Universidad
University of Hamburg  (Romanistik)
Calificación
1,7
Autor
Julia Loewe (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
21
No. de catálogo
V28945
ISBN (Ebook)
9783638305891
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sprachmischungen Spracherwerb
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Loewe (Autor), 2001, Sprachmischungen im frühen bilingualen Spracherwerb, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28945
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